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KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Ausstellungen

Museumsausstellungen

Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 01.01.2000-01.01.2021
Die Gemäldegalerie besitzt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert, die seit dem Gründungsjahr 1830 systematisch aufgebaut und vervollständigt wurde. Meisterwerke aus allen kunsthistorischen Epochen, darunter Gemälde von van Eyck, Bruegel, Dürer, Raffael, Tizian, Caravaggio, Rubens, Rembrandt und Vermeer sind hier ausgestellt. Der Neubau am Kulturforum bietet eine Ausstellungsfläche von rund 7.000 Quadratmetern. Ein fast 2 km langer Rundgang mit 72 Sälen und Kabinetten führt durch einzelne Kunstlandschaften und Epochen. Sammlungsschwerpunkte bilden die deutsche und italienische Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts und die niederländische Malerei des 15. bis 16. Jahrhunderts. Die altdeutsche Malerei der Spätgotik und Renaissance ist durch namhafte Künstler wie Konrad Witz, Albrecht Dürer, Baldung Grien, Cranach und Holbein vertreten. Der Saal mit Rembrandt-Gemälden ist durch seine zentrale Lage im Museum hervorgehoben. Die Sammlung gehört mit 16 Werken des Künstlers zu den größten und qualitätvollsten der Welt. Sie wird flankiert von weiteren Gemälden der holländischen und flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Bildnisse, Genrebilder, Interieurs, Landschaften und Stillleben zeugen von der Spezialisierung der Künstler auf bestimmte Themen. In sechs Räumen wird die italienische, französische, deutsche und englische Malerei des 18. Jahrhunderts präsentiert. Die reiche Bildersammlung enthält Werke von Canaletto, Watteau, Pesne und Gainsborough. In der Hauptgalerie sind rund 1000 Meisterwerke ausgestellt. Sie wird durch eine Studiengalerie im Sockelgeschoss mit etwa 400 Bildern ergänzt. Als Informationsangebot stehen dem Besucher die Kataloge der Sammlung und eine digitale Galerie mitm Computerarbeitsplätzen in deutscher, englischer und französischer Sprache zur Verfügung. Daneben gibt es akustische Führungen in deutsch und englisch. Die Sammlung Heinz Kuckei in der Gemäldegalerie Derzeit präsentiert die Gemäldegalerie 10 Leihgaben der Stiftung Heinz Kuckei Collections. Das kleine Ensemble qualitätsvoller niederländischer Gemälde des 17. Jahrhunderts umfasst u.a. Werke von Jan Steen, Jan Davisz. de Heem und der Rembrandt-Werkstatt. Der Berliner Sammler Heinz Kuckei (1918-2010) begann in den 1970er Jahren Gemälde niederländischer Meister zu erwerben. Dabei baute er auf einen Sammlungsbestand auf, den bereits sein Schwiegervater Walter Heilgendorff (1882-1945) in den 1920er Jahren zusammengetragen hatte. Heilgendorff wurde von Wilhelm von Bode und Max J. Friedländer beraten, auf die letztlich auch die Vorliebe für niederländische Malerei zurückgeht. Unter prekären Bedingungen konnte Heilgendorff seine Sammlung über den Zweiten Weltkrieg retten, so dass sein Schwiegersohn Heinz Kuckei in den folgenden Jahrzehnten an die Tradition anknüpfen und die Sammlung ausbauen konnte. Die großzügige Leihgabe setzt nun die enge Beziehung fort, die die Sammlung Kuckei seit ihren Anfängen mit den Staatlichen Museen zu Berlin verbindet. Sie gibt außerdem Anlass, an die bewegte Geschichte dieser Privatsammlung, die auch ein Stück Berliner Geschichte spiegelt, zu erinnern: Ab dem 26. Juni, dem 100. Geburtstag Heinz Kuckeis, werden die Bilder in der zentralen Wandelhalle der Gemäldegalerie gezeigt, bevor sie Anfang 2019 in die Sammlungsbestände des Museums integriert werden.  ...
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Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)
Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)

Münzen und Medaillen

Bode-Museum
Berlin | 01.01.2000-01.01.2030
Das Münzkabinett ist mit 500.000 Objekten eine der größten numismatischen Sammlungen. Die Sammlung verdankt ihre Weltgeltung dem Reichtum und der Geschlossenheit der Münzserien vom Beginn der Münzprägung im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien bis zu den Münzen und Medaillen des 21. Jahrhunderts.Zu den bedeutendsten Beständen gehören 102.000 griechische und etwa 50.000 römische Münzen der Antike, 160.000 europäische Münzen des Mittelalters und der Neuzeit sowie 35.000 islamisch-orientalische Münzen. Die im 15. Jahrhundert entstehende Kunstform der Medaille ist mit 25.000 Stücken vertreten....
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Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)
Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)

Spätantike und Byzantinische Kunst

Bode-Museum
Berlin | 01.01.2000-01.01.2030
Das Museum für Byzantinische Kunst besitzt eine erstrangige, in Deutschland unvergleichbare Sammlung spätantiker und byzantinischer Kunstwerke und Alltagsgegenstände. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst des Weströmischen und des Byzantinischen Reiches aus der Zeit vom 3. bis zum 15. Jahrhundert, hinzu kommt eine große Zahl nachbyzantinischer Ikonen und Kleinkunstwerke. Die Kunstwerke des Museums stammen aus nahezu allen Gegenden des antiken Mittelmeerraumes, aus Rom und Italien, aus Istanbul (dem byzantinischen Konstantinopel) und der Türkei, aus Griechenland und den Balkanländern, aus Ägypten, Nubien, Äthiopien, Nordafrika, aus den Ländern des Nahen Ostens und Russland, ganz entsprechend der Ausdehnung des West- und Oströmischen Reiches und der Staaten, die das Erbe der byzantinischen Kultur angetreten haben. Innerhalb dieses breiten Spektrums hat die Berliner Sammlung ihr unverwechselbares Profil herausgebildet, das von vier Schwerpunkten bestimmt wird: Spätantike Sarkophage und Sarkophagfragmente aus Rom bieten ein Panorama der frühen christlichen Ikonographie in der Hauptstadt des Weströmischen Reiches. Der reiche Bestand figürlicher und ornamentaler Skulptur aus dem Oströmischen Reich ermöglicht das Studium der stilistischen Vielfalt und Veränderung dieser Gattung, wie es sonst nur noch in der Sammlung des Archäologischen Museums in Istanbul möglich ist. Kostbare Elfenbeinschnitzereien und Mosaikikonen zeugen von dem hohen handwerklichen und künstlerischen Standard byzantinischer Hofkunst. Gegenstände des Alltags und der christlichen Religion aus Ägypten geben Hinweise auf das tägliche Leben und die Ausstattung liturgischer Abläufe. Darunter sind auch Bodenfunde aus organischen Materialien wie Holz und Textilien, die ihre Erhaltung dem heißen und trockenen Wüstenklima Ägyptens verdanken.  ...
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Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)
Bode-Museum (Foto: Maximilian Meisse)

Skulptur und Malerei 13.-18. Jh.

Bode-Museum
Berlin | 01.01.2000-01.01.2030
Die Skulpturensammlung besitzt Bildwerke vom frühen Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert aus den deutschsprachigen Ländern, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien. Einen Sammlungsschwerpunkt bildet die Italienabteilung. Hauptwerke mittelalterlicher Skulptur wie die Madonna des Presbyter Martinus und der Schmerzensmann von Giovanni Pisano leiten über zu Meisterwerken der Frührenaissance. Glasierte Terrakotten von Luca della Robbia, die Pazzi-Madonna von Donatello und die Bildnisbüsten von Desiderio da Settignano, Francesco Laurana und Mino da Fiesole sind Glanzpunkte der Sammlung. Ein weiterer Akzent liegt auf der spätgotischen deutschen Skulptur mit Werken von Hans Multscher, Tilman Riemenschneider, Hans Brüggemann, Niclaus Gerhaert von Leyden und Hans Leinberger. Die deutsche Renaissance- und Barockplastik ist mit Statuetten aus Alabaster und Elfenbein vertreten. Herausragend sind die monumentalen Ritterheiligen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Darüber hinaus besitzt das Museum eindrucksvolle Beispiele baugebundener Plastik. Die Gröninger Empore ist ein Hauptwerk der deutschen Romanik. Skulpturen von Andreas Schlüter und die Gruppe von sechs Feldherrnstatuen, die für den ehemaligen Wilhelmplatz geschaffen wurde, stehen für Berliner Bildhauerkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Rokoko und Frühklassizismus in Deutschland sind mit Arbeiten von Ignaz Günther, Joseph Anton Feuchtmayer, Edme Bouchardon, Pierre Puget und Jean Antoine Houdon vertreten. In der Studiensammlung des neu eröffneten Bode-Museums sind zahlreiche italienische Bildwerke verschiedener Schulen, überwiegend aus der Zeit der Renaissance, zu sehen. Darunter befinden sich berühmte Stücke wie der Bronzekopf des Lodovico Gonzaga, das Kopffragment der "Prinzessin von Neapel" und die Flora-Büste, deren kunsthistorische Einordnung umstritten bzw. korrigiert worden ist. Schwerpunkte sind die Madonnenreliefs aus Ton, Stuck und Cartapesta aus dem 15. Jahrhundert, in deren Zentrum eine der bedeutendsten Madonnenkompositionen von Jacopo Sansovino aus dem 16. Jahrhundert steht, sowie einige erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgestellte Fragmente erstrangiger Bildwerke. Als besonderes Glanzlicht für zeitgenössisches bürgerliches Engagement ergänzt die "Kunstkammer Würth" mit 30 Werken aus der Sammlung des Industriellen, Kunstsammlers und Mäzens Reinhold Würth für drei Jahre in idealer Weise die Sammlung des Museums. Neben einem Kabinettschrank aus dem 17. Jahrhundert besteht der Schwerpunkt der Kunstkammer vorwiegend aus Kleinbildwerken in Elfenbein des 17. und 18. Jahrhunderts von Künstlern wie Leonhard Kern, Zacharias Hegewald, Joachim Henne, Adam Lenckhardt, Paul Egell oder Christoph Daniel Schenck. Des Weiteren finden sich in der Präsentation ein kostbarer Bernsteinaltar des 17. Jahrhunderts, eine von Paulus Ättinger teilvergoldete Silberarbeit, die eine Diana auf einem Hirsch zeigt, sowie gedrechselte Elfenbeinwerke.  ...
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Altes Museum (Foto: Maximilian Meisse)
Altes Museum (Foto: Maximilian Meisse)

Antike Welten. Griechen, Etrusker und Römer

Altes Museum
Berlin | 24.02.2011-01.01.2030
Antike Welten in vollkommen neuer Darstellung sind seit dem 24. Februar 2011 im Alten Museum zu erleben: Nach den Etruskern und Römern, die seit Juli 2010 im Obergeschoss Tausende Besucher begeistert haben, präsentiert die Antikensammlung nun im Hauptgeschoss ihre weltberühmte Sammlung griechischer Kunst in neuem Gewand. Der Rundgang durch die neue Präsentation im Hauptgeschoss des Alten Museums beginnt mit der "Zeit der Helden" von 1000 bis 700 v. Chr. Kriegerstatuen und Helme stehen neben orientalisch geprägten Bildern von Greifen und Löwen. Schon wird der Blick gelenkt in die nächsten Räume zu archaischen Heiligtümern und Grabmonumenten des 6. Jhs. v. Chr.: Eine "Heilige Straße" führt auf den kolossalen Kuros von Didyma zu, die farbenprächtige "Berliner Göttin" blickt dem "Kopf Sabouroff" in die Augen. Die Welt der Götter, Heroen und Sagen klassischer Zeit entfaltet sich im Nordsaal mit einem Feuerwerk bekannter Vasenbilder und Skulpturen. Im Zentrum rahmen Meisterwerke klassischer Kunst wie der Speerträger und die Amazone des Polyklet zusammen mit Meistervasen des Andokides und Euphronios den "Betenden Knaben". "Leben und Tod in Athen" beleuchtet jede Facette des Alltags in der Metropole der Klassik. Herrscher und Volk in ihrer Lebenswelt Das Theater in Griechenland und Unteritalien leitet über zu den Griechen im Westen, mit der "Thronenden Göttin" aus Tarent im Mittelpunkt. In der Abteilung zum Hellenismus werden Herrscher den einfachen Leuten gegenübergestellt - in Porträts und in ihrer Lebenswelt. Die Funde aus den Häusern von Priene, dem "Pompeji Kleinasiens", werden in einem ganz neuen Arrangement gezeigt. Die ehemals im Pergamonmuseum ausgestellte prächtige Sammlung antiker Münzen des Münzkabinetts wird nun in einem separaten Raum mit blauem Himmelszelt präsentiert. Der Abschluss des Rundgangs bietet den Besuchern dann "350 Jahre Antikensammlung" im Zeitraffer. Der nun eröffnete zweite Teil der neuen ständigen Ausstellung im Alten Museum hat einen faszinierenden Gesamtüberblick der Kunst der antiken Welt geschaffen - nicht nach Gattungen getrennt, sondern inhaltlich und ästhetisch arrangiert.  ...
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Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die Werkstatt des Malers

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 23.10.2011-01.01.2021
Kinder können im "Kinder-Reich" in der Gemäldegalerie erleben, wie die Gemälde der Niederlande des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Auf vielfältige und abwechslungsreiche Art und Weise lernen sie dabei viel Wissenwertes über die Abläufe und Arbeitsschritte in den Malerwerkstätten, über die Ausbildung zum Maler und über frühere Werkstoffe und -techniken. Das Kinder-Reich ist in drei Bereiche aufgeteilt: 1. den bühnenartigen Nachbau einer Malerwerkstatt 2. das "Lern-Buffet" mit Schautafeln und Anschauungsmaterial zu den Themen Bildträger, Handwerkszeug und Herkunft der Farben 3. die Darstellung einer Malerwerkstatt mit Frage-Antwort-Spiel Dreidimensionales Erleben ist in der nachgebauten Malerwerkstatt möglich, anschauliches Betrachten anhand zahlreicher Utensilien, Werkzeuge und Rohstoffe am Lern-Buffet, und schließlich informiert ein zehnteiliges Frage- und Antwort-Spiel über den Betrieb in einer Malerwerkstatt, wiedergegeben auf einer großformatigen Abbildung des Künstlers Johannes Stradanus. Familien können sich hier auf Entdeckungstour begeben, bevor oder nachdem sie die großartigen Meisterwerke der Gemäldegalerie betrachtet haben, sie können gemeinsam lernen und studieren, welche Techniken es gab und welche Materialien verwendet wurden. Schulklassen können mit den Museumspädagogen der Gemäldegalerie das Kinder-Reich besuchen. Der Kunstunterricht erfährt durch das reiche Anschauungsmaterial in unmittelbarer Nähe zu der einzigartigen Gemäldesammlung Alter Meister eine einzigartige Erweiterung....
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Die „Krone von Kertsch“. Das Diadem einer vornehmen Dame wurde in einem völkerwanderungszeitlichen Grab in Kertsch - dem antiken Pantikapaion - auf der Krim entdeckt. Spätes 4. / 1. Hälfte 5. Jahrhundert n. Chr. © Römisch-Germanisches Museum/Rheinisches Bildarchiv Köln
Die „Krone von Kertsch“. Das Diadem einer vornehmen Dame wurde in einem völkerwanderungszeitlichen Grab in Kertsch - dem antiken Pantikapaion - auf der Krim entdeckt. Spätes 4. / 1. Hälfte 5. Jahrhundert n. Chr. © Römisch-Germanisches Museum/Rheinisches Bildarchiv Köln

Die Krone von Kertsch - Schätze aus Europas Frühzeit

Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin im Neuen Museum
Berlin | 19.10.2017-25.09.2022
Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren. Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren....
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Sigmar Polke: Öl und Acryl auf Leinwand , rechte Hälfte auf Stoff (2teilig), 181 x 301,5 cm © Privatsammlung, Foto: Kay Riechers; © VG Bild-Kunst, Bonn  Haegue Yang: Künstliches Stroh, Stahlständer, Pulverbeschichtung, Lenkrollen, Plastikbänder, Kunststoffpflanzen, indische Glocken, 193 x 115 x 115 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk  Foto: Kay Riechers
Sigmar Polke: Öl und Acryl auf Leinwand , rechte Hälfte auf Stoff (2teilig), 181 x 301,5 cm © Privatsammlung, Foto: Kay Riechers; © VG Bild-Kunst, Bonn Haegue Yang: Künstliches Stroh, Stahlständer, Pulverbeschichtung, Lenkrollen, Plastikbänder, Kunststoffpflanzen, indische Glocken, 193 x 115 x 115 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Kay Riechers

Wieder und Wider

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 15.12.2017-08.12.2019
Der Titel der Sammlungspräsentation »wieder und wider« ist programmatisch. Er benennt die beiden grundlegenden Prinzipien der Ausstellung: Wiederholung und Widerspruch. Werke aus der Sammlung der internationalen Gegenwartskunst werden hier in oftmals überraschende und unkonventionelle Dialogsituationen gebracht: Sigmar Polke/Haegue Yang, Maria Lassnig/Georg Baselitz, Neo Rauch/Tony Cragg, Georg Baselitz/Mike Kelley, Vajiko Chachkhiani/Peter Doig u.a. Im Prozess des vergleichenden Sehens eröffnen sich ungeahnte Verwandtschaften und verblüffende Gemeinsamkeiten, und doch bleibt die Besonderheit der jeweiligen künstlerischen Handschrift erhalten. Die Sammlungspräsentation »wieder und wider« ermöglicht ein Entdecken, Neuentdecken und Wiederentdecken von bedeutenden Werken internationaler Gegenwartskunst in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Beteiligte Künstler_innen: Georg Baselitz, Vajiko Chachkhiani, Tony Cragg, Peter Doig, David Hockney, Annika Kahrs, Mike Kelley, Maria Lassnig, Richard Long, Wolfgang Mattheuer, Olaf Metzel, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter, Pia Stadtbäumer, Cy Twombly, Stephan von Huene, Haegue Yang  ...
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Maske für den Maskentanz Sandea, Korea, 19. Jh. Foto: © NRICH/MARKK
Maske für den Maskentanz Sandea, Korea, 19. Jh. Foto: © NRICH/MARKK

Uri Korea - Ruhe in Beschleunigung

MARKK - Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt
Hamburg | 15.12.2017-01.12.2020
Aus der langjährigen Kooperation des Museums für Völkerkunde Hamburg und des National Folk Museum of Korea ist ein gemeinsam konzipiertes Ausstellungsprojekt hervorgegangen. Es spürt dem Stellenwert von Traditionen in der von Popkultur und Hightech geprägten Moderne des ostasiatischen Landes nach. Kein anderes Land der Welt hat im 20. Jahrhundert eine so schnelle Wirtschaftsentwicklung erfahren. Über 90 % der Menschen leben heute in Städten, Elektronik und Popmusik sind erfolgreich in der ganzen Welt. Die Ausstellung gibt einen Einblick in den Alltag von heute und stellt Themen vor, die moderne Koreaner bewegen. Zu diesen Themen gehört neben der Kultur der Schnelligkeit, dem Bildungsfieber und den Herausforderungen und Freuden des ganz normalen Tagesablaufs auch eine intensive Beschäftigung mit der eigenen Tradition. Nach den Verheerungen durch Kolonialzeit und Koreakrieg hat sich das Land zur Rückeroberung und Neubewertung seiner eigenen Vergangenheit aufgemacht. Themen wie die landestypische Ästhetik, die Bedeutung des Konfuzianismus in der Moderne oder der eigene Platz in der realen wie spirituellen Welt sind Gesprächsstoff. Als Dokumente des reichen koreanischen Erbes sind zahlreiche Sammlungsstücke aus dem Museum für Völkerkunde zu sehen. Seit 2014 wurden sie von dem koreanischen Forschungsinstitut NRICH erforscht. Auch über die Bedeutung dieser Forschungsarbeit für beide Seiten berichtet die Ausstellung.  ...
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Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB
Leihgabe Internationales Maritimes Museum Hamburg, Foto: C. Kirchner, SDTB

Architectura navalis - Schwimmender Barock

Deutsches Technikmuseum
Berlin | 11.10.2018-30.04.2020
Was verbindet die großen Segelschiffe des Barock (ca. 1575-1770) mit den Palästen Ludwigs XIV.? Die Ausstellung entführt Besucherinnen und Besucher in die ausdrucksstarke und formengewaltige Epoche des Barock und gibt überraschende Antworten auf diese zunächst ungewöhnliche Frage. Aufgezeigt wird die Wechselwirkung von repräsentativen Schiffsgestaltungen und herrschaftlicher Gebäudearchitektur in Frankreich und welchen Einfluss diese auf die Leitmotive des Barock und seiner Spätform, des Rokoko, hatte. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Schiffshecks, speziell im barocken Frankreich. Dort war der Schiffbau geprägt von strengen Organisationsstrukturen, hoch qualifizierten Künstlern und Wissenschaftlern sowie engen personellen Verbindungen zum Schlossbau. Exakt aus diesen Gründen lässt sich der Ursprung des Rokoko auf den Schiffbau Frankreichs zur damaligen Zeit zurückführen, so die These der Ausstellung. Insbesondere die absolutistischen Herrscher wie der Sonnenkönig Ludwig XIV. und sein Nachfolger Ludwig XV. betrieben die Inszenierung ihrer Machtstellung mit großem Aufwand. Dabei beschränkte sich ihre repräsentative Herrschaftsarchitektur nicht nur auf ortsfeste Bauten an Land. Auch die großen dreimastigen Segelschiffe wurden, insbesondere in ihrem weithin sichtbaren Heckbereich, nach Art einer Gebäudearchitektur entworfen. Aus dem bloß funktionalen, teils mit Dekor geschmückten Heckelement entwickelte sich eine regelrecht architektonisch gestaltete Schiffsheckfassade. Mit dieser architektonisch geprägten Baukunst des Schiffes – der architectura navalis – begann ein neues Kapitel der Schiffbaugeschichte. Die Schiffe wiesen die für den Barock typischen Architekturmerkmale auf, die von Schlössern und Palästen bekannt sind: dreigeschossige Stockwerksgliederung, Erscheinungstüren und -balkone, Giebel, Portraitmedaillons, Risalite sowie Stütztrompen, Sockel und Verdachungen. Unsere interaktive Darstellung veranschaulicht diese Übertragung....
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Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt
Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt

Künstler aus der DDR. Werke aus der Sammlung des Museums Barberini

Museum Barberini Potsdam
Potsdam | 17.11.2018-02.02.2020
Die Sammlung des Museums Barberini hat einen Schwerpunkt in der Malerei von Künstlerinnen und Künstlern aus der DDR. In der Reihe Barberini Collection werden im Laufe eines Jahres vier thematische Präsentationen eröffnet. Im Herbst 2019 werden alle Werke aus diesem Sammlungsschwerpunkt zu sehen sein. Die Themen sind Aspekte des Malerischen (seit 17. Oktober 2018), Moderne Historienmalerei (vom 20. Februar 2019 an), Melancholie und Malerei (vom 26. Oktober 2019 an) und Landschaft (vom 26. Oktober 2019 an). Aspekte des Malerischen Die erste Präsentation Aspekte des Malerischen konzentriert sich in zwei Sammlungsräumen auf Gemälde aus den 1980er Jahren und stellt vier Künstler vor, denen die Malerei als Mittel zur Selbstbefragung und zur Reflexion diente: Hartwig Ebersbach (*1940), Günter Firit (1947–2010), Stefan Plenkers (*1945) und Erika Stürmer-Alex (*1938). Auf der Suche nach einem individuellen künstlerischen Ausdruck erweiterten die Künstlerinnen und Künstler unabhängig von offiziellen Vorgaben die Malerei um eine Dimension des Expressiven, oftmals Rätselhaften. Ab 20. Februar 2019 wird das Thema „Aspekte des Malerischen“ ergänzt durch „Moderne Historienmalerei“. Vier Säle zeigen dann mythologische, literarische und religiöse Stoffe in Gemälden von Gudrun Brüne, Ulrich Hachulla, Rolf Händler, Bernhard Heisig, Johannes Heisig, Walter Libuda, Werner Liebmann, Harald Metzkes, Arno Rink, Willi Sitte und Werner Tübke....
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Ausstellung »A wie Jüdisch« vom 26. November 2018 bis 30. September 2019:   Videostill aus der Videoarbeit »Twenty Two Letters«  © Victoria Hanna
Ausstellung »A wie Jüdisch« vom 26. November 2018 bis 30. September 2019: Videostill aus der Videoarbeit »Twenty Two Letters« © Victoria Hanna

A wie Jüdisch - In 22 Buchstaben durch die Gegenwart

Jüdisches Museum Berlin
Berlin | 26.11.2018-19.04.2020
Musik und Jugendkultur, Erinnerung und Traditionen, Sprachen und Heimat: Die Ausstellung A wie Jüdisch beleuchtet in zweiundzwanzig Impressionen deutschen Alltag von säkularen oder religiösen, alteingesessenen oder gerade in Deutschland angekommenen Jüdinnen*Juden. Anhand der Buchstaben des hebräischen Alphabets untersucht die Ausstellung Schlagworte und Begriffe und fragt, woran sich »das Jüdische« in Deutschland heute festmacht. Dabei werden ganz unterschiedliche Aspekte deutsch-jüdischer Gegenwart beleuchtet und normierende Vorstellungen gegen den Strich gebürstet....
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Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

Für uns alle - seit 150 Jahren

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 01.01.2019-31.12.2019
Kein Museum, das nur dasteht und wartet - sondern ein Ort für die lebendigen Begegnungen mit Kunst für UNS ALLE. Dieser Anspruch unseres Gründungsdirektors Alfred Lichtwark gilt auch heute noch. Freuen Sie sich auf eine einzigartige Sammlung, spannende Ausstellungen und ein großes Festwochenende, an dem wir die Stadt und alle ihre Gäste Ende August in die Hamburger Kunsthalle einladen. Vor 150 Jahren – im August 1869 – wurde die Hamburger Kunsthalle im eigenen Gebäude für das Publikum geöffnet. Eine Initiative von Hamburger_innen hatte zum Ziel geführt: Hamburg hatte mit seinem neuen Kunstmuseum zu den anderen deutschen Großstädten aufgeschlossen und einen festen Ort für die Auseinandersetzung mit der Kunst geschaffen. Seitdem hat die Hamburger Kunsthalle immer wieder Maßstäbe für die Museumsarbeit gesetzt. So öffnete der erste Direktor Alfred Lichtwark das Haus radikal neuen Besuchergruppen und entwickelte ein umfassendes künstlerisches und pädagogisches Programm. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kunsthalle zu einem der wichtigen Orte der Wiederbegegnung mit der modernen Kunst. In den 1970er und 1980er Jahren wirkte die Hamburger Kunsthalle zentral daran mit, eine neue Form von Sonderausstellungen zu entwickeln, in denen umfassende und aktuelle Themen durch die Kunst diskutiert wurden. Seit den 1990er Jahren entwickelte die Kunsthalle immer wieder innovative und wegweisende Vermittlungsformate, deren Ziel es ist, verschiedenste Zugänge zur Kunst für viele Menschen zu schaffen. Auch die großangelegte Digitalisierung der Bestände der Kunsthalle und damit ihrer Öffnung in die digitale Welt, ist geleitet von dem Anspruch, ein Museum für alle zu sein. Mit der Modernisierung 2016 vollzog sich schließlich auch eine neue, einladende architektonische Öffnung des Museums. Und nicht zuletzt sind die mehr als 18.000 Mitglieder des Freundeskreises, die ihn zum größten eines deutschen Kunstmuseums machen, ein Zeichen für die feste Verankerung der Kunsthalle in der Stadtgesellschaft. Im Jubiläumsjahr 2019 bezieht sich die Hamburger Kunsthalle auf ihren 150jährigen Anspruch, ein Ort für die Stadt und ein Ort für alle zu sein, und wird mit vielen Aktivitäten den offenen Charakter des Hauses erkunden und stärken. Die Jubiläumsausstellung BESTÄNDIG. KONTROVERS. NEU. (vom 23. August bis 10. November 2019) verfolgt diese Ziele durch 150 Jahre und präsentiert die Erfolge und die ungelösten Fragen ihrer Geschichte....
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Streifzüge durch die Sammlung - von Expressionismus bis Liebe

Kunsthalle zu Kiel und Schleswig-Holsteinischer Kunstverein
Kiel | 09.02.2019-09.02.2020
Im Fokus der neuen Sammlungspräsentation stehen die für die Kunsthalle zu Kiel so wichtigen Bestände des Expressionismus und der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus präsentiert die diesjährige Neueinrichtung ausgewählte Werke in ungewohnter Zusammenstellung: Themenfelder wie Strand, Nacht, Liebe, Kindheit oder Tierwelt bilden den Ausgangspunkt für eine Suchbewegung im Sammlungsbestand, die spannende Funde zu Tage fördert. Die Ausstellung zeigt rund 120 Werke aus Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Videokunst. Erstmals wird auch die jüngste Dauerleihgabe aus Privatbesitz zu sehen sein, die den Bestand der klassischen Moderne bereichert. Sie umfasst zwischen 1907 und 1916 entstandene Gemälde des für die Entwicklung der abstrakten Malerei bedeutenden Künstlers Adolf Hölzel (1853-1934). Auswahl von Künstlern, die in der Schau vertreten sind: Albert Aereboe, Anita Albus, Ernst Barlach, Georg Baselitz, Max Beckmann, Klaus vom Bruch, Johan Christian Clausen Dahl, Lovis Corinth, Miriam Cahn, Marlene Dumas, Harald Duwe, Louis Gurlitt, Erich Heckel, Karl Hofer, Isaak Lewitan, Markus Lüpertz, Ewald Mataré, Otto Mueller, Paula Modersohn Becker, Bruce Nauman, Emil Nolde, Max Pechstein, Nam June Paik, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Ilja Repin, Johann Moritz Rugendas, Karl Schmidt-Rottluff, Christian Rohlfs, Norbert Schwontkowski, Fritz von Uhde...
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SDTB, Historisches Archiv / Foto: Günter Krawutschke
SDTB, Historisches Archiv / Foto: Günter Krawutschke

