© Bluraz / www.fotolia.de
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Ausstellungen

Museumsausstellungen

alle Museumsausstellungen
Schirn_Presse_Frida_Kahlo_The_little_Deer_1946_photo_Nathan_ Keay__c_MCA_Chicago.jpg FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS LOUISE BOURGEOIS, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Frida Kahlo, The little Deer, 1946, Oil on masonite, 22.5 x 30.3 cm, Private Collection, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museum Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago
Schirn_Presse_Frida_Kahlo_The_little_Deer_1946_photo_Nathan_ Keay__c_MCA_Chicago.jpg FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS LOUISE BOURGEOIS, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Frida Kahlo, The little Deer, 1946, Oil on masonite, 22.5 x 30.3 cm, Private Collection, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museum Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago

Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Louise Bourgois

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Frankfurt/Main | 13.02.2020-24.05.2020
Göttin, Teufe­lin, Puppe, Fetisch, Kind­frau oder wunder­ba­res Traum­we­sen – die Frau war das zentrale Thema surrea­lis­ti­scher Männer­fan­ta­sien. Künst­le­rin­nen gelang es oftmals nur als Part­ne­rin oder Modell, in den Kreis rund um den Grün­der der Gruppe der Surrea­lis­ten André Breton einzu­drin­gen. Aller­dings zeigt sich bei genaue­rer Betrach­tung, dass die Betei­li­gung von Künst­le­rin­nen an der Bewe­gung wesent­lich größer war als allge­mein bekannt und darge­stellt. Die SCHIRN betont nun erst­mals in einer großen Themen­aus­stel­lung den weib­li­chen Beitrag zum Surrea­lis­mus. Was die Künst­le­rin­nen von ihren männ­li­chen Kolle­gen vor allem unter­schei­det, ist die Umkehr der Perspek­tive: Oft durch Befra­gung des eige­nen Spie­gel­bilds oder das Einneh­men unter­schied­li­cher Rollen sind sie auf der Suche nach einem neuen weib­li­chen Iden­ti­täts­mo­dell. Auch mit dem poli­ti­schen Zeit­ge­sche­hen, der Lite­ra­tur sowie außer­eu­ro­päi­schen Mythen und Reli­gio­nen setz­ten sich die Surrea­lis­tin­nen in ihren Werken ausein­an­der. Mit rund 260 beein­dru­cken­den Gemäl­den, Papier­ar­bei­ten, Skulp­tu­ren, Foto­gra­fien und Filmen von 30 inter­na­tio­na­len Künst­le­rin­nen bildet die Ausstel­lung ein viel­fäl­ti­ges stilis­ti­sches und inhalt­li­ches Spek­trum ab. Neben berühm­ten Frauen wie Louise Bour­geois, Frida Kahlo oder Meret Oppen­heim sind zahl­rei­che unbe­kannte, aufre­gende Persön­lich­kei­ten wie Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahr­zehn­ten surrea­lis­ti­scher Kunst zu entde­cken.
weiter
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

