© Bluraz / www.fotolia.de
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Ausstellungen

Galerieausstellungen

alle Galerieausstellungen

Albert Watson

Camera Work Photogalerie
Berlin | 23.11.2019-18.01.2020
weiter

Museumsausstellungen

alle Museumsausstellungen

Anthony Caro:The Last Judgement Sculpture

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 20.12.2019-12.07.2020
Gemeinsam mit der Sammlung Würth präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin „The Last Judgement Sculpture“ (1995/1999), eines der eindrucksvollsten Werke des britischen Künstlers Sir Anthony Caro (New Malden, Surrey 1924 - 2013 London). Schon die Entstehung der 25-teiligen monumentalen Installation wurde durch den Sammler Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth begleitet. Unmittelbar nach Erwerb durch die Sammlung Würth wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert. Caro selbst charakterisierte die Installation als „Reaktion auf Greueltaten der Gegenwart“ – „auch wenn am Ende die Hoffnung auf eine hellere Zukunft nicht aufgegeben wird“. Der 2013 verstorbene Anthony Caro zählt zu den vielschichtigsten und bedeutendsten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts....
weiter
weiter
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner

Cosima von Bonin / Claus Richter

Kunsthalle Nürnberg
Nürnberg | 15.02.2020-17.05.2020
Mit Cosima von Bonin (*1962 in Mombasa, Kenia) und Claus Richter (*1971 in Lippstadt) wurden zwei eng befreundete Künstler eingeladen, zusammen eine Ausstellung für die frisch sanierten Räume der Kunsthalle Nürnberg zu entwickeln. Eine gemeinschaftliche Einladung erscheint naheliegend, gehört doch die Kollaboration zum generellen Arbeitsprinzip von Cosima von Bonin und Claus Richter. Gerade Cosima von Bonin verfolgt seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn Ende der 1980er-Jahre eine Strategie der kollektiven, in Netzwerken organisierten Kunstproduktion. Bewusst verschleiert sie eine dezidierte Autorenschaft und konterkariert damit die tradierte Vorstellung eines genialisch schöpfenden Künstlerindividuums. Ihre Kollaborationen nennt sie „Ich bin viele“ oder auch „Wir sind viele“ und tauscht die Rolle des einsamen Superstars mit jener der Zeremonienmeisterin, um in einem Ensemble aus Künstler*­innen und Kulturproduzent*innen etwas zu entwickeln, was der Autor und Theoretiker Diedrich Diederichsen einmal als „Cliquenkunstwerk“ bezeichnet hat. So steht auch die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg für die Kollaboration zwischen Cosima von Bonin und Claus Richter und zugleich für ein verschlungenes Netzwerk aus persönlichen Freundschaften und Verbindungen. Skulptur, Wandbild, Fotografie, Film, Performance, Musikprojekte und bühnenhaft inszenierte Installationen: Die Arbeitsweise von Cosima von Bonin, die zu den wichtigsten zeitgenössischen Konzeptkünstler*innen gehört, ist gattungsübergeifend und ausgesprochen vielfältig. In ihrem Werk finden sich mannigfaltige Verweise auf Kunstgeschichte, Populärkultur, Musik, Mode und Handwerk. Immer wieder werden Alltagsobjekte verfremdet, indem Größenverhältnisse mani­puliert und deren Materialität verändert werden. Als eine wiederkehrende ästhetische Strategie lässt sich eine ins Groteske gewendete Monumentalisierung des Niedlichen bezeichnen. So nennt Cosima von Bonin beispielsweise ihre Soloshow im SculptureCenter in New York „Who’s Exploiting Who in the Deep Sea?“ (2016). Der Ozean dient ihr als organisierendes Leitmotiv für die Ausstellung, und in einer installativen Inszenierung präsentiert die Künstlerin textile Skulpturen und andere Werke, die sich mit Unterwasserwelt und Strandleben assoziieren. Ein Bademeisterhochstuhl, eine Strandbude und ein gigantischer Bikini prägen diese Parallelwelt ebenso wie diverse „Soft Sculptures“: ein blauer Plüsch-Hummer, eine farbenfrohe Quilt-Krake, ein manierlich am Pult sitzender Kuschel-Hai mit breitem Grinsen, zwei vorsichtig schauende Muscheln auf einer Kinderschaukel. Claus Richter arbeitet als konzeptueller Bildhauer an der Schnittstelle von Fantasie und Wirk­lichkeit, Schein und Sein, Imagination und Wissen. Sein Interesse gilt dabei vorranig den künst­lichen Welten der Unterhaltungsindustrie wie Themenparks, Film- und Theaterkulissen, die dem Publikum eine „verzauberte“ Realität vorspielen. Seine Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Videoarbeiten und Performances thematisieren die Unterhaltungskultur der Gesellschaft und den omnipräsenten Wunsch nach einer Entertainment-Welt „Larger than Life“. So entstehen im Ausstellungskontext immer wieder aufwendige Kulissenlandschaften, in denen Claus Richter jedoch nicht die perfekte Kopie einer Broadway/Hollywood/Disneyland-Ästhetik inszeniert, sondern das offensichtlich Handgefertigte, Gebastelte, Geklebte, Gesägte und Angemalte feiert. Gemeinsam ist Cosima von Bonin und Claus Richter die Fähigkeit poetische Parallelwelten zu erschaffen, in denen vieles rätselhaft sein darf. Anspielungen auf die westliche Konsumkultur finden sich ebenso wie differenzierte Verweise auf die emotionale, soziale und auch subversive Funktion von Kitsch und Groteske. Ihre vielfältigen Protagonisten dienen als Stellvertreter für menschliche Emotionen, Ängste und Konflikte. Cosima von Bonin gelingt wie Claus Richter der Spagat zwischen hintergründigem Humor und Melancholie, Weltflucht und Spektakel, Lethargie und Neugierde, Zugänglichkeit und Verschlossenheit....
weiter
weiter
Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Die politische Geschichte der Documenta

