Die Wasserkuppe ist mit 950 m der höchste Berg Hessens. Hier, an der Geburtsstätte des deutschen Segelflugs, wurde in einem 1987 aus Holz errichteten Rundbau mit Kupferdach ein Museum eingerichtet, das sich vorwiegend mit der Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Segelflugs auf der Wasserkuppe beschäftigt.
Den Traum vom Fliegen verwirklichte erstmals Otto Lilienthal im Jahr 1891. Bei der Konstruktion seiner Fluggeräte orientierte er sich an der Flügelform und dem Flugverhalten der Vögel und schrieb seine Erkenntnisse in dem Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ 1889 nieder. Diese Publikation ist wie einige nachgebaute Lilienthal-Hängegleiter in der Ausstellung zu sehen.
Die durch mittelalterliche Rodungen baumlos gewordene Wasserkuppe mit ihren grasbedeckten Hängen wurde seit 1911 für Gleitflüge genutzt und bestimmte bis 1939 die Entwicklung des Segelflugs. 1920 fand hier der erste von vielen Gleit- und Segelflugwettbewerben statt, bei denen viele Weltrekorde erzielt wurden.
Im Museum werden erfolgreiche Piloten seit den Anfängen des Segelflugs vorgestellt. Breiten Raum nehmen die etwa 25 ausgestellten Segelflugzeuge ein. Unter ihnen befindet sich das erfolgreiche Flugzeug „Besenstiel“ (Nachbau) von Ferdinand Schulz, das 1924 einen Weltrekord flog. Auch die „Minimoa“ von 1936 mit möwenähnlichen Knickflügeln und das erste aus Kunststoff hergestellte Segelflugzeug der Welt, der „Phönix“ von 1957, sind hier zu sehen.
Außerdem werden in der Ausstellung durch Texttafeln, Videofilme und Demonstrationsmodelle Informationen zur Flugphysik, zur Technik und Taktik des Segelfliegens sowie zur Meteorologie vermittelt.
Ein eigener Abschnitt ist dem Modellflug gewidmet, denn Segel- und Modellflug sind eng miteinander verbunden: Der Segelflug hat mit dem Modellflug auf der Wasserkuppe begonnen.