Edith Dekyndt: They Shoot Horses

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 07.06.2019-07.06.2020
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Horace McCoys Roman They Shoot Horses, Don’t They? (dt. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss) aus dem Jahr 1935, der durch die Verfilmung von Sydney Pollack aus dem Jahr 1969 mit Jane Fonda in der Hauptrolle berühmt wurde. Der Roman handelt von einem Tanzmarathon während der Weltwirtschaftskrise in Amerika. Gewinner ist das Tanzpaar, das sich am längsten auf dem Parkett halten kann. Hungrige und verzweifelte Teilnehmer_innen gehen für den Gewinn an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Auf menschenverachtende und zynische Weise wird hier versucht – vergleichbar den römischen Gladiatorenkämpfen –, von den alltäglichen Problemen abzulenken. Unterhaltung ist alles, auch wenn Menschen dabei Schaden nehmen oder gar zu Tode kommen. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss... Edith Dekyndts Installation They Shoot Horses besteht aus einem Samtvorhang, der in regelmäßigen Abständen mit Stahlnägeln durchbohrt ist und die eine Raumhälfte des Erdgeschosses der Galerie der Gegenwart durchzieht. Der Vorhang setzt sich durch Raumwände fort und bildet in seiner Kurvenform ein Moment der Bewegung und Dynamisierung innerhalb der strengen quadratischen Rasterung von O. M. Ungers‘ Architektur. Auf einem Video sind Archivaufnahmen des Tanz-Marathons der 1920er Jahre zu sehen. Der schwere Vorhang erinnert an luxuriöse Raumausstattungen oder auch an mondäne Theatervorstellungen. Die Nägel, mit denen der Vorhang gleichmäßig bestückt ist, kontrastieren mit dem weich fallenden Samt und machen aus dem Textil einen „Eisernen Vorhang“. Edith Dekyndt (* 1960 Ypres, Belgien) lebt und arbeitet in Brüssel und Berlin. Ihre Arbeiten wurden u.a. im BOZAR und im WIELS in Brüssel, im Museum of Modern Art in New York, im Witte de With in Rotterdam gezeigt. Sie ist Trägerin des Kunstpreis Finkenwerder 2019. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kunsthaus Hamburg.
weiter
Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Marken:Zeichen - Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek

Kunstbibliothek
Berlin | 13.03.2020-28.06.2020
Logo, Leitsystem, Corporate Identity – was heute selbstverständlich zum Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Bahnbrechend in der Entwicklung war das Stuttgarter Grafikatelier Stankowski + Duschek, das mehrere Jahrzehnte lang zu den führenden Büros für Kommunikationsdesign in Deutschland zählte. Berühmte Markenzeichen und Erscheinungsbilder gingen aus der Partnerschaft hervor, etwa für die Deutsche Bank, Viessmann oder die Messe Frankfurt. Die konstruktive Ästhetik der Zeichensysteme lässt das Umfeld der konkreten Kunst erkennen, in dem sich Anton Stankowski (1906–1998) und Karl Duschek (1947–2011) zeitgleich bewegten. Anton Stankowski: Pionier im Grafikdesign „Zeichen sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen.“ Als Anton Stankowski 1978 diese Erkenntnis formulierte, zählte er bereits zu den wichtigsten Stimmen der Werbegrafik seiner Zeit. Nachdem er sich erstmals in den 1930er-Jahren als Teil der Schweizer Avantgarde einen Namen gemacht hatte, festigte sich mit seinem 1951 in Stuttgart gegründeten Büro der Status des Pioniers im Grafikdesign. Markengestaltung – die „Königsdisziplin“ der visuellen Kommunikation – gehörte von Anfang an zum Repertoire. Stankowskis Fähigkeit, komplexe Botschaften telegrammartig zu verkürzen und in einprägsame Zeichensysteme zu verdichten, entwickelte sich zu seinem eigenen Markenzeichen. Ebenso markant war seine vielseitige Herangehensweise, in der sich Typografie, Fotografie und Malerei mit Grafischem trafen. Karl Duschek: Partner in der Gestaltung In Karl Duschek, der 1972 in das Atelier eintrat und wenig später Partner wurde, fand Stankowksi einen Gleichgesinnten: Auch er war nicht nur als Grafikdesigner, sondern ebenso als freier Künstler tätig. Die Verschränkung von Kunst und Design, von „frei“ und „angewandt“, kennzeichnete den Output des bald unter dem Namen Stankowski + Duschek firmierenden grafischen Ateliers, das nach Stankowskis Tod 1998 unter Duscheks Leitung bis 2011 fortbestand. Die reduzierten Formen, geometrischen Flächen, klaren Farben und analytischen Strukturen der konkreten Kunstwerke der beiden Gestalter fanden Eingang in ihre kommunikationsgrafischen Zeichen und Systeme. Bahnbrecher für Logos und Corporate Identity Markenentwicklung, Corporate Identity und Informationsgrafik gehörten fünf Jahrzehnte lang zum Kerngeschäft bei Stankowski + Duschek. Neben dem „Schrägstrich im Quadrat“, der als Markenzeichen der Deutschen Bank weltbekannt wurde, entstanden Logos für SEL, Werkbund, Rat für Formgebung, Rewe, BKK, MüRück, PapStar, Deutsche Börse und viele mehr. Auch das Berlin-Layout, das ab 1969 alle grafischen Produkte der Stadt bestimmte, wurde als Systemmarke von Anton Stankowski entworfen. Für Unternehmen wie Viessmann entwickelte das Atelier schon umfassende Erscheinungsbilder, bevor der Begriff Corporate Identity Deutschland erreicht hatte, und zahlreiche Universitäten, Krankenhäuser, Großevents und Messeunternehmen bestellten hier ihre Orientierungs- und Leitsysteme. Die Ausstellung in der Kunstbibliothek Die Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt das Werk des Grafischen Ateliers Stankowski + Duschek sowie Stankowskis Vorläuferbüros in rund 300 Exponaten vor. Ein breites Spektrum an Skizzen, Varianten, ausgeführten Entwürfen und einer Vielzahl daraus resultierender Drucksachen von Anzeigen bis Firmenschriften zeichnet den Arbeitsprozess des Kommunikationsdesigners vor dem routinierten Einsatz des Computers anschaulich nach. Im Dialog mit freien Arbeiten verschmelzen die Grenzen zwischen Kunst und Werbung. Ein Großteil der ausgestellten Werke stammt aus dem umfangreichen gebrauchsgrafischen Nachlass Stankowski + Duschek, den die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin 2012 von Karl Duscheks Ehefrau Meike Gatermann als Schenkung erhielt. Die Präsentation wird erweitert durch Leihgaben aus der Stankowski-Stiftung in Stuttgart.
weiter
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner

Cosima von Bonin / Claus Richter

Kunsthalle Nürnberg
Nürnberg | 15.02.2020-17.05.2020
Mit Cosima von Bonin (*1962 in Mombasa, Kenia) und Claus Richter (*1971 in Lippstadt) wurden zwei eng befreundete Künstler eingeladen, zusammen eine Ausstellung für die frisch sanierten Räume der Kunsthalle Nürnberg zu entwickeln. Eine gemeinschaftliche Einladung erscheint naheliegend, gehört doch die Kollaboration zum generellen Arbeitsprinzip von Cosima von Bonin und Claus Richter. Gerade Cosima von Bonin verfolgt seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn Ende der 1980er-Jahre eine Strategie der kollektiven, in Netzwerken organisierten Kunstproduktion. Bewusst verschleiert sie eine dezidierte Autorenschaft und konterkariert damit die tradierte Vorstellung eines genialisch schöpfenden Künstlerindividuums. Ihre Kollaborationen nennt sie „Ich bin viele“ oder auch „Wir sind viele“ und tauscht die Rolle des einsamen Superstars mit jener der Zeremonienmeisterin, um in einem Ensemble aus Künstler*­innen und Kulturproduzent*innen etwas zu entwickeln, was der Autor und Theoretiker Diedrich Diederichsen einmal als „Cliquenkunstwerk“ bezeichnet hat. So steht auch die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg für die Kollaboration zwischen Cosima von Bonin und Claus Richter und zugleich für ein verschlungenes Netzwerk aus persönlichen Freundschaften und Verbindungen. Skulptur, Wandbild, Fotografie, Film, Performance, Musikprojekte und bühnenhaft inszenierte Installationen: Die Arbeitsweise von Cosima von Bonin, die zu den wichtigsten zeitgenössischen Konzeptkünstler*innen gehört, ist gattungsübergeifend und ausgesprochen vielfältig. In ihrem Werk finden sich mannigfaltige Verweise auf Kunstgeschichte, Populärkultur, Musik, Mode und Handwerk. Immer wieder werden Alltagsobjekte verfremdet, indem Größenverhältnisse mani­puliert und deren Materialität verändert werden. Als eine wiederkehrende ästhetische Strategie lässt sich eine ins Groteske gewendete Monumentalisierung des Niedlichen bezeichnen. So nennt Cosima von Bonin beispielsweise ihre Soloshow im SculptureCenter in New York „Who’s Exploiting Who in the Deep Sea?“ (2016). Der Ozean dient ihr als organisierendes Leitmotiv für die Ausstellung, und in einer installativen Inszenierung präsentiert die Künstlerin textile Skulpturen und andere Werke, die sich mit Unterwasserwelt und Strandleben assoziieren. Ein Bademeisterhochstuhl, eine Strandbude und ein gigantischer Bikini prägen diese Parallelwelt ebenso wie diverse „Soft Sculptures“: ein blauer Plüsch-Hummer, eine farbenfrohe Quilt-Krake, ein manierlich am Pult sitzender Kuschel-Hai mit breitem Grinsen, zwei vorsichtig schauende Muscheln auf einer Kinderschaukel. Claus Richter arbeitet als konzeptueller Bildhauer an der Schnittstelle von Fantasie und Wirk­lichkeit, Schein und Sein, Imagination und Wissen. Sein Interesse gilt dabei vorranig den künst­lichen Welten der Unterhaltungsindustrie wie Themenparks, Film- und Theaterkulissen, die dem Publikum eine „verzauberte“ Realität vorspielen. Seine Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Videoarbeiten und Performances thematisieren die Unterhaltungskultur der Gesellschaft und den omnipräsenten