15.07.2007 - 30.08.2007
Eine Ausstellung im Haus Wahnfried zur diesjährigen Festspielzeit hat die Richard-Wagner-Stipendienstiftung zum Gegenstand. Anlass ist das 125-jährige Bestehen der Stiftung, die 1882 noch von Richard Wagner – einem Jahr vor seinem Tod - ins Leben gerufen wurde.
Vor 15 Jahren gab es im Haus Wahnfried schon einmal eine Ausstellung zur Stipendienstiftung. Auch wie die jetzige wurde sie von Paul Götz, dem seit 1984 amtierende Geschäftsführer der Stiftung, zusammengestellt. Die Ausstellung im Jahr 1992 befasste sich jedoch in erster Linie mit der Gründung der Stiftung durch Richard Wagner und Friedrich von Schoen, ihre finanzielle Unterstützung durch die Familie Wagner, über den „Nationaldank“ bis hin zur Gründung des „Richard Wagner Verband Deutscher Frauen“ im Jahr 1909, der sich fortan und bis heute der finanziellen Ausstattung der Stiftung annimmt und ihr auch geeignete Bewerber für die Stipendien vorschlägt.
Die diesjährige Ausstellung befasst sich mit den enormen Veränderungen beim „Hauptsponsor“ Richard-Wagner-Verband, die sich auch auf die Stipendienstiftung auswirken. Maßgeblich ist dabei die Gründung des Richard-Wagner-Verbandes International in Lyon 1991 zu nennen. Dieser Zusammenschluss hat dazu geführt, dass es heute weltweit rund 140 Ortsverbände mit rund 40.000 Mitgliedern gibt. In Deutschland ist die Zahl der Ortsverbände auf mittlerweile 49 mit rund 10.000 Mitgliedern gestiegen. Während die deutschen Ortsverbände sich in ihrer Satzung zur Finanzierung der Stipendienstiftung verpflichtet haben, steht die Beteiligung den ausländischen Verbänden frei. Etwa 40 ausländische Verbände haben aber erklärt, dass auch sie die Stipendienstiftung unterstützen wollen und benennen auch Stipendiaten für den Bayreuth-Aufenthalt. Dies hat dazu geführt, dass im Jahr 2007 119 Stipendiaten – also fast die Hälfte der 250 – Ausländer sind. Sie kommen aus 41 Ländern.
Eine Weichenstellung stellte für die Stipendienstiftung auch der Richard-Wagner-Kongress 1994 in Venedig dar. Festspielleiter Wolfgang Wagner erklärte dort, dass er die Zahl der Stipendien von 200 auf 250 erhöhen wolle, jedoch unter der Bedingung, dass die Mehrung vor allem jungen Künstlern aus Städten Ost- und Mitteleuropas zugute kommen müsse. Seither übernehmen die meisten deutschen Wagner-Verbände und auch einige ausländische zusätzliche Kosten, damit auch jungen Künstlern aus Ost- und Mitteleuropa der kostenlose Besuch der Festspielaufführungen ermöglicht wird.
Gezeigt wird in der Ausstellung auch, wer für ein Stipendium in Betracht kommt, wie der Aufenthalt der Stipendiaten in Bayreuth abläuft und wer von ihnen dem Ensemble der Bayreuther Festspiele angehörte und derzeit noch angehört.