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KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Museumsausstellungen

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Verwandelt. Verwunschen. Verschwunden

Museum Industriekultur Nürnberg
Nürnberg | 12.11.2019-29.12.2019
Bodypainterin Andrea Stern hat in diesem Jahr die Museen der Stadt Nürnberg als Location genutzt, um ihre Modelle phantasievoll-gekonnt in Szene zu setzen. Die geradezu symbiotischen Verwandlungen bis hin zum Verschwunden sein hat die Künstlerin in ausdrucksstarken Fotografien verewigt, aus denen auch ein Kalender entstehen wird. Schon als Kind begann Andrea Stern, von ihrer Mutter inspiriert und gefördert, mit dem Malen und Zeichnen. Kurz darauf folgten die ersten, damals noch einfachen Fotografien mit einer kleinen "Klick-Klack-Kamera". Malerei und Fotografie blieben auch in späteren Jahren wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Gesichter, Körper und der Mensch als Ganzes übten insbesondere zu Beginn eine starke Faszination auf sie aus. Jeder Mensch, so die Künstlerin, erzählt durch seine eigene Präsenz eine eigene Geschichte, hat seine eigene Schönheit und Ästhetik, die es hervorzubringen gilt. Ihre künstlerischen Fähigkeiten und die Lust am Experimentieren mit verschiedenen Medien, wie Aquarell, Buntstift, Polychroms, Acryl, Tusche und Airbrush erweiterten ihr Spektrum und führten 2014 zu ersten Bodypainting-Arbeiten. 2017 schließlich realisierte sie ein erstes Projekt im Nürnberger Tiergarten. Ziel war es, ein oder mehrere Modelle jeweils innerhalb eines Tages und unter der "Beobachtung" der Tiergartenbesucher in ein Tier zu verwandeln. Unter dem Titel "Stadtchamäleons. Eine Symbiose von Mensch und Kultur" startete Andrea Stern 2019 ihr aktuelles Projekt an insgesamt 16 besonderen Orten, beliebten Sehenswürdigkeiten unter freiem Himmel und in den Museen der Stadt Nürnberg. Die Modelle wurden entweder Teil des Hintergrundes, verschwanden darin oder traten auffallend hervor. Das Museum Industriekultur diente der Bodypainterin als geradezu theatralische Kulisse. Und auch hier waren die Besucher willkommen, Andrea Stern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und in diesem Fall die "Einswerdung" von Mensch und Maschine mitzuerleben....
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Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Handel und Perlentausch

Münzkabinett im Bodemuseum
Berlin | 21.01.2020-19.04.2020
Inmitten des größeren Themenzusammenhangs im ersten Ausstellungsraum des Münzkabinetts, in dem ein Eindruck von der Vielfalt und Verwendung des Münzgeldes als Zahlungs-, Kommunikations- und Repräsentationsmittel geboten wird, findet eine Ausstellungsintervention mit Objekten des Ethnologischen Museums zur Bedeutung von Glasperlen als kultur- und epochenübergreifende Tauschobjekte statt. Zur Bedeutung der Glasperlen als Kulturgut und Tauschobjekt Zahlreiche Beispiele aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums zeugen von der weltweiten Verwendung von Glasperlen, die im Tausch auf mehreren Kontinenten zirkulierten. Aus Glasperlen gefertigte Schmuck- und Kleidungsstücke aus Afrika, Zentral- und Südostasien, Ozeanien, Nord- und Südamerika gelangten in die Sammlungen des Ethnologischen Museums. Umgekehrt belegen die historischen Berichte und Sammlungsakten, dass so manches Objekt im Tausch gegen Glasperlen seinen Weg in die Berliner Sammlungen fand. Bis in die Gegenwart lässt sich diese Doppelfunktion von Perlen und Perlenobjekten verfolgen: Als Material regional spezifischer Handwerkstraditionen und zugleich als alternative Währung in der Zirkulation und Kommunikation zwischen den Kontinenten. Viele Glasperlen stammten aus den Produktionsstätten im Gebiet der Stadt Jablonec (ehemals Gablonz), Tschechien wo sie bereits im 19. Jahrhundert in großen Mengen für den Export produziert wurden. Über Handelshäuser und, in geringerem Umfang, über Sammler von Ethnographica gelangten sie bspw. nach Afrika oder Nord- und Südamerika und ersetzten an vielen Orten andere Materialien. Für die indigene Gruppe der Ye’kwana im Grenzgebiet von Venezuela und Brasilien spielen die Perlen bis heute eine wichtige Rolle im Kunsthandwerk und sind Ausdruck indigener Identität. Zugleich werden die Perlen zu Handelswaren verarbeitet. Trotz konkurrierender, weitaus günstigerer Produkte greifen die Ye’kwana dabei auf jene Perlen zurück, die aus den traditionsreichen Betrieben aus der Region Jablonec stammen. Dass dies auch für andere Gruppen dieser und anderer Regionen der Welt gilt, lässt sich leicht an den weit verzweigten Handelsnetzen von Firmen wie der in Jablonec ansässigen Firma Preciosa nachvollziehen. Die unverarbeiteten Perlen wie auch die handgefertigten Schmuckstücke werden als Handelsgut und alternative Währung verwendet....
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Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt
Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt

Künstler aus der DDR. Werke aus der Sammlung des Museums Barberini

Museum Barberini Potsdam
Potsdam | 17.11.2018-02.02.2020
Die Sammlung des Museums Barberini hat einen Schwerpunkt in der Malerei von Künstlerinnen und Künstlern aus der DDR. In der Reihe Barberini Collection werden im Laufe eines Jahres vier thematische Präsentationen eröffnet. Im Herbst 2019 werden alle Werke aus diesem Sammlungsschwerpunkt zu sehen sein. Die Themen sind Aspekte des Malerischen (seit 17. Oktober 2018), Moderne Historienmalerei (vom 20. Februar 2019 an), Melancholie und Malerei (vom 26. Oktober 2019 an) und Landschaft (vom 26. Oktober 2019 an). Aspekte des Malerischen Die erste Präsentation Aspekte des Malerischen konzentriert sich in zwei Sammlungsräumen auf Gemälde aus den 1980er Jahren und stellt vier Künstler vor, denen die Malerei als Mittel zur Selbstbefragung und zur Reflexion diente: Hartwig Ebersbach (*1940), Günter Firit (1947–2010), Stefan Plenkers (*1945) und Erika Stürmer-Alex (*1938). Auf der Suche nach einem individuellen künstlerischen Ausdruck erweiterten die Künstlerinnen und Künstler unabhängig von offiziellen Vorgaben die Malerei um eine Dimension des Expressiven, oftmals Rätselhaften. Ab 20. Februar 2019 wird das Thema „Aspekte des Malerischen“ ergänzt durch „Moderne Historienmalerei“. Vier Säle zeigen dann mythologische, literarische und religiöse Stoffe in Gemälden von Gudrun Brüne, Ulrich Hachulla, Rolf Händler, Bernhard Heisig, Johannes Heisig, Walter Libuda, Werner Liebmann, Harald Metzkes, Arno Rink, Willi Sitte und Werner Tübke....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Jubiläumsausstellung: 150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 28.11.2019-27.09.2020
1869 wurde in Nürnberg das Bayerische Gewerbemuseum gegründet. Die Stadt und ihr Umland galten als die mit Abstand bedeutendste Industrieregion des Königsreichs Bayern. Neben einem umfangreichen Ausbildungsprogramm war es Ziel des neuen „Museums“, durch die Kenntnis historischer Muster die technische Qualität und den wirtschaftlichen Erfolg aktueller Erzeugnisse zu steigern. Die Sammlung sollte vor allem Objekte umfassen, deren Gestaltung das Industriedesign in Europa maßgeblich beeinflussen. Die Initiative zur Gründung ergriffen folglich kapitalkräftige Großindustrielle, Wirtschaftsfachleute und hohe Verwaltungsbeamte aus dem Nürnberger Gründermilieu. Und wo in Bayern hätte dies besser gelingen können als in Nürnberg? 1987 erfolgte die Angliederung der Mustersammlung, später auch der Vorbildersammlung und der Bibliothek an das Germanische Nationalmuseum; seit 2003 sind sie Leihgaben des Freistaats Bayern. Die Jubiläumsausstellung präsentiert die Geschichte und die Highlights des größten Leihgabenbestandes des Germanischen Nationalmuseums. Sie zeigt, dass Nürnberg in der ganzen Welt eingekauft hat, um die technische wie ästhetische Qualität eigener Produkte zu steigern: Keramiken aus Frankreich, Porzellane aus China, Email aus Japan, Innovationen wie einen der ersten Diaprojektoren und vieles mehr....
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Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel
Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel

Spektral-Weiß. Die Erscheinung kolonialzeitlicher Europäer

Haus der Kulturen der Welt
Berlin | 01.11.2019-06.01.2020
Wie wurden Europäer*innen in der Kunst der Kolonisierten dargestellt? In seinem Buch The Savage Hits Back or the White Men through Native Eyes (1937) versammelte der Kölner Museumsdirektor und Ethnologe Julius Lips (1895–1950) Darstellungen, die den Europäer als „exotischen“ und barbarischen Fremden zeigen. Von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben, entdeckte Lips in den Objekten eine subversive Kritik am „Kolonialherren“. Lips‘ antikoloniale und antifaschistisch Polemik wirkt angesichts gegenwärtiger Debatten um kolonialzeitliche Sammlungen höchst aktuell. Da die hybriden Kunstwerke in der Forschung lange nicht als authentisch galten, wurde eine von Lips geplante Ausstellung auch nach dem Nationalsozialismus nie realisiert, bis Teile seiner Sammlung zum ersten Mal im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln 2018 ausgestellt wurden. Dabei legen die Darstellungen europäischer Soldaten, Kolonialbeamter, Missionare und Händler, europäischer König*innen aber auch indigener Akteur*innen in europäischer Kleidung eine transkulturelle Verflechtungsgeschichte kolonialzeitlicher Kunst offen. Die Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt greift Lips‘ Perspektivwechsel auf und fragt nach den Folgen dieser ersten „inversiven Ethnographie“ für die Ethnologie. Die ausgestellten Objekte und Fotografien thematisieren frühe Kontaktgeschichten, den Eingang europäischer Warenwelten in lokale Mythen und Rituale, die Geschichte von Handelsbeziehungen, Mission und kolonialer Kriege. Die Europäer*innendarstellungen wurden auch gezielt für den westlichen Markt als Souvenirs produziert; die kommerzialisierte Form einer frühen „tourist art“. Sie zeugen nicht nur von Widerstand, sondern auch von Kooperation, Innovation und Medienzirkulation. Während die Provenienz der Objekte bei Lips genauso im Dunklen bleiben wie die Namen der indigenen Künstler*innen, lassen sich die Biografien von den heute wieder entdeckten Künstlern Tommy McRae und Thomas Onajeje Odulate rekonstruieren. Die Ausstellung gibt einen Überblick über ihr Werk und ihre Biographien und zeigt ihre Relevanz als Zeitgenossen der europäischen Moderne. Ihre innovative Bildsprache unterläuft die Dichotomien von primitiv und modern und stellt damit die Ästhetiken und Narrative von Ethnologie und Kunstkritik und die Verhärtung eines Kanons „primitiver Kunst“ seit 1900 zur Disposition....
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Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606–1669) Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, 1630 Radierung, 51 x 46 mm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang
Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606–1669) Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, 1630 Radierung, 51 x 46 mm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

Rembrandt: Meisterwerke aus der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-05.01.2020
Am 4. Oktober 2019 jährt sich der Todestag von Rembrandt (1606–1669) zum 350. Mal. Aus diesem Anlass widmet die Hamburger Kunsthalle einem der bedeutendsten Künstler des Goldenen niederländischen Zeitalters eine feine Präsentation. Gezeigt wird eine Auswahl herausragender Werke aus dem Sammlungsbereich Alte Meister und aus dem Kupferstichkabinett des Museums: Mit Simeon und Hanna im Tempel (1627) und Maurits Huygens, Sekretär des Staatsrats in Den Haag (1632), werden zwei Meisterwerke Rembrandts aus seiner frühen Schaf-fenszeit in Leiden und Amsterdam präsentiert. Ergänzt werden sie um das Gemälde Die Verstoßung der Hagar (1612) von Pieter Lastman, der als Lehrer in seiner Werkstatt Rembrandt um 1625 für sechs Monate schulte. Die drei Gemälde werden um eine Auswahl von rund 60 Radierungen ergänzt, darunter Landschaftsdarstellungen, Porträts und Arbeiten zu religiösen Themen. Insgesamt beherbergt das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle mehr als 300 Radierungen Rembrandts. Sie stammen sämtlich aus der Sammlung des Hamburger Kunsthändlers und –sammlers Georg Ernst Harzen (1790-1863), der seine Sammlung 1863 per Testament der Stadt Hamburg zur Gründung der Kunsthalle vor 150 Jahren vermachte. Diese bedeutende Kollektion ist von internationalem Rang und macht es möglich, das druckgraphische Schaffen Rembrandts in all seinen Facetten vor Augen zu führen. Rembrandt. Meisterwerke aus der Sammlung wird in einem Kabinett der Gemäldegalerie Alte Meister und im Harzen-Kabinett präsentiert....
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Sound on the 4th Floo