Wunsch nach einer Entertainment-Welt „Larger than Life“. So entstehen im Ausstellungskontext immer wieder aufwendige Kulissenlandschaften, in denen Claus Richter jedoch nicht die perfekte Kopie einer Broadway/Hollywood/Disneyland-Ästhetik inszeniert, sondern das offensichtlich Handgefertigte, Gebastelte, Geklebte, Gesägte und Angemalte feiert. Gemeinsam ist Cosima von Bonin und Claus Richter die Fähigkeit poetische Parallelwelten zu erschaffen, in denen vieles rätselhaft sein darf. Anspielungen auf die westliche Konsumkultur finden sich ebenso wie differenzierte Verweise auf die emotionale, soziale und auch subversive Funktion von Kitsch und Groteske. Ihre vielfältigen Protagonisten dienen als Stellvertreter für menschliche Emotionen, Ängste und Konflikte. Cosima von Bonin gelingt wie Claus Richter der Spagat zwischen hintergründigem Humor und Melancholie, Weltflucht und Spektakel, Lethargie und Neugierde, Zugänglichkeit und Verschlossenheit.
weiter
Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB
Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB

Architectura navalis - Schwimmender Barock

Deutsches Technikmuseum
Berlin | 11.10.2018-30.04.2020
Was verbindet die großen Segelschiffe des Barock (ca. 1575-1770) mit den Palästen Ludwigs XIV.? Die Ausstellung entführt Besucherinnen und Besucher in die ausdrucksstarke und formengewaltige Epoche des Barock und gibt überraschende Antworten auf diese zunächst ungewöhnliche Frage. Aufgezeigt wird die Wechselwirkung von repräsentativen Schiffsgestaltungen und herrschaftlicher Gebäudearchitektur in Frankreich und welchen Einfluss diese auf die Leitmotive des Barock und seiner Spätform, des Rokoko, hatte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Schiffshecks, speziell im barocken Frankreich. Dort war der Schiffbau geprägt von strengen Organisationsstrukturen, hoch qualifizierten Künstlern und Wissenschaftlern sowie engen personellen Verbindungen zum Schlossbau. Exakt aus diesen Gründen lässt sich der Ursprung des Rokoko auf den Schiffbau Frankreichs zur damaligen Zeit zurückführen, so die These der Ausstellung. Insbesondere die absolutistischen Herrscher wie der Sonnenkönig Ludwig XIV. und sein Nachfolger Ludwig XV. betrieben die Inszenierung ihrer Machtstellung mit großem Aufwand. Dabei beschränkte sich ihre repräsentative Herrschaftsarchitektur nicht nur auf ortsfeste Bauten an Land. Auch die großen dreimastigen Segelschiffe wurden, insbesondere in ihrem weithin sichtbaren Heckbereich, nach Art einer Gebäudearchitektur entworfen. Aus dem bloß funktionalen, teils mit Dekor geschmückten Heckelement entwickelte sich eine regelrecht architektonisch gestaltete Schiffsheckfassade. Mit dieser architektonisch geprägten Baukunst des Schiffes – der architectura navalis – begann ein neues Kapitel der Schiffbaugeschichte. Die Schiffe wiesen die für den Barock typischen Architekturmerkmale auf, die von Schlössern und Palästen bekannt sind: dreigeschossige Stockwerksgliederung, Erscheinungstüren und -balkone, Giebel, Portraitmedaillons, Risalite sowie Stütztrompen, Sockel und Verdachungen. Unsere interaktive Darstellung veranschaulicht diese Übertragung.
weiter
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