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 19.03.2021-19.09.2021
Die ästhetisch-politische Geschichte der Bundesrepublik spiegelt sich in besonderer Weise in der documenta: Seit ihrer Gründung 1955 wurde sie immer wieder zu einem Ort, an dem sich zentrale Aspekte der deutschen Nachkriegs­geschichte, die Spuren des Nationalsozialismus, die Blockbildung des Kalten Krieges und das Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Gesellschaft widerspiegelten. Die Ausstellung macht die kulturpolitischen Netzwerke sichtbar ebenso wie die Impulse, die die international angelegte Großausstellung zwischen 1955 und 1997 auf die bundes­republikanische Gesellschaft hatte. Erstmals kommen in Interviews die Künstler*innen und Ausstellungs­macher*innen selbst zu Wort....
weiter
weiter
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Garten der irdischen Freuden

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 26.07.2019-01.12.2019
Garten der irdischen Freuden ist gleichermaßen Raum für Inspiration und kritische Reflexion. In dieser groß angelegten Gruppenausstellung interpretieren Künstler*innen wie Pipilotti Rist, Rashid Johnson, Maria Thereza Alves, Uriel Orlow, Jumana Manna, Taro Shinoda und Heather Phillipson das Motiv des Gartens als eine Metapher für den Zustand der Welt und als poetische Ausdrucksform, um die komplexen Zusammenhänge unserer zunehmend prekären Welt zu erforschen. Ihre raumgreifenden Installationen behandeln soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, die postkoloniale Neubetrachtung des botanischen Gartens und die technisierte Nutzung von Pflanzen durch den Menschen. Neben der bekannten Lesart des Gartens als Sehnsuchtsort voller meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten thematisiert die Ausstellung den Garten auch als einen Ort des politischen Widerspruchs sowie als Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Harmonie und Chaos, Lust und Perversion sowie Utopie und Dystopie. Mit Werken von Maria Thereza Alves, Rashid Johnson, Jumana Manna, Uriel Orlow, Heather Phillipson, Pipilotti Rist, Taro Shinoda und weiteren...
weiter
weiter

Die Hoesch-Fraueninitiative

Hoesch-Museum
Dortmund | 10.11.2019-09.02.2020
Das f² Fotofestival findet 2019 unter dem Motto „Gerechtigkeit“ statt. Das Hoesch-Museum nimmt zum ersten Mal teil und präsentiert historische Fotografien: Ein bisher wenig beachtetes Thema aus der Geschichte rund um die Hoesch-Belegschaft steht im Zentrum. Um 1980 fanden sich in Form einer Bürgerbewegung engagierte Frauen zusammen, die unabhängig ihrer Herkunft, politischer Richtung oder ihres Berufes sich mit der Hoesch-Belegschaft solidarisierten und für den Erhalt der Arbeitsplätze demonstrierten....
weiter
weiter