Gesichter der Arbeit: Fotografien aus Ostberliner Industriebetrieben von Günter Krawutschke, 1971-1986

Deutsches Technikmuseum
Berlin | 06.03.2019-08.03.2020
Rauchende Schlote, Menschen in Kittelschürze und Blaumann – Berlin ist vor dem Fall der Mauer ein bedeutender Industriestandort. Dies gilt insbesondere für den Ostteil der geteilten Stadt. In der Hauptstadt der DDR schlägt neben dem politischen auch das industrielle Herz des Arbeiter- und Bauernstaats. Eine Vielzahl von Volkseigenen Betrieben (VEB) verteilt sich über dieses Stadtgebiet - darunter auch über ein Dutzend Großbetriebe mit mehreren tausend Beschäftigten. Porträt der ostdeutschen Industriearbeiterschaft Diese Welt kennt Günter Krawutschke wie kaum ein anderer. Seit 1965 arbeitet er als Bildreporter und Fotograf für den Berliner Verlag. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind die Industriebetriebe im Ostteil der Stadt. So ist er oft in Fabriken wie dem Kabelwerk Oberspree (KWO), den Metallhütten- und Halbzeugwerke (BMHW) oder der VEB Elektrokohle Lichtenberg (EKL). Dabei interessieren ihn weniger die Produktionsabläufe oder Wirtschaftszahlen - er ist fasziniert von den Menschen, die hier arbeiten. Neben offiziellen Presseterminen nimmt er sich die Zeit, diese Welt zu studieren und mit seiner Kamera einzufangen. 50 ausgewählte Aufnahmen vermitteln ungeschönte und teils intime Einblicke in diese längst verschwundene Welt: Sie dokumentieren emotionale Momente und starke Charaktere vor dem nüchternen Hintergrund des harten Arbeitsalltags – Aufnahmen, die zu DDR-Zeiten zumeist nicht veröffentlicht werden konnten. 30 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall Krawutschke wird so unbeabsichtigt zum Chronisten einer Wirklichkeit, die schon wenige Jahre später nicht mehr existiert. Der politischen Wende 1989/90 folgt ein radikaler ökonomischer Umbruch. Heute sind in den Werkhallen, in denen er Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Jugendbrigaden fotografiert hat, oftmals Asiamärkte oder Luxuslofts. 30 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall: Dieses Jubiläum ist der passende Anlass, um mit Hilfe dieser Fotografien an die tatsächliche Arbeitswirklichkeit in der späten DDR zu erinnern - jenseits aller Propaganda. Der Fotograf Günter Krawutschke wurde 1940 in Staßfurt, Sachsen-Anhalt, geboren. Nach Oberschule und Armeedienst arbeitete er als Kameraassistent beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) in Ostberlin. Zwischen 1965 und 1992 war er als Bildreporter und Fotograf für den Berliner Verlag tätig. Seitdem ist er freiberuflicher Fotograf und Designer. Parallel zu seiner Berufstätigkeit absolvierte er eine Fotografenlehre und im Anschluss ein Diplomstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Neben Industrieportraits widmete er sich vor allem der Architektur im Zentrum Berlins – so dokumentierte er die Spandauer Vorstadt, von 1988 bis 1995 den Wiederaufbau der Neuen Synagoge Berlin in der Oranienburger Straße oder die Entwicklung der Friedrichstraße seit 1990....
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Haus Lange, Gartenseite, Foto: Volker Döhne
Haus Lange, Gartenseite, Foto: Volker Döhne

Anders Wohnen: Entwürfe für Haus Lange Haus Esters

Kaiser-Wilhelm-Museum - Kunstmuseum Krefeld
Krefeld | 17.03.2019-26.01.2020
Die eigenen vier Wände sind ein vertrauter, alltäglicher Ort. Wünsche, Hoffnungen, Beschränkungen und Verzicht geben ihm eine individuelle Gestalt. Wohnungen und Häuser sagen viel über die Beschaffenheit einer Gesellschaft aus. „Anders Wohnen“ stellt alternative Wohn- und Lebenskonzepte vor – Zukunftsvisionen, entstanden aus einer kritischen Betrachtung unserer heutigen Wirklichkeit. Viele Faktoren und Ereignisse beeinflussen aktuell unsere Gesellschaft bis hin zum privaten Lebensraum: von einer zunehmenden Digitalisierung des Alltags über die demografische Entwicklung bis zur Klimaerwärmung oder politischen Veränderungen. Vieles scheint sich im Auf- und Umbruch zu befinden. Wie sich eine Gesellschaft auf solche Herausforderungen einstellen kann, wird gegenwärtig auf unterschiedlichen Ebenen neu gedacht. Alltag, das Zusammenleben in Städten und das individuelle Wohnen bilden dabei zentrale Aspekte. Das Projekt „Anders Wohnen“ richtet den Blick auf das gemeinschaftliche Leben von morgen. Bis Januar 2020 ergänzen sich nach einem präzisen Spielplan unterschiedliche Akte zu einer großen Inszenierung. In drei Ausstellungen entwerfen sechzehn internationale Künstlerinnen, Designerinnen und Architekt*innen für die Häuser Lange und Esters Wohn- und Lebenskonzepte. Utopie, Mobilität und Dystopie geben für die neuen ortsbezogenen Arbeiten die thematische Ausrichtung vor. Zugleich verwandeln sich die Villen in ein lebendiges Dialogforum für aktive Teilnahme und Inspiration auf vielen Ebenen. Ludwig Mies van der Rohe (1886–1969), letzter Direktor des Bauhauses, hat Ende der 1920er Jahre die Häuser Lange und Esters entworfen. Innengestaltung, die er mit Lilly Reich gemeinsam entwickelte, Architektur und Gartenanlage bilden ein einmaliges Gesamtkunstwerk. Die Familien, die hier um 1930 wohnten, lebten zum Teil bereits in der Zukunft. Die Villen geben daher den Anstoß für interdisziplinäre Dialoge, praktisches Gestalten und für ein visionäres Denken von Gesellschaft. Mit „Anders Wohnen“ nehmen die Kunstmuseen Krefeld an dem nationalen Projekt „Bauhaus 100“ teil. Künstlerinnen, Designerinnen und Architekt*innen Dialog: raumlaborberlin Akt 1 Utopie: BLESS, Franck Bragigand, Dunne & Raby, Michal Helfman, Olaf Holzapfel, Andreas Schmitten, Apolonija Šušteršič, Christopher Kulendran Thomas Akt 2 Mobilität: Didier Faustino, Andreas Schmitten, Andrea Zittel Akt 3 Dystopie: Banz & Bowinkel, Tamara Henderson, Laura Lima, Christodoulos Panayiotou, Slavs & Tatars (Angaben unter Vorbehalt)...
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Aus der Serie "Journée d'un G. I.", 1967, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Ulrike Ottinger
Aus der Serie "Journée d'un G. I.", 1967, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus © Ulrike Ottinger

I'm a Believer

Städtische Galerie im Lenbachhaus
München | 20.03.2019-31.12.2019
Mit der Pop Art haben das Alltägliche, das Unterhaltsame und die Ironie die Hochkultur erobert. Die Pop Art führte die Kunst an den Puls der Zeit. Die Euphorie des Wirtschaftswunders und des florierenden Kapitalismus der 1950er und 60er Jahre fanden in dieser Kunstform ihr künstlerisches Spiegelbild. Pop Art war aber auch immer die kritische Umarmung der gesellschaftspolitischen Bedingungen, die nicht mehr bekämpft werden konnten. So bediente sich Andy Warhol der Prinzipien des Kapitalismus, der Werbung und politischen Agitation oder der Oberflächlichkeit des Fernsehens, um ironische Distanzierung zu bewirken. Das Ergebnis sind Bilder mit bis heute ungebrochener Popularität. Ein Verdienst der Pop Art bleibt, dass die Museen aus dem Schattendasein elitärer Bildung hinaustraten und bis heute erfolgreich beweisen, keineswegs langweilig und verstaubt zu sein. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung zwischen Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Posi­tionen von Andy Warhol, Thomas Bayrle und Ulrike Ottinger bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vor­städte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti. I’m a Believer ist zugleich ein Bekenntnis zur Malerei der 1950er und 60er Jahre in München. Räume von Hannsjörg Voth, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger und Irma Hünerfauth verbinden die Malerei dieser Zeit mit existentiellen Themen der neueren europäischen Geschichte in anderen Medien: Ein von Gerhard Richter eigens für das Len­bachhaus eingerichteter Raum stellt die Grenzen der Kunst im Allge­meinen und der Malerei im Speziellen vor Augen. Richters Fotografie-Zyklus Birkenau macht die Darstellung des Undarstell­baren zum Thema. Er fragt, welche Bilder zur Erinnerung und Verarbeitung unserer Geschichte zur Verfügung stehen. Fotografien sowie Video- und Dia-Installationen von Gerard Byrne, Willie Doherty und Michaela Melián schließen sich diesen Fragen an und erweitern die Gattungen und Reflexionen der Ausstellung in die großen Themen unserer Gegenwart. Mit Werken von Thomas Bayrle, Gerard Byrne, Miriam Cahn, Willie Doherty, Walker Evans, Hans-Peter Feldmann, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, Isa Genzken, Bruno Gironcoli, Judith Hopf, Irma Hünerfauth, Daniel Man, Michaela Melián, Ulrike Ottinger, Helga Paris, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Pietro Sanguineti, Stephen Shore, Hannsjörg Voth und Andy Warhol....
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Rokokowelten: Neupräsentation der Porzellan- und Fayencesammlung

Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz
Berlin | 21.03.2019-31.12.2020
Das 18. Jahrhundert war das Jahrhundert des Porzellans. Unter Fürsten, Aristokraten und vermögendem Bürgertum war man regelrecht süchtig nach dem „weißen Gold“, man sprach von der „maladie de porcelaine“. Wer sich das exklusive Porzellan nicht leisten konnte, griff zur Fayence, um seine Tafeln, Konsolen, Kaminsimse und Kommoden zu schmücken. In der Ausstellung gibt es verschiedene Themenfelder: - Wie verlief der Weg des Porzellans von Asien nach Europa? - Inwieweit spiegeln sich in der Porzellan- und Fayencekunst die aristokratischen Lebensweisen des Rokoko wider? - Welche gestalterischen Besonderheiten gab es, und wie waren die Herstellungstechniken? Dass Porzellan bis heute für Gestalterinnen und Gestalter aktuell ist, wird exemplarisch unter dem Aspekt „Porzellan und 3D Druck“ beleuchtet. Das Kunstgewerbemuseum arbeitet kontinuierlich an der Neupräsentation seiner Bestände, der Vielfalt der Sammlungsteile entsprechend in unterschiedlichen Formaten. Die europäischen Porzellane und Fayencen des 18. Jahrhunderts bilden einen Kernbereich des Museums und sind von herausragender Qualität. Ihre Neupräsentation innerhalb des historischen Rundgangs grenzt direkt an das 2014 neu eingerichtete Kabinett mit Mode und Accessoires des Rokoko, so dass sich hier viele Querbezüge ergeben....
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Foto: Domäne Dahlem
Foto: Domäne Dahlem

Herdanziehungskraft. Küche und Kochen

Domäne Dahlem
Berlin | 22.03.2019-05.01.2020
Die temporäre Ausstellung HERDANZIEHUNGSKRAFT. KÜCHE UND KOCHEN im HERRENHAUS beleuchtet die Entwicklung von der Feuerstelle bis zum Thermomix und wirft dabei einen augenzwingernden Blick auf die Zuschreibungen von Mann und Frau in der Küche. Das Essen von gekochter Nahrung ist für uns Menschen selbstverständlich und im wahrsten Sinne des Wortes alltäglich. Zu den kleinen Schätzen der alltagskulturellen Sammlungen mit Produktbezeichnungen wie FRAUENSTOLZ und FRAUENLOB gesellen sich zeitgenössische künstlerische Arbeiten im Kapitel UTOPIA - KÜCHE DER ZUKUNFT. Die Ausstellung geht der Frage nach, inwiefern sich die Küche als sozialer Raum in den letzten 150 Jahren mehrfach verändert hat. Aktuelle Statements und persönlich Küchenportraits vermitteln individuelle Einblicke in gegenwärtige Trends. Die Ausstellung wurde unter der Federführung der Domäne Dahlem mit den kooperierenden Partnermuseen des Ausstellungsverbundes ALLTAG I ARBEIT I ANSTOSS erstellt: FREILICHTMUSEUM AM KIEKEBERG in Hamburg-Harburg, FREILICHTMUSEUM HESSENPARK und FREILICHTMUSEUM KOMMERN im Rheinland....
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Foto: Unterarmprothese mit Schmuckhand nach Sauerbruch
Foto: Unterarmprothese mit Schmuckhand nach Sauerbruch

Auf Messers Schneide. Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch zwischen Medizin und Mythos

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité - (Historische pathologisch-anatomische Präparatesammlung)
Berlin | 22.03.2019-02.02.2020
Sauerbruch – ein Mythos: Wie kein zweiter Arzt gilt Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) als Inbegriff des Chirurgen. Gleichzeitig scheiden sich an ihm die Geister. Im Operationssaal gibt er alles, behandelt jeden ohne Unterschied. Als Generalarzt und Forschungsgutachter wusste er in der Zeit des Nationalsozialismus aber auch um die Praxis verbrecherischer Menschenversuche im KZ und erhob seine Stimme dagegen nicht. Wie ging das zusammen? Wer war dieser Mensch? Wie wurde er zum zwiespältigen Idol? Die Ausstellung ‚Auf Messers Schneide‘ zielt auf ‚den ganzen Sauerbruch‘. Sie folgt seinem beruflichen Werdegang aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Zeichnet seine wesentlichen Lebensstationen über Breslau, Zürich und München bis Berlin nach. Würdigt seine medizinischen Leistungen wie die Entwicklung der Unterdruckkammer für Operationen am offenen Brustkorb oder die Konstruktion aktiv beweglicher Prothesenarme. Die Ausstellung begleitet seine Auftritte auf öffentlicher Bühne und zeigt ihn als politischen Akteur. Dabei wird auch seine ambivalente Haltung zum Nationalsozialismus thematisiert. Deutlich wird, wie sein Ansehen über das Kriegsende hinauswuchs, das er operierend im Bunker der Charité-Chirurgie erlebte. Bis heute prägt seine Figur maßgeblich das Bild des ärztlichen Halbgottes in Weiß....
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Fritz Kronenberg, Ana (liegender Akt), 1930, Öl auf Leinwand, 74 x 120 cm, Dauerleihgabe aus der Sammlung Hamburger Sparkasse, Foto: Fotostudio Grünke, Hamburg, © Hamburger Sparkasse
Fritz Kronenberg, Ana (liegender Akt), 1930, Öl auf Leinwand, 74 x 120 cm, Dauerleihgabe aus der Sammlung Hamburger Sparkasse, Foto: Fotostudio Grünke, Hamburg, © Hamburger Sparkasse

Ein lebendiges Museum... - Max Sauerlandt und die Hamburgische Sezession

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Hamburg | 22.03.2019-01.03.2020
In diesem Jahr feiert die Hamburgische Sezession ihr 100-jähriges Jubiläum. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) nimmt das Jubiläumsjahr 2019 zum Anlass, diese auch für das MKG spannende Zeit in den Fokus einer Ausstellung zu rücken. Bis März 2020 werden über 40 Druckgrafiken und Gemälde der Sezessionskünstler*innen sowie eine reiche Auswahl der von ihnen gestalteten Plakate und Kataloge gezeigt. In der Haspa-Galerie sind Grafiken von Rolf Nesch, Arnold Fiedler, Kurt Löwengard, Heinrich Steinhagen sowie Willy Davidson, Richard Haizmann und Heinrich Stegemann zu sehen, im angrenzenden Flur der Sammlung Moderne liegt der Fokus auf Gemälden von Künstler*innen wie Alma del Banco, Fritz Kronenberg sowie Gretchen Wohlwill, Karl Kluth, Willem Grimm und anderen. Die Hamburgische Sezession zählte im Laufe ihres Bestehens 52 reguläre Mitglieder, hatte aber viele Künstler*innen in ihrem unmittelbaren Umfeld, die sich an den jährlich stattfindenden Ausstellungen beteiligten. „Sie war eine ideale Künstlervereinigung“ – so Karl Kluth rückblickend – „die neben ihrer sachlichen Ausstellungstätigkeit eine Verbundenheit ihrer Mitglieder gewährleistete als ein Mittelpunkt kameradschaftlich-menschlich-warmer Zusammengehörigkeit. Alle wurden Freunde.“ 1933 setzte die Machtergreifung der Nationalsozialisten allem ein jähes Ende. Die zwölfte Sezessionsausstellung wurde im März gleichen Jahres auf behördliche Anordnung geschlossen. An die Sezessionist*innen erging die Aufforderung, ihre jüdischen Mitglieder auszuschließen. Der Versuch der Gleichschaltung scheiterte jedoch am Zusammenhalt der Künstler*innen, die sich auf ihrer letzten offiziellen Zusammenkunft im Mai 1933 einstimmig für die Selbstauflösung aussprachen und sich so mit ihren jüdischen Mitgliedern solidarisch zeigten....
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Tanz! Kritik! - Von Kritikern, Päpsten und Liebenden!

Tanzmuseum - Deutsches Tanzarchiv Köln/SK Stiftung Kultur
Köln | 23.03.2019-26.01.2020
Beliebt? Verschmäht? Geachtet? Das journalistisch-literarische Genre der Tanzkritik, der kritischen Beobachtung von Tanz, ist bei Künstlern wie Zuschauern umstritten. Ebenso die Kritiker und ihre Beschreibungen, Betrachtungen, Interpretationen und Wertungen tanzkünstlerischen Schaffens, die im Feuilleton, in Fachmagazinen oder im Internet Podium und Publikum, Applaus und Widerspruch finden. Jenseits der Tagesaktualität schreiben Kritiker und Kritikerinnen aber auch Tanzgeschichte, erzählen Geschichten aus der Geschichte und Gegenwart der Tanzkunst und verleihen ihrer Liebe zum Tanz bisweilen sogar literarischen Glanz. Mit seiner Jahresausstellung 2019/20 erweist das Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln der Tanzkritik und ihren Protagonisten seine Reverenz. Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmen­programm, das zeitgenössische Tanz- und Ballettkritiker vorstellt, zu Wort kommen lässt und im Gespräch die aktuelle Situation der Tanzkritik thematisiert. Einmal mehr speist sich die Ausstellung aus den reichhaltigen Beständen des Deutschen Tanzarchivs Köln, der – aufgrund der Vielfalt der Bestände – wichtigsten Sammlung zur Geschichte und Gegenwart des Tanzes in Deutschland. Tanz sieht man! Tanzkritiken liest man! In einem Tanzarchiv kann man beides – aller Flüchtigkeit der Tanzkunst zum Trotz! Anhand von Filmen, Fotografien, Zeichnungen erhält man zumindest eine Ahnung von tänzerischer Bewegung, choreographischer Struktur und individueller Bewegungsgestaltung. Die Presseberichterstattung über Tanz in Form von Kritiken, Berichten und Interviews bietet wiederum eine Vielzahl von Informationen zu einer Aufführung – von der an die Entstehungszeit gebundenen individuellen Rezeption eines Tanzstücks bis hin zu begleitenden Informationen über Elemente des Tanzstücks wie tänzerische Gestaltung, Bühnenbild etc. Die Ausstellung im Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln vereint Materialien und Dokumente vom 18. Jahrhundert bis in die Jetztzeit aus einer Sammlung von über 600.000 Zeitungsausschnitten, über 500 Nachlässen (darunter über 20 Bestände zu Persönlichkeiten der schreibenden Zunft“) sowie der Kunstsammlung und last but not least der Filmsammlung zu einer Bild-, Ton- und Textmontage, die u.a. am Beispiel der Rezeption von Isadora Duncan, Mary Wigman und frühen Arbeiten von Pina Bausch einen Einstieg in die Vielfalt der kritischen Reflektion über Tanz ermöglicht. Und einmal mehr deutlich macht, wie verlässlich sich in der der Geschichte auch ein Echo der Gegenwart finden lässt....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Gewappnet für die Ewigkeit. Nürnberger Totenschilde des Spätmittelalters

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 28.03.2019-06.01.2020
Wie erinnern wir uns unserer Verstorbenen? Welche Formen und Rituale des Gedenkens pflegen wir? Welche Traditionen gab es in früheren Zeiten? Zum ersten Mal widmet sich das Germanische Nationalmuseum diesen Fragen anhand eines einzigartigen Bestandes: den Totenschilden. Es handelt sich um Gedenktafeln, die seit dem 14. Jahrhundert männlicher Mitglieder der Elite gedachten und nach deren Tod in Sakralräumen aufgehängt wurden. Das Germanische Nationalmuseum besitzt mit 146 Totenschilden des 14. bis 17. Jahrhunderts den weltweit größten museal verwahrten Bestand. Totenschilde fristeten lange ein Schattendasein, bevor sie im Rahmen eines Forschungsprojektes wissenschaftlich untersucht wurden. Die Ergebnisse werden nun in der Kartäuserkirche des Museums präsentiert. Damit bietet sich den Besuchern die einmalige Gelegenheit, die Raffinesse und teilweise auch Skurrilität dieser Meisterwerke für die Ewigkeit von nahem zu betrachten....
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Julia Stoschek Collection, Foto: Ulrich Schwarz
Julia Stoschek Collection, Foto: Ulrich Schwarz

horizontal vertigo

Julia Stoschek Collection
Düsseldorf | 31.03.2019-26.04.2020
Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zeigt die JULIA STOSCHEK COLLECTION ein kuratiertes Programm aus Einzelausstellungen, Performances und Screenings von Werken internationaler Künstler*innen, die nicht Teil der Sammlung sind und größtenteils zum ersten Mal in Deutschland ausstellen. Im Verlauf eines Jahres werden sechs Ausstellungen präsentiert – drei in Düsseldorf und drei in Berlin –, die von März 2019 bis April 2020 nacheinander eröffnen. Begleitend finden an beiden Ausstellungsorten Film- und Performance-Veranstaltungen sowie Künstlergespräche, Vorträge und Lesungen statt....
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Ruhr Museum, Foto: Brigida González
Ruhr Museum, Foto: Brigida González

Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe

Ruhr Museum Essen
Essen | 08.04.2019-05.01.2020
Die Sonderausstellung nimmt das Jubiläum „100 jahre bauhaus“ zum Anlass, die vielschichtige und faszinierende Geschichte der Künstlersiedlung Margarethenhöhe zu zeigen. Sie präsentiert eindrucksvoll die Künstlerinnen und Künstler, die in den 1920er und 1930er Jahren auf der Margarethenhöhe gelebt und gearbeitet haben. Sie gibt damit Einblick in eines der bedeutendsten künstlerischen Experimente im Ruhrgebiet, das in Essen noch heute mit Einrichtungen wie der Folkwang Universität der Künste, dem Museum Folkwang oder der Keramischen Werkstatt auf Zollverein nachwirkt. Somit ist die Künstlersiedlung für die kulturelle Entwicklung der Industriestadt Essen von kaum zu überschätzender Bedeutung. Die Ausstellung präsentiert über 700 Objekte, darunter bedeutende Werke der einzelnen Künstler, aus Museen, aber auch aus Privatbesitz. Zu sehen sind Originalskulpturen, teilweise von der Margarethenhöhe, ferner das berühmte Stahlbuch, das Gästebuch der Stadt Essen, die Amtskette des Essener Oberbürgermeisters und die Meisterschale des Deutschen Fußball-Bundes, die alle von Künstlerinnen der Margarethenhöhe geschaffen wurden. Mit Originalmöbeln und Modellen, mit Plänen, Dokumenten und Fotografien stellt die Ausstellung die Gartenstadt Margarethenhöhe und das Leben und Arbeiten in der Künstlersiedlung vor. „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ ist Teil des Bauhaus-Jubiläums in NRW. 100 jahre bauhaus im westen ist ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Projekts „Aufbrüche“ des Kulturbüros der Stadt Essen in Kooperation mit Essener Kultureinrichtungen und von „100 Jahre Volkshochschule Essen - Aufbrüche“....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Helden, Märtyrer, Heilige. Wege ins Paradies

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 11.04.2019-04.10.2020
Held des Alltags, Action-Hero, Superheld: Inflationär bringt unsere Gesellschaft in allen Lebensbereichen meist sehr kurzlebige neue Helden hervor. Seit Menschengedenken dienen Helden als Vor- und Leitbilder. Heldenreise Für die Erzählung großer Heldentaten hat sich ein Grundmuster herausgebildet, das von den antiken Texten bis zum Hollywoodfilm auf einer einheitlichen Dramaturgie beruht, der so genannten „Heldenreise“: Der Held oder die Heldin folgt einer Berufung, hat Bewährungsproben zu bestehen, um unter Einsatz des eigenen Lebens eine Gefahr zu bannen und einen aus dem Gleichgewicht geratenen Zustand wieder ins Lot zu bringen. Die Faszination von Heldengeschichten ist bis heute ungebrochen. Ein Held kann eine historische oder erfundene Person sein. Ihr Mut, ihre Beständigkeit, ihr Verhalten angesichts der Gefahren macht sie zum Vorbild für das eigene Leben, die eigene „kleine Heldenreise“. Im Mittelalter nahmen vor allem Christus und die seinem Ideal folgenden Märtyrer und Heiligen diese Rolle ein. Ihre Lebensgeschichten enthalten viele Erzählmotive einer Heldengeschichte – von der Berufung über die Bewährung bis zur Aufopferung und dem endgültigen Triumph. Kunst für das Paradies Wie erfuhren die Menschen im Spätmittelalter von den Heldentaten ihrer Vorbilder? Welches Bild machten sie sich von ihnen? Anhand prominenter Gemälde und Skulpturen aus dem Spätmittelalter geht die Ausstellung diesen Fragen nach. Sie illustriert, wie sich die Menschen in der Glaubenswelt des Spätmittelalters mit Helden, Märtyrern und Heiligen identifiziert haben. Als Vorbilder sollten sie Menschen dabei helfen, wieder ins Paradies zu gelangen, das der Menschheit durch den Sündenfall verloren gegangen war....
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Fünf Jahrhunderte Münzkabinett Dresden - Zur Geschichte einer Sammlung

Residenzschloss Dresden
Dresden | 13.04.2019-19.01.2020
Unter den Stichworten Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln widmet sich diese Sonderausstellung der 500-jährigen Geschichte der Sammlung. Gezeigt werden nicht nur vielfältige numismatische Objekte, sondern auch bemerkenswerte Dokumente und Publikationen aus fünf Jahrhunderten Münzkabinett. Es zählt in Hinblick auf die europäische Bedeutung zu den drei größten Münzsammlungen Deutschlands und geht als eines der ältesten Museen Dresdens auf Herzog Georg den Bärtigen (1471-1539) zurück. Durch die gezielte Sammeltätigkeit der nachfolgenden sächsischen Herrscher besaß es schon im 18. Jahrhundert Universalcharakter und entwickelte sich seit der Aufklärung deutschlandweit zu einem wichtigen wissenschaftlichen Forschungszentrum. Die Überführung der Sammlung in die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg stellt zweifellos die dramatischste Zäsur dar. Mit der Rückgabe der Bestände im Jahr 1958 konnte das Münzkabinett wieder eingerichtet werden. Im Jahr 2002 kehrte es schließlich in den Georgenbau des Residenzschlosses und somit an den Ausgangspunkt seiner Entstehung zurück....
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Ivo Hauptmann, Liegender Akt, 1920, Oel auf Leinwand, Sammlung SHMH, Copyright: Harriet Hauptmann, Foto: Helge Mundt
Ivo Hauptmann, Liegender Akt, 1920, Oel auf Leinwand, Sammlung SHMH, Copyright: Harriet Hauptmann, Foto: Helge Mundt