unfinished Stories: Geschichten aus der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-30.08.2020
UNFINISHED STORIES nimmt die Geschichte der Kunst seit den 1960er Jahren bis in die 2000er Jahre in den Blick. Die Ausstellung macht die Gleichzeitigkeit des Ungleichen, das Nebeneinander und Überlappen unterschiedlicher Stile und Strömungen anschaulich. Vor allem jedoch setzt UNFINISHED STORIES auf das erzählerische Potential der Kunst und ihre Fähigkeit, Geschichten zu entwickeln, die uns fesseln, bereichern, berühren, irritieren, provozieren und zum Weitererzählen einladen. UNFINISHED STORIES erzählt Geschichten im Plural. Anhand von drei Erzählsträngen, die mitunter durch Blickachsen miteinander verwoben sind, geht die Präsentation zentralen Themen und Entwicklungen seit den 1960er Jahren nach. Da ist zum einen der Mensch selbst und seine Darstellung in der Kunst. Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, Geschlechterrollen, Familienkonstellationen und Zwischenmenschliches werden befragt. Zum anderen gewinnen das Material selbst, seine Beschaffenheit und sein Eigencharakter an Bedeutung. Prozesshaftigkeit, Transformation von Energie und Zeitlichkeit sind in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte. Ein dritter Erzählstrang widmet sich innovativen Strategien in der Kunst seit den 1960er und 1970er Jahren. Tradierte Konventionen werden infrage gestellt und mitunter gebrochen. Die Idee wird zur Kunst erhoben und muss nicht zwangsläufig materialisiert oder ausgeführt werden. Vor allem gewinnen die Betrachter_innen an Bedeutung: Ihnen kommt nun eine veränderte, aktivere Rolle zu. Die Künstler Franz Erhard Walther, Arthur Köpcke und Felix Gonzalez-Torres nehmen daher eine zentrale Position innerhalb der Ausstellung ein und stehen stellvertretend für einen »offenen Werkbegriffs«, der den/die Betrachter_in als Vollender und Komplizen der Kunst versteht.
weiter
Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)
Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)

Skulptur und Malerei 13.-18. Jh.