Streifzüge durch die Sammlung - von Expressionismus bis Liebe

Kunsthalle zu Kiel und Schleswig-Holsteinischer Kunstverein
Kiel | 09.02.2019-09.02.2020
Im Fokus der neuen Sammlungspräsentation stehen die für die Kunsthalle zu Kiel so wichtigen Bestände des Expressionismus und der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus präsentiert die diesjährige Neueinrichtung ausgewählte Werke in ungewohnter Zusammenstellung: Themenfelder wie Strand, Nacht, Liebe, Kindheit oder Tierwelt bilden den Ausgangspunkt für eine Suchbewegung im Sammlungsbestand, die spannende Funde zu Tage fördert. Die Ausstellung zeigt rund 120 Werke aus Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Videokunst. Erstmals wird auch die jüngste Dauerleihgabe aus Privatbesitz zu sehen sein, die den Bestand der klassischen Moderne bereichert. Sie umfasst zwischen 1907 und 1916 entstandene Gemälde des für die Entwicklung der abstrakten Malerei bedeutenden Künstlers Adolf Hölzel (1853-1934). Auswahl von Künstlern, die in der Schau vertreten sind: Albert Aereboe, Anita Albus, Ernst Barlach, Georg Baselitz, Max Beckmann, Klaus vom Bruch, Johan Christian Clausen Dahl, Lovis Corinth, Miriam Cahn, Marlene Dumas, Harald Duwe, Louis Gurlitt, Erich Heckel, Karl Hofer, Isaak Lewitan, Markus Lüpertz, Ewald Mataré, Otto Mueller, Paula Modersohn Becker, Bruce Nauman, Emil Nolde, Max Pechstein, Nam June Paik, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Ilja Repin, Johann Moritz Rugendas, Karl Schmidt-Rottluff, Christian Rohlfs, Norbert Schwontkowski, Fritz von Uhde...
weiter
weiter
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Menzel. Maler auf Papier

Kupferstichkabinett
Berlin | 20.09.2019-19.01.2020
Adolph Menzel ist das Auge des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten Gesamtüberblick über Menzels malerische Arbeiten auf Papier bieten. Adolph Menzel (1815–1905) ist bekannt als Maler großer Leinwandgemälde und als Zeichner unzähliger Bleistiftstudien. Doch erst als Maler auf Papier nutzte er die gesamte Palette seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Es sind farbige Arbeiten von der experimentellen Einzelstudie bis hin zur durchkomponierten Malerei. Die Ausstellung präsentiert neben überwiegend eigenständigen Werken auch ausgewählte Vorarbeiten für berühmte Gemälde – darunter etwa jene Porträtstudien, die als Vorarbeiten zu dem im Auftrag von König Wilhelm I. zwischen 1861 und 1865 gemalten Krönungsbild entstanden, dem größten und figurenreichsten von Menzel Gemälden. Facetten Menzels in zehn Kapiteln Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie den Besucher*innen einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er- bis Ende der 1850er-Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellt. Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde. Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ wieder vereint Bei den szenischen Darstellungen ist mit dem seit 1907 in der Sammlung befindlichen Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ (1859) eine besondere Sensation zu entdecken: Die als Folge des Zweiten Weltkrieges verlorene „Dame“ konnte im Januar 2019 nach Jahrzehnten des unbekannten Verbleibs wieder für die Sammlung des Kupferstichkabinetts zurückgewonnen werden. Das von Menzel mit Sinn für menschliche Entgleisungen beobachtete, im Umgang miteinander so abweisende Paar, ist nun erstmals seit über 70 Jahren wieder vereint. Leihgaben, Neuerwerb und Rückgewinnungen Ebenfalls präsentiert werden Werke, die nicht nur szenisch angelegt, sondern blattfüllend durchgearbeitet sind. „Platz für den großen Raffael“, eine Leihgabe aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, steht für den Aspekt des Überarbeitens in verschiedenen Techniken: 1855 als Pastell begonnen, vollendet Menzel das Werk erst vier Jahre später in Gouache. Auch die 2018 für das Kupferstichkabinett erworbenen „Schlittschuhläufer“ sind von Menzel monumental in Pastell angelegt – eine Überarbeitung in Gouache erfolgte hier jedoch nicht. Die Schlittschuhläufer sind unmittelbar nach Menzels erstem Frankreichaufenthalt im Jahr 1855 entstanden und zeugen von der Moderne, wie Menzel sie in Paris bestätigt fand und wofür in der Ausstellung die Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle „Erinnerung an Paris“ steht. Seit den 1860er-Jahren dominierte eine ausgefeilte Gouache- und Mischtechnik das Schaffen Menzels. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der „Schutzmann im Winter“ (1860/1865), eine blattfüllende Schilderungen der eigenen Zeitgenossenschaft. Ebenso wie das Porträt des als Vorarbeit zum Krönungsbild geschaffene Bild des „Oberregierungsrath Knerk“ (1863/1865) war der „Schutzmann“ seit 1941 Kriegsverlust. Seit diesem Frühjahr zurück im Bestand können die Werke nun erstmals wieder präsentiert werden. Weitere Werke aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts Drei herausragende Werktypen aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts runden die Ausstellung ab: Das in den Jahren 1863 bis 1883 als lose Folge von 44 Gouache-Malereien für Menzels Nichte Gretel und Neffen Otto entstandene „Kinderalbum“, die Auftragsarbeiten zu den Entwürfen zum „Tafelgeschirr“ der königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin für die Silberhochzeit des Kronprinzenpaares 1883 sowie die von Menzel eigenwillig uminterpretierten Allegorien....
weiter
weiter
Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)
Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)