Tanz des Lebens - 100 Jahre Hamburgische Sezession

Jenisch Haus - Museum für Kunst und Kultur an der Elbe
Hamburg | 15.04.2019-13.01.2020
Die Künstlervereinigung „Hamburgische Sezession“ wurde 1919 gegründet – mit dem Ziel, in der Kaufmannsstadt Hamburg eine lebendige Kunstszene zu etablieren und das kulturelle Klima für die bildenden Künste attraktiver zu gestalten. Ihre Ausstellungen und deren begleitende Vorträge und Künstlerfeste erfuhren über 14 Jahre hinweg bis 1933 große Resonanz und erlangten auch überregionale Anerkennung. Stilistisch orientierte sich die Sezession zunächst am Expressionismus und an der Neuen Sachlichkeit, bevor sich Ende 1920er Jahre ein eigener Sezessionsstil entwickelte. Zu ihren wichtigsten Vertretern gehörten Anita Rée, Gretchen Wohlwill, Friedrich Ahlers-Hestermann, Eduard Bargheer, Willem Grimm, Erich Hartmann, Karl Kluth, Emil Maetzel, Dorothea Maetzel-Johannsen und Rolf Nesch. Die Ausstellung „Tanz des Lebens. 100 Jahre Hamburgische Sezession“ im Jenisch Haus stellt das breite künstlerische Spektrum der Künstlervereinigung anhand von Gemälden, Grafiken und Plastiken vor. Neben Porträts, Stillleben und Tierdarstellungen aus den frühen Jahren der Sezession versammelt die Ausstellung Stadtdarstellungen, Bilder vom Hamburger Hafen und vom Hamburger Nachtleben sowie künstlerische Einblicke in das damalige Freizeitverhalten. Darüber hinaus sind Reise- und Landschaftsbilder aus den späteren Sezessionsjahren zu sehen. Der Ausstellungstitel „Tanz des Lebens“ ist einem Holzschnitt von Heinrich Steinhagen aus der ersten Ausstellung im Jahr 1919 entlehnt. Die Exponate stammen aus dem Bestand des Altonaer Museums und aus privaten Sammlungen und Nachlässen. Die meisten Arbeiten sind bisher nur selten gezeigt worden oder erstmals öffentlich zu sehen....
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Von Pflanzen und Menschen - Ein Streifzug über den grünen Planeten

Deutsches Hygiene-Museum
Dresden | 19.04.2019-19.04.2020
Haben Sie sich Ihren Kirschbaum oder die Orchidee auf Ihrem Fensterbrett schon einmal als menschliche Wesen vorgestellt? Gar nicht so abwegig, denn es gibt einiges, was Pflanzen mit uns gemein haben: Sie wachsen und sterben, recken sich nach der Sonne oder haben Durst. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass sie miteinander kommunizieren und über eine Art Gedächtnis verfügen. Für den Planeten sind Pflanzen in jedem Fall sehr viel nützlicher als wir Menschen. Sie produzieren die Atemluft für Mensch und Tier, schaffen Lebensräume und bieten Nahrung. Mit anderen Worten: Wir sind von der uns umgebenden Flora komplett abhängig – während die Pflanzen sehr viel besser ohne uns leben könnten. In der Ausstellung Von Pflanzen und Menschen erfahren Sie, warum die Welt der Pflanzen überlebensnotwendig für uns ist und uns gleichzeitig mit ihrer Vielfalt und Schönheit verzaubert. Die Ausstellungsarchitektur wächst durch die drei Säle wie eine Blume - mit Wurzelwerk, Blättern und Blüten. In diesem Szenario führen kulturhistorische Zeugnisse und Kunstwerke, wissenschaftliche Präparate, Fotografien und Videoinstallationen eindrucksvoll vor Augen, mit wie viel Zuneigung und Neugier der Mensch seiner pflanzlichen Umwelt begegnet – aber auch mit wie viel rücksichtsloser und zerstörerischer Gewalt. Denn das ist die politische Seite der Ausstellung: Globale Gefahren wie der menschengemachte Klimawandel, der Rückgang der Artenvielfalt oder die bedrohliche Welternährungslage zwingen uns, über einen bewussteren und schonenderen Umgang mit den Pflanzen und der Natur insgesamt nachzudenken. Die Besucherinnen und Besucher erwartet auf diesem musealen Streifzug über den grünen Planeten aber auch viel Überraschendes, Kurioses und Spielerisches. Mit einem gängigen Vorurteil wird am Ende des Rundgangs jedenfalls gründlich aufgeräumt sein – Pflanzen sind alles, nur nicht langweilig!...
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Das Reichsparteitagsgelände im Krieg - Gefangenschaft, Massenmord und Zwangsarbeit

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Nürnberg | 09.05.2019-02.02.2020
Die Ausstellung geht der weitgehend unbekannten Geschichte des Reichsparteitagsgeländes im Zweiten Weltkrieg nach. Während die Bilder der Reichsparteitage weltweit Berühmtheit erlangten, ist die Umnutzung des Areals als Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterlager zwischen 1939 und 1945 in Vergessenheit geraten. Noch im Herbst 1939 wichen die Zeltstädte zur Unterbringung der Parteitagsteilnehmer südlich des Bahnhofs Märzfeld zahllosen Holzbaracken, Wachtürmen und Stacheldrahtzäunen. Es entwickelte sich ein umfangreicher Lagerkomplex, in den bis zur Befreiung im April 1945 tausende Zivilisten und Kriegsgefangene aus West-, Süd- und Osteuropa verbracht wurden. Die meisten wurden zum "Arbeitseinsatz" in der Landwirtschaft und der Industrie herangezogen – viele unter menschenunwürdigen Bedingungen. Mehrere tausend Kriegsgefangene und zur Zwangsarbeit Verschleppte starben in Nürnberg. Die unfreiwillig in die Lager gebrachten Menschen und ihre Erfahrungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Eine Vielzahl von Fotos, Zeichnungen, Briefen, Erinnerungen und persönlichen Dokumenten aus Privatbesitz zeigt die Sicht der Betroffenen auf ihre Gefangenschaft, den "Arbeitseinsatz" und die Trennung von der Familie. Biografien einzelner Kriegsgefangener und ziviler Zwangsarbeiter bringen individuelle Schicksale nahe und legen eindrücklich Zeugnis davon ab, dass das Reichsparteitagsgelände im Zweiten Weltkrieg in die rassistische Kriegsführung und nationalsozialistische Vernichtungspolitik eingebunden war. Das Reichsparteitagsgelände war nicht nur ein Ort der propagandistischen Selbstinszenierung der NS-Diktatur, sondern ebenso ein Ort des Leidens und Sterbens, der Ausbeutung und Ermordung....
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Oma, kannst du das lesen? - Deutsche Schreibschriften im Wandel der Zeit

Westfälisches Schulmuseum
Dortmund | 19.05.2019-12.01.2020
Das Thema Schreibschrift entfacht immer wieder hitzige Debatten unter Fachleuten, Lehrkräften und Eltern. Die Schreibschrift sei schwierig zu lesen, zu schnörkelig und überflüssig in Zeiten der Digitalisierung, sagen Kritiker. Doch wie ist Schreibschrift eigentlich entstanden? Was genau ist Sütterlinschrift? Welche Schreibschrift lernen die Schüler heute? Die Sonderausstellung zeigt die Entwicklung verschiedener Schreibschriften in Deutschland vom Mittelalter bis heute. Am Ende der Ausstellung können alle Besucher selbst zu Feder und Tinte greifen und verschiedene Schriften ausprobieren....
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Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

This Place (Fotoausstellung)

Jüdisches Museum Berlin
Berlin | 07.06.2019-05.01.2020
Aus der Perspektive von zwölf internationalen Fotokünstler*innen nähert sich die Ausstellung der Komplexität Israels und des Westjordanlandes – der Topografie, den Bewohner*innen und ihrem Alltag. Den Ansatz seines Projektes beschreibt der Initiator und Fotograf Frédéric Brenner als Wunsch, den aus der Berichterstattung über die Region bekannten Bildwelten neue künstlerische Motive hinzuzufügen. Dafür konnte er namhafte Fotograf*innen gewinnen: Wendy Ewald, Martin Kollar, Josef Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress, Fazal Sheikh, Stephen Shore, Rosalind Fox Solomon, Thomas Struth, Jeff Wall und Nick Waplington. Sämtliche beteiligten Fotograf*innen stammen von außerhalb Israels und des Westjordanlands. Zwischen 2009 und 2012 hielten sie sich über längere Zeiträume in Israel und im Westjordanland auf. Wie sie arbeiteten und ihre Motive aussuchten, stand ihnen ganz frei. So präsentiert die Ausstellung zwölf sehr unterschiedliche Perspektiven. Die insgesamt mehr als 200 Fotografien setzen sich zu einem vielschichtigen visuellen Portrait zusammen. Themen wie Identität, Familie, Heimat und Landschaft rücken in den Fokus, während der Nahostkonflikt mal mehr und mal weniger sichtbar ist. Das Ergebnis ist eine zutiefst humanistische und nuancierte Erkundung, in welcher Kunst jenseits der Illustration von Konflikten, als ein Forum dient, um Fragen aufzuwerfen. Die Betrachter*innen sind durch die sehr unterschiedlichen Arbeiten dazu eingeladen, über die Heterogenität der Region ins Gespräch zu kommen....
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Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner

Hidden Beauty

Kunsthalle Nürnberg
Nürnberg | 07.06.2019-19.01.2020
Die acht Ausstellungsräume der Kunsthalle Nürnberg strahlen nach einer umfassenden energetischen Sanierung der Dächer in neuem Licht. Mit ihren klaren Blickachsen und wechselnden Proportionen bietet die Architektur den Ausgangspunkt und Bezugsrahmen für die raumgreifenden Skulpturen und ortsspezifischen Installationen von Nevin Aladag, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Ann Veronica Janssens, Michail Pirgelis, Laure Prouvost, Thomas Rentmeister, Karin Sander und Haegue Yang. Ihre Raumkonzepte sind inspiriert von den Strategien des Environments, der Partizipation, der Konzeptkunst und der Minimal Art der 1960er-Jahre, spannen jedoch leichthändig, spielerisch und mit Humor den Bogen in die Gegenwart. Der Ausstellungstitel Hidden Beauty spielt ebenso auf die in der mittelalterlichen Stadtmauer verborgene Architektur der Kunsthalle Nürnberg an wie auf die Kunst, die in diesen Räumen Situationen schafft für physisch erlebbare Erfahrungen und überraschende Wahrnehmungen. Monica Bonvicinis Videoinstallation Slamshut (2016) konfrontiert gleich im ersten Raum die Besucher*innen mit ihren eigenen Erwartungen und lässt die im Film aufgebaute Spannung abrupt und mit trockenem Humor in einer realen körperlichen Erfahrung enden. Auch in den Installationen von Olafur Eliasson und Ann Veronica Janssens geht es um die aktive Einbeziehung von Menschen und ihre sinnliche Wahrnehmung. Janssens großformatige Glastafel aus der Werkgruppe der Magic Mirrors (2012-14) erzeugt bei Tageslicht eine verwirrende Vielfalt von schillernden Lichtreflexen und Spiegelungen, die die Grenzen zwischen Werk und Betrachtenden auflösen und die Erfahrung des realen Raums verändern. Den Gegenpart dazu bildet Olafur Eliassons kinetische Skulptur Mono scanner (2004), die in einem verdunkelten Raum die Wände mit einem Lichtstrahl durch die Linse eines Leuchtturm-Scheinwerfers abtastet und so die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung von Details lenkt. Die ausgewählten, zum Teil eigens für die Ausstellung Hidden Beauty entwickelten Werke lassen die Räume auf ganz unterschiedliche Weise neu erleben, indem sie die Bewegung der Besucher*innen aktiv lenken. So verändert etwa Michail Pirgelis mit seiner Installation High Authorities den Übergang zwischen dem vierten und fünften Ausstellungsraum und setzt diese Richtungsänderung fort in neuen Wegen durch den Saal. Sein Material - ausrangierte Flugzeuge - findet der Künstler auf Flugzeugfriedhöfen, wo die Symbole der globalen Mobilität am Ende 'gelandet' sind. Die ursprüngliche Funktion eines Werkstoffes zu entfremden, verborgene Strukturen sichtbar zu machen und in eine andere Realität zu überführen, ist auch bei den Skulpturen von Nevin Aladag und Thomas Rentmeister die Intention. Aus verzinkten, miteinander verbundenen Lüftungskanälen besteht die monumentale Skulptur Square Tubes (Looping) von Thomas Rentmeister, die sich in einer weit ausholenden Drehbewegung durch den Raum schwingt. Den seriellen Modulen der Vierkantrohre gibt Thomas Rentmeister Skulptur in einem performativen Akt eine individuelle bildhauerische Form. Aus Drahtseilen und Kommunikationskabeln bestehen die Makramés von Nevin Aladag. Die aus dem Orient stammende Knüpftechnik für Blumenampeln, Raumteiler oder Wandbehänge bildet mit den widerspenstigen Materialien eine ungewöhnliche Einheit und verweist zugleich auf die globale Kommunikation und Vernetzung, die unsere Arbeitswelt und Lebenswirklichkeit heute prägen. Nevin Aladag verknüpft in ihren Makramés traditionelle kulturelle Techniken mit ausgeprägten sozialen Strukturen, die sich widersprechen und die Frage nach der Abgrenzung zwischen individueller Freiheit und sozialer Kontrolle, privatem und öffentlichem Raum aufwerfen. Diese Fragen stellen sich auch bei Haegue Yang und Karin Sander mit ihren Arbeiten Identities on Display. Auf das Verhältnis zwischen Betrachter*in und Betrachtetem zielt die Installation Jahnstraße 5 (2017) aus fünf hinterleuchteten Aluminium-Jalousien, deren Maße und Positionen an den Wänden genau den Heizkörpern und einem Boiler in Haegue Yangs früherer Wohnung entsprechen. Die Lichtobjekte gleichen Fenstern, die mit dem individuell einstellbaren Sicht- und Sonnenschutz der Jalousien die Einsicht in die Privatsphäre gewähren oder diese verweigern können. Karin Sanders als Schließfächer benutzbare Vitrinen Identities on Display (2013) im Foyer der Kunsthalle Nürnberg lassen private Gegenstände unmittelbar zu Ausstellungsstücken werden, die Rückschlüsse auf die individuellen Eigenschaften und Vorlieben der Nutzer*innen bei Accessoires und Kleidung geben. Karin Sander macht das Verhältnis zwischen Besucher*innen und öffentlicher Institution zum Thema und enthüllt den Antagonismus zwischen dem institutionellen Anspruch, Freiräume zu schaffen und dem Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit – für die Besucher*innen wie für die Exponate. Die Verbesserung der Energiebilanz und der Klimakontrolle in der Kunsthalle Nürnberg waren Ziele der Sanierung, die Laure Prouvost als Ausgangspunkt dienen für die Einrichtung eines 'Showrooms', der an einen verwilderten Wintergarten erinnert. Gemeinsam ist der Sammlung von Pflanzen und Gegenständen, dass sie biologische oder technische Kühlsysteme sind oder enthalten....
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Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

Edith Dekyndt: They Shoot Horses

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 07.06.2019-07.06.2020
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Horace McCoys Roman They Shoot Horses, Don’t They? (dt. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss) aus dem Jahr 1935, der durch die Verfilmung von Sydney Pollack aus dem Jahr 1969 mit Jane Fonda in der Hauptrolle berühmt wurde. Der Roman handelt von einem Tanzmarathon während der Weltwirtschaftskrise in Amerika. Gewinner ist das Tanzpaar, das sich am längsten auf dem Parkett halten kann. Hungrige und verzweifelte Teilnehmer_innen gehen für den Gewinn an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Auf menschenverachtende und zynische Weise wird hier versucht – vergleichbar den römischen Gladiatorenkämpfen –, von den alltäglichen Problemen abzulenken. Unterhaltung ist alles, auch wenn Menschen dabei Schaden nehmen oder gar zu Tode kommen. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss... Edith Dekyndts Installation They Shoot Horses besteht aus einem Samtvorhang, der in regelmäßigen Abständen mit Stahlnägeln durchbohrt ist und die eine Raumhälfte des Erdgeschosses der Galerie der Gegenwart durchzieht. Der Vorhang setzt sich durch Raumwände fort und bildet in seiner Kurvenform ein Moment der Bewegung und Dynamisierung innerhalb der strengen quadratischen Rasterung von O. M. Ungers‘ Architektur. Auf einem Video sind Archivaufnahmen des Tanz-Marathons der 1920er Jahre zu sehen. Der schwere Vorhang erinnert an luxuriöse Raumausstattungen oder auch an mondäne Theatervorstellungen. Die Nägel, mit denen der Vorhang gleichmäßig bestückt ist, kontrastieren mit dem weich fallenden Samt und machen aus dem Textil einen „Eisernen Vorhang“. Edith Dekyndt (* 1960 Ypres, Belgien) lebt und arbeitet in Brüssel und Berlin. Ihre Arbeiten wurden u.a. im BOZAR und im WIELS in Brüssel, im Museum of Modern Art in New York, im Witte de With in Rotterdam gezeigt. Sie ist Trägerin des Kunstpreis Finkenwerder 2019. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Kunsthaus Hamburg....
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Teegerätschaften: Wasserkessel, Teeschale mit Bambusbesen, Teedose und Teelöffel für die Teezeremonie, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Foto: Jörg Arend
Teegerätschaften: Wasserkessel, Teeschale mit Bambusbesen, Teedose und Teelöffel für die Teezeremonie, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Foto: Jörg Arend

Unter Freunden - Japanische Teekeramik

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Hamburg | 28.06.2019-23.02.2020
Japanische Teekeramik ist Kunst, die auch benutzt wird. Herausragende Stücke erhalten sogar von ihren Herstellern, noch häufiger aber von ihren Besitzern einen Namen. Im ritualisierten Umgang mit einzelnen Gefäßen entsteht eine sehr persönliche Beziehung der so genannten Teemenschen (chajin) zu ihren Objekten. Auch die Begeisterung für diese sehr besondere Kunstform verbindet Keramikliebhaber miteinander, so etwa im regelmäßigen Einüben der Teezeremonie (chanoyu, wörtlich „heißes Wasser für Tee“). Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) setzt in der Ausstellung "Unter Freunden. Japanische Teekeramik" einen Schwerpunkt auf die persönlichen Beziehungen, die sich um diese einzigartigen Keramiken entflechten. Die Ausstellung zeigt rund 100 herausragende Teekeramiken aus der Ostasiensammlung des MKG, darunter Teeschalen, Vasen, Kaltwassergefäße und weitere TeeUtensilien. Über 50 Objekte erwarb Gründungsdirektor Justus Brinckmann (1843–1915) während seiner Amtszeit (1877–1915) vom Kunsthändler und Sammler Samuel Bing (1838–1905), mit dem er einen intensiven Austausch über japanische Kunst pflegte. Zu sehen ist auch eine Objektgruppe im Stil des berühmten japanischen Keramikers Ogata Kenzan (1663–1743), die Brinckmann besonders schätzte, sammelte und als Erster wisschenschaftlich diskutierte. Er war es, der den Japonismus nach Deutschland brachte, dessen Vermarktung beförderte und eine Begeisterung auslöste, die bis heute anhält. Eine zeitgenössischen Perspektive auf die Sammlung japanischer Teekeramik im MKG nehmen der Keramiker Jan Kollwitz und der Schriftsteller Christoph Peters ein. Das MKG lädt die befreundeten Experten für japanische Teekeramik ein, die Präsentation – auch unter Einbeziehung ihrer eigenen Werke – mitzugestalten. Unter Freunden stellt anhand ausgewählter Exponate die 700 Objekte umfassende Werkgruppe japanische Teekeramik vor, die im Rahmen eines von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius geförderten Projektes wissenschaftlich erschlossen werden konnte....
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Kirmes, Karneval, Schützenfeste

Brauerei-Museum Dortmund
Dortmund | 29.06.2019-31.12.2019
Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens Volksfeste ohne Bier – in Westfalen und speziell in Dortmund undenkbar. Die Brauereien lieferten aber nicht nur den Gerstensaft für Schützenfeste, Kirmes und Karneval. Sie stellten großenteils auch die Infrastruktur des Biergenusses außer Haus: Eis- und Kühltechnik, Zapfanlagen und Bierwagen und vieles mehr. Die neue Sonderschau beleuchtet die Geschichte des Bierkonsums auf Westfalens Volksfesten mit zahlreichen Exponaten und historischen Fotoaufnahmen....
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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Preis der Nationalgalerie 2019

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart
Berlin | 16.08.2019-16.02.2020
Shortlist-Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie 2019 Im März dieses Jahres wurden Pauline Curnier Jardin (geboren 1980 in Marseille), Simon Fujiwara (geboren 1982 in London), Flaka Haliti (geboren 1982 in Pristina) und Katja Novitskova (geboren 1984 in Tallinn) von einer internationalen Jury für den Preis der Nationalgalerie 2019 nominiert. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist eine museale Ehrung für Künstler*innen unter 40, die in Deutschland leben und arbeiten. Die vier Nominierten werden in einer Gruppenausstellung vom 16. August 2019 bis 16. Februar 2020 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin vorgestellt. Hier zeigen alle vier Künstler*innen räumliche Ensembles, in denen sie bestehende und neue Arbeiten miteinander verbinden. Die Tonalität und Handschrift der vier raumgreifenden Werkpräsentationen ist sehr verschieden; gemein ist ihnen ein expliziter Fokus auf Aspekte unserer heutigen Gesellschaft; auf kulturelle Phänomene, politische Ereignisse und technologische Entwicklungen. Pauline Curnier Jardin Pauline Curnier Jardin schafft mit einer grenzüberschreitenden künstlerischen Arbeitsweise, in der sich visuelle und narrative Elemente des Theaters und des Erzählkinos verbinden, einen Bühnenraum. In dieser begehbaren Installation verzahnen sich filmisches und skulpturales Schaffen in der für die Künstlerin typischen Weise. Ihre Gesamtkomposition aus den beiden Filmen Explosion Ma Baby (2016) und der Neuproduktion Qu'un Sang Impure sowie der skulpturalen Arbeit Peaux de Dame in the Hot Flashes Forrest (2019) schafft ein wildes Geflecht rund um Begehren und Reproduktion. Simon Fujiwara Simon Fujiwara zeigt in der Shortlist-Ausstellung eine Zusammenstellung von vier Werken, die seiner Untersuchung heutiger Massenphänomene und ihrer ökonomischen, medialen und gesellschaftspolitischen Aspekte entspringen. Dabei verdeutlichen die sehr unterschiedlichen Arbeiten, wie sehr diesen Phänomenen eine emotionale Komponente zu eigen ist. Im Zentrum steht die Videoinstallation Likeness (2018), die sich der Figur der Anne Frank bzw. ihrer medienwirksamen Inszenierung und Instrumentalisierung widmet. Flaka Haliti Flaka Haliti setzt für die Ausstellung ihre beiden Werkserien Its urgency got lost in reverse (while being in constant delay) und Is it you, Joe? fort. Zwei farbenfrohen Robotern im Müßiggang, zusammengesetzt aus Materialien aufgegebener KFOR-Feldlager im Kosovo – also aus den ausrangierten Bausteinen eines Friedensprozesses –, setzt die Künstlerin die wandelbare Gestalt des*der Joe gegenüber, die sie seit 2015 als schwer zu greifendes Alter Ego begleitet. Dabei sind in der den gesamten Raum gestaltenden Inszenierung die beiden Konvolute genauso sehr miteinander verzahnt, wie sie sich aneinander reiben. Katja Novitskova Katja Novitskova wurde als eine der Pionier*innen einer künstlerischen Sprache, die als „Post-Internet Art“ Bezeichnung fand, bekannt. Für die Shortlist-Ausstellung schafft sie ein virtuoses, vielteiliges und vielschichtiges „Environment“ aus skulpturalen Elementen, Wandmalerei und Projektionen verschiedener Art. Auch hier bilden die Werke in der Gesamtinstallation ein gemeinsames, eng ineinandergreifendes Gefüge. Die Arbeiten gründen auf Novitskovas anhaltender Recherche zu aktuellen Forschungen der Biotechnologie und kreisen um die Frage des zukünftigen Fortbestehens des Organischen als Bestandteil technologischer Prozesse. Jury und Auszeichnung Eine international besetzte Jury wählte aus den genannten vier Positionen am 12. September 2019 die Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2019: Pauline Curnier Jardin. Die Auszeichnung besteht aus einer durch eine Publikation begleiteten Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin im darauffolgenden Herbst. Mitglieder der Jury sind: Annie Fletcher (Direktorin des IMMA – Irish Museum of Modern Art, Dublin), Anna-Catharina Gebbers (Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Staatliche Museen zu Berlin), Udo Kittelmann (Direktor der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin), Philippe Vergne (Direktor des Serralves Museum of Contemporary Art, Porto) und Theodora Vischer (Senior Curator der Fondation Beyeler, Basel). Ebenfalls am 12. September wurde die diesjährige Gewinnerin des mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis für Filmkunst bekannt gegeben, den die Nationalgalerie seit 2011 gemeinsam mit der Deutschen Filmakademie verleiht: Lucia Margarita Bauer....
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Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG
Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG

Otto Piene. Werke aus der Sammlung Kemp

Museum Kunstpalast
Düsseldorf | 22.08.2019-05.01.2020
Otto Piene (1928–2014) war Mitbegründer der Künstler­gruppe ZERO und gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. In der Sammlung Kemp befinden sich 13 teils großformatige Gemälde, eine Licht­plastik und Arbeiten auf Papier, anhand derer sich Pienes Werk zwischen den 1960er-Jahren bis in die frühen 2000er-Jahre darstellen lässt. Die Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf die Feuerbilder des Künstlers, mit denen er sein Interesse am Licht als künstlerisches Medium besonders überzeugend zum Aus­druck brachte....
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Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus, Foto: Rheinisches Bildarchiv
Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus, Foto: Rheinisches Bildarchiv

Köln an der Seine

Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus
Köln | 24.08.2019-15.12.2019
Paris 1937: Zwei Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs präsentieren sich die Nationen auf der Weltausstellung. An der Seine, einander gegenüber: die monumentalen Pavillons der Sowjetunion und des Deutschen Reiches – Konfrontation der Regime, als in Europa die Demokratie an Boden verliert. Als weltweit einzige Stadt errichtet Köln in Paris einen eigenen Pavillon, mit einem Restaurant direkt am Fluss. Die Leichtigkeit und Offenheit des Kölner Baus kontrastiert deutlich mit der pathetischen Strenge des deutschen Pavillons. Die Veranstaltungen der Kölner standen unter dem Motto der deutsch-französischen Verständigung – dabei hatten die Nazis den Krieg längst beschlossen. Der damals erst 19-jährige Kölner Karl Hugo Schmölz, später bekannter Architektur- und Werbefotograf, hält die Weltausstellung in Paris und den Kölner Pavillon in brillanten Aufnahmen fest. „KÖLN AN DER SEINE“ zeichnet mit diesem bislang unveröffentlichten Fotoschatz ein eindrucksvolles Panorama des Jahres 1937, von Heinrich Mann als „das eigentlich kritische Europas“ bezeichnet. Eindrucksvoll dokumentiert die Ausstellung eine heute vergessene Episode der deutsch-französischen Geschichte, mit Köln im Zentrum der Aufmerksamkeit! Sie erzählt auch von den Aktivitäten der nach Paris geflüchteten deutschen Regimegegner und von Kölner Künstlern, die versuchten, sich in Paris zu behaupten – zwischen fanatischer Gefolgschaft, geschickter Anpassung, stummen Protest oder offenem Widerstand....
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Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus, Foto: Rheinisches Bildarchiv
Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus, Foto: Rheinisches Bildarchiv

Köln am Rhein: Von Zeit zu Zeit

Kölnisches Stadtmuseum im Zeughaus
Köln | 24.08.2019-15.12.2019
1947 dokumentierte der junge Fotograf Karl Hugo Schmölz (1917 – 1986) im Auftrag der Stadt das zerstörte Köln der Nachkriegszeit. Bei seinen Aufnahmen orientierte er sich an den Köln-Aufnahmen seines bekannten Vaters Hugo Schmölz (1879 – 1938) aus den 1920er- und 1930er-Jahren – und fotografierte die Plätze, Gebäude und Straßen vom exakt gleichen Standpunkt aus! 1994 präsentierte das Kölnische Stadtmuseum diese bemerkenswerten Stadtansichten in einer vielbeachteten Ausstellung und kontrastierte sie mit neuen Fotografien, aufgenommen aus wieder demselben Blickwinkel. Jetzt ist es Zeit, dieses Triptychen durch Aufnahmen aus dem Jahr 2018 zu einem Quartett zu erweitern. Das eindrucksvolle Gegenüber des unzerstörten, des kriegsbeschädigten und des modernen Köln ermöglicht einen besonderen Blick auf eine Stadt im permanenten Wandel!...
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Norbert Tadeusz  Gelbes Atelier, 1985 Öl / Leinwand, 300 x 425 cm 1985-02-01 Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Norbert Tadeusz Gelbes Atelier, 1985 Öl / Leinwand, 300 x 425 cm 1985-02-01 Estate Norbert Tadeusz / Petra Lemmerz VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Norbert Tadeusz