Bode-Museum
Berlin | 01.01.2000-01.01.2030
Die Skulpturensammlung besitzt Bildwerke vom frühen Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert aus den deutschsprachigen Ländern, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien. Einen Sammlungsschwerpunkt bildet die Italienabteilung. Hauptwerke mittelalterlicher Skulptur wie die Madonna des Presbyter Martinus und der Schmerzensmann von Giovanni Pisano leiten über zu Meisterwerken der Frührenaissance. Glasierte Terrakotten von Luca della Robbia, die Pazzi-Madonna von Donatello und die Bildnisbüsten von Desiderio da Settignano, Francesco Laurana und Mino da Fiesole sind Glanzpunkte der Sammlung. Ein weiterer Akzent liegt auf der spätgotischen deutschen Skulptur mit Werken von Hans Multscher, Tilman Riemenschneider, Hans Brüggemann, Niclaus Gerhaert von Leyden und Hans Leinberger. Die deutsche Renaissance- und Barockplastik ist mit Statuetten aus Alabaster und Elfenbein vertreten. Herausragend sind die monumentalen Ritterheiligen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Darüber hinaus besitzt das Museum eindrucksvolle Beispiele baugebundener Plastik. Die Gröninger Empore ist ein Hauptwerk der deutschen Romanik. Skulpturen von Andreas Schlüter und die Gruppe von sechs Feldherrnstatuen, die für den ehemaligen Wilhelmplatz geschaffen wurde, stehen für Berliner Bildhauerkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Rokoko und Frühklassizismus in Deutschland sind mit Arbeiten von Ignaz Günther, Joseph Anton Feuchtmayer, Edme Bouchardon, Pierre Puget und Jean Antoine Houdon vertreten. In der Studiensammlung des neu eröffneten Bode-Museums sind zahlreiche italienische Bildwerke verschiedener Schulen, überwiegend aus der Zeit der Renaissance, zu sehen. Darunter befinden sich berühmte Stücke wie der Bronzekopf des Lodovico Gonzaga, das Kopffragment der "Prinzessin von Neapel" und die Flora-Büste, deren kunsthistorische Einordnung umstritten bzw. korrigiert worden ist. Schwerpunkte sind die Madonnenreliefs aus Ton, Stuck und Cartapesta aus dem 15. Jahrhundert, in deren Zentrum eine der bedeutendsten Madonnenkompositionen von Jacopo Sansovino aus dem 16. Jahrhundert steht, sowie einige erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgestellte Fragmente erstrangiger Bildwerke. Als besonderes Glanzlicht für zeitgenössisches bürgerliches Engagement ergänzt die "Kunstkammer Würth" mit 30 Werken aus der Sammlung des Industriellen, Kunstsammlers und Mäzens Reinhold Würth für drei Jahre in idealer Weise die Sammlung des Museums. Neben einem Kabinettschrank aus dem 17. Jahrhundert besteht der Schwerpunkt der Kunstkammer vorwiegend aus Kleinbildwerken in Elfenbein des 17. und 18. Jahrhunderts von Künstlern wie Leonhard Kern, Zacharias Hegewald, Joachim Henne, Adam Lenckhardt, Paul Egell oder Christoph Daniel Schenck. Des Weiteren finden sich in der Präsentation ein kostbarer Bernsteinaltar des 17. Jahrhunderts, eine von Paulus Ättinger teilvergoldete Silberarbeit, die eine Diana auf einem Hirsch zeigt, sowie gedrechselte Elfenbeinwerke.  
weiter

Raffael in Berlin - Die Madonnen der Gemäldegalerie

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 13.12.2019-26.04.2020
Anlässlich des Raffael-Jubiläums 2020 vereint die Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung fünf Madonnenbilder aus ihrem Bestand, die durch Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts begleitet werden. Madonnentreffen in Berlin: 500. Todestag Raffaels Der 500. Todestag am 6. April 2020 von Raffaello Sanzio da Urbino (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino, † 6. April 1520 in Rom), einem der bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance, bietet die Gelegenheit die fünf Madonnenbilder aus dem Bestand der Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung zu vereinen. Die sonst nicht zusammen ausgestellten Werke werden sich hier begegnen und in einen Dialog treten mit Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts. Dabei wird auch das Rundbild der Madonna Terranuova (um 1505) erstmalig zusammen mit Raffaels Zeichnung des Kopfes der Madonna Terranuova aus dem Kupferstichkabinett zu sehen sein. Londoner Ehrengast Neben den herausragenden Werken Raffaels aus Berlin ist ein Madonnen-Meisterwerk aus der National Gallery in London als Gast zu Besuch und bildet ein Highlight der Ausstellung: die Madonna mit den Nelken (1506-08). Sie verlässt England zum ersten Mal seit ihrem Museumsankauf. Raffael malte dieses Andachtsbild kurz bevor er Florenz nach Rom verließ und inspirierte sich dafür auch an der berühmten Komposition der „Madonna Benois“ von Leonardo da Vinci, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet. Raffael als Kult-Künstler Die Berliner Sonderpräsentation nimmt eine dezidiert sammlungsgeschichtliche Perspektive ein und führt uns jenen „jungen Raffael“ vor Augen, der bei Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 heiß begehrt war. Wir zeichnen die Ausstellungsgeschichte der Raffael-Madonnen nach vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute: Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum (heute: Bode-Museum) und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute. Nicht zuletzt rückt dabei auch die interessante Frage der Rahmung der Gemälde von Karl Friedrich Schinkel bis heute in den Fokus. Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik der Gemäldegalerie im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Sie zeigt uns den Raffael, den Preußen im 19. Jahrhundert aus ihm gemacht hat, aber zugleich den zeitlosen Raffael, als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit und Harmonie.
weiter
Museum für Druckkunst
Museum für Druckkunst