Daimler Contemporary
Berlin | 12.10.2019-02.02.2020
Nach den erfolgreichen Kooperationen mit Künstler-Kuratorinnen und -Kuratoren der letzten Jahre konnte die Daimler Art Collection für ›Sound on the 4th Floor‹ Gerwald Rockenschaub als ›Visual Curator‹ gewinnen. Für sein installatives und visuelles Konzept hat er rund 50 Werke der Daimler Art Collection von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst ausgewählt, die musikalische Strukturen auf bildlicher Ebene suggerieren und mittels Sound, Komposition, Geräusch oder über visuelle Rhythmen realisieren. Ein Schwerpunkt unserer Ausstellung sind Aspekte von Immaterialität und die imaginative Sichtbarkeit von Klängen. Töne, Geräusche und Sounds sind in der Ausstellung nicht im Raum zu hören. Mit einem Audioguide können Sie die jeweilige Tonspur individuell an Triggerpoints abrufen. Besonders zu beachten sind die von Gerwald Rockenschaub exklusiv für diese Präsentation komponierten elektronischen Tracks. Sound, Klang, Musik, Rhythmus sind allgegenwärtig in der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Die Vertreterinnen und Vertreter von Bauhaus und Klassischer Moderne (Albers, Arp u.a.) konzipieren Bildserien entsprechend musikalischer Formprinzipien mit Thema und Variation („Die Musik verhält sich wie ein Taktgeber für die Form und Wirkung meiner Bilder“, Josef Albers) oder begleiten ihre bildnerischen Entwürfe mit Lautgedichten und instrumentalen Choreografien. In der Konkreten und konstruktiven Kunst (Fleischmann, Fruhtrunk, Graeser, Loewensberg u.a.) finden sich formale Inspirationen, die den musikalischen Variationen der Fuge, dem Konzept der Kontrapunktik oder den Akkordkombinationen des Jazz eine visuelle Übersetzung geben. Vergleichbare musikalische Referenzen finden sich in der Kunst des Neo Geo der 1980er-Jahre (Rockenschaub), während zeitgleich andere Künstler Ausschnitte musikalischer Partituren unmittelbar motivisch in ihre Bilder einbinden (Mields). In der multimedialen Kunst seit etwa 1990 ist musikalisches Material in vielfältiger Weise präsent: Collagen mit Audio-Kassetten-Tape (Hildebrandt), Videos auf der Basis von Soundelementen aus dem Alltag oder aber begleitet von Auftragskompositionen (von Fleury, Signer und Zobernig um 1990 bis Chan-Kyong, 2015), Skulpturen, die die Formen musikalischer Instrumente oder Orte von Sprache variieren (Boyce, Veilhan, Ulrichs, Roehr), schließlich computergenerierte Beats, Töne und Frequenzen, die visuelle Bildfolgen auditiv unterlegen oder rein abstrakt umsetzen und so die Imagination der Betrachtenden ansprechen....
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Brücke-Museum Berlin, Foto: Archiv
Brücke-Museum Berlin, Foto: Archiv

Unzertrennlich.

Brücke Museum
Berlin | 16.11.2019-15.03.2020
„Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen … wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht“, schrieb Ernst Ludwig Kirchner 1937 und betonte hiermit, wie zentral für ihn der Rahmen für das Bild war. Die Ausstellung Unzertrennlich widmet sich dieser Verbundenheit und untersucht erstmals die besondere Rolle und Bedeutung des Bilderrahmens für die Künstler der Brücke. Denn auch Erich Heckel, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff entwarfen eigens Rahmen für ihre Gemälde: Sie nutzten besondere Profile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten sie und gestalteten sie farblich – immer in kompositorischer Einheit mit den Bildwerken. Schmidt-Rottluffs aufwendige Schnitzarbeiten zeigen dabei, wie skulptural er seine Rahmen verstand. Bei Kirchner wiederum verlässt der Pinsel häufig die Leinwand und bemalt das Holz in den Tönen des Bildes, sodass die Grenze zwischen beiden verschwimmt. Ob in Ausstellungskatalogen, auf Postkarten oder im Internet – die Bilder der Brücke werden seit jeher zumeist ohne ihre Rahmen gezeigt. Doch gerade der Blick über das Bildfeld hinaus ermöglicht einzigartige Einblicke in die Ideen und Ziele der Künstler. Die Ausstellung ergänzt die Beschäftigung der Brücke um die künstlerische Gestaltung des Bilderrahmens, der im Sinne des Gesamtkunstwerks das Bild erweitert. Anhand zahlreicher nationaler und internationaler Leihgaben sowie original gerahmter Gemälde aus dem Bestand des Brücke-Museums öffnet Unzertrennlich den Blick für dieses bisher unbeachtete künstlerische Schaffen....
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Fritz Kronenberg, Ana (liegender Akt), 1930, Öl auf Leinwand, 74 x 120 cm, Dauerleihgabe aus der Sammlung Hamburger Sparkasse, Foto: Fotostudio Grünke, Hamburg, © Hamburger Sparkasse
Fritz Kronenberg, Ana (liegender Akt), 1930, Öl auf Leinwand, 74 x 120 cm, Dauerleihgabe aus der Sammlung Hamburger Sparkasse, Foto: Fotostudio Grünke, Hamburg, © Hamburger Sparkasse