Museum Kunstpalast
Düsseldorf | 29.08.2019-02.02.2020
Der Kunstpalast zeigt mit etwa 40 Gemälden und Arbeiten auf Papier die erste Museumsausstellung von Norbert Tadeusz (1940–2011) in Düsseldorf seit fast 30 Jahren. Der gebürtige Dortmunder studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys und nahm mit seinem figurativen, sehr körper­lichen Malstil schnell eine Sonderstellung ein, die sich von den konzeptuell, minimalis­tisch oder abstrakt ausge­richteten Arbeiten von Kommilitonen wie Imi Knoebel, Blinky Palermo, Reiner Ruthenbeck oder Katharina Sieverding deutlich abhob. Tadeusz hatte mit seiner eigenwilligen Malerei einen erheb­lichen Einfluss auf die Düsseldorfer Kunstszene. Die mit­unter drastischen Darstellungen seiner teils großformatigen Bilder berühren den Be­trachter und prägen sich ihm unwillkürlich ein. Tadeusz präsen­tiert Gegenstände aus ungewöhnlichen Blickwinkeln, Figuren sind oft in ex­tremen Körperhaltungen dargestellt. Für die formale Struk­tur seiner Gemälde und Aquarelle nutzt er Elemente aus der ab­strak­ten Farbfeld­malerei. Die Ausstellung wird in enger Zusam­men­arbeit mit dem Nachlass des Künstlers realisiert....
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Heinrich Stegemann (1888-1945) Hochbahn Viadukt an den Vorsetzen, 1921 Öl auf Leinwand, 71,6 x 89,1 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford
Heinrich Stegemann (1888-1945) Hochbahn Viadukt an den Vorsetzen, 1921 Öl auf Leinwand, 71,6 x 89,1 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

100 Jahre Hamburgische Sezession - Begegnungen in der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-05.01.2020
Am 14. Dezember 1919 wurde die erste Ausstellung der Hamburgischen Sezession in der Hamburger Kunsthalle eröffnet. Zu Ehren des 100-jährigen Jubiläums dieser Künstlervereinigung, deren Ziel es war, die Kunst ihrer Zeit sichtbar zu machen, findet eine Präsentation innerhalb der Sammlung statt: In den weitläufigen historischen Rundgang der Klassischen Moderne werden rund 40 Gemälde und Skulpturen verschiedener Mitglieder der Sezession eingefügt – darunter Werke von Friedrich Ahlers-Hestermann, Alma del Banco, Karl Ballmer, Arnold Fiedler, Fritz Flinte, Ivo Hauptmann, Paul Henle, Karl Kluth, Dorothea Maetzel-Johannsen, Rolf Nesch, Anita Rée, Otto Rodewald, Heinrich Steinhagen, Heinrich Stegemann, Friedrich Wield und Gretchen Wohlwill. In der direkten Nachbarschaft zu Werken anderer Künstler der europäischen Moderne können die vielfältigen Bezüge der Hamburgischen Sezession zu den unterschiedlichen Kunstströmungen ihrer Zeit erkundet werden. Die Präsentation wird begleitet von zahlreichen Führungen und Gesprächen vor den Originalen....
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Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606–1669) Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, 1630 Radierung, 51 x 46 mm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang
Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606–1669) Selbstbildnis mit Mütze, den Mund geöffnet, 1630 Radierung, 51 x 46 mm © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

Rembrandt: Meisterwerke aus der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-05.01.2020
Am 4. Oktober 2019 jährt sich der Todestag von Rembrandt (1606–1669) zum 350. Mal. Aus diesem Anlass widmet die Hamburger Kunsthalle einem der bedeutendsten Künstler des Goldenen niederländischen Zeitalters eine feine Präsentation. Gezeigt wird eine Auswahl herausragender Werke aus dem Sammlungsbereich Alte Meister und aus dem Kupferstichkabinett des Museums: Mit Simeon und Hanna im Tempel (1627) und Maurits Huygens, Sekretär des Staatsrats in Den Haag (1632), werden zwei Meisterwerke Rembrandts aus seiner frühen Schaf-fenszeit in Leiden und Amsterdam präsentiert. Ergänzt werden sie um das Gemälde Die Verstoßung der Hagar (1612) von Pieter Lastman, der als Lehrer in seiner Werkstatt Rembrandt um 1625 für sechs Monate schulte. Die drei Gemälde werden um eine Auswahl von rund 60 Radierungen ergänzt, darunter Landschaftsdarstellungen, Porträts und Arbeiten zu religiösen Themen. Insgesamt beherbergt das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle mehr als 300 Radierungen Rembrandts. Sie stammen sämtlich aus der Sammlung des Hamburger Kunsthändlers und –sammlers Georg Ernst Harzen (1790-1863), der seine Sammlung 1863 per Testament der Stadt Hamburg zur Gründung der Kunsthalle vor 150 Jahren vermachte. Diese bedeutende Kollektion ist von internationalem Rang und macht es möglich, das druckgraphische Schaffen Rembrandts in all seinen Facetten vor Augen zu führen. Rembrandt. Meisterwerke aus der Sammlung wird in einem Kabinett der Gemäldegalerie Alte Meister und im Harzen-Kabinett präsentiert....
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Foto: Ute Zscharnt
Foto: Ute Zscharnt

Nah am Leben - 200 Jahre Gipsformerei

James-Simon-Galerie
Berlin | 30.08.2019-01.03.2020
Mit „Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei“ feiern die Staatlichen Museen zu Berlin das zweihundertjährige Jubiläum ihrer ältesten Einrichtung. Seit 1819 fertigt die Gipsformerei in alter Handwerkstradition Abgüsse bedeutender Bildwerke von der Vor- und Frühgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Die Sonderausstellung thematisiert die Abformung in umfassender Weise als eine seit der Antike überlieferte Praxis der bildnerischen Annäherung an das Leben. Die Ausstellung geht der These nach, dass die Abformung dasjenige Verfahren ist, das dem Leben (und dem Tod) buchstäblich am nächsten zu kommen vermag. Anhand von 200 Objekten – v. a. plastische Objekte, aber auch Gemälde, Bücher, Druckgrafik, Fotografie und Video – macht sie die Bedeutung der Abformung in der Geschichte der Bildhauerei deutlich. Vom Abguss eines Krokodils über die verschiedenen Arten der Lebend- und Totenmaske wird der Bogen bis hin zu prominenten Werken der Kunst geschlagen, die mit Hilfe von Körperabformungen entstanden sind. Präsentation und Gegenüberstellung "Nah am Leben" ist die erste umfangreiche Sammlungspräsentation der Berliner Gipsformerei. Als weltweit größte, noch heute aktive Museumsformerei verfügt die Gipsformerei über ein mehrere Tausend Stücke umfassendes Konvolut von Mastermodellen, Gussformen und Malmodellen. Die Ausstellung erschließt diesen Bestand querschnittsartig und stellt ihm Objekte aus den anderen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie herausragende Leihgaben aus dem In- und Ausland gegenüber. Eine zentrale Rolle spielt hier die zeitgenössische Kunst, anhand derer die Emanzipation des Abgusses vom technischen Hilfsmittel zum eigenständigen Kunstwerk nachvollzogen werden kann. Ausstellung eröffnet die James-Simon-Galerie Mit der Ausstellung eröffnen die Staatlichen Museen zu Berlin aber auch eine neue Spielfläche auf der Museumsinsel: den Sonderausstellungsraum in der neu errichteten James-Simon-Galerie. Anlässlich ihres Jubiläums kehrt die Gipsformerei damit zu ihren historischen Wurzeln zurück: So war die Königlich-Preußische Gipsgussanstalt in den 1830er-Jahren im Sockelgeschoss des Alten Museums untergebracht. Wenig später wurde für das 1855 eröffnete Neue Museum eine ganze Gipsetage geplant, die in jener Zeit den „Mittelpunkt aller Sammlungen“ bildete und direkt von der Gipsfomerei beliefert wurde. Den engen Verknüpfungen der Gipsformerei mit den Skulpturenbeständen der Staatlichen Museen zu Berlin geht die Ausstellung zudem anhand einer „Gipsspur“ nach, die sich in Form von ausgesuchten Interventionen durch die Dauerausstellungen auf der Museumsinsel zieht....
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Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

unfinished Stories: Geschichten aus der Sammlung

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 30.08.2019-30.08.2020
UNFINISHED STORIES nimmt die Geschichte der Kunst seit den 1960er Jahren bis in die 2000er Jahre in den Blick. Die Ausstellung macht die Gleichzeitigkeit des Ungleichen, das Nebeneinander und Überlappen unterschiedlicher Stile und Strömungen anschaulich. Vor allem jedoch setzt UNFINISHED STORIES auf das erzählerische Potential der Kunst und ihre Fähigkeit, Geschichten zu entwickeln, die uns fesseln, bereichern, berühren, irritieren, provozieren und zum Weitererzählen einladen. UNFINISHED STORIES erzählt Geschichten im Plural. Anhand von drei Erzählsträngen, die mitunter durch Blickachsen miteinander verwoben sind, geht die Präsentation zentralen Themen und Entwicklungen seit den 1960er Jahren nach. Da ist zum einen der Mensch selbst und seine Darstellung in der Kunst. Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, Geschlechterrollen, Familienkonstellationen und Zwischenmenschliches werden befragt. Zum anderen gewinnen das Material selbst, seine Beschaffenheit und sein Eigencharakter an Bedeutung. Prozesshaftigkeit, Transformation von Energie und Zeitlichkeit sind in diesem Zusammenhang wichtige Stichworte. Ein dritter Erzählstrang widmet sich innovativen Strategien in der Kunst seit den 1960er und 1970er Jahren. Tradierte Konventionen werden infrage gestellt und mitunter gebrochen. Die Idee wird zur Kunst erhoben und muss nicht zwangsläufig materialisiert oder ausgeführt werden. Vor allem gewinnen die Betrachter_innen an Bedeutung: Ihnen kommt nun eine veränderte, aktivere Rolle zu. Die Künstler Franz Erhard Walther, Arthur Köpcke und Felix Gonzalez-Torres nehmen daher eine zentrale Position innerhalb der Ausstellung ein und stehen stellvertretend für einen »offenen Werkbegriffs«, der den/die Betrachter_in als Vollender und Komplizen der Kunst versteht....
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Potsdam Museum, Foto: Michael Lüder
Potsdam Museum, Foto: Michael Lüder

Potsdam unter dem Roten Stern - Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzungsmacht 1945-1994

Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte
Potsdam | 31.08.2019-05.01.2020
Mit der Ausstellung „Potsdam unter dem Roten Stern - Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzungsmacht 1945-1994“ nimmt das Potsdam Museum eine Forschungslücke in den Blick. Fast fünfzig Jahre dauerte die Anwesenheit einer Armee in der Stadt, über deren Gliederungen und die räumliche Verteilung auf dem Stadtgebiet ist bis heute nur wenig bekannt. 25 Jahre nach dem Abzug der ehemals sowjetischen Truppen aus Potsdam erstmals eine Auswahl von über 1.500 Fundstücken aus den Kasernen zu sehen sein. In der ehemaligen DDR lebten insgesamt bis zu 700.000 Soldaten und Angehörige der sowjetischen Truppen, in Potsdam und in Krampnitz waren es zeitweise mehrere 10.000. Die Garnison Potsdam war dabei zwischen 1945 und 1952 als Oberkommando für das sowjetische Militär von zentraler Bedeutung. Auch in den folgenden vier Jahrzehnten besaß die Garnison Potsdam eine gewisse Sonderstellung, die in der Ausstellung erstmalig einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden kann. Als Beispiel sind die Dokumente und Exponate des sowjetischen Soldatensenders „Wolga“ zu nennen, die die Tätigkeit eines bisher kaum bekannten Potsdamer Rundfunksenders belegen. Nach außen traten die sowjetischen Soldaten fast nur im Rahmen ihres militärischen Auftrages oder zum Gruppenausflug im Park Sanssouci in Erscheinung, in der Regel lebten die Angehörigen der Besatzungsmacht hinter den Mauern ihrer Quartiere. Die Ausstellung wirft einen Blick hinter die Mauern von Kasernen und Stadtteilen, die fast ein halbes Jahrhundert für die Bevölkerung nicht öffentlich zugänglich waren....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Wu Tsang

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 04.09.2019-12.01.2020
Die Ausstellung zeigt neben einer Auswahl bisheriger Filmarbeiten auch eine Neuproduktion. Darin geht Wu Tsang der Frage nach, wie sich Körper in gewaltsamen alltäglichen Umgebungen bewegen und ihr Überleben in normativen Gesellschaftsordnungen sichern, in denen sie als bedrohlich empfunden werden könnten. Mit ihrer hybriden Filmsprache, die gleichermaßen Fiktion und Dokumentation verbindet, entwirft Wu Tsang eine eigene Form der Choreografie, die sowohl die Bewegung der Darsteller*innen als auch der Kamera untersucht. Eine Serie von eigens für die lichtdurchfluteten Räume des Gropius Bau konzipierten farbigen Glasarbeiten lädt zu einem poetischen Nachdenken über die Spannung zwischen Transparenz und Opazität ein....
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Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG
Museum Kunstpalast und E.ON AG, Foto: E.ON AG

Utopie und Untergang. Kunst in der DDR

Museum Kunstpalast
Düsseldorf | 05.09.2019-05.01.2020
30 Jahre nach dem Mauerfall widmet sich der Kunstpalast in einer großen Sonderausstellung der in der DDR entstande­nen Kunst. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer widmet sich der Kunstpalast mit einer großen Ausstellung der Kunst aus der DDR. Mehr als 130 Gemälde und Arbeiten auf Papier von 13 unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern verdeutlichen eine spannungsreiche, oft widersprüchliche Kunstepoche. Bis 1990 wurde Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik häufig gezeigt. In den letzten Jahrzehnten hatte das Publikum im Westen jedoch selten die Chance, die Werke im Original zu sehen. Die Ausstellung präsentiert mehrere Hauptwerke der seit der documenta 1977 als offizielle Maler der DDR wahrgenommenen Künstler Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Willi Sitte und ermöglicht tiefere Einblicke in deren Schaffen. Viele Künstler aller Generationen, darunter Elisabeth Voigt und Wilhelm Lachnit, rieben sich nach dem Zweiten Weltkrieg an den strengen Vorgaben des Sozialistischen Realismus. Ihre künstlerischen Strategien entwickelten sie oft unter Druck: zurückgezogen wie Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg oder in rebellischem Widerspruch zum Staat wie A. R. Penck und Cornelia Schleime. Wie zahlreiche andere Künstler mit DDR-Biografie, wurde Penck später Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie. Punkig-expressive Frauenfiguren von Angela Hampel, existenzialistische Gemälde Michael Morgners und abstrakte Arbeiten des „Patriarchen der Moderne“ Hermann Glöckner verdeutlichen die stilistische Vielfalt. Alle Künstlerinnen und Künstler gingen und gehen sehr unterschiedliche, immer aber eigenständige Wege – zwischen Rebellion und Anpassung, zwischen Utopie und Untergang. Neben Werken aus den Sammlungen von Peter Ludwig und Willi Kemp, die schon früh Künstler aus der DDR förderten, werden Leihgaben aus allen wichtigen ostdeutschen Museen gezeigt....
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Haus am Horn, Weimar, Architekt: Georg Muche, Foto: Atelier Hüttich-Oemler, 1923, Bauhaus-Archiv Berlin
Haus am Horn, Weimar, Architekt: Georg Muche, Foto: Atelier Hüttich-Oemler, 1923, Bauhaus-Archiv Berlin

original bauhaus: Die Jubiläumsausstellung

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 06.09.2019-27.01.2020
Was ist typisch Bauhaus? Wagenfeld-Leuchte, Breuer-Sessel oder Marianne Brandts Teeservice sind heute Markenzeichen der berühmten Hochschule für Gestaltung. Doch viele der Objekte, die als „original Bauhaus“ gelten, wurden erst nach dessen Schließung zu Ikonen. Das Bauhaus bestand in Deutschland nur 14 Jahre, seine Ideen werden jedoch seit 100 Jahren weitergetragen, seine Produkte neu aufgelegt, imitiert oder weiterentwickelt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Zu sehen sind Kunst und Design aus der Sammlung des Bauhaus-Archivs, besondere Leihgaben aus internationalen Sammlungen und künstlerische Positionen, die das Bauhaus-Erbe neu betrachten. Ausgehend von 14 Objekten entfaltet die Ausstellung 14 Fallgeschichten: Wie wurde die Sitzende im Stahlrohrsessel zur berühmtesten Unbekannten des Bauhauses? Hat das Haus am Horn in Weimar einen heimlichen Zwilling? Wieso blieb das Tee-Extraktkännchen, als Prototyp für die Industriegeschaffen, immer Unikat? „original bauhaus“ beleuchtet, wie Unikat und Serie, Remake und Original in der Geschichte des Bauhauses unzertrennlich verbunden sind. Denn für die Bauhaus- Künstler*innen waren Kunst und Technik keine Gegensätze. Vielmehr haben sie technische Innovationen genutzt, um einzigartige Kunstwerke zu schaffen, und die serielle Fertigung bei ihren Gestaltungsentwürfen von Anfang an mitgedacht. 14 Jahren Bauhaus-Produktion stehen heute fast 100 Jahre Bauhaus-Rezeption gegenüber: Reproduktionen, Re-Editionen und Remakes habendas Bauhaus zur einflussreichsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert gemacht....
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Wunder aus Trümmern - Wesel: Die wirtschaftliche Entwicklung einer zerstörten Stadt

Städtisches Museum Wesel
Wesel | 08.09.2019-15.12.2019
Wer weiß heute noch, welche Geschäfte in der Fußgängerzoge Wesels in den 1950er/1960er Jahren belebten? Wie entstand eigentlich das moderne Wesel? Die Ausstellung spürt dem Zeitgeist der sogenannten Wirtschaftswunderjahre nach. Zeitzeugen erzählen, wie damals in Wesel gearbeitet und gelebt wurde, Fotos erinnern an spektakuläre Ereignisse und Alltägliches, Designobjekte und Weseler Produkte der Zeit lassen Aufbauwillen und Wirtschaftswunderjahre wiederaufleben....
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Pieter Bruegel der Ältere: Zwei Affen, 1562 Untersuchung und Rekonstruktion des Schaffensprozesses

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 10.09.2019-05.01.2020
Vor 450 Jahren, am 9. September 1569, starb Pieter Bruegel d. Ä. in Brüssel. Sieben Jahre zuvor signierte und datierte er die kleine rätselhafte Tafel mit zwei angeketteten Affen. Wie aber entstand Pieter Bruegels kleines Gemälde? Der Herstellungsprozess konnte mit unterschiedlichen technischen Methoden und anhand von Quellen erforscht werden. Technologische Untersuchungen der Tafel mit Hilfe von Stereomikroskop, UV-Strahlung, Röntgenaufnahme, Infrarotreflektografie wie auch Röntgenfluoreszenzanalysen im Mikro- und Makrobereich haben ergeben, welche Pigmente Verwendung fanden und in welchen Schritten das Bild entstand. Historische Maltraktate lieferten Auskunft über die Herstellung der Malfarben zur Zeit Bruegels. Auf der Basis dieser Informationen wurde der Schaffensprozess des Gemäldes in einer Serie maßstabsgleicher Tafeln so originalgetreu wie möglich nachvollzogen....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Durch Mauern gehen

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 12.09.2019-12.01.2020
Die Ausstellung Durch Mauern gehen zeigt mit Werken von Jose Dávila, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Christian Odzuck, Anri Sala, Regina Silveira und weiteren Künstler*innen ein zeitgenössisches Panorama der künstlerischen Reaktionen auf von Menschen geschaffene Barrieren, Trennungen, Grenzen und Mauern. In Auseinandersetzung mit der Lage des Gropius Bau entlang der ehemaligen Berliner Mauer bietet die Ausstellung sowohl eine nationale als auch eine internationale Perspektive auf die physischen und psychischen Folgen des Zusammenlebens in gespaltenen Gesellschaften. Im Kontext des 30. Jahrestags des Berliner Mauerfalls beschreibt sie, wie Mauern Gefühle von Verletzlichkeit und Angst artikulieren und individuelle und kollektive Identitätsvorstellungen repräsentieren können. Mit Werken von Jose Dávila, Mona Hatoum, Nadia Kaabi-Linke, Christian Odzuck, Anri Sala, Regina Silveira und weiteren...
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Composing v.l.n.r.: Joseph Sharp, ca. 1855, Zelda Mackay Coll. © The Bancroft Library/Isaac W. Baker, Chinese Man, ca. 1853 © Oakland Museum of California/© Adobe Stock/Voyage Pittoresque Autour du Monde © The Bancroft Library
Composing v.l.n.r.: Joseph Sharp, ca. 1855, Zelda Mackay Coll. © The Bancroft Library/Isaac W. Baker, Chinese Man, ca. 1853 © Oakland Museum of California/© Adobe Stock/Voyage Pittoresque Autour du Monde © The Bancroft Library

California Dreams: San Francisco – Ein Porträt

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn | 12.09.2019-12.01.2020
Die Ausstellung zeichnet ein vielfältiges Porträt der Stadt San Francisco über vier Jahrhunderte. San Francisco und Kalifornien als ganze Region stehen seit jeher symbolisch für die Träume von einem „besseren Leben“: Träume von Wohlstand und Überfluss, von anderen (zuweilen utopischen) Gesellschaftsordnungen, innovativen Lebensentwürfen und künstlerischen Perspektiven sowie von neuen wissenschaftlichen und technologischen Horizonten. Sowohl der pazifisch-asiatische Raum im Westen als auch Europa im Osten haben San Francisco nachhaltig geprägt. Mit Kunstwerken und historischen Objekten erzählt die Ausstellung die wechselvolle Geschichte dieser Stadt, von der immer wieder weltweite Impulse ausgingen. So berührt die Ausstellung wichtige globale Fragen unserer Gegenwart, besonders die Themen Migration und Vertreibung. Die Ausstellung würdigt San Francisco als einen Ort, dessen pluralistische Identität bis heute stetig neu verhandelt werden muss....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

Bettina Pousttchi - In Recent Years

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 12.09.2019-06.04.2020
Bettina Pousttchi arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Fotografie und Architektur. Ihre ortsspezifischen Interventionen im öffentlichen Raum bedecken oft ganze Häuserfassaden und nehmen Bezug auf den urbanen oder historischen Kontext eines Ortes. Bettina Pousttchi arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Fotografie und Architektur. Ihre ortsspezifischen fotografischen Interventionen im Maßstab von Architektur bedecken oft ganze Häuserfassaden und nehmen Bezug auf den urbanen oder historischen Kontext eines Ortes. Pousttchi reflektiert die Realitätswahrnehmung im digitalen Zeitalter und befragt das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte aus transnationaler Perspektive. Auftakt ihrer Ausstellung in der Berlinischen Galerie ist eine Installation auf der Fassade, die mit ihrem netzartigen Muster die gesamte Glasfront des Museums einnimmt. Darüber hinaus zeigt sie einen Überblick ihrer skulpturalen und fotografischen Werke, darunter auch jüngst entstandene Arbeiten. Die Skulpturen aus mechanisch transformiertem Stadtmobiliar wie Fahrradständer, Baumschutzbügel und Leitplanken verdeutlichen ihr Interesse an den Ordnungssystemen des öffentlichen Raumes. Bettina Pousttchi wurde 1971 in Mainz geboren. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und absolvierte das Whitney Independent Study Program in New York. Große Bekanntheit erlangte sie durch ihre Fotoinstallation „Echo“ (2009/2010) an der Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin sowie durch ihre umfangreiche weltumspannende Fotoserie „World Time Clock“ (2008–2016). Darin entwickelt die Künstlerin ein philosophisch hintergründiges Bild über Gleichzeitigkeit und einer von Zeit und Raum losgelösten globalisierten Wirklichkeit. Bettina Pousttchi lebt in Berlin....
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Foto: Haus der Photographie - Deichtorhallen
Foto: Haus der Photographie - Deichtorhallen

Baselitz Richter Polke Kiefer

Haus der Photographie - Deichtorhallen - Aktuelle Kunst
Hamburg | 13.09.2019-05.01.2020
Gemeinsam mit Götz Adriani, dem Kurator der Ausstellung, bereiten Deichtorhallen Hamburg in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart eine Präsentation zum Frühwerk von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer vor. Insgesamt rund 114 frühe Hauptwerke werden die spektakulären 1960er-Jahre in den Fokus nehmen. In diesem kreativen und produktiven Zeitraum haben alle vier Künstler die Grundlagen für ihren Erfolg gelegt, der sie in Deutschland wie auch im Ausland zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Kunstszene machte. Das internationale Interesse an dem Gütezeichen Made in Germany, das gepaart mit einer enormen Nachfrage bis heute unvermindert anhält, versteht sich keineswegs von selbst, denn die Kunst deutscher Herkunft stand im Laufe ihrer Entwicklung meist im Schatten italienischer, niederländischer oder französischer Vorbilder. Dieses Schattendasein auf dem europäischen Kunstparkett verkehrte sich geradezu in sein Gegenteil, als sich das Künstlerquartett aus Deutschland anschickte an die Spitze des globalen Rankings aufzusteigen. Abgesehen von Sigmar Polke, der 2010 verstorben ist, unterstützen Baselitz, Richter und Kiefer mit singulären Leihgaben aus ihrem Besitz die Ausstellung. Die intensive Auseinandersetzung der vier Künstler mit ihrer Zeit und deren unmittelbaren Vergangenheit wird in der Schau durch ein Zeitpanorama der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse – vom Wirtschaftswunder und dem geforderten Wohlstand für alle, bis zu den Studentenunruhen und der außerparlamentarischen Opposition ergänzt. Begleitet wird die Ausstellung von einer umfassenden Publikation Götz Adrianis, die ausführliche Gespräche mit den Künstlern über ihr Frühwerk und dessen besonderen Stellenwert beinhaltet, sowie zahlreiche Abbildungen und eine zeitgeschichtliche Dokumentation der 1960er-Jahre....
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Museum Europäischer Kulturen. Bruno-Paul-Bau. Berlin-Dahlem, © Staatliche Museen zu Berlin / Ute Franz-Scarciglia
Museum Europäischer Kulturen. Bruno-Paul-Bau. Berlin-Dahlem, © Staatliche Museen zu Berlin / Ute Franz-Scarciglia

comiXconnection

Museum Europäischer Kulturen
Berlin | 13.09.2019-29.03.2020
comiXconnection thematisiert den aktuellen independent comic in Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina sowie Ungarn und Rumänien. Das Projekt spürt die unterschiedlichen Comic-Szenen der aneinandergrenzenden Länder auf und setzt sie in Beziehung zueinander. Ab 2013 tourte die Ausstellung durch diese Region. Die 20. und letzte Station in Berlin gewährt erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen des Projekts. comiXconnection bringt dem Publikum die hier eher unbekannte Comic-Szene Südosteuropas näher und zeigt zugleich die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Mediums Comic auf....
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Foto: KULTURpur
Foto: KULTURpur

Pablo Picasso x Thomas Scheibitz: Zeichen Bühne Lexikon

Museum Berggruen
Berlin | 14.09.2019-02.02.2020
Kaum ein zeitgenössischer Künstler arbeitet so vielschichtig mit Versatzstücken und Referenzen, die aus dem Alltag und aus dem Fundus der Kunstgeschichte gleichermaßen stammen, wie Thomas Scheibitz (geb. 1968 in Radeberg bei Dresden). Seine dichten, oft leuchtend-farbigen Gemälde und seine schemenhaft, oft puristisch angelegten Skulpturen lassen sich als freie Realitäts-Montagen verstehen. Sie zeigen sich als komplexe Bild- oder Objektspeicher, in denen sich die visuelle Lebenskultur eingeschrieben hat, vom Künstler formal jeweils stark verdichtet. Unverkennbar ist der Einfluss von Pablo Picasso und dem Kubismus. „Von allen großen Ismen des 20. Jahrhunderts“, erklärt Thomas Scheibitz, „ist der Kubismus am radikalsten, am prägendsten geblieben.“ Ein offener Parcours entlang der Ähnlichkeiten Das Museum Berggruen, das der Kunst Picassos und seiner Zeit gewidmet ist, schlägt mit dieser Ausstellung einen Bogen von der Klassischen Moderne in die Kunst der Gegenwart. Anhand von circa 45 Werken jeweils zeigt sich, dass Picasso und Scheibitz zwar nicht die gleichen Motive verbinden, jedoch eine sehr ähnliche künstlerische Haltung. Beide Künstler begreifen ihre Arbeit als offenen Prozess, der unablässig zu neuen Varianten und Aktualisierungen der bereits gefundenen Lösungen führt. Nichts bleibt hier statisch. Beide Künstler halten zugleich an der grundsätzlichen Idee von Bild und Skulptur fest. So ist die Ausstellung als direkte Gegenüberstellung von „Picasso“ und „Scheibitz“ angelegt, als offener Parcours durch das Museum Berggruen. Die Unterschiede des unterschwellig jeweils mitreflektierten Lebensalltags – dem alten Paris und dem heutigen Berlin – könnten kaum größer sein. Umso markanter sind die formalen und inhaltlichen Parallelen, das jeweilige Ringen um Glaubwürdigkeit oder Gültigkeit – angesichts einer (bereits zu Picassos Zeiten) brüchigen, instabilen Welt....
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Computerspiele Museum, Foto: Jörg Metzner
Computerspiele Museum, Foto: Jörg Metzner

Die digitale Küche

Computerspiele Museum
Berlin | 16.09.2019-29.03.2020
Essen ist eine Notwendigkeit. Essen ist aber auch ein genussvolles Erlebnis – für den Geschmacks- und Geruchssinn, für den Tastsinn und ebenso für das Auge. Das Kochen als Kulturpraxis begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen und ist in Form von Traditionen und Riten, Rezepten und besonderen Darreichungsformen sowie speziellen Werkzeugen und Utensilien fest in unserer Kultur verankert. So finden sich Nahrungsmittel nicht nur als Element in der Kunst seit jeher abgebildet, das Zubereiten einer Speise kann auch als künstlerischer Prozess verstanden werden. Mit dem Aufkommen der modernen Massenmedien haben sich die uns alltäglich umgebenden Repräsentationen von Lebensmitteln zudem völlig geändert. Kochshows, Foodblogs und Ernährungstrends einerseits und soziale Medien wie Instagram (#foodporn) andererseits überfrachten uns mit Essensansichten – im doppelten Sinn. Auch das Computerspiel greift das Thema Essen auf vielfältige Weise auf. So fungieren Früchte, Burger oder Bonbons nicht nur als appetitanregende Designelemente in Geschicklichkeitsspielen, Knobelspielen sowie Art-Games, Nahrung dient in vielen Spielen auch zum Auffüllen der Lebensenergie. Küchen sind als Schauplatz in diversen Spiele-Genres zu finden, von Plattformspielen über Adventures bis hin zu Action-Titeln und Kochsimulationen lassen Spieler*innen wild mit Zutaten experi-mentieren. Business- und Management-Simulationen hingegen ermöglichen den Aufbau eines eigenen Restaurants. Auch spielmechanisch verarbeiten Games die Notwendigkeit der Nahrungszufuhr als Spannung erzeugendes Element, beispielsweise indem die Spielfigur in einer kargen Umgebung vor dem Hungertod bewahrt werden muss. Die Darstellung von Essen und seiner Zubereitung im Computerspiel ist so vielfältig wie das Medium selbst. Die interaktive Ausstellung DIE DIGITALE KÜCHE – MIT ESSEN SPIELT MAN (NICHT) nähert sich dem Themenfeld und lädt ihre Besucher*innen zu einer Reise in die Welt der virtuellen Leckerbissen ein....
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© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)
© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)

Abriss, Trümmertunten und internationale Individuen: Berlin 1991-2010

Märkisches Museum (Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Berlin | 17.09.2019-08.12.2019
Fotografien von Annette Frick Die analogen Schwarz-Weiß-Bilder von Annette Frick begreifen den Lebensraum Berlin in seiner durchdringenden Selbsterneuerung. Die seit 1996 in Berlin arbeitende Künstlerin dokumentiert den architektonischen Wandel, seine radikalen Veränderungsprozesse und Umbrüche für das Stadtbild, und sie kombiniert das Thema von Zerfall, Abriss und Stadtentwicklung mit lustvollen Portraits der Berliner Subkultur. Frick bezieht sich mit ihren intimen Aufnahmen von bekannten und unbekannten Persönlichkeiten der Berliner Subkultur auch auf den Charakter der Hauptstadt: Sie will sich darstellen, präsentiert sich nackt, zeigt aber auch manchmal flüchtige Zurückhaltung....
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Performance Piece, 1978, Foto-Triptychon (Detail) Performerin: Maren Hassinger, Originalfotografie: Harmon Outlaw Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo © Senga Nengudi 2018
Performance Piece, 1978, Foto-Triptychon (Detail) Performerin: Maren Hassinger, Originalfotografie: Harmon Outlaw Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo © Senga Nengudi 2018

Senga Nengudi

Städtische Galerie im Lenbachhaus
München | 17.09.2019-19.01.2020
Seit fast fünf Jahrzehnten entwickelt Senga Nengudi (*1943) ein einzigartiges Œuvre, das sich zwischen Skulptur, Performance und Tanz bewegt. Bevor die Künstlerin Ende der 1980er Jahre nach Colorado Springs zog, wo sie bis heute wohnt, lebte sie hauptsächlich in Los Angeles. Die Stadt an der Westküste war in den 1960er und 1970er Jahren die Wahlheimat der afroamerikanischen künstlerischen Avantgarde, die Nengudi entscheidend mitgeprägt hat. Für ihre ikonischen R.S.V.P.-Skulpturen, die sie erstmals 1976 ausstellte und bis heute weiterentwickelt, verwendet Nengudi neben Nylonstrümpfen natürliche Materialien wie Sand und Stein. Die Künstlerin selbst bezeichnet diese suggestiven Objekte, deren abstrakte biomorphe Formen an Körper erinnern, auch als „stationäre Performances“. Wie der Titel der andauernden Werkreihe bereits andeutet – R.S.V.P. für „Répondez, s'il vous plaît“ oder „Um Antwort wird gebeten“ – werden die Skulpturen punktuell in choreografierten Performances aktiviert. Die Performance ist ein zentraler Nerv im Werk Nengudis, dem die Ausstellung besondere Aufmerksamkeit widmet. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine bebilderte Publikation in Deutsch und Englisch....
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Vorhang auf für's große Spiel!