10 Jahre Neues Museum: Mit Virtual Reality durch 150 Jahre Geschichte

Neues Museum
Berlin | 12.10.2019-30.11.2020
Im Oktober 2019 jährt sich zum 10. Mal die Wiedereröffnung des Neuen Museums. Mitte des 19. Jahrhunderts als zweites Haus auf der Museumsinsel eröffnet, präsentierte man hier seinerzeit die Kulturgeschichte vom Ursprung bis ins 19. Jahrhundert. Das während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Gebäude war als Ruine jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben. Nach zehnjähriger Rekonstruktion unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield zogen 2009 das Ägyptische Museum und Papyrussammlung sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin mit zusätzlichen Objekten der Antikensammlung ein. Mit dem Wiederaufbau wurden die stark zerstörten Strukturen der Treppenhalle des Neuen Museums in ihrer architektonischen Konzeption wiederhergestellt. Dem denkmalpflegerischen Konzept folgend, dass die Geschichte des Hauses erkennbar bleiben soll, wurde auf die Rekonstruktion der ehemaligen Wandmalerei bewusst verzichtet. Anlässlich des Jubiläums zur Wiedereröffnung wurde der ursprüngliche Zustand der Treppenhalle digital rekonstruiert. Durch Virtual Reality ist es nun möglich, den herausragenden Wiederaufbau durch David Chipperfield mit der räumlich erlebbaren historischen Situation so zu verbinden, dass für die Besucherinnen und Besucher sowohl das ursprüngliche Konzept als auch die Geschichte und Neukonzeption des Hauses nachvollziehbar wird. Virtuelle Rekonstruktion der Treppenhalle Als zentraler Raum des Museums kommt der Treppenhalle eine besondere Bedeutung in der Konzeption und Ausstattung zu. Beim Bau des Neuen Museums in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Bildprogramm in Absprachen zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., dem Generaldirektor Ignaz von Olfers und dem Künstler Wilhelm von Kaulbach detailliert besprochen. In der Darstellung der Entwicklung der Kulturgeschichte an den Wänden der Treppenhalle spiegelte sich die Konzeption des Museums als Bewahrer der Kultur, aber auch die damalige Weltsicht wider. Monumental waren dabei vor allem die sechs Hauptbilder Kaulbachs, die jeweils eine Größe von rund 6x7 Metern hatten. Thematisch beginnt der Zyklus mit dem Turmbau zu Babel als Beginn verschiedener Kulturen und endet mit einer Darstellung der Reformation als Repräsentation der neueren Zeitgeschichte. Die aus heutiger Sicht kritisch zu betrachtenden Bilder spiegeln die religiös und auch national gedeutete Sicht der Weltgeschichte und sind nur vor dem Hintergrund der Zeit um 1850 zu verstehen. Dies betrifft insbesondere die stark antijüdisch geprägte Darstellung der Zerstörung Jerusalems. Die virtuelle Darstellung regt dazu an, sich mit dem historischen Kontext der Entstehungszeit auseinanderzusetzen und die Zeitgebundenheit der historischen Raumausstattung des Neuen Museums zu diskutieren. In zwei 360°-Filmen wird der Zustand der Treppenhalle um 1920 rekonstruiert und der Bilderzyklus Kaulbachs aus seiner Zeit heraus erklärt. Es ist eine Zeitreise in die Konzeption des 19. Jahrhunderts. Die Besucher*innen nehmen auf den Bänken im Raum Platz und bekommen mittels VR-Brillen die Bilder der jeweils gegenüberliegenden Wandseite im Rahmen ihrer historischen Wahrnehmung erklärt. Vor und nach den Themenfilmen bleibt Zeit, sich im virtuell rekonstruierten Raum umzusehen und den ursprünglichen Zustand der Treppenhalle zu erkunden. Mit der Rückkehr in unsere Zeit wird am Ende der Filme dazu angeregt, sich mit den damaligen Motiven auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, welche Motive heutzutage zur Darstellung der Geschichte der Menschheit ausgewählt werden würden. Mit der virtuellen Sichtbarmachung wird eine neue Verständnisebene für das Gebäude geschaffen, die ohne bauliche und gestalterische Eingriffe in die vorhandene Architektur auskommt. Damit wird mit neuen Mitteln 10 Jahre nach der Eröffnung eine Möglichkeit geschaffen, um die im Vorfeld der Eröffnung noch heftig diskutierten Positionen zum Umgang mit Rekonstruktionen der Wandmalerei zusammenzuführen. Es wird nachvollziehbar, wieso beim Wiederaufbau die Entscheidung gegen die Rekonstruktion der Gemälde gefallen ist und wir begreifen, wie zeitgebunden auch unsere Geschichtsdeutungen sind....
weiter
weiter
Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG
Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG

Otto Piene. Werke aus der Sammlung Kemp

Museum Kunstpalast
Düsseldorf | 22.08.2019-05.01.2020
Otto Piene (1928–2014) war Mitbegründer der Künstler­gruppe ZERO und gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. In der Sammlung Kemp befinden sich 13 teils großformatige Gemälde, eine Licht­plastik und Arbeiten auf Papier, anhand derer sich Pienes Werk zwischen den 1960er-Jahren bis in die frühen 2000er-Jahre darstellen lässt. Die Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf die Feuerbilder des Künstlers, mit denen er sein Interesse am Licht als künstlerisches Medium besonders überzeugend zum Aus­druck brachte....
weiter
weiter
Heinrich Stegemann (1888-1945) Hochbahn Viadukt an den Vorsetzen, 1921 Öl auf Leinwand, 71,6 x 89,1 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford
Heinrich Stegemann (1888-1945) Hochbahn Viadukt an den Vorsetzen, 1921 Öl auf Leinwand, 71,6 x 89,1 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

100 Jahre Hamburgische Sezession - Begegnungen in der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-05.01.2020
Am 14. Dezember 1919 wurde die erste Ausstellung der Hamburgischen Sezession in der Hamburger Kunsthalle eröffnet. Zu Ehren des 100-jährigen Jubiläums dieser Künstlervereinigung, deren Ziel es war, die Kunst ihrer Zeit sichtbar zu machen, findet eine Präsentation innerhalb der Sammlung statt: In den weitläufigen historischen Rundgang der Klassischen Moderne werden rund 40 Gemälde und Skulpturen verschiedener Mitglieder der Sezession eingefügt – darunter Werke von Friedrich Ahlers-Hestermann, Alma del Banco, Karl Ballmer, Arnold Fiedler, Fritz Flinte, Ivo Hauptmann, Paul Henle, Karl Kluth, Dorothea Maetzel-Johannsen, Rolf Nesch, Anita Rée, Otto Rodewald, Heinrich Steinhagen, Heinrich Stegemann, Friedrich Wield und Gretchen Wohlwill. In der direkten Nachbarschaft zu Werken anderer Künstler der europäischen Moderne können die vielfältigen Bezüge der Hamburgischen Sezession zu den unterschiedlichen Kunstströmungen ihrer Zeit erkundet werden. Die Präsentation wird begleitet von zahlreichen Führungen und Gesprächen vor den Originalen....
weiter
weiter
Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB
Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB

Architectura navalis - Schwimmender Barock

Deutsches Technikmuseum
Berlin | 11.10.2018-30.04.2020
Was verbindet die großen Segelschiffe des Barock (ca. 1575-1770) mit den Palästen Ludwigs XIV.? Die Ausstellung entführt Besucherinnen und Besucher in die ausdrucksstarke und formengewaltige Epoche des Barock und gibt überraschende Antworten auf diese zunächst ungewöhnliche Frage. Aufgezeigt wird die Wechselwirkung von repräsentativen Schiffsgestaltungen und herrschaftlicher Gebäudearchitektur in Frankreich und welchen Einfluss diese auf die Leitmotive des Barock und seiner Spätform, des Rokoko, hatte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Schiffshecks, speziell im barocken Frankreich. Dort war der Schiffbau geprägt von strengen Organisationsstrukturen, hoch qualifizierten Künstlern und Wissenschaftlern sowie engen personellen Verbindungen zum Schlossbau. Exakt aus diesen Gründen lässt sich der Ursprung des Rokoko auf den Schiffbau Frankreichs zur damaligen Zeit zurückführen, so die These der Ausstellung. Insbesondere die absolutistischen Herrscher wie der Sonnenkönig Ludwig XIV. und sein Nachfolger Ludwig XV. betrieben die Inszenierung ihrer Machtstellung mit großem Aufwand. Dabei beschränkte sich ihre repräsentative Herrschaftsarchitektur nicht nur auf ortsfeste Bauten an Land. Auch die großen dreimastigen Segelschiffe wurden, insbesondere in ihrem weithin sichtbaren Heckbereich, nach Art einer Gebäudearchitektur entworfen. Aus dem bloß funktionalen, teils mit Dekor geschmückten Heckelement entwickelte sich eine regelrecht architektonisch gestaltete Schiffsheckfassade. Mit dieser architektonisch geprägten Baukunst des Schiffes – der architectura navalis – begann ein neues Kapitel der Schiffbaugeschichte. Die Schiffe wiesen die für den Barock typischen Architekturmerkmale auf, die von Schlössern und Palästen bekannt sind: dreigeschossige Stockwerksgliederung, Erscheinungstüren und -balkone, Giebel, Portraitmedaillons, Risalite sowie Stütztrompen, Sockel und Verdachungen. Unsere interaktive Darstellung veranschaulicht diese Übertragung....
weiter
weiter

Orpheus - Traum und Mythos in der modernen Kunst

August Macke Haus
Bonn | 11.10.2019-16.02.2020
Orpheus – der mythische Sänger und Priester, der die wilden Tiere, selbst Pflanzen und Felsen, bezauberte und die Götter der Unterwelt bewegte, seine Frau Eurydike ins Leben zurückholen zu dürfen, der aus menschlichem Unvermögen scheiterte, den Frauen entsagte und deshalb von den Mänaden zerrissen wurde, dessen Haupt aber weiter sang – dieser vielseitige Orpheus wurde von Künstlern aller Sparten und Zeiten zum Motiv gewählt. Anlässlich des Beethoven-Jubiläums und gefördert von der BTHV2020 GmbH feiern wir den Prototyp aller Musiker und Künstler mit einer Ausstellung. Ausgehend von einer von August Macke 1912/13 entworfenen Stickerei und deren Zusammenhängen in seinem Werk, entfaltet die Ausstellung die Verarbeitung des Orpheus-Stoffes in einem spannungsvollen Wechsel internationaler künstlerischer Positionen seit dem Symbolismus bis in die heutige Zeit. Von symbolhaften Verdichtungen in Gemälden und Skulpturen über graphische Folgen bis hin zu Bühnenentwürfen und kunsthandwerklichen Arbeiten verdichtet die Schau alle Spielarten künstlerischer Gestaltung. Der Parcours enthält verschiedene kunsthistorische Stile, erscheint aber, ausgelöst durch das besondere Thema, vor allem voller individueller Emotionen, welche Glück, Trauer, Tod und grausames Schicksal ebenso spiegeln wie Zweifel und Kühnheit künstlerischer Inspiration, Verbundenheit mit der Antike und Aufbruch zu neuen Entwicklungen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, u.a. mit einem inspirierenden Text von Elke Heidenreich über den Orpheus-Mythos und seine Wirkungen in der Musik....
weiter
weiter

KULTURpur empfehlen