Ein lebendiges Museum... - Max Sauerlandt und die Hamburgische Sezession

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Hamburg | 22.03.2019-01.03.2020
In diesem Jahr feiert die Hamburgische Sezession ihr 100-jähriges Jubiläum. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) nimmt das Jubiläumsjahr 2019 zum Anlass, diese auch für das MKG spannende Zeit in den Fokus einer Ausstellung zu rücken. Bis März 2020 werden über 40 Druckgrafiken und Gemälde der Sezessionskünstler*innen sowie eine reiche Auswahl der von ihnen gestalteten Plakate und Kataloge gezeigt. In der Haspa-Galerie sind Grafiken von Rolf Nesch, Arnold Fiedler, Kurt Löwengard, Heinrich Steinhagen sowie Willy Davidson, Richard Haizmann und Heinrich Stegemann zu sehen, im angrenzenden Flur der Sammlung Moderne liegt der Fokus auf Gemälden von Künstler*innen wie Alma del Banco, Fritz Kronenberg sowie Gretchen Wohlwill, Karl Kluth, Willem Grimm und anderen. Die Hamburgische Sezession zählte im Laufe ihres Bestehens 52 reguläre Mitglieder, hatte aber viele Künstler*innen in ihrem unmittelbaren Umfeld, die sich an den jährlich stattfindenden Ausstellungen beteiligten. „Sie war eine ideale Künstlervereinigung“ – so Karl Kluth rückblickend – „die neben ihrer sachlichen Ausstellungstätigkeit eine Verbundenheit ihrer Mitglieder gewährleistete als ein Mittelpunkt kameradschaftlich-menschlich-warmer Zusammengehörigkeit. Alle wurden Freunde.“ 1933 setzte die Machtergreifung der Nationalsozialisten allem ein jähes Ende. Die zwölfte Sezessionsausstellung wurde im März gleichen Jahres auf behördliche Anordnung geschlossen. An die Sezessionist*innen erging die Aufforderung, ihre jüdischen Mitglieder auszuschließen. Der Versuch der Gleichschaltung scheiterte jedoch am Zusammenhalt der Künstler*innen, die sich auf ihrer letzten offiziellen Zusammenkunft im Mai 1933 einstimmig für die Selbstauflösung aussprachen und sich so mit ihren jüdischen Mitgliedern solidarisch zeigten....
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© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)
© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)

Fontanes Berlin: Fotografien & Schriften | Fiktion & Wirklichkeit

Märkisches Museum (Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Berlin | 20.09.2019-05.01.2020
Zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane zeigt eine fotografische Ausstellung Berlin, wie es zu Lebzeiten des Dichters ausgesehen hat. Aktuelle Arbeiten stellen dem die heutige Stadt gegenüber. Fast 65 Jahre lang lebte Fontane in Berlin, wo er 1898 starb. Er sah den Aufbruch in die Moderne, den rasanten Stadtausbau, die Einführung von Eisenbahn und Elektrizität. Als Autor kommentierte er den Wandel der königlichen Residenz zur Metropole. Berlin-Fotografie in Vergangenheit und Gegenwart In Fontanes Zeit fiel auch die Erfindung der Fotografie. Die Ausstellung würdigt daher zwölf Fotografen, die Berlin zeitgleich mit ihm fotografisch beschrieben haben – von Leopold Ahrendts über F. Albert Schwartz bis hin zu Heinrich Zille. Den Bogen in die Gegenwart spannen der Bilderzyklus „Tatort Fontane“ des Berliner Fotografen Lorenz Kienzle und die Junior-Kuratoren, deren Arbeiten mit Fontanes Texten in den Dialog treten. Auch von der Restaurierung und Digitalisierung der Original-Manuskripte erzählt die Ausstellung....
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