Spielzeugmuseum Nürnberg
Nürnberg | 19.09.2019-31.12.2019
40 Jahre Gostner Hoftheater in den Räumen der Nürnberger Blechspielzeugfirma Gebrüder Einfalt Kreativ und produktiv waren Menschen in der Austraße 70 bereits, bevor das Team des Gostner Hoftheaters 1979 die Räume bezog. Die Frauen und Männer der Spielzeugfirma Gebrüder Einfalt stellten bis 1958 auf dem heutigen Theaterareal Blechspielzeug her. Ab den 1930er Jahren kombinierten sie ihr Spielzeug mit Uhrwerk-Antrieben. Die Spielzeugautos, Motorräder und Eisenbahnen fuhren – mit einem Schlüssel mechanisch aufgezogen – mit Federantrieb über kleine Blechlandschaften. Es waren Spielzeugparadiese, die aus der Spielzeugschmiede der Gebrüder Einfalt kamen. Rund 100 unterschiedliche Szenarien trugen den Markennamen "Technofix", unter anderem die Tankstelle, die Rennbahn und der Tunnel für den Alpinexpress. Aufgezogen haben die Theatermenschen des Gostner Hoftheaters in den vergangenen 40 Jahren ebenfalls so einiges: Bühnenlandschaften, Inszenierungen, Theaterexperimente und -klassiker. Eine Fülle von aussagestarken schwarz-weiß-Fotografien dokumentiert die Bühnen-Aktivitäten der Schauspielkünstlerinnen und -künstler und das pulsierende Theaterleben in der Austraße – kombiniert mit Bildern und einigen Originalen aus der bunten Welt des Nürnberger Blechspielzeugs....
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Bullaugensonnenbrillen und Vinylkrägen, 1970, Archives Pierre Cardin
Bullaugensonnenbrillen und Vinylkrägen, 1970, Archives Pierre Cardin

Pierre Cardin. Fashion Futurist

Museum Kunstpalast
Düsseldorf | 19.09.2019-05.01.2020
Viel zeichnet Cardin aus, doch alles kulminiert in der Person eines Visionärs, dessen Designphilosophie es immer war, Dinge zu schaffen „für ein Leben, das es noch gar nicht gibt – für die Welt von morgen.“ Der Kunstpalast widmet dem international bekannten Modeschöpfer die erste umfangreiche Präsentation in Deutschland. Die Schau bietet mit mehr als 60 Styles sowie Fotos und Filmmaterial Einblicke in Cardins großen kreativen Kosmos: Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den 1960er-/1970er- Jahren, in denen Cardin die Modeszene mit avantgardistischen Entwürfen für Damen und Herren revolutionierte. Als Couturier arbeitet er wie ein Bildhauer: Die Idee der Plastizität bestimmt seine Entwürfe. Seine geometrische Formensprache und dreidimensionalen Designs sind bis heute unver­wechselbar. Cardin etabliert sich mit seinen provokativen, futuristischen Kollektionen, die vor allem durch Körperbetonung und Jugendlichkeit herausstechen. Unter Verwendung neuer Materialien wie Plastik, Vinyl und Kunstleder designt er eine Mode, die mit ihren knalligen Farben und auffälligen Schnitten ein neues, freieres Lebensgefühl schafft. Bis heute ist er Alleineigentümer seines 1950 in Paris gegründeten Unternehmens. Neben dem Modelabel Pierre Cardin entwickelt er in den 1970er-Jahren eine immer breitere Produktpalette. Blickt man auf die Bandbreite seiner vielfältigen Unternehmungen zeigt sich deutlich, dass er neben seinen anspruchsvollen Entwürfen auch immer von der zentralen Idee geleitet wird, diese ebenso in populäre Produkte umzusetzen....
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Kunstmuseum Bonn, Foto: Sondermann
Kunstmuseum Bonn, Foto: Sondermann

Jetzt! Junge Malerei in Deutschland (500 Werke - 53 Künstler*innen - 4 Orte)

Kunstmuseum Bonn
Bonn | 19.09.2019-19.01.2020
Mit dem Ausstellungsprojekt Jetzt! Junge Malerei in Deutschland unternehmen das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden, die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser und die Deichtorhallen Hamburg den Versuch, den aktuellen Stand des Mediums zu bestimmen. Ziel ist es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen. Drei zentrale Prämissen leiten dieses Ausstellungsprojekt: Erstens geht es uns um die Malerei als Bild, also nicht um installative oder multimediale Erweiterungen des Mediums. Die zweite Prämisse betrifft das Alter der Teilnehmer*innen, wobei wir uns auf die Generation der seit den späten 1970er-Jahren geborenen Künstler*innen konzentrieren. Die dritte Voraussetzung betrifft den geografischen Rahmen der Ausstellung. Dass wir uns dabei auf Deutschland beschränken, resultiert allein aus der Notwendigkeit, das Untersuchungsgebiet überschaubar zu halten. Gezeigt werden rund 500 Werke von 53 Künstler*innen. Jeder der drei Ausstellungsorte zeigt alle teilnehmenden Künstler*innen mit jeweils bis zu vier Arbeiten. Künstler*innen: Mona Ardeleanu, Israel Aten, Paula Baader, Lydia Balke, Cornelia Baltes, Jagoda Bednarsky, Viola Bittl, Peppi Bottrop, Andreas Breunig, Paul Czerlitzki, Benjamin Dittrich, Jens Einhorn, Jenny Forster, Pius Fox, Max Frintrop, Sabrina Fritsch, Ina Gerken, Fabian Ginsberg, Gregor Gleiwitz, Lukas Glinkowski, Sebastian Gögel, Henriette Grahnert, Dana Greiner, Vivian Greven, Toulu Hassani, Sabrina Haunsperg, Franziska Holstein, Aneta Kajzer, Sumi Kim, Maximilian Kirmse, Li-Wen Kuo, David Lehmann, Benedikt Leonhardt, Florian Meisenberg, Monika Michalko, Hannes Michanek, Simon Modersohn, Bastian Muhr, Anna Nero, Moritz Neuhoff, Vera Palme, Alexander Pröpster, Franziska Reinbothe, Daniel Rossi, Markus Saile, Moritz Schleime, Jana Schröder, Daniel Schubert, Kristina Schuldt, Alicia Viebrock, Stefan Vogel, Jonas Weichsel, Tristan Wilczek Kurator*innen: Prof. Dr. Stephan Berg (Intendant, Kunstmuseum Bonn), Dr. Frédéric Bußmann (Direktor, Kunstsammlungen Chemnitz), Dr. Jörg Daur (Stellv. Direktor, Museum Wiesbaden), Dr. Alexander Klar (Direktor, Wiesbaden), Anja Richter (Kuratorin, Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser), Lea Schäfer (Wiss. Volontärin, Museum Wiesbaden), Dr. Christoph Schreier (Stellv. Direktor, Kunstmuseum Bonn)...
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Regina Schmeken. BLUTIGER BODEN. Die Tatorte des NSU

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Nürnberg | 19.09.2019-23.02.2020
Von 2013 bis 2016 fotografierte die Fotokünstlerin Regina Schmeken die Tatorte des NSU. Die großformatigen Schwarzweißaufnahmen sind ab Herbst 2019 im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände zu sehen und zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt inmitten deutscher Städte – auch in Nürnberg. Die als NSU – Nationalsozialistischer Untergrund – bekannt gewordene rechtsextreme terroristische Vereinigung ermordete von 2000 bis 2007 in verschiedenen deutschen Städten zehn Menschen: Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung sowie eine deutsche Polizistin. Weitere Menschen wurden bei zwei Sprengstoffanschlägen des NSU zum Teil schwer verletzt. Erst 2011 wurde die Gruppe aufgedeckt. Angehörige der Mordopfer, Betroffene der Anschläge und die internationale Öffentlichkeit erfuhren erstmals von der Existenz des NSU. Für Regina Schmeken ist die Ausstellung ein Versuch, die Fassungslosigkeit, die Ratlosigkeit, die Ohnmacht aber auch die Wut zu kanalisieren und umzusetzen und das Gedenken an die Ermordeten aufrecht zu erhalten. Ihre Bilder nehmen uns mit an die Tatorte, sie versuchen das Ungeheuerliche zu reflektieren und rufen in Erinnerung: Die Attentate waren nicht allein Angriffe auf unsere Mitbürger, es waren Angriffe auf universelle Menschenrechte und damit auf unsere Gesellschaft. Regina Schmeken fotografiert seit Mitte der siebziger Jahre. Seit 1980 werden ihre Fotografien ausgestellt. Sie erhielt nationale und internationale Auszeichnungen und gehört zu den renommiertesten deutschen Fotografinnen der Gegenwart....
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Foto: Giorgio Pastore
Foto: Giorgio Pastore

Bauhaus am Folkwang: László Moholy-Nagy

Museum Folkwang
Essen | 20.09.2019-08.12.2019
Anlässlich von „100 Jahre Bauhaus“ gibt das Museum Folkwang Einblick in seine eigenen Bestände: Im wechselnden Zusammenspiel von Malerei, Grafik, Plakat, Fotografie und Bewegtbild folgen drei Kabinettausstellungen den vielfältigen Verbindungslinien zwischen dem Museum Folkwang und dem Bauhaus. Im Verlauf des Bauhaus-Jahres widmet sich das Museum Folkwang mit Lyonel Feininger (18.1. – 14.4.2019) den expressionistischen Anfängen der Schule, stellt die Bühnenwelten (28.4. – 8.9.2019) am Bauhaus vor und zeichnet am Beispiel von László Moholy-Nagy (20.9. – Dez. 2019) die Hinwendung zu Fotografie und Film nach. 1922 zeigt das Museum Folkwang Werke von László Moholy-Nagy. Zu diesem Zeitpunkt deutet sich am Bauhaus bereits eine stärkere Ausrichtung auf das Objektiv-Serielle an, die 1923 in der Berufung Moholy-Nagys mündet. Für den Künstler sind Fotografie und Film die Ausdrucksmittel der Zukunft. Vor diesem Hintergrund zeichnet der dritte Teil der Ausstellungsreihe den Weg László Moholy-Nagys von Berlin über Weimar und Dessau bis ans New Bauhaus in Chicago nach....
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© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)
© Stadtmuseum Berlin (Foto: Christina Sieber)

Fontanes Berlin: Fotografien & Schriften | Fiktion & Wirklichkeit

Märkisches Museum (Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Berlin | 20.09.2019-05.01.2020
Zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane zeigt eine fotografische Ausstellung Berlin, wie es zu Lebzeiten des Dichters ausgesehen hat. Aktuelle Arbeiten stellen dem die heutige Stadt gegenüber. Fast 65 Jahre lang lebte Fontane in Berlin, wo er 1898 starb. Er sah den Aufbruch in die Moderne, den rasanten Stadtausbau, die Einführung von Eisenbahn und Elektrizität. Als Autor kommentierte er den Wandel der königlichen Residenz zur Metropole. Berlin-Fotografie in Vergangenheit und Gegenwart In Fontanes Zeit fiel auch die Erfindung der Fotografie. Die Ausstellung würdigt daher zwölf Fotografen, die Berlin zeitgleich mit ihm fotografisch beschrieben haben – von Leopold Ahrendts über F. Albert Schwartz bis hin zu Heinrich Zille. Den Bogen in die Gegenwart spannen der Bilderzyklus „Tatort Fontane“ des Berliner Fotografen Lorenz Kienzle und die Junior-Kuratoren, deren Arbeiten mit Fontanes Texten in den Dialog treten. Auch von der Restaurierung und Digitalisierung der Original-Manuskripte erzählt die Ausstellung....
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Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Menzel. Maler auf Papier

Kupferstichkabinett
Berlin | 20.09.2019-19.01.2020
Adolph Menzel ist das Auge des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten Gesamtüberblick über Menzels malerische Arbeiten auf Papier bieten. Adolph Menzel (1815–1905) ist bekannt als Maler großer Leinwandgemälde und als Zeichner unzähliger Bleistiftstudien. Doch erst als Maler auf Papier nutzte er die gesamte Palette seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Es sind farbige Arbeiten von der experimentellen Einzelstudie bis hin zur durchkomponierten Malerei. Die Ausstellung präsentiert neben überwiegend eigenständigen Werken auch ausgewählte Vorarbeiten für berühmte Gemälde – darunter etwa jene Porträtstudien, die als Vorarbeiten zu dem im Auftrag von König Wilhelm I. zwischen 1861 und 1865 gemalten Krönungsbild entstanden, dem größten und figurenreichsten von Menzel Gemälden. Facetten Menzels in zehn Kapiteln Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie den Besucher*innen einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er- bis Ende der 1850er-Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellt. Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde. Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ wieder vereint Bei den szenischen Darstellungen ist mit dem seit 1907 in der Sammlung befindlichen Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ (1859) eine besondere Sensation zu entdecken: Die als Folge des Zweiten Weltkrieges verlorene „Dame“ konnte im Januar 2019 nach Jahrzehnten des unbekannten Verbleibs wieder für die Sammlung des Kupferstichkabinetts zurückgewonnen werden. Das von Menzel mit Sinn für menschliche Entgleisungen beobachtete, im Umgang miteinander so abweisende Paar, ist nun erstmals seit über 70 Jahren wieder vereint. Leihgaben, Neuerwerb und Rückgewinnungen Ebenfalls präsentiert werden Werke, die nicht nur szenisch angelegt, sondern blattfüllend durchgearbeitet sind. „Platz für den großen Raffael“, eine Leihgabe aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, steht für den Aspekt des Überarbeitens in verschiedenen Techniken: 1855 als Pastell begonnen, vollendet Menzel das Werk erst vier Jahre später in Gouache. Auch die 2018 für das Kupferstichkabinett erworbenen „Schlittschuhläufer“ sind von Menzel monumental in Pastell angelegt – eine Überarbeitung in Gouache erfolgte hier jedoch nicht. Die Schlittschuhläufer sind unmittelbar nach Menzels erstem Frankreichaufenthalt im Jahr 1855 entstanden und zeugen von der Moderne, wie Menzel sie in Paris bestätigt fand und wofür in der Ausstellung die Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle „Erinnerung an Paris“ steht. Seit den 1860er-Jahren dominierte eine ausgefeilte Gouache- und Mischtechnik das Schaffen Menzels. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der „Schutzmann im Winter“ (1860/1865), eine blattfüllende Schilderungen der eigenen Zeitgenossenschaft. Ebenso wie das Porträt des als Vorarbeit zum Krönungsbild geschaffene Bild des „Oberregierungsrath Knerk“ (1863/1865) war der „Schutzmann“ seit 1941 Kriegsverlust. Seit diesem Frühjahr zurück im Bestand können die Werke nun erstmals wieder präsentiert werden. Weitere Werke aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts Drei herausragende Werktypen aus dem Bestand des Kupferstichkabinetts runden die Ausstellung ab: Das in den Jahren 1863 bis 1883 als lose Folge von 44 Gouache-Malereien für Menzels Nichte Gretel und Neffen Otto entstandene „Kinderalbum“, die Auftragsarbeiten zu den Entwürfen zum „Tafelgeschirr“ der königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin für die Silberhochzeit des Kronprinzenpaares 1883 sowie die von Menzel eigenwillig uminterpretierten Allegorien....
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Die Berge und wir - 150 Jahre Deutscher Alpenverein

Stadtmuseum Fembohaus
Nürnberg | 20.09.2019-26.01.2020
Im späten 19. Jahrhundert war es trotz der hohen Attraktivität für die meisten Menschen nicht vorstellbar, die Alpen auf eigene Faust zu entdecken. Der Deutsche Alpenverein machte es möglich, das Hochgebirge zu besuchen. Er legte im Laufe der Jahre ein umfangreiches Hütten- und Wegenetz an, lieferte Kartenmaterial, veröffentlichte Tourenbeschreibungen und organisierte das Bergführerwesen. 2019 jährt sich die Gründung des Deutschen Alpenvereins zum 150. Mal. Noch im selben Jahr gründeten Nürnberger Bergbegeisterte eine eigene Sektion, die sich zu einem prägenden Teil des Gesamtvereins entwickelte. Anlässlich beider Jubiläen nimmt die Ausstellung die Geschichte eines der größten Nürnberger Vereine in den Fokus. Dabei stehen neben der generellen Bedeutung der Alpen für unsere Gesellschaft, die Institution Alpenverein, die wirtschaftliche und sportliche Erschließung der Alpen und der Mittelgebirge, wie auch Naturschutz und Klettersport im Fokus. Einzigartige Objekte und Dokumente aus den Beständen des Sektionsarchivs und der Sammlung des Alpinen Museums München lassen 150 Jahre Berggeschichte lebendig werden. Eine Ausstellung des Alpinen Museums München in Kooperation mit der Sektion Nürnberg des Deutschen Alpenvereins....
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Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Die Armbrust - Schrecken und Schönheit

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 20.09.2019-08.03.2020
Aus den Sammlungen des Deutschen Historischen Museums Die Armbrustsammlung des Deutschen Historischen Museums gehört trotz aller Nachkriegsverluste immer noch zu den bedeutendsten der Welt. Die Armbruste und ihr Zubehör stammen aus der Zeit des 15. bis zum 20. Jahrhundert. Armbruste fanden im Mittelalter Verwendung als Kriegswaffe, später noch als Jagdwaffe. Die größte Rolle aber spielte sie als Schützenwaffe in Städten und an Fürstenhöfen. Der Berufsstand der Armbrustmacher lieferte qualitätvolle Waffen, in technischer wie in dekorativer Hinsicht. Armbruste wurden zu Trägerinnen ikonographischer Schmuckprogramme in Renaissance und Barock. Schützenvereinigungen übernahmen insbesondere in den Städten des Heiligen Römischen Reiches eine wichtige gesellschaftliche Rolle, ihre Zusammenkünfte und Feste waren Teil der städtischen Selbstdarstellung. Die Ausstellung thematisiert diese Entwicklung der Waffe und ihre gesellschaftlichen Funktionen überwiegend mit Objekten aus den Sammlungen des Deutschen Historischen Museums....
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Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle
Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle

Transcorporealities - Hier und jetzt im Mu­se­um Lud­wig Tran­s­cor­po­re­al­i­ties

Museum Ludwig
Köln | 21.09.2019-19.01.2020
Un­ter dem Ti­tel Tran­s­cor­po­re­al­i­ties wid­met sich die fünfte Auss­tel­lung der Rei­he HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig der Kom­plex­ität von Kör­per­lichkeit. Neue ma­te­rial­is­tische und posthu­man­is­tische The­o­rien ge­hen davon aus, dass alle Kör­p­er poröse, of­fene Sys­teme sind, die sich im stän­di­gen Aus­tausch mit an­deren Kör­pern und ihr­er Umwelt ge­gen­seitig durch­drin­gen und in­ei­nan­der­fließen. In die­sem Sinne ak­tiviert die Auss­tel­lung ei­nen Tran­si­traum des Mu­se­ums: das Ein­gangs­foy­er. Rund um eine Bühne für Per­for­mance, Tanz, kün­st­lerische Forschung, Diskus­sion und Dia­log ver­wan­deln die ein­ge­la­de­nen Kün­stler*in­nen sowie lokal und in­ter­na­tio­n­al agierende Kollek­tive das Foy­er in ei­nen flex­i­blen Auss­tel­lungs­raum....
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Museum für Kommunikation Frankfurt
Museum für Kommunikation Frankfurt

Gesten. Gestern, heute, übermorgen

Museum für Kommunikation Frankfurt
Frankfurt/Main | 25.09.2019-02.08.2020
Mit dem Daumen nach oben signalisieren wir unser Okay, mit der „Scheibenwischergeste“ unser Unverständnis, und wenn wir eine imaginäre Kurbel betätigen, möchten wir in der Regel, dass jemand sein Autofenster herunterlässt: Mit unseren Händen imitieren wir Objekte und wie wir mit ihnen umgehen. Sie begleiten unser Sprechen und sind ein wichtiger Teil der Alltagskommunikation. In einer zunehmend technisierten Welt revolutionieren Gesten auch unseren Umgang mit Gegenständen wie Autos, Fernsehern, Computern, Haushaltsgeräten oder Spielkonsolen. Die interaktive Ausstellung „Gesten. Gestern, heute, übermorgen“, die das Museum für Kommunikation Frankfurt ab September 2019 zeigt, macht Gesten und ihre vielfältigen Bezugspunkte zu aktuellen kulturellen und technischen Entwicklungen und Wandlungsprozessen erfahr- und erlebbar. In dem von der Technischen Universität Chemnitz gemeinsam mit dem Linzer Ars Electronica Futurelab und Sächsischen Industriemuseum entwickelten Projekt treffen interaktive Installationen auf geschichtsträchtige Exponate sowie auf Kunstwerke, die sich mit Gesten allgemein als menschlich hervorgebrachte Zeichen auseinandersetzen. Die Besucher/innen können selbst erkunden und ausprobieren: Wie hängen Gestik und Sprechen zusammen? Was unterscheidet eine Roboterhand von einer menschlichen Hand? Wie kann die Geste der flachen Hand zu einem virtuellen Flugzeug werden? Wie blättert man in einem Gestenlexikon?...
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Schirn_Presse_Hannah_Ryggen_Jul_Kvale_1956.jpg HANNAH RYGGEN, 26. SEPTEMBER 2019 – 12. JANUAR 2020, Hannah Ryggen, Jul Kvale, 1956, Tapestry weave in wool and linen, 190 x 200 cm, Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Trondheim, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Anders Sundet Solberg
Schirn_Presse_Hannah_Ryggen_Jul_Kvale_1956.jpg HANNAH RYGGEN, 26. SEPTEMBER 2019 – 12. JANUAR 2020, Hannah Ryggen, Jul Kvale, 1956, Tapestry weave in wool and linen, 190 x 200 cm, Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Trondheim, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Anders Sundet Solberg

Hannah Ryggen

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Frankfurt/Main | 26.09.2019-12.01.2020
Hannah Ryggen webt Geschich­ten von verblüf­fen­der Aktua­li­tät. Ihre monu­men­ta­len Wand­tep­pi­che grei­fen mutig die grund­le­gen­den Themen des Lebens in unse­rer Gesell­schaft auf: die Gräu­el­ta­ten des Krie­ges, Macht­miss­brauch, unser Ange­wie­sen­sein auf die Natur und die Verbin­dung zu unse­ren Fami­lien und Mitmen­schen. Von einem klei­nen autar­ken Bauern­hof an der West­küste Norwe­gens aus schuf die schwe­disch-norwe­gi­sche Künst­le­rin ein eindrucks­vol­les, poli­tisch inspi­rier­tes Werk. Sie lancierte bild­li­che Angriffe auf Hitler, Franco und Musso­lini und setzte sich deut­lich hörbar für die Opfer von Faschis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus ein. Die SCHIRN präsen­tiert – anläss­lich des Ehren­gast­auf­tritts Norwe­gens auf der Frank­fur­ter Buch­messe 2019 – eine große Einzel­aus­stel­lung, die dem Publi­kum in Deutsch­land erst­mals einen umfas­sen­den Einblick in Ryggens OEuvre gewährt. In den rund 25 gezeig­ten Tapis­se­rien wird Hannah Ryggen auch als Vertre­te­rin einer ande­ren Art von Moderne vorge­stellt, in der sich Elemente aus Volks­kunst und Mytho­lo­gie mit Themen des gegen­wär­ti­gen Lebens mischen. Dabei erkun­dete sie ein ganz neues Spek­trum von Moti­ven und verwen­dete ein tradi­tio­nel­les Medium für ein neuar­ti­ges Ziel: der Öffent­lich­keit mit Wand­tep­pi­chen, die von Ort zu Ort bewegt werden konn­ten, ihre star­ken poli­ti­schen Botschaf­ten mitzu­tei­len....
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Eckhard Schaar (1932–2012), Bodybuilder, um 1985, C-Print, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, © Eckhard Schaar
Eckhard Schaar (1932–2012), Bodybuilder, um 1985, C-Print, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, © Eckhard Schaar