Industriekultur in der deutschen Fotografie...

Museum für Druckkunst
Leipzig | 06.03.2020-28.06.2020
Die Vielfalt von Industriekultur spiegelt sich hervorragend in der Fotografie. Seit 1900 dokumentieren Fotografen verschiedenste Ensembles von Industrie und setzen dabei Mensch, Handwerk und Industriearchitektur in Beziehung. Die Fotografien sind zum einen Dokumente der sich rasant verändernden Gesellschaft, zum anderen haben sie einen künstlerischen Anspruch und sind als Medium selbst der schnellen technischen Entwicklung im 20. Jahrhundert unterworfen. Das Museum für Druckkunst ist als authentischer industriekultureller Ort Ausgangspunkt für eine Reise durch die Fotografie seit 1900 bis heute. Dabei werden aus den reichen fotografischen Sammlungen in sächsischen Museen und Bibliotheken viele bisher unbekannte Aufnahmen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
weiter
Jean-Honoré Fragonard (1732– 1806) Der Philosoph, um 1764 Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford
Jean-Honoré Fragonard (1732– 1806) Der Philosoph, um 1764 Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Goya, Fragonard, Tiepolo - Die Freiheit der Malerei

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 13.12.2019-13.04.2020
Das 18. Jahrhundert war eine Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst, die so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco José de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht hat. Mit »Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei« widmet die Hamburger Kunsthalle einem Kapitel der folgenreichsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte eine umfassende Schau. Gleichzeitig setzt die Präsentation mit rund 100 bedeutenden Gemälden und Graphiken, versammelt aus den wichtigen nationalen und internationalen Museen, den Schlusspunkt des Jubiläumsjahres 2019 in der Hamburger Kunsthalle. Goya, Fragonard, Giovanni Battista Tiepolo und sein Sohn Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804) reagierten mit ihrer Kunst auf die weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts. Sie entwickelten eine radikalere Formensprache und veränderten die Malerei durch ihren Wandel der künstlerischen Normen und ihre innovativen wie ungewöhnlichen Konventionsbrüche. Die Ausstellung verdeutlicht in eindringlichen Bildern diesen Entstehungsprozess und zeichnet anhand der unterschiedlichen Schaffensperioden der ausgewählten Künstler die grundsätzlichen Veränderungen nach, mit denen in den Zentren Venedig, Paris und Madrid Grundlagen der Moderne geschaffen wurden. Überhaupt kennzeichnen scheinbar widersprüchliche Positionen das virtuose und vielseitige Schaffen Goyas, Fragonards und Tiepolos. So stehen einer auf den ersten Blick konventionellen Malweise kühne Bildfindungen gegenüber, trifft Atmosphärisch-Ideales auf Unheimlich-Groteskes, zeigt sich die Vorliebe für das Theater und Theatrales in einem Spiel von Reflexion und Illusion. Der Stil wird radikal-persönlich und reflektiert. Die lockere, freie Pinselführung steht dabei gleichsam für die Freiheit der Malerei, die die Künstler auch in ihrer Bildsprache für sich beanspruchten. Mit ihrer Kunst leiteten sie bereits Mitte des 18. Jahrhunderts einen Stilwandel ein und stellten mit ihrer innovativen Formensprache die Weichen für den Weg in die Moderne, bevor mit der Französischen Revolution ab 1789 endgültig der radikale Umbruch vollzogen wurde. Mit der Ausstellung präsentiert die Hamburger Kunsthalle Goya, Fragonard, Giovanni Battista und Giovanni Domenico Tiepolo als Vor- und Wegbereiter der Moderne, indem sie das Schaffen der Künstler zum ersten Mal in einen gemeinsamen Kontext stellt: In ihren Werken treten bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts Umbrüche und die Befreiung von Konventionen zutage.
weiter