Der Amateur Vom Bauhaus zu Instagram

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Hamburg | 27.09.2019-12.01.2020
In der Ausstellung Der Amateur. Vom Bauhaus zu Instagram widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) der Amateurfotografie und ihrem Innovationspotenzial. Seit Milliarden von Smartphone-Besitzern weltweit ihr Leben täglich in Schnappschüssen festhalten und die Fotografie ein selbstverständliches Mittel der Kommunikation geworden ist, scheint der Amateur aktueller denn je. Neben der seit ihrer Erfindung vorangetriebenen Professionalisierung hatte das kreative und demokratische Potential des Amateurs immer eine große Bedeutung und hat es noch heute. Die Ausstellung blickt aus der Gegenwart auf die Geschichte dieses Phänomens. Ein Schwerpunkt des historischen Teils ist der Amateur am Bauhaus: seine ästhetischen Regelbrüche, seine spezifische Art, die Lebenswirklichkeit abzubilden wie auch seine Idee, die Gesellschaft zu verändern. Die Ausstellung zeigt rund 150 aktuelle und historische internationale Positionen von Amateuren und künstlerische Positionen über Amateure. Sie beleuchtet die Logik der Bildproduktion auf Fotosharing-Portalen wie Instagram, betrachtet die gegenwärtige Bedeutung der Amateurfotografie und fragt, welches Potential heute in ihr liegt. Schaut man auf die Figur des „neuen“ digitalen Amateurs, ergeben sich Fragen, die die Ausstellung in einem weiteren Schwerpunkt untersucht: Was passiert, wenn Milliarden Menschen täglich Bilder aufnehmen, benutzen, sortieren und online stellen? Welche kreative Kraft wohnt diesen Bildern inne? Welche gesellschaftliche und politische Relevanz wird in den partizipativen Projekten und den Bildersammlungen etwa von Bürgerjournalisten sichtbar?...
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Museum Europäischer Kulturen. Bruno-Paul-Bau. Berlin-Dahlem, © Staatliche Museen zu Berlin / Ute Franz-Scarciglia
Museum Europäischer Kulturen. Bruno-Paul-Bau. Berlin-Dahlem, © Staatliche Museen zu Berlin / Ute Franz-Scarciglia

Fast Fashion: Die Schattenseiten der Mode

Museum Europäischer Kulturen
Berlin | 27.09.2019-02.08.2020
„Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode“, konzipiert vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzent*innen und Umwelt und regt die Besucher*innen an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) ergänzt die Auseinandersetzung mit der Fast Fashion um Einblicke in die Berliner Slow Fashion Szene: Als Dreh- und Angelpunkt der internationalen fairen Modewelt entstehen in Berlin zahlreiche innovative Ideen, wie Mode nachhaltig produziert und genutzt werden kann und gleichzeitig Spaß machen kann. Die globale Fast Fashion-Industrie Noch bevor Kleidungsstücke im Handel landen, werden die größten „Modesünden“ begangen: Allein für ein T-Shirt aus Baumwolle werden 2700 Liter Wasser verbraucht, welches nach chemischen Färbeprozessen nicht selten mit Giftstoffen belastet in Flüsse gelangt. Unter dauerhaften Umweltverschmutzungen und verseuchtem Grundwasser leiden die Menschen vor Ort in Ländern wie Bangladesch. Dort verdienen zumeist Frauen ihren Lebensunterhalt als Näherinnen in der Bekleidungsindustrie. Ihre Arbeitsbedingungen und ihr Lohn werden von immer mehr Konsument*innen als unfair eingestuft: Wie kann es sein, dass ein T-Shirt weniger kostet als ein Cappuccino? Der Ausstellungsbereich „Fast Fashion“ erläutert, wie die globale Fast Fashion-Industrie funktioniert und wie Produzent*innen und Konsument*innen zusammenhängen. Fair und nachhaltig: Slow Fashion Durch die Auseinandersetzung mit den Folgen der Fast Fashion für Mensch und Umwelt steigt das öffentliche Interesse an fairer Mode. Der Ausstellungsbereich „Slow Fashion“ bietet Einblicke in die Berliner Szene der fairen Mode. Mit „Neonyt“ findet in Berlin jedes Jahr die weltweit größte Messe für faire Mode statt. Designer*innen und kreative Köpfe setzen Trends und entwickeln innovative Ansätze und Materialien und entschleunigen den Kreislauf der Mode. Das MEK stellt Berliner Pionier*innen der fairen und nachhaltigen Mode vor. Sie erzählen, was für sie faire und nachhaltige Mode ist – vom umweltschonenden Upcycling überfaire Produktionsbedingungen bis hin zu Kleidungsstücken aus zertifizierten Stoffen und Kleidertauschpartys....
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K21 Ständehaus, Foto: Ralph Richter
K21 Ständehaus, Foto: Ralph Richter

Carsten Nicolai. Parallax Symmetry

K21 Ständehaus - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf | 28.09.2019-19.01.2020
Das K21 zeigt im Herbst eine Übersichtsausstellung des Künstlers und Musikers Carsten Nicolai (geb. 1965, lebt in Berlin). Nicolai arbeitet seit den frühen 1990er Jahren an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Mit elektronischem Klang- und Lichtmaterial erzeugt er minimalistische Installationen, Sound-Performances und Darstellungen von physikalischen Phänomenen, die Systeme und Strukturen der Medienwelt reflektieren. Als Musiker ist Nicolai unter dem Pseudonym Alva Noto einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Seit seiner Teilnahme an der documenta X (1997) und an den Venedig-Biennalen 2001 und 2003 wird er auch als bildender Künstler weltweit ausgestellt. Begleitend zu Nicolais Ausstellung im Untergeschoss findet auf der Piazza von K21 eine Reihe von elektronischen Live-Konzerten und Performances statt....
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Lucas Blalock

Museum Kurhaus Kleve - Ewald Mataré-Sammlung
Kleve | 28.09.2019-26.01.2020
Das Museum Kurhaus Kleve bereitet für 2019 die erste große Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers Lucas Blalock in Europa vor. Blalock, der hier noch nahezu unbekannt ist und in den USA gerade entdeckt wird, gilt als Vertreter einer neuen innovativen Fotografie. Mit einfachen Alltagsobjekten schafft der Künstler schräge Tableaus, die an das surrealistische Zusammentreffen von Nähmaschine und Regenschirm auf dem Seziertisch von Lautréamont erinnern. Blalock inszeniert Esswaren, Plastikflaschen und Handschuhe zu Stillleben, die er fotografiert und im Anschluss digital manipuliert. Dabei wird der Mechanismus der virtuellen Interventionen nicht vertuscht, sondern als bildnerische Komponente in die Arbeiten integriert: Stempeln, Klonen, und Retuschieren verwandeln seine Arrangements in Bilder, in denen analoge und digitale Elemente als gleichwertige Akteure auftreten und interagieren. Blalock lehnt sich in seiner Arbeit an Bertolt Brecht an, der für seine Verfremdungseffekte verschiedene Hilfsmittel entwickelte, um die theatralische Illusion zu brechen und die Aufmerksamkeit des Publikums auf die sozialen und politischen Implikationen seiner Stücke zu lenken. Blalock arbeitet mit ähnlichen Strategien, indem er die Konstruktion seiner Bilder offenlegt und damit tragisch-komische Kompositionen schafft, die sich auf die Geschichte der Kunst genauso beziehen wie auf die amerikanische Konsumkultur und Politik. Seine Stillleben zeigen Ramsch aus Billigläden, es sind Tiefpunkte der Warenwelt, mit denen die missratenen Seiten in den Fokus gerückt werden. Ein Selbstporträt als Kettenraucher, das an Philip Guston erinnert; eine braune Tür, die sich auf Ed Ruschas Schokoladenraum bezieht; ein Stillleben, das an Cézannes paradigmatische Inszenierung von Äpfeln erinnert. Nicht ohne Humor bedient sich Blalock der Kunstgeschichte, um das Scheitern neu aufzulegen und zugleich historisch zu verorten. Ein Bild muss dabei nicht notwendigerweise digital bearbeitet werden, so ist die Arbeit The Chocolate Door ein „objet trouvé“ – Blalock hat es genauso übernommen wie er es vorgefunden hat. Politische Aspekte werden subtil über diese Arbeiten geschichtet, indem Blalock zum Beispiel einen Ausstellungstitel wie „Ketchup as a Vegetable“ wählt, der auf einen absurden Skandal aus der amerikanischen Politik der Reagan-Ära verweist. Um die Ausgaben für Mittagessen an öffentlichen Schulen zu reduzieren, wurde vorgeschlagen, Ketchup als Gemüse zu definieren, womit man gleichzeitig die vorgegebenen Nahrungsstandards hätte einhalten können und dennoch Kosten gespart hätte. Damit verweist Blalock auf die ständige Ausnutzung der ärmsten Schichten Amerikas zugunsten profitabler Renditen. Eine Tatsache, welcher er nicht mit dem moralischen Zeigefinger begegnet, sondern deren Absurdität er durch eine wörtliche Auslegung und daraus resultierender tragisch-komischer Inszenierung vor Augen führt....
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Zeitkolorit

Deutsches Textilmuseum
Krefeld | 29.09.2019-29.03.2020
Die Ausstellung präsentiert Entwicklungen der Mode in der Zeit um 1880 bis in die 1930er Jahre unter dem Aspekt der Erfindung und Anwendung von synthetischen Färbemitteln in der Textilherstellung. Den Überlegungen zur Farbigkeit im Textilien im Haushaus wird dabei ein Themenschwerpunkt gewidmet. Zu den Exponaten zählen neben Kleidung und Accessoires auch Fläschchen mit originalen Färbesubstanzen, Färbeproben, Musterbüchern, Modejournalen und Fotografien. Als Zeugnisse des gesellschaftlichen Lebens, der Politik und Wirtschaft vermitteln sie sowohl individuelle Ausdruckweisen als auch ein Stimmungsbild der Zeit....
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Geheimsache Bahn

DB Museum
Nürnberg | 01.10.2019-15.12.2019
Werden Sie zum Agenten und decken Sie lang gehegte Geheimnisse der Eisenbahngeschichte auf. Die interaktive Sonderausstellung „Geheimsache Bahn“ zeigt ab 14. Dezember 2018 die geheimnisvolle Seite der deutschen Eisenbahn. Tauchen Sie ein in Agatha Christies Roman und begeben Sie sich auf Hercule Poirots Spuren durch den Orient-Express. Lüften Sie die Geheimnisse von Hitlers Goldzug oder jagen Sie den S-Bahn-Mörder von Berlin. Wir öffnen die Akte zur „Geheimsache Bahn“ und zeigen Mythen und Legenden aus über 180 Jahren Eisenbahngeschichte. Die Ausstellung offenbart auf etwa 200 Quadratmetern unbekannte Geheimnisse, verschwiegene Details und lang vergessene Geschichten. Werfen Sie einen Blick in die dunkelsten Ecken der Archivschränke und werden Sie zum Eisenbahn-Detektiv. Es lohnt sich!...
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Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Rembrandt & Menzel: Meister der Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett

Kupferstichkabinett
Berlin | 01.10.2019-12.01.2020
Rembrandt Hermansz. van Rijn (1606–1669) ist nicht nur ein Virtuose der Ölmalerei, er gilt auch als ein Leitstern der graphischen Künste. Schon zu Lebzeiten Rembrandts wurden seine Druckgraphiken geschätzt, gesammelt und bald auch katalogisiert. Die Zuschreibungen waren zunächst eher zuversichtlich als kritisch. Während die Werkverzeichnisse aus dem 18. Jahrhundert bis zu 375 graphische Arbeiten des Meisters zählten, gelten gegenwärtig noch etwa 290 Radierungen als Arbeiten seiner Hand. Bis heute – 350 Jahre nach seinem Tod – haben die Werke nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Der Name Rembrandt ist zu einer Marke geworden. Auch unter Künstlern fand Rembrandt zahllose Bewunderer und auch Nachahmer. So schrieb der Berliner Maler Adolph Menzel (1815–1905) im April 1844 an einen Freund: „Ich treibe mich überhaupt jetzt viel auf dem Kupferstichkabinett herum, genieße die Radirungen der Niederländer, vor allem Rembrandt, der doch unter allen hierin der Solitär ist und bleibt, je öfter man ihn durchsieht, desto mehr Ehrfurcht kriegt man vor ihm; […]!“ Menzel studierte Rembrandt in den 1840er Jahren im Berliner Kupferstichkabinett, das damals im Schloss Monbijou, nahe der Museumsinsel, der Öffentlichkeit zugänglich war. Inspiriert durch den Stil des Hauptmeisters der Radierung experimentierte Menzel, der von Hause aus Druckgraphiker war, sogar selbst mit der Radiernadel. Den Radierungen Rembrandts, wie Adolph Menzel sie in den 1840er Jahren im Berliner Kupferstichkabinett studieren konnte, widmet sich diese Ausstellung und zeigt fünfundzwanzig Druckgraphiken Rembrandts und vier aus seiner Auseinandersetzung resultierende Arbeiten Adolph Menzels....
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Berlins größte Grabung - Forschungsareal Biesdorf

Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin im Neuen Museum
Berlin | 02.10.2019-19.04.2020
Was machen Archäolog*innen auf der Baustelle? Was sich viele angesichts der zahlreichen Großbaustellen Berlins schon gefragt haben mögen, bekommt in dieser Ausstellung die Antwort: Sie erforschen die Geschichte unter unseren Füßen. Berlins größte Ausgrabung fand 1999 bis 2014 bauvorbereitend in Biesdorf statt – auf gut 22 Hektar Fläche konnten 10.000 Jahre Siedlungsgeschichte an der Wuhle dokumentiert werden, bevor hier erneut Häuser gebaut wurden. Die Sonderausstellung macht erlebbar, wie Forscher*innen arbeiten und präsentiert außergewöhnliche Funde, wie etwa eine steinzeitliche Hirschmaske, die zu den ältesten Funden Berlins zählt....
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Rembrandt (Harmensz. van Rijn),Abraham, die Engel bewirtend, 1656, Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum, Foto: Dieter Bongartz
Rembrandt (Harmensz. van Rijn),Abraham, die Engel bewirtend, 1656, Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum, Foto: Dieter Bongartz

Rembrandts graphische Welt

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Köln | 04.10.2019-12.01.2020
Rembrandt Harmensz. van Rijn starb am 4. Oktober 1669 in Amsterdam. Exakt 350 Jahre später, am 4. Oktober 2019, startet in Köln die erste von zwei Hommagen des Wallraf-Richartz-Museum an den berühmten Maler. Ergänzend zu seiner großen Sonderschau „Inside Rembrandt“ (1.11.2019 – 1.3.2020) zeigt das Museum eine feine Auswahl an Radierungen aus seinem 160 Rembrandt-Blätter umfassenden Gesamtbestand in der Graphischen Sammlung. Die Arbeiten zeichnen sich sowohl durch eine hohe ästhetische Qualität, einen vorzüglichen Erhaltungszustand als auch durch die besondere Kunstfertigkeit des Radierers Rembrandt aus. So genial er mit dem Pinsel agierte, so gekonnt lagen ihm auch Stichel und Nadel in der Hand. Die Kupferplatte war ihm genauso wichtig wie die Leinwand. Oft überarbeitete er sie so lange, bis er das gewünschte Ergebnis erzielte. Aber auch seine kluge Materialauswahl verleiht den Werken den Touch des Besonderen, denn statt des üblichen Büttenpapiers entschied sich Rembrandt für Japanpapier. Zu den ausgewählten Spitzenblättern der Graphischen Sammlung im Wallraf gehören unter anderen „Abraham, die Engel bewirtend“ oder die „Drei Kreuze“. „Rembrandts graphische Welt“ fragt anschaulich nach den ästhetischen wie materiellen Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Rembrandt-Radierung auch nach rund 400 Jahren von Sammlern, Kennern und Liebhabern der Graphik als ein Meisterwerk angesehen wird....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Buggo, Poppo und Bligger. Geschichten aus einem Kloster

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 09.10.2019-19.04.2020
DAS ZISTERZIENSERKLOSTER SCHÖNAU wurde 1142, abgelegen im Odenwald, durch den Bischof von Worms gegründet und 1558 durch die pfälzischen Kurfürsten aufgehoben. Bis auf das Refektorium und spärliche Mauerreste wurde es abgebrochen bzw. überbaut. Um 1860 erwarb das Germanische Nationalmuseum zehn Zeichnungen, die die Geschichte des Klosters darstellen. Sie entstanden kurz vor der Aufhebung des Konvents in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Blätter erzählen wahre und legendäre Begebenheiten aus dem Klosterleben. Zu den heute am häufigsten verwendeten Illustrationen für das mittelalterliche Bauwesen zählen zwei Blätter, die den Bau des Klosters darstellen. Eine andere Zeichnung zeigt die heilige Hildegundis, die der Legende nach als Mann verkleidet in das Männerkloster eingetreten sein soll. Die sogenannte „Stiefelrevolte“, die ausbrach, weil Laienbrüder zur nächtlichen Gebetszeit nicht ebenfalls neue Nachtschuhe tragen durften wie die Mönche, ist ebenfalls in Szene gesetzt....
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Foto: Käthe-Kollwitz-Museum Köln
Foto: Käthe-Kollwitz-Museum Köln

Berliner Realismus

Käthe-Kollwitz-Museum Köln
Köln | 10.10.2019-05.01.2020
Rau, ruppig und politisch unbequem: Die Berliner Kunst zur Kaiserzeit besitzt Sprengkraft. Von Wilhelm II. mit dem Verdikt der ›Rinnsteinkunst‹ belegt, widmen sich Künstler der Berliner Secession um 1900 erstmals dezidiert sozialen Themen. Sie begründen eine spezifisch berlinische Tradition des sozialkritischen Realismus, die in der Kunst der Weimarer Republik ihre konsequente Fortsetzung findet. Mit der Ausstellung BERLINER REALISMUS – VON KÄTHE KOLLWITZ BIS OTTO DIX spannt das Käthe Kollwitz Museum Köln einen zeitlichen Bogen von den 1890er bis zu den 1930er Jahren. Im Fokus stehen dabei Künstler wie Heinrich Zille, Hans Baluschek und Käthe Kollwitz, die die prekären Lebens- und Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft, die durch die Industrialisierung stark angewachsen ist, zum Thema ihrer Werke machen. Einen drastischen Einschnitt stellt der Erste Weltkrieg dar. Die zweite Generation von Künstlern, die in der Ausstellung gezeigt werden – darunter Otto Dix, George Grosz und Otto Nagel – ergreift nicht etwa Partei für ›den kleinen Mann‹, sondern kritisiert in ihrem Werk grundsätzlich die gesellschaftlichen Missstände der Weimarer Republik....
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Rautenstrauch-Joest-Museum, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
Rautenstrauch-Joest-Museum, Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

Indische Jain-Malerei aus der Sammlung Eva und Konrad Seitz

Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt
Köln | 10.10.2019-05.01.2020
Die Ausstellung ist eine Präsentation einer wertvollen Schenkung von Jain-Miniaturen aus mehreren Epochen und geografisch unterschiedlichen Regionen, wie Gujerat und Rajputan. Sie zeigt exemplarisch die Stilentwicklung in der Jain-Malerei zwischen 1375 und 1620 mittels illuminierter Manuskriptseiten aus dem Kalpasutra und dem Kalakacharya-Katha....
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Ist das Mode oder kann das weg!? 40 Jahre VOGUE Deutschland

Museum Villa Stuck
München | 10.10.2019-12.01.2020
»Ist das Mode oder kann das weg!?« lautet der Titel der Ausstellung, die anlässlich des 40. Geburtstags der deutschen VOGUE die Geschichte eines der einflussreichsten Modemagazine der Welt erzählt. VOGUE wurde 1892 in den USA gegründet, eine deutsche Ausgabe erschien erstmals vom April 1928 bis Oktober 1929 mit Verlagssitz in Berlin. Seit August 1979 wird die deutsche VOGUE monatlich am heutigen Verlagsstandort München herausgegeben. Seit vier Jahrzehnten widmet sich die Zeitschrift nun schon den ästhetischen Phänomenen ihrer Zeit, stellt Mode in den Kontext von Gesellschaft und Kultur und ist dabei immer auf dem neuesten Stand der Fotografie und des Designs. Für die deutsche Ausgabe ist seit 2003 Christiane Arp als Chefredakteurin verantwortlich, Vorgängerinnen waren unter anderem Angelica Blechschmidt und Christa Dowling. Die Ausstellung im Museum VILLA STUCK anlässlich des 40-jährigen Bestehens der deutschen Ausgabe von VOGUE ist eine Zeitreise in das Gestern, Heute, vor allem aber das Morgen des Mode-Journalismus, der längst nicht mehr auf das gedruckte Magazin beschränkt ist, sondern Mode auf vielen Plattformen – digital, audio-visuell oder in Form von Events erlebbar macht. Auch deshalb wird es in der Ausstellung Video-, Sound- und Virtual-Reality-Stationen geben, die den Besucher*innen nie gesehene Einblicke in diese faszinierende Welt erlauben. Daneben sind Vintage-Drucke aus den letzten vier Jahrzehnten, wegweisende Fotografien aus herausragenden Modeshootings, unveröffentlichte Arbeiten und Originalmagazine ausgestellt. Darunter Karl Lagerfeld, Peter Lindbergh und David Bailey....
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Technikland® – staunen @ lernen

Museum Industriekultur Nürnberg
Nürnberg | 10.10.2019-16.02.2020
Das Lernlabor Technikland® – staunen@lernen bietet über 30 Experimentierstationen, an denen, am Lehrplan orientiert, selbständig gearbeitet wird. Dabei werden Kindern und Jugendlichen naturwissenschaftliche und technische Phänomene spielerisch vermittelt, intuitiv erfahrbar und begreifbar gemacht. Historische Zusammenhänge und Bezüge zu technischen Abläufen im Alltag zeigen Beispiele aus folgenden Themenkomplexen auf: – Kraft und Konstruktion – Energie – Licht und Farben – Computer, Robotik und Navigation...
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Schirn_Presse_Combat_1965.jpg LEE KRASNER, 11. OKTOBER 2019 – 12. JANUAR 2020, Lee Krasner, Combat, 1965, National Gallery of Victoria, Melbourne, Felton Bequest, 1992 (IC1-1992). © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Pollock-Krasner Foundation/ ARS, New York. Licensed by Copyright Agency, 2018
Schirn_Presse_Combat_1965.jpg LEE KRASNER, 11. OKTOBER 2019 – 12. JANUAR 2020, Lee Krasner, Combat, 1965, National Gallery of Victoria, Melbourne, Felton Bequest, 1992 (IC1-1992). © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Pollock-Krasner Foundation/ ARS, New York. Licensed by Copyright Agency, 2018

Lee Krasner

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Frankfurt/Main | 11.10.2019-12.01.2020
Eine Pionie­rin des abstrak­ten Expres­sio­nis­mus ist nach mehr als 50 Jahren in einer großen Retro­spek­tive wieder in Europa zu sehen: Lee Kras­ner. Die Ausstel­lung der SCHIRN erzählt die Geschichte einer der unbe­irr­bars­ten Künst­le­rin­nen des 20. Jahr­hun­derts. Präsen­tiert wird das Gesamt­werk der US-Ameri­ka­ne­rin, darun­ter Selbst­por­träts, Aktdar­stel­lun­gen in Kohle, die streng geome­tri­schen Little Images oder wegwei­sende Gemälde der Prophecy-Reihe, expe­ri­men­telle Haupt­werke der Umber- und Primary-Serie und späte Colla­gen. Lee Kras­ner war Mitglied der Ameri­can Abstract Artists und pflegte Freund­schaf­ten zu Ray Eames, Willem de Koon­ing und Franz Kline. Lange Zeit stand sie als Künst­le­rin im Schat­ten ihres Ehemanns Jack­son Pollock. Nach dessen frühem Tod bei einem Auto­un­fall 1956 entschied sie sich, Pollocks Atelier zu nutzen, und leitete damit eine neue Phase ihrer künst­le­ri­schen Karriere ein. Erst­mals konnte sie auf monu­men­ta­len, nicht aufge­zo­ge­nen Lein­wän­den arbei­ten. Es entstan­den einige ihrer bedeu­tends­ten Arbei­ten, u. a. „The Guar­dian“, „Happy Lady“, „Combat“ oder „Siren“. Anders als andere Künst­le­rin­nen und Künst­ler ihrer Zeit, die eben­falls unge­gen­ständ­lich malten, entwi­ckelte Kras­ner nie einen „signa­ture style“, sondern reflek­tierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bild­spra­che stets neu zu erfin­den....
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Foto: Giorgio Pastore
Foto: Giorgio Pastore

Shin Matsunaga: Made in Japan - Plakate

Museum Folkwang
Essen | 11.10.2019-12.01.2020
Seit Ende der 1960er Jahre gehört der 1940 in Tokio geborene Shin Matsunaga zu den international bedeutendsten Grafikdesignern Japans. Er verbindet traditionelle japanische Grafik und Zeichnung mit westlichen Designentwicklungen zu einer kreativen Formenwelt, ohne diese jedoch zu verschmelzen....
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Orpheus - Traum und Mythos in der modernen Kunst

August Macke Haus
Bonn | 11.10.2019-16.02.2020
Orpheus – der mythische Sänger und Priester, der die wilden Tiere, selbst Pflanzen und Felsen, bezauberte und die Götter der Unterwelt bewegte, seine Frau Eurydike ins Leben zurückholen zu dürfen, der aus menschlichem Unvermögen scheiterte, den Frauen entsagte und deshalb von den Mänaden zerrissen wurde, dessen Haupt aber weiter sang – dieser vielseitige Orpheus wurde von Künstlern aller Sparten und Zeiten zum Motiv gewählt. Anlässlich des Beethoven-Jubiläums und gefördert von der BTHV2020 GmbH feiern wir den Prototyp aller Musiker und Künstler mit einer Ausstellung. Ausgehend von einer von August Macke 1912/13 entworfenen Stickerei und deren Zusammenhängen in seinem Werk, entfaltet die Ausstellung die Verarbeitung des Orpheus-Stoffes in einem spannungsvollen Wechsel internationaler künstlerischer Positionen seit dem Symbolismus bis in die heutige Zeit. Von symbolhaften Verdichtungen in Gemälden und Skulpturen über graphische Folgen bis hin zu Bühnenentwürfen und kunsthandwerklichen Arbeiten verdichtet die Schau alle Spielarten künstlerischer Gestaltung. Der Parcours enthält verschiedene kunsthistorische Stile, erscheint aber, ausgelöst durch das besondere Thema, vor allem voller individueller Emotionen, welche Glück, Trauer, Tod und grausames Schicksal ebenso spiegeln wie Zweifel und Kühnheit künstlerischer Inspiration, Verbundenheit mit der Antike und Aufbruch zu neuen Entwicklungen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, u.a. mit einem inspirierenden Text von Elke Heidenreich über den Orpheus-Mythos und seine Wirkungen in der Musik....
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Alte Nationalgalerie (Detail). Museumsinsel Berlin, Bodestraße. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Alte Nationalgalerie (Detail). Museumsinsel Berlin, Bodestraße. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Kampf um Sichtbarkeit Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Alte Nationalgalerie
Berlin | 11.10.2019-08.03.2020
Vor genau 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Kunststudium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen. Kein Grund zum Feiern, eher Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen in den Blick zu nehmen, die es trotz aller Widrigkeiten in die Kunstöffentlichkeit geschafft und Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie gefunden haben. Darunter das selbstbewusste Porträt Sabine Lepsius, Maria Slavonas impressionistische Ansicht von den Häusern Montmartres oder die eindrucksvollen Gemälde Caroline Barduas. Mehr noch als den Malerinnen schlugen den Bildhauerinnen Vorurteile gegen ihr künstlerisches Schaffen entgegen. Die kraftvollen Arbeiten der deutsch-amerikanischen Bildhauerin Elisabeth Ney, der Berlinerinnen Käthe Kollwitz oder Renée Sintenis zeugen vom Gegenteil. Neben den bekannten Namen lädt die Ausstellung auch zum Entdecken unbekannter Positionen ein, die zum Teil erstmals in der Alten Nationalgalerie präsentiert werden.  ...
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Foto: Giorgio Pastore
Foto: Giorgio Pastore

I was a Robot - Science Fiction und Popkultur

Museum Folkwang
Essen | 11.10.2019-15.03.2020
In Zusammenarbeit mit dem Maison d’Ailleurs, einer der weltweit bedeutendsten Science Fiction Sammlungen, untersucht die Ausstellung unser Verhältnis zu Robotern, Cyborgs und künstlicher Intelligenz in Science Fiction und Popkultur. Plakate, Magazine, Filme, Objekte und Video-Games entführen in Bildwelten, in denen Roboter und Mischwesen zu Metaphern unserer eigenen Entfremdung werden. In der phantastischen Imagination von Zukunft spiegeln sich historisch wie aktuell Vorstellungen von Mensch und Technik wider....
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Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)
Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)

Perspektivenwechsel - Das Neue Museum feiert sein 10-jähriges Jubiläum

Neues Museum
Berlin | 12.10.2019-26.01.2020
Im Oktober 2019 jährt sich die Wiedereröffnung des Neuen Museums, dessen Restaurierung und Wiederaufbau 2009 unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield fertiggestellt wurde, zum zehnten Mal. Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums zeigt eine Kunstinstallation mit 10 Themen und 160 Objekten ungewöhnliche Perspektiven auf die ausgestellten Sammlungen und animiert zum eigenständigen Erkunden des Neuen Museum. Im Griechischen Hof wird ein Ensemble aus Stelen und Podesten mit reflektierenden und lichtbrechenden Oberflächen stehen. Das einfallende, sich stetig verändernde Tageslicht sowie Spotlights aus Scheinwerfern erzeugen beeindruckende Lichtspiele. Auf den Podesten stehen einzelne Themen symbolisierende Kunstobjekte, die Bezüge zu Originalen der Sammlungen im ganzen Haus herstellen. Über Lichtreflexe werden die unterschiedlichen Beziehungen und Verknüpfungen der Themen und Objekte verdeutlicht. Die Besucherinnen und Besucher erkunden die Installation und das Neue Museum, indem sie kleine „Schatz-Karten“ mit spannenden Details zu unterschiedlichen Exponaten aus den Stelen und Podesten ziehen. Diese Karten führen sie in die Ausstellungsräume und zu den Originalen und laden ein, mögliche Zusammenhänge zwischen den Objekten zu erkunden. Die Installation hinterfragt traditionelle Ausstellungs- und Führungskonzepte und weist auf den subjektiven Charakter einer jeden Museumspräsentation hin, die stets durch das aktuelle sozio-kulturelle Umfeld geprägt ist und dadurch ihre eigene „Wahrheit“ konstruiert. David Olbrich, künstlerischer Leiter des Projektes, erläutert: „Die für das 10-jährige Jubiläum erstellten Aufbauten im Griechischen Hof folgen der Frage, ob die Beziehungen, die wir zu anderen Menschen, unserem Umfeld und der Natur haben, nur auf Beherrschung und vorgefertigten Lösungen aufgebaut sind, oder ob wir es zulassen, dass sie uns verzaubern, verwandeln und neue Raumideen eröffnen“....
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Ingrid Torvund, Filmstill aus "i found you under the earth, under blood", 2017, Foto: Jonas Mailand
Ingrid Torvund, Filmstill aus "i found you under the earth, under blood", 2017, Foto: Jonas Mailand