Stefan Moses - Abschied und Anfang

Bröhan-Museum - Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939)
Berlin | 08.11.2019-19.04.2020
Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls und der friedlichen Revolution zeigt das Bröhan-Museum die Ausstellung „Stefan Moses – Abschied und Anfang“. In der Umbruchphase von 1989/90 nutzte der Münchner Fotograf Stefan Moses die Chance, mit seiner Serie „Abschied und Anfang“ die DDR-Bevölkerung zu porträtieren und setzte damit einer Gesellschaft im Wandel ein fotografisches Denkmal. Damals endlich ungehindert vom DDR-Regime, konnte Moses seine Serien zu den Deutschen auf den Osten des Landes ausweiten. Dass es bei der Wiedervereinigung bei weitem nicht nur um Politik ging, vermitteln seine Fotografien noch heute. Denn trotz sichtbarer Narben der Vergangenheit und des Wissens um eine konfliktreiche Zukunft stellen sie Sympathie, Identifikation und Menschlichkeit in den Mittelpunkt. Als Moses „Ostdeutsche Porträts“ 1991 im Deutschen Historischen Museum zum ersten Mal in Berlin gezeigt wurden, waren sie künstlerische Berichterstattung, 1999 bereits kulturelle Reflexionsgrundlage. Und heute, in einer Zeit, in der erneut über Mauern diskutiert wird, offenbart sich ihre zeit- und grenzenlose Bedeutung.
weiter

31: Women. (Exhibition Concept after Marcel Duchamp, 1943).

Daimler Contemporary
Berlin | 29.02.2020-07.02.2021
942 eröffnete die legendäre Sammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim in New York ihre Galerie Art of this Century. Bereits 1943 zeigte sie, kuratiert von Marcel Duchamp und beraten von Künstlern der Zeit, eine Ausstellung, die sich ausschließlich auf weibliche Vertreterinnen der Avantgarde fokussierte: ›Exhibition by 31 Women‹ (5. – 31. Januar 1943). Hinsichtlich der Zahl der Teilnehmenden und der künstlerischen Vielfalt war diese Ausstellung ein kunsthistorisches Novum. Die Schau brachte weibliche Vertreterinnen des Surrealismus mit abstrakten Malerinnen, mit dadaistisch beeinflussten Künstlerinnen sowie mit unbekannten, jüngeren Künstlerinnen der Zeit zusammen. Mit Rückbezug auf dieses wichtige Gründungsdokument einer feministischen Kunstgeschichte zeigt die Ausstellung ›31: Women‹ Künstlerinnen der Daimler Art Collection. Historisch setzt unsere Ausstellung an in der Zeit um 1930 mit abstrakten Bildern der ungarischen Künstlerin Anne Beöthy Steiner. Von hier aus weitet sich der Horizont von europäischen und amerikanischen Tendenzen aus Zero und Minimalismus bis hin zu zeitgenössischen deutschen und internationalen Positionen in den Medien Bild, Fotografie, Installation, Skulptur, Zeichnung und Video.
weiter

KULTURpur empfehlen

COVID-19 Information


Aufgrund des Coronavirus werden zur Zeit Veranstaltungen abgesagt.

Bitte prüfen Sie beim Veranstalter direkt, ob Ihre Veranstaltung stattfindet.