House of Norway

Museum für Angewandte Kunst (MAK)
Frankfurt/Main | 12.10.2019-27.01.2020
Ein Highlight der Schau bilden noch nie gezeigte grafische Arbeiten von Edvard Munch. Zu entdecken gibt es außerdem Werke von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Ingrid Torvund, Kari Steihaug, Frank Ekeberg, Tori Wrånes oder Svein Flygari Johansen. Einblicke in die Kunst und Kultur der Sámi geben ein Gastspiel des Sámi National Theatre Beaivváš sowie künstlerische Positionen etwa von Britta Marakatt-Labba, Máret Ánne Sara oder Jorn Are Keskitalo. Begegnen wird man auch wichtigen norwegischen Gestalterinnen und Gestaltern wie Tone Vigeland, Torbjørn Kvasbø, Regine Juhls, Grete Prytz und Peter Opsvik. Beispiele aus der modernen norwegischen Architektur, etwa von Sverre Fehn oder Joar Nango, aus dem Bereich des Social Design sowie zeitgenössische Impulse aus Mode und neuer nordischer Küche stehen für eine kreative Auseinandersetzung mit einer Welt im Wandel. Im Rahmen von Der Traum in uns – Norwegen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019. Die Ausstellung wird gefördert von NORLA, Norwegian Literature Abroad, von Visit Norway, der Tourismusabteilung von Innovation Norway, und dem Möbelproduzenten Vestre. Sie entstand in Kooperation mit dem Munch Museum (Oslo), dem Nordnorsk Kunstmuseum (Tromsø), Norwegian Crafts, dem Sámi National Theatre Beaivváš (Kautokeino), dem Sámi University College (Kautokeino), dem Sámi Center for Contemporary Art (Karasjok), dem Riddo Duottar Museat (Karasjok), dem Kunstnerforbundet (Oslo), dem Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum (Trondheim) und vielen anderen....
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Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle
Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle

Lu­cia Mo­ho­ly Fo­to­geschichte schreiben

Museum Ludwig
Köln | 12.10.2019-02.02.2020
An­läss­lich des Bauhaus Ju­biläums wird die Präsen­ta­tion aufzei­gen, in­wie­fern die Fo­to­grafin Lu­cia Mo­ho­ly die Geschichte der Fo­to­gra­fie neu schrieb. Neben ihren fo­to­gra­fischen Werken befin­d­en sich im Archiv des Mu­se­um Lud­wig Briefe, die ei­nen re­gen Aus­tausch mit dem Fo­to­samm­ler und -his­torik­er Erich Stenger bele­gen. Ge­mein­sam hat­ten sie vor, ein Buch über die Geschichte der Fo­to­gra­fie zu schreiben. Der Auf­stieg der Na­tio­n­al­sozial­is­ten trieb Mo­ho­ly je­doch in die Emi­gra­tion, während Stenger in Deutsch­land zum ge­fragten Ex­perten auf dem Ge­bi­et auf­stieg. Mo­ho­ly veröf­fentlichte sch­ließlich selb­st­ständig in Lon­don A Hun­dred Years of Pho­tog­ra­phy. Davon, und wie Mo­holys Schreiben und Fo­to­gra­fieren zusam­men­hän­gen, erzählt die Präsen­ta­tion....
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Sound on the 4th Floo

Daimler Contemporary
Berlin | 12.10.2019-02.02.2020
Nach den erfolgreichen Kooperationen mit Künstler-Kuratorinnen und -Kuratoren der letzten Jahre konnte die Daimler Art Collection für ›Sound on the 4th Floor‹ Gerwald Rockenschaub als ›Visual Curator‹ gewinnen. Für sein installatives und visuelles Konzept hat er rund 50 Werke der Daimler Art Collection von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst ausgewählt, die musikalische Strukturen auf bildlicher Ebene suggerieren und mittels Sound, Komposition, Geräusch oder über visuelle Rhythmen realisieren. Ein Schwerpunkt unserer Ausstellung sind Aspekte von Immaterialität und die imaginative Sichtbarkeit von Klängen. Töne, Geräusche und Sounds sind in der Ausstellung nicht im Raum zu hören. Mit einem Audioguide können Sie die jeweilige Tonspur individuell an Triggerpoints abrufen. Besonders zu beachten sind die von Gerwald Rockenschaub exklusiv für diese Präsentation komponierten elektronischen Tracks. Sound, Klang, Musik, Rhythmus sind allgegenwärtig in der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Die Vertreterinnen und Vertreter von Bauhaus und Klassischer Moderne (Albers, Arp u.a.) konzipieren Bildserien entsprechend musikalischer Formprinzipien mit Thema und Variation („Die Musik verhält sich wie ein Taktgeber für die Form und Wirkung meiner Bilder“, Josef Albers) oder begleiten ihre bildnerischen Entwürfe mit Lautgedichten und instrumentalen Choreografien. In der Konkreten und konstruktiven Kunst (Fleischmann, Fruhtrunk, Graeser, Loewensberg u.a.) finden sich formale Inspirationen, die den musikalischen Variationen der Fuge, dem Konzept der Kontrapunktik oder den Akkordkombinationen des Jazz eine visuelle Übersetzung geben. Vergleichbare musikalische Referenzen finden sich in der Kunst des Neo Geo der 1980er-Jahre (Rockenschaub), während zeitgleich andere Künstler Ausschnitte musikalischer Partituren unmittelbar motivisch in ihre Bilder einbinden (Mields). In der multimedialen Kunst seit etwa 1990 ist musikalisches Material in vielfältiger Weise präsent: Collagen mit Audio-Kassetten-Tape (Hildebrandt), Videos auf der Basis von Soundelementen aus dem Alltag oder aber begleitet von Auftragskompositionen (von Fleury, Signer und Zobernig um 1990 bis Chan-Kyong, 2015), Skulpturen, die die Formen musikalischer Instrumente oder Orte von Sprache variieren (Boyce, Veilhan, Ulrichs, Roehr), schließlich computergenerierte Beats, Töne und Frequenzen, die visuelle Bildfolgen auditiv unterlegen oder rein abstrakt umsetzen und so die Imagination der Betrachtenden ansprechen....
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Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller
Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller

Ludwig Windstosser: Fotografie der Nachkriegsmoderne

Museum für Fotografie / Helmut Newton Stiftung
Berlin | 12.10.2019-23.02.2020
Mit rund 200 Aufnahmen präsentiert die Ausstellung eine Auswahl aus dem Nachlass des Stuttgarter Fotografen Ludwig Windstosser (1921-1983), den die Kunstbibliothek im Museum für Fotografie bewahrt. Durch seine Firmenporträts avancierte Windstosser zum führenden Industriefotografen der westdeutschen Nachkriegszeit und ist dennoch bis heute weitgehend unbekannt. Die Ausstellung ist der erste Versuch, einen umfassenden Einblick in Leben und Werk des Fotografen zu geben, der bislang noch in keiner Einzelausstellung gewürdigt wurde. Tendenzen der Nachkriegsavantgarde In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Windstosser Mitglied der Gruppe fotoform und beteiligte sich an den Ausstellungen und Buchprojekten der subjektiven fotografie. In Anknüpfung an die fotografischen Tendenzen der 1920er und frühen 30er Jahre prägte vor allem fotoform die Bildsprache der fotokünstlerischen Nachkriegsavantgarde. Steile Perspektiven, ungewöhnliche Bildausschnitte und starke Kontraste finden sich auch in den Werbeaufnahmen, die er als Industriefotograf ab den frühen 1950er Jahren für viele Firmen – vom Stahlbau über Pharmahersteller bis hin zur Textilbranche – realisierte. So porträtierte er das Bergbauunternehmen Ruhrkohle AG, das für den Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft eine maßgebliche Rolle spielte. In seinen Fotografien zeigt er den Produktionsablauf von den Schächten bis hin in die heimischen Öfen und entwickelt dabei ein Bild vom Bergbau, das auch heute noch im kollektiven Gedächtnis präsent ist. Gegenüberstellungen von Großstadt und Natur Auch für seine zahlreichen Buchprojekte fing Windstosser den nachkriegsdeutschen Zeitgeist mit seiner Kamera ein. Die Bildbände führen das Lebensgefühl in Großstädten wie Berlin oder Stuttgart einerseits sowie ein breites Spektrum an Landschaftsaufnahmen andererseits vor Augen. Der 1972 erschienene Bildband "Berlin: teils teils" ist ein Porträt West-Berlins, in einer von Wiederaufbau und Fortschritt aber auch dem Wunsch nach Normalität und Sicherheit geprägten Zeit. Dieses Spannungsfeld zieht sich durch geschickte Gegenüberstellungen durch das gesamte Farbfotobuch....
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Edvard Munch, Under the Stars, 1900-05, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, Munchmuseet, Oslo  Foto:  © Kunstsammlung NRW  Auflösung: 3543px*2625px
Edvard Munch, Under the Stars, 1900-05, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, Munchmuseet, Oslo Foto: © Kunstsammlung NRW Auflösung: 3543px*2625px

Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård

K20 Grabbeplatz - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf | 12.10.2019-01.03.2020
Er gilt als der bekannteste und wichtigste norwegische Autor der Gegenwart: Karl Ove Knausgård. Sein sechsbändiger autobiographischer Roman zählt weltweit zu den meist diskutierten Buch-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre. Nun hat sich der Schriftsteller dem Werk des Malers Edvard Munch genähert. Mit seiner überraschenden Auswahl selten oder sogar nie gezeigter Werke entdeckt der gefeierte Autor einen bislang "unbekannten" Munch. Die Ausstellung findet in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen parallel zur Frankfurter Buchmesse statt, die 2019 Norwegen als Gastland vorstellt. Der auch in Kunstgeschichte ausgebildete Schriftsteller hat etwa 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus dem Archiv und dem Kunstdepot des Munch Museum in Oslo ausgewählt und mit Leihgaben aus internationalen Museen ergänzt. Er öffnet damit eine nie zuvor gesehene Perspektive auf den wohl bedeutendsten Maler der skandinavischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. "Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård" ist eine Ausstellung des Munch Museum in Oslo in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf....
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Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)
Neues Museum (Foto: Achim Kleuker)

10 Jahre Neues Museum: Mit Virtual Reality durch 150 Jahre Geschichte

Neues Museum
Berlin | 12.10.2019-30.11.2020
Im Oktober 2019 jährt sich zum 10. Mal die Wiedereröffnung des Neuen Museums. Mitte des 19. Jahrhunderts als zweites Haus auf der Museumsinsel eröffnet, präsentierte man hier seinerzeit die Kulturgeschichte vom Ursprung bis ins 19. Jahrhundert. Das während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigte Gebäude war als Ruine jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben. Nach zehnjähriger Rekonstruktion unter der Leitung des britischen Architekten David Chipperfield zogen 2009 das Ägyptische Museum und Papyrussammlung sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin mit zusätzlichen Objekten der Antikensammlung ein. Mit dem Wiederaufbau wurden die stark zerstörten Strukturen der Treppenhalle des Neuen Museums in ihrer architektonischen Konzeption wiederhergestellt. Dem denkmalpflegerischen Konzept folgend, dass die Geschichte des Hauses erkennbar bleiben soll, wurde auf die Rekonstruktion der ehemaligen Wandmalerei bewusst verzichtet. Anlässlich des Jubiläums zur Wiedereröffnung wurde der ursprüngliche Zustand der Treppenhalle digital rekonstruiert. Durch Virtual Reality ist es nun möglich, den herausragenden Wiederaufbau durch David Chipperfield mit der räumlich erlebbaren historischen Situation so zu verbinden, dass für die Besucherinnen und Besucher sowohl das ursprüngliche Konzept als auch die Geschichte und Neukonzeption des Hauses nachvollziehbar wird. Virtuelle Rekonstruktion der Treppenhalle Als zentraler Raum des Museums kommt der Treppenhalle eine besondere Bedeutung in der Konzeption und Ausstattung zu. Beim Bau des Neuen Museums in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Bildprogramm in Absprachen zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., dem Generaldirektor Ignaz von Olfers und dem Künstler Wilhelm von Kaulbach detailliert besprochen. In der Darstellung der Entwicklung der Kulturgeschichte an den Wänden der Treppenhalle spiegelte sich die Konzeption des Museums als Bewahrer der Kultur, aber auch die damalige Weltsicht wider. Monumental waren dabei vor allem die sechs Hauptbilder Kaulbachs, die jeweils eine Größe von rund 6x7 Metern hatten. Thematisch beginnt der Zyklus mit dem Turmbau zu Babel als Beginn verschiedener Kulturen und endet mit einer Darstellung der Reformation als Repräsentation der neueren Zeitgeschichte. Die aus heutiger Sicht kritisch zu betrachtenden Bilder spiegeln die religiös und auch national gedeutete Sicht der Weltgeschichte und sind nur vor dem Hintergrund der Zeit um 1850 zu verstehen. Dies betrifft insbesondere die stark antijüdisch geprägte Darstellung der Zerstörung Jerusalems. Die virtuelle Darstellung regt dazu an, sich mit dem historischen Kontext der Entstehungszeit auseinanderzusetzen und die Zeitgebundenheit der historischen Raumausstattung des Neuen Museums zu diskutieren. In zwei 360°-Filmen wird der Zustand der Treppenhalle um 1920 rekonstruiert und der Bilderzyklus Kaulbachs aus seiner Zeit heraus erklärt. Es ist eine Zeitreise in die Konzeption des 19. Jahrhunderts. Die Besucher*innen nehmen auf den Bänken im Raum Platz und bekommen mittels VR-Brillen die Bilder der jeweils gegenüberliegenden Wandseite im Rahmen ihrer historischen Wahrnehmung erklärt. Vor und nach den Themenfilmen bleibt Zeit, sich im virtuell rekonstruierten Raum umzusehen und den ursprünglichen Zustand der Treppenhalle zu erkunden. Mit der Rückkehr in unsere Zeit wird am Ende der Filme dazu angeregt, sich mit den damaligen Motiven auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, welche Motive heutzutage zur Darstellung der Geschichte der Menschheit ausgewählt werden würden. Mit der virtuellen Sichtbarmachung wird eine neue Verständnisebene für das Gebäude geschaffen, die ohne bauliche und gestalterische Eingriffe in die vorhandene Architektur auskommt. Damit wird mit neuen Mitteln 10 Jahre nach der Eröffnung eine Möglichkeit geschaffen, um die im Vorfeld der Eröffnung noch heftig diskutierten Positionen zum Umgang mit Rekonstruktionen der Wandmalerei zusammenzuführen. Es wird nachvollziehbar, wieso beim Wiederaufbau die Entscheidung gegen die Rekonstruktion der Gemälde gefallen ist und wir begreifen, wie zeitgebunden auch unsere Geschichtsdeutungen sind....
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M+M. Fieberhalle

Museum Villa Stuck
München | 17.10.2019-12.01.2020
In der speziell für das Ateliergebäude des Museums VILLA STUCK konzipierten Ausstellung »FIEBERHALLE« verzahnt das Münchner Künstlerduo M+M (Marc Weis und Martin De Mattia) seine aktuellen Filmzyklen zu einer labyrinthischen Gesamtinstallation. M+M nutzen eine gerüstartige Struktur, die die Besucher*innen frei durch die drei Ebenen des Ausstellungsgebäudes führt, um den physischen wie auch den Film-Raum zu fragmentieren und gleichzeitig zu erweitern. Die narrativen Knotenpunkte bestehen aus Doppelprojektionen, in denen sich die Erzählebenen ineinander schieben und psychologische Zwischenräume entstehen, sich Abgründe auftun, in die M+M die Betrachter förmlich hineinziehen. Der Protagonist (dargestellt von Christoph Luser) findet sich so in kontrastiv emotionalen Situationen wieder, die von so unterschiedlichen Motiven geprägt sind wie Gewalt, Zärtlichkeit, Mordlust, Sexualität, familiäre Abgründe. Der im Zeitraum von fast sieben Jahren entwickelte Filmzyklus »7 Tage« sowie zwei gänzlich neue Filminstallationen (»Der 8. Tag« und »Mad Mieter«) bilden die Grundelemente des Parcours. Referenzen zu Filmen wie Alan Parkers »Angel Heart« (1987), John Badhams »Saturday Night Fever« (1977), Dario Argentos »Tenebre« (1982) oder Stanley Kubricks »The Shining« (1980) sind zumeist nur unterbewusst zu erahnen. Durch die Dialoge, die Musik und die Kameraführung entstehen höchst suggestive Momente, denen die wechselhafte Hauptfigur in den unterschiedlichen Szenen ausgesetzt ist. So entsteht ein verstörendes und multiperspektivisches Environment über zwischenmenschliche Beziehungen und das Ringen um Identität. »Nichts nacheinander und nichts hintereinander. / Alles nebeneinander und gleichzeitig. / Sich in allen Zeiten parallel befinden. / Sich in alle Richtungen bewegen./ [...] Das Erlebnis aus der Linearität der Erzählung befreien.« So beschreiben M+M in einem 2012 publizierten Manifest diesen Aspekt ihrer filmischen Arbeit. M+M bemächtigen sich der Filmsprache, um ein zentrales gesellschaftliches Thema, die Entstehung und Auflösungserscheinungen von Identität anzusprechen: als Individuum, als Paar, als Kollektiv....
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Gerard ter Borch: Die galante Konversation Ein Meisterwerk und seine virtuosen Varianten

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 17.10.2019-29.02.2020
Gerard ter Borch (1617-1681) gilt als einer der wichtigsten Genremaler des goldenen Zeitalters der holländischen Malerei. Von seinem ikonischen Meisterwerk „Die galante Konversation“ – u. a. von Goethe in den „Wahlverwandtschaften“ verewigt – haben sich zwei nahezu identische Versionen erhalten, die sich heute in der Berliner Gemäldegalerie und dem Rijksmuseum Amsterdam befinden. Erstmals seit über 350 Jahren werden beide Bilder nun in einer Ausstellung zusammengeführt – bereichert durch Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen der berühmten Darstellung „Satinstückchen“ Gerard ter Borch, Spross einer angesehenen Malerfamilie, darf als einer der Hauptmeister des holländischen Genrebilds gelten. Nach einer Ausbildung in Zwolle und Haarlem sowie einem Aufenthalt in London ließ er sich als erfolgreicher und vielbeschäftigter Porträtist der Regentenklasse in Amsterdam nieder. Obwohl Ter Borch als Porträtmaler äußerst erfolgreich war, spezialisierte er sich von 1648 bis in die frühen 1660er-Jahre auch auf Genredarstellungen des gehobenen Bürgertums und brachte es hier innerhalb kürzester Zeit zu einer Meisterschaft, die ihn auch heute noch als einen der herausragenden Vertreter dieser Gattung auszeichnet. Insbesondere die detaillierte, effektvolle Wiedergabe von Stoffen und Oberflächen brachte ihm dauerhaften Ruhm ein. Wie kaum ein anderer Maler seiner Zeit wusste ter Borch die silbrig schimmernden Satinkleider seiner Protagonistinnen so täuschend echt darzustellen, dass man seinen Interieurszenen den Namen „satijntjes“ („Satinstückchen“) gab. Ein erfolgreiches Motiv Seine bedeutendste Darstellung dieser Reihe ist zweifellos „Die galante Konversation“, in der das silbrige Kleid, mit dem kunstvoll in Falten gelegten, glänzenden Stoff den Mittelpunkt des Gemäldes bildet und in seiner optisch-haptischen Faszination ein besonders reizvolles Zusammenspiel mit der rätselhaft bleibenden Trägerin in Rückenansicht eingeht. Von der außerordentlichen Beliebtheit der Darstellung und dem großen Erfolg dieser Bilderfindung, insbesondere der Rückenfigur im silbrigen Atlaskleid, zeugen nicht weniger als 24 Wiederholungen, Teilkopien und Nachahmungen. Neben den beiden Versionen der „Galanten Konversation“ versammelt die Kabinettausstellung in der Gemäldegalerie drei weitere Wiederholungen der Rückenfigur von ter Borch bzw. seinem engstem Umkreis. Die einmalige Begegnung der fünf aus der Gemäldegalerie, dem Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Dresden sowie aus zwei Privatsammlungen stammenden Gemälde erlaubt nicht nur das Studium von ter Borchs verfeinerter und zugleich so effizienter Maltechnik im direkten Vergleich. Sie verspricht auch Aufschlüsse über die Werkstattpraxis, die frappierende Übereinstimmungen ermöglichte, welche durch die Exaktheit der Details, des Faltenwurfs und der Lichtreflexe verblüffen. Schließlich wirft die Präsentation auch ein Schlaglicht auf die überaus geschickte Vermarktung seiner erstaunlich wandelbaren Motiverfindungen und Bilder....
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Bundespreis für Kunststudierende

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn | 18.10.2019-05.01.2020
Alle zwei Jahre schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Wettbewerb Bundespreis für Kunststudierende aus. Er richtet sich an die Studierenden der 24 Kunsthochschulen in Deutschland. Jede Kunsthochschule entsendet je zwei Studierende in den Wettbewerb. Eine Jury wählt aus den Nominierten fünf bis acht Preisträger/innen aus. Sie erhalten eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle mit Katalog, einen Geldpreis und ein Produktionsstipendium. Der Bundespreis für Kunststudierende wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Deutschen Studentenwerk organisiert. Er soll junge Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützen, Ausstellungserfahrung zu sammeln und den Sprung von der Akademie in die freiberufliche Praxis zu meistern. Die Gestaltung von Plakat und Katalog liegt in der Hand der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg....
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Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel
Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel

Liebe und Ethnologie

Haus der Kulturen der Welt
Berlin | 18.10.2019-06.01.2020
Der Schriftsteller und Ethnologe Hubert Fichte (1935–1986) gilt als poetischer und dokumentarisch-realistischer Vorläufer neuer Disziplinen in Deutschland wie Queer Studies und Postcolonial Studies. In seinen Schriften werden Ökonomiekritik, (Homo-)Sexualität und Selbstreflexion zu methodischen Werkzeugen. Ausstellungen und die Übersetzungen seiner Romane in die Sprachen der Orte, die Fichte mit seiner Lebensgefährtin Leonore Mau bereiste, haben dort erstmalig eine Rezeption seines Werks angeregt. Im Herbst 2019 schließt die Ausstellung Liebe und Ethnologie – die koloniale Dialektik der Empfindlichkeit (nach Hubert Fichte) im HKW in Berlin das Projekt ab. Mit Arbeiten von Nadja Abt, Kader Attia, Letícia Barreto, Michael Buthe, Coletivo Bonobando, Papisto Boy, Nathalie David, Claudia Del Fierro, Alair Gomes, Renée Green, Philipp Gufler, Cristóbal Lehyt, Leonore Mau, Tiona Nekkia McClodden, Mario Navarro, Richard Oelze, Lil Picard, André Pierre, Lili Reynaud Dewar u.v.a. 2017 nahm das Kooperationsprojekt mit dem Goethe-Institut seinen Anfang mit Ausstellungen in Lissabon, Salvador de Bahia und in Rio de Janeiro. 2018 folgten Ausstellungen in Santiago de Chile mit einem mehrtägigen begleitenden Kolloquium sowie weitere Stationen in Dakar und New York....
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Andy Warhol: Silver Liz, 1963. Sammlung Froehlich, Stuttgart © 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart
Andy Warhol: Silver Liz, 1963. Sammlung Froehlich, Stuttgart © 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart

Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol

Bucerius Kunst Forum
Hamburg | 19.10.2019-12.01.2020
Die Ausstellung versammelt vier Persönlichkeiten, die – jede auf ihre Weise – die visuelle Kultur der USA geprägt haben. Dennoch werden ihre Werke so gut wie niemals gemeinsam ausgestellt. Dies hat mit der traditionell europäischen, aber eher unamerikanischen Unterscheidung zwischen einer freien, höheren Kunst auf der einen und einer kommerziellen Kulturindustrie auf der anderen Seite zu tun. Durch die Konfrontation der vier ikonisch gewordenen Positionen thematisiert die Ausstellung diesen charakteristischen, doch meist übersehenen Unterschied der Kunstauffassungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Ausstellung wird gefördert von ExxonMobil, Bankhaus Lampe und Lampe Asset Management....
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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Cevdet Erek. Bergama Stereo - Musikwerke Bildender Künstler

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart
Berlin | 19.10.2019-08.03.2020
In der Architekturinstallation mit Sound Bergama Stereo (2019) bezieht sich der in Istanbul lebende Künstler und Musiker Cevdet Erek auf die Gestalt, die historische Funktion und die fortwährende Rezeptionsgeschichte des in Berlin befindlichen Pergamonaltars und kreiert eine Neuinterpretation dieses bedeutenden hellenistischen Bauwerks aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert. Interpretation des Pergamonaltars Der Künstler interpretiert den berühmten Gigantenfries des Altars, dessen Fragmente Ende des 19. Jahrhunderts vom ursprünglichen Standort in der heutigen Westtürkei nach Berlin transportiert wurden, in einer 34-Kanal-Komposition. Der Sound übernimmt hier die zentrale Rolle zur Schaffung einer Architektur, die die Besucher*innen in ihrer Bewegung durch den Raum hörend erfassen. Die große Bedeutung, die der hellenistischen Altaranlage in dem gerade gegründeten Deutschen Kaiserreich seit den 1880er-Jahren zukam, ist eng verbunden mit der aufblühenden Entwicklung der Antikenrezeption in Wissenschaft und Kultur. Darüber hinaus spielte sie eine wichtige Rolle im kulturellen Wettstreit des Kaiserreichs mit anderen europäischen Großmächten. In Berlin wurde dem Altar 1901 ein eigenes Museum eröffnet, das bis heute zu den bestbesuchten Museen der Stadt gehört. Das Pergamonmuseum wird derzeit renoviert, sodass der Altar über mehrere Jahre nicht öffentlich zugänglich ist. Verknüpfung audiovisueller Aspekte mit Architektur Bergama ist der türkische Name für das antike Pergamon sowie der heutigen Stadt und des Bezirks in der Provinz Izmir. Das Wort »stereos« bedeutete im Altgriechischen ursprünglich »fest«. Hier steht es unter anderem für die Methode der multi-direktionalen und perspektivischen Tonwiedergabe – analog zum natürlichen Hören. Stereoklang entsteht im Audioplayback und bei Verstärkersystemen von Liveperformances üblicherweise durch die symmetrische Anordnung von zwei Einzellautsprechern oder zwei Lautsprechergruppen. In Bergama Stereo wird dieser audiovisuelle Aspekt mit der symmetrischen Architektur des Altars und seiner zwei Flügel verknüpft. Dabei bleiben die Proportionen des Pergamonaltars im verkleinerten Maßstab von knapp 1:2 erhalten. Der berühmte Gigantenfries des Altars wird in einer Multi-Kanal-Komposition interpretiert, die den Raum beschallt. Der Sound übernimmt hier die zentrale Rolle zur Schaffung einer tönenden Architektur, die die visuellen Elemente des originalen Altars ersetzt und in ein multi-dimensionales Narrativ übersetzt. An die Stelle des Skulpturenfrieses tritt ein monumentaler Lautsprecherfries mit einer Komposition, die sich aus verschiedenen Sounds und Klangquellen speist und über 34 separate Lautsprecherkanäle in den Raum projiziert wird. Analog zum nur fragmentarisch erhaltenen originalen Pergamonfries wechseln sich die Lautsprecher mit leeren Lautsprechergehäusen ab. Der neue akustische Fries interpretiert und transformiert die Darstellungen im Gigantenfries auf vielfältige Weise: Der Kampf der Olympischen Götter mit den sich gegen ihre Herrschaft auflehnenden Giganten des Untergrunds wird durch die vielkanaligen, verräumlichten Sounds auf verschiedene heutige Kämpfe übertragbar und so in einem abstrakten Modus neu erfahrbar gemacht. Die ästhetische Bezugnahme auf die elektronische Musik- und Clubkultur der letzten Jahrzehnte in Berlin spielt dabei ebenso eine Rolle wie Klänge der traditionelle Basstrommel Davul und Tanzrhythmen der Region um Bergama. "Bergama Stereo" in Berlin Nachdem "Bergama Stereo" während der Ruhrtriennale 2019 in Bochum erstmals präsentiert wurde, ist das Werk nun im Rahmen der Reihe „Musikwerke Bildender Künstler“ in Berlin zu erleben. Wie schon in Bochum, ist auch in Berlin ein im Ausstellungsraum stattfindendes Konzert- und Performanceprogramm integraler Bestandteil der Präsentation. Es greift Themen und strukturale Aspekte der Architektur auf. Musiker und Musikerinnen sind eingeladen, sich mit den charakteristischen Merkmalen der Installation wie Symmetrie, Balance, Gegensatz und den inhaltlichen Aspekten des Werks wie Geschichte, Ritual, Macht, Kampf, Streit, Vertreibung und Migration auseinanderzusetzen. In der ersten Performance am 29. November 2019 performt Cevdet Erek live einen Remix der 34 separaten Audio-Kanäle. Weitere Konzerte folgen ab Januar 2020....
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Marianne von Werefkin In die Nacht hinein, 1910, Tempera, Mischtechnik auf Papier und Karton, 74 x 101 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Lenbachhaus
Marianne von Werefkin In die Nacht hinein, 1910, Tempera, Mischtechnik auf Papier und Karton, 74 x 101 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Lenbachhaus

Lebensmenschen

Kunstbau München
München | 22.10.2019-16.02.2020
Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Marianne von Werefkin (1860-1938) sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde eingegangen. Mit der von ihnen 1909 initiierten Gründung der Neuen Künstlervereinigung München, aus der zwei Jahre darauf der Blaue Reiter hervorgegangen ist, haben sie nicht nur als Vordenker (Werefkin) und malerischer Impulsgeber (Jawlensky) dieser Vereinigungen Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch jeder für sich und zusammen als Paar einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet. Bemerkenswert ist aus diesem Grund, dass ihre Bedeutung bislang lediglich innerhalb dieser Vereinigungen beleuchtet oder in Einzelausstellungen gewürdigt wurde, sie aber als private wie künstlerische "Partner", die sie über 25 Jahre (1893-1921) gewesen sind, noch niemals gemeinsam und explizit in einer Ausstellung vorgestellt wurden. In der vom Lenbachhaus München und dem Museum Wiesbaden in enger Kooperation konzipierten Ausstellung Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin werden die individuellen künstlerischen Werdegänge beider Persönlichkeiten verfolgt, zueinander in Beziehung gesetzt und mit ihren ständig in Veränderung begriffenen privaten Verhältnissen in Verbindung gebracht....
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Vincent van Gogh (1853–1890) Bauernhaus in der Provence, 1888 Öl auf Leinwand, 46,1 x 60,9 cm National Gallery of Art, Washington D.C. © National Gallery of Art, Washington, Ailsa Mellon Bruce Collection
Vincent van Gogh (1853–1890) Bauernhaus in der Provence, 1888 Öl auf Leinwand, 46,1 x 60,9 cm National Gallery of Art, Washington D.C. © National Gallery of Art, Washington, Ailsa Mellon Bruce Collection

Making Van Gogh - Geschichte einer deutschen Liebe

Städel Museum
Frankfurt/Main | 23.10.2019-16.02.2020
Die Ausstellung MAKING VAN GOGH nimmt das Œuvre van Goghs im Kontext seiner deutschen Rezeption in den Blick. Deutschland spielte für die Erfolgsgeschichte des Niederländers eine zentrale Rolle. „Van Gogh ist tot, aber die van Gogh-Leute leben. Und wie leben sie! Überall van Goghelt’s“, formulierte Ferdinand Avenarius 1910 in „Der Kunstwart“ und beschrieb damit die Faszination, die Vincent van Goghs (1853–1890) Malerei Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem auf junge Künstler in Deutschland ausübte. Die bis dato größte und aufwendigste Präsentation in der Geschichte des Frankfurter Museums thematisiert die besondere Rolle, die deutsche Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte des Malers spielten, der als Vorreiter der modernen Malerei gilt. Zum anderen wird die entscheidende Rolle van Goghs als Vorbild für die Kunst des deutschen Expressionismus beleuchtet. Zu sehen sind mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier, darunter über 50 zentrale Werke von van Gogh und 70 Werke weiterer für die Moderne bedeutender Künstlerinnen und Künstler. Die Ausstellung nimmt das Œuvre van Goghs erstmalig umfassend im Kontext seiner Rezeption in Deutschland in den Blick. Den Ausgangspunkt bildet eine Auswahl von Schlüsselwerken aus allen Schaffensphasen des niederländischen Malers. Darauf aufbauend widmet sich die Präsentation der Bedeutung van Goghs für die Entwicklung der deutschen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wichtiger Referenzpunkt ist hierbei die umfangreiche Städel Sammlung von Werken des Expressionismus. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Erich Heckel (1883–1970), Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976), Paula Modersohn-Becker (1876–1907), Gabriele Münter (1877–1962) oder Max Beckmann (1884–1950) werden auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, darunter Peter August Böckstiegel (1889–1951), Maria Slavona (1865–1931) oder Heinrich Nauen (1880–1940). Im Zentrum des groß angelegten Ausstellungs- und Forschungsprojekts steht das Anliegen, einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der Kunstentwicklung in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei Vincent van Goghs Rolle als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde aufzuzeigen. Das Städel wird hochkarätige Werke aus deutschen wie internationalen Sammlungen präsentieren, darunter das Museum of Fine Arts in Boston, das Cleveland Museum of Art, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Nationalgalerie in Prag sowie die National Gallery of Art in Washington. Besondere Höhepunkte stellen die Selbstbildnisse aus dem Art Institute in Chicago und dem Kröller-Müller Museum in Otterlo dar. Weitere Höhepunkte sind die berühmte Darstellung der „Berceuse Augustine Roulin“ (1889, Stedelijk Museum, Amsterdam) sowie die „Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer“ (1888, Van Gogh Museum, Amsterdam)....
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Peter Flötner. Renaissance in Nürnberg

Albrecht-Dürer Haus
Nürnberg | 24.10.2019-18.01.2020
Auch wenn die Einführung der Reformation 1525 und der Tod Albrecht Dürers 1528 zwei deutliche Zäsuren im Nürnberger Kunstleben bedeuteten, war die Glanzzeit der Reichsstadt damit noch lange nicht beendet. So zählt Peter Flötner (ca. 1490–1546) zu den bedeutendsten und vielseitigsten Künstlern der Generation nach Dürer. Der gelernte Bildschnitzer fertigte Kleinplastiken, Plaketten und Medaillen. Zudem schuf er wohl in Zusammenarbeit mit dem Goldschmied Melchior Baier das kostbarste Exponat der Ausstellung: einen kunstvollen Pokal für die Familie Holzschuher. Flötner war zudem ein ebenso talentierter wie geistreicher Zeichner und Druckgraphiker. Er gestaltete Buchillustrationen, Flugblätter und sogar ein Kartenspiel. Schließlich entwarf er für alle Arten von Kunsthandwerk und gehört dadurch zu den prägenden Meistern der Renaissance – nicht nur in Nürnberg. Trotzdem steht Flötner bis heute im Schatten des großen Genies Dürer; und die letzte – und einzige – Schau zu Flötner ist nun schon über 60 Jahre her. Im Zentrum der Ausstellung stehen die originalen Handzeichnungen Peter Flötners aus dem Bestand der Graphischen Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, die bei diesem Projekt Kooperationspartner und Hauptleihgeber ist. Sie stammen aus dem Besitz der Markgrafen von Ansbach und könnten sogar ehemals zum Nachlass des Künstlers gehört haben. Im Ausstellungsschwerpunkt Albrecht-Dürer-Haus sind die Zeichnungen Flötners zu sehen, darunter geistreiche Bibelillustrationen sowie kunstvolle Entwürfe für das Kunsthandwerk. Hinzu kommen Druckgraphiken, Plaketten u. a. aus Beständen des Germanischen Nationalmuseums. Doch hat die Ausstellung noch zwei weitere Stationen: Das Museum Tucherschloss widmet sich mit dem in wesentlichen Teilen rekonstruierten Hirsvogelsaal Flötners Schaffen als Meister für kunstreiche Innenausstattungen. Das Stadtmuseum Fembohaus diskutiert am Beispiel von Apollobrunnen und Kaiserthron die Frage nach Flötner als Entwerfer und Modelleur. Die Ausstellung möchte das faszinierende Werk des vielseitigen Bildhauers, Entwerfers und Illustrators wieder ins Interesse rücken. Der begleitende, reich bebilderte Katalog enthält daher nicht nur zahlreiche Essays und Erläuterungen zu allen ausgestellten Objekten, sondern auch zu Werken des Meisters, die nicht ausgeliehen werden konnten....
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Hermann Glöckner. Das frühe Tafelwerk

Staatliche Graphische Sammlung
München | 24.10.2019-19.01.2020
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Nordic Design. Die Antwort aufs Bauhaus

Bröhan-Museum - Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939)
Berlin | 24.10.2019-01.03.2020
Zum Ausklang des Bauhaus-Jubiläumsjahres richtet das Bröhan-Museum mit der Ausstellung „Nordic Design. Die Antwort aufs Bauhaus“ den Blick auf die Reaktion der nordischen Länder auf den deutschen Funktionalismus. Präsentiert wird der skandinavische Weg der Moderne, der sich in einer starken Auseinandersetzung mit den Ideen des Bauhauses vollzog. Beginnend mit dem finnischen Architekten und Designer Alvar Aalto über den Vater des schwedischen Funktionalismus Sven Markelius und die international gefeierten dänischen Designer Hans J. Wegner und Arne Jacobsen liegt der Schwerpunkt der Ausstellung auf den 50er und 60er Jahren. Neben landesspezifischen Entwicklungen werden Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen übergreifende Themen – Kindheit, demokratisches Design und Hygge – vorgestellt. Den Abschluss bilden futuristische Entwürfe von Verner Panton, Eero Aarnio und Marimekko, die den endgültigen Bruch der nordischen Länder mit dem Funktionalismus markierten....
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Neues Museum, Foto: A. Kradisch
Neues Museum, Foto: A. Kradisch

Out of Order: Werke aus der Sammlung Haubrok, Teil 1

Neues Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
Nürnberg | 25.10.2019-06.01.2020
Die 1990er Jahre werden in der bil­den­den Kunst mit konzeptueller Schärfe und for­malästhetischer Reduktion ver­bunden. Aber auch mit Freiheit der For­mate und Erweiterung des kura­to­ri­schen Handelns. In dieser Zeit begann das umtriebige Ehe­paar Axel und Bar­bara Haubrok eine beachtliche Samm­lung aufzubauen, de­ren Fokus auf in­ter­nationalen Tendenzen der Konzept­kunst liegt. Die Sammler interes­sieren sich insbesondere für Skulpturen und Objekte in musealer Größe, aber auch für stringente Positionen der Fotografie und des Films genauso wie der ab­strak­ten Malerei. Minimalistisch, oftmals schwarz-weiß oder mono­chrom, aber auch charmant und heiter sind die Werke ihrer mittlerweile über 1000 Arbeiten umfas­senden Sammlung. Am charakteristischsten sind dabei je­ne, hinter denen sich bei formal stren­ger Sachlichkeit reichlich Humor ver­birgt. Die Sammlung umfasst wichtige Werk­konvolute von Carol Bove, Martin Boyce, Martin Creed, Hans-Peter Feld­mann, Isa Genzken, Wade Guyton, Ge­org Herold, Jonathan Monk, Charlotte Posenenske. Florian Pumhösl, Willem de Rooij, Karin Sander, Wolfgang Till­mans, Christopher Williams, Franz West, Haegue Yang und Heimo Zober­nig. Das Ehepaar Haubrok wurde vom Neu­en Museum eingeladen, eine sehr per­sön­liche Präsentation für den gro­ßen Ausstellungssaal zu erarbeiten. Der Ausstel­lungs­titel Out of Order zeugt da­bei vom Witz und der Non-Kon­for­mität der Sammler, die besonders „unor­dent­liche“, doppelbödige und hinter­grün­di­ge Positionen im Blick haben....
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Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Hansjörg Mayer: Typoems und Künstlerbücher

Kunstbibliothek
Berlin | 25.10.2019-12.01.2020
Der in London lebende Drucker, Lehrer und Verleger Hansjörg Mayer wurde mit seinen drucktechnischen Experimenten und seiner edition hansjörg mayer zu einem der wichtigsten Protagonisten der Konkreten Poesie und der Kunst der 1960er Jahre. In Zusammenarbeit mit dem Künstler zeigt die Kunstbibliothek die Vielfalt und die künstlerische Eigensinnigkeit des Verlags, von seinen ersten typographischen Arbeiten, die er typoems nannte, der internationalen Ausstrahlung der Konkreten Poesie von Stuttgart nach São Paolo, bis zu den experimentellen Künstlerbüchern von Dieter Roth. Ein Verlag für die Kunst Bereits Mitte der 1960er Jahre wurde die Kunst- und Literaturwelt auf Hansjörg Mayer (*1943, Stuttgart) aufmerksam. Mayer war schon als Jugendlicher mit dem Stuttgarter Kreis um den Philosophen Max Bense in Kontakt gekommen, der ihn mit den neuesten internationalen Tendenzen in Kunst, Literatur und Musik bekannt machte. Mayers Faszination für den Druckprozess, den er in der Druckerei seiner Familie täglich erleben konnte, gab den Anstoß zu ersten "Druckprozessbildern". Seit 1963 war Mayer als der Verleger von Dieter Roth dazu bereit, jede noch so herausfordernde künstlerische Idee in den Buchdruck umzusetzen. 1966 zog Mayer nach England, wo er an der Bath Academy of Art sowie der Watford School of Art lehrte. 1968 widmete das Gemeentemuseum Den Haag dem Fünfundzwanzigjährigen eine erste große Retrospektive. Seitdem hat er in der edition hansjörg mayer über 300 Bücher, Plakate, Filme, Schallplatten und Videos verlegt. Unerhörte Vielfalt Die Ausstellung präsentiert in gemeinsamer Auswahl mit Hansjörg Mayer die Vielfalt seines Verlags. Am Anfang steht Das erste Alphabet, der Beginn seiner drucktechnischen Experimente mit den 26 Buchstaben des Alphabets. Zu sehen sind auch eine Auswahl von Filmen, die er zusammen mit Georg Bense und Rainer Wössner 1962 realisierte, die wegweisenden Mappenwerke zur "Konkreten Poesie International", Künstlermappen von Sigfrid Cremer oder Herman de Vries, sowie die ausufernde Buchreihe Gesammelte Werke von Dieter Roth und seine Schallplatten mit Selten gehörter Musik. Das unerhörte Spektrum seines verlegerischen Wirkens von Konkreter Poesie bis zur Ethnologie findet sich in der Ausstellung auch auf Büchertischen zum Blättern und Lesen....
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Gotthard Graubner Zyklus Assisi: Sonnengesang, 1986  MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Sammlung Ströher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Foto: MKM
Gotthard Graubner Zyklus Assisi: Sonnengesang, 1986 MKM Museum Küppersmühle, Duisburg, Sammlung Ströher © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Foto: MKM

Katharina Grosse x Gotthard Graubner

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst
Duisburg | 25.10.2019-26.01.2020
Gipfeltreffen der Malerei: Werke der international gefeierten Berliner Malerin Katharina Grosse (*1961) treffen im MKM auf Bilder ihres ehemaligen Lehrers Gotthard Graubner (1930-2013), dessen Meisterschülerin an der Düsseldorfer Kunstakademie Grosse in den 1980er Jahren war. Zwei abstrakt malende Künstler, zwei Generationen, zwei unterschiedliche künstlerische Vorgehensweisen. Das Ergebnis ist eine Ausstellung der sich anziehenden Gegensätze und eine Hymne auf das Medium Malerei....
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Foto: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Foto: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Die Kunst des Heilens

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité - (Historische pathologisch-anatomische Präparatesammlung)
Berlin | 25.10.2019-02.02.2020
Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité stellt in den Mittelpunkt seiner Dauerausstellung die Geschichte der Erforschung des menschlichen Körpers. In rund 750 Feucht- und Trockenpräparaten zeigt der zentrale Schausaal, wie Pathologen um 1900 kranke Organe - Herz und Hirn, Leber, Lunge und Niere - gesehen, festgehalten und gedeutet haben. Ein ganz und gar westlicher Blick auf und in den Organismus tritt hier zu Tage. Mitten hinein in diesen Präparatesaal fügt sich nun die im australischen Melbourne konzipierte Ausstellung The Art of Healing (Die Kunst des Heilens). Bewusst als Intervention realisiert, eröffnen die indigenen zeitgenössischen KünstlerInnen mit ihren Werken einen gänzlich anderen Blick. Aufgewachsen und heimisch in ihren lokalen Gemeinschaften, haben sie ihre ureigenen Kulturen von Heilmitteln und Heilweisen in sich aufgesogen. Über die bildliche Durchdringung einer reichen heimischen Heilpflanzenwelt verweisen sie auf eine Heilerkultur, die Zehntausende von Jahren älter ist als die westliche. Mit der kontrastierenden Gegenüberstellung ihrer Kunstwerke und unserer Präparate ist die Anregung verbunden, in der Interpretation dessen, was den Menschen ausmacht und was ihm in seinen Gefährdungen nützlich ist und Abhilfe verschafft, die Sinne zu öffnen, um im wechselseitigen Austausch voneinander zu lernen....
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Alte Pinakothek, Foto:Alte Pinakothek
Alte Pinakothek, Foto:Alte Pinakothek

Anthonis van Dyck

Alte Pinakothek
München | 25.10.2019-02.02.2020
Die Alte Pinakothek besitzt einen umfangreichen Bestand von Werken des flämischen Meisters Anthonis van Dyck. Neben seinen berühmten Porträts, für die er in ganz Europa gefeiert wurde und die mit prominenten Beispielen vertreten sind, entstanden in der Frühzeit Historien mit religiösen Szenen. Die bereits begonnene wissenschaftliche Untersuchung der Münchner Werke, die der Ausstellung vorausgeht, offenbart einen jungen, ambitionierten Künstler, der sich intensiv mit Fragen der Komposition und des Ausdrucks beschäftigte. Die zum Teil komplexe Werkgenese belegen auch zahlreiche Studien, die zur Vielfalt des Bestandes beitragen. In Verbindung mit Leihgaben aus internationalen Museen zeichnet die Ausstellung ein vielschichtiges Bild Van Dycks, der gerade in seinen jungen Jahren in Auseinandersetzung mit der fast übermächtigen Künstlerpersönlichkeit Peter Paul Rubens seinen eigenen Weg fand....
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Vincent van Gogh, Stillleben mit Zeichenbrett, Pfeife, Zwiebeln und Siegellack, 1889, Sammlung Kröller-Müller Museum, Otterlo
Vincent van Gogh, Stillleben mit Zeichenbrett, Pfeife, Zwiebeln und Siegellack, 1889, Sammlung Kröller-Müller Museum, Otterlo

Van Gogh. Stillleben

Museum Barberini Potsdam
Potsdam | 26.10.2019-02.02.2020
Von seinem ersten Gemälde bis zu den farbstarken Blumenbildern der späten Jahre hat Vincent van Gogh (1853–1890) immer wieder Stillleben gemalt. In diesem Genre konnte er malerische Mittel und Möglichkeiten erproben: von der Erfassung des Raums mit Licht und Schatten bis zum Experimentieren mit Farbe. Die erste Ausstellung zu diesem Thema analysiert anhand von über 20 Gemälden die entscheidenden Etappen im Werk und Leben van Goghs. In Kooperation mit dem Kröller-Müller Museum, Otterlo, und dem Van Gogh Museum, Amsterdam, sowie Leihgaben aus dem Art Institute of Chicago und der National Gallery of Art, Washington, D. C....
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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Lawrence Abu Hamdan - The Voice Before the Law

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart
Berlin | 26.10.2019-09.02.2020
Die audiovisuellen und installativen Arbeiten von Lawrence Abu Hamdan (*1985 in Amman, Jordanien) machen die politischen Dimensionen von Sprache und Kommunikation zum Thema. Spuren von staatlicher oder industrieller Gewalt und Mechanismen der Überwachung und Propaganda zeigen sich im Horizont der auditiven Wahrnehmung. Lawrence Abu Hamdan ist Gewinner des Baloise Kunst-Preis 2018. Damit verbunden ist ein Ankauf für die Sammlung der Nationalgalerie. Im Mittelpunkt der Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin steht diese Video- und Soundinstallation. This whole time there were no landmines (2017) beschäftigt sich auf eindringliche Weise mit physischen und emotionalen Grenzen. Das filmische Material bilden Handyaufnahmen, die 2011 im Bereich der Golanhöhen entstanden sind, einem hügeligen Landstrich im Nahen Osten. Seit 1967 sind die Golanhöhen zum überwiegenden Teil unter israelischer Besatzung. Aufgrund der besonderen Akustik wurde eine Stelle des Landstrichs als „shouting hill“ bzw. „shouting valley“ bekannt. Das akustische Phänomen von wandernden und sich verstärkenden Stimmen dieser Topografie ermöglicht eine Kommunikation mit Megaphonen über die Grenze hinweg und war vor der Verbreitung von Mobiltelefonen wichtig für die bei der Grenzziehung getrennten Familien. Der Schall schafft eine akustische Brücke. Abu Hamdans Bild- und Tonmaterial stammt vom 15. Mai 2011. Eine Gruppe arabischer Demonstrant*innen überschritt erstmals die Grenze und drang in von den Drusen bewohnte Gebiete vor, was ein gewaltsames Eingreifen des israelischen Militärs zur Folge hatte. In der raumgreifenden Videoinstallation This whole time there were no landmines sind auf acht gegenüberliegenden quadratischen Bildschirmen Aufnahmen von Handykameras zu sehen – Augenzeugenberichte inmitten einer verstörenden Klangkulisse aus lauten Rufen, Sprachfetzen („Hey. Stop … Genug … Hier sind Landminen“) und technischen Signalen. Zwei weitere Arbeiten Abu Hamdans ergänzen die Ausstellung: In Conflicted Phonemes (2012) und Disputed Utterance (2019) beschäftigt er sich mit Sprachanalysemethoden im Zusammenhang mit Gerichts- und Asylverfahren. Abu Hamdan, der als Research Fellow und Klangexperte mit Forensic Architecture zusammenarbeitet, war in den letzten Jahren auf den Biennalen von Gwangju, Sharjah und zuletzt Venedig vertreten und ist in diesem Jahr für den Turner Prize nominiert....
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Foto: Bildwerk / Stiftung Topographie des Terrors
Foto: Bildwerk / Stiftung Topographie des Terrors

Fotografien der Verfolgung der Juden. Die Niederlande 1940-1945

Topographie des Terrors
Berlin | 30.10.2019-13.04.2020
Als die Wehrmacht die Niederlande im Mai 1940 überfiel, lebten dort 140.000 Juden. Die deutschen Besatzungskräfte griffen zu immer schärferen anti-jüdischen Maßnahmen. 107.000 Männer, Frauen und Kinder wurden in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Mindestens 102.000 von ihnen wurden von der SS ermordet oder fielen mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen zum Opfer. Dies ist die erste Ausstellung zur Geschichte der Verfolgung der Juden während der deutschen Besatzungsherrschaft in den Niederlanden, in deren Fokus fotografische Zeugnisse stehen. Sie wurde vom NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust en Genocidestudies in Kooperation mit dem Joods Cultureel Kwartier / Nationaal Holocaust Museum i.o. und der Stiftung Topographie des Terrors erarbeitet....
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Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel
Haus der Kulturen der Welt, Foto: Sabine Wenzel

Spektral-Weiß. Die Erscheinung kolonialzeitlicher Europäer

Haus der Kulturen der Welt
Berlin | 01.11.2019-06.01.2020
Wie wurden Europäer*innen in der Kunst der Kolonisierten dargestellt? In seinem Buch The Savage Hits Back or the White Men through Native Eyes (1937) versammelte der Kölner Museumsdirektor und Ethnologe Julius Lips (1895–1950) Darstellungen, die den Europäer als „exotischen“ und barbarischen Fremden zeigen. Von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben, entdeckte Lips in den Objekten eine subversive Kritik am „Kolonialherren“. Lips‘ antikoloniale und antifaschistisch Polemik wirkt angesichts gegenwärtiger Debatten um kolonialzeitliche Sammlungen höchst aktuell. Da die hybriden Kunstwerke in der Forschung lange nicht als authentisch galten, wurde eine von Lips geplante Ausstellung auch nach dem Nationalsozialismus nie realisiert, bis Teile seiner Sammlung zum ersten Mal im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln 2018 ausgestellt wurden. Dabei legen die Darstellungen europäischer Soldaten, Kolonialbeamter, Missionare und Händler, europäischer König*innen aber auch indigener Akteur*innen in europäischer Kleidung eine transkulturelle Verflechtungsgeschichte kolonialzeitlicher Kunst offen. Die Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt greift Lips‘ Perspektivwechsel auf und fragt nach den Folgen dieser ersten „inversiven Ethnographie“ für die Ethnologie. Die ausgestellten Objekte und Fotografien thematisieren frühe Kontaktgeschichten, den Eingang europäischer Warenwelten in lokale Mythen und Rituale, die Geschichte von Handelsbeziehungen, Mission und kolonialer Kriege. Die Europäer*innendarstellungen wurden auch gezielt für den westlichen Markt als Souvenirs produziert; die kommerzialisierte Form einer frühen „tourist art“. Sie zeugen nicht nur von Widerstand, sondern auch von Kooperation, Innovation und Medienzirkulation. Während die Provenienz der Objekte bei Lips genauso im Dunklen bleiben wie die Namen der indigenen Künstler*innen, lassen sich die Biografien von den heute wieder entdeckten Künstlern Tommy McRae und Thomas Onajeje Odulate rekonstruieren. Die Ausstellung gibt einen Überblick über ihr Werk und ihre Biographien und zeigt ihre Relevanz als Zeitgenossen der europäischen Moderne. Ihre innovative Bildsprache unterläuft die Dichotomien von primitiv und modern und stellt damit die Ästhetiken und Narrative von Ethnologie und Kunstkritik und die Verhärtung eines Kanons „primitiver Kunst“ seit 1900 zur Disposition....
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Martin Kippenberger: BITTESCHÖN DANKESCHÖN Eine Retrospektive

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn | 01.11.2019-16.02.2020
Martin Kippenberger (1953–1997) war einer der medial und stilistisch vielschichtigsten und wichtigsten deutschen Künstler, der die 1980er- und 1990er-Jahre maßgeblich geprägt hat. Sein Schaffen führte schon zu Lebzeiten zu einer herausragenden Position innerhalb der zeitgenössischen Kunst und wirkt bis heute international. Sein Werk basiert auf einer profunden Kenntnis der Kunstgeschichte und der scharfen Beobachtung des alltäglichen Lebens; sie war immer eng mit seiner Biografie, seiner Haltung und seinem Rollenverständnis des Künstlers verbunden. Das reiche Œuvre umfasst Zeichnungen, Plakate, Collagen, Multiples, Künstlerbücher, Fotografien, Musik, Malerei, Skulptur und raumgreifende Installationen, was die Ausstellung spiegeln wird. In enger Abstimmung mit dem Estate of Martin Kippenberger wird so ein groß angelegter Überblick seiner intensiven 20-jährigen Schaffenszeit erarbeitet, der die besondere Komplexität seines Werkes in all seinen Facetten aufzeigen soll....
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Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Das Bad der Diana mit Aktäon und Kallisto, 1634, Öl auf Leinwand, Wasserburg Anholt, Sammlung der Fürsten zu Salm-Salm, Foto: Wasserburg
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Das Bad der Diana mit Aktäon und Kallisto, 1634, Öl auf Leinwand, Wasserburg Anholt, Sammlung der Fürsten zu Salm-Salm, Foto: Wasserburg

Inside Rembrandt • 1606-1669

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
Köln | 01.11.2019-01.03.2020
Meister, Virtuose, Genie oder Star - die Synonyme für Rembrandt sind so vielfältig wie seine Kunst, die die Menschen weltweit begeistert. Aber warum ist das so? Dieser Frage geht das Wallraf-Richartz-Museum im mit einer großen Sonderausstellung nach: „Inside Rembrandt • 1606-1669“ ist eine Hommage an den Maler zu seinem 350. Todestag († 4. Oktober 1669 in Amsterdam). Sie taucht ein in die Welt des Niederländers und erzählt bildgewaltig von einem dramatischen Künstlerleben zwischen Tragödie und Komödie. Dazu zeigt das Wallraf neben eigenen Rembrandt-Werken auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern. So schickt die traditionsreiche Prager Nationalgalerie ihr faszinierendes Gemälde „Der Gelehrte im Studierzimmer“ erst zum zweiten Mal auf eine Reise ins Ausland. Um den Kosmos Rembrandt in all seinen Facetten aufleben zu lassen, präsentiert die Ausstellung auch ausgesuchte Arbeiten seiner Zeitgenossen und Schüler wie Jan Lievens, Govert Flinck und Ferdinand Bol. „Inside Rembrandt“ läuft vom 1. November 2019 bis zum 1. März 2020 in Köln und ist eine Kooperation zwischen dem Wallraf-Richartz-Museum und der Nationalgalerie Prag. Die Ausstellung „Inside Rembrandt“ startet dort, wo auch für Rembrandt alles beginnt: im niederländischen Leiden. Hier wird er am 15. Juli 1606 geboren und verbringt seine Kindheit und Jugend in einer Geisteswelt, die ihn privat wie beruflich für immer prägt. Und hier eröffnet er im Jahre 1625 auch sein erstes Atelier. Anhand von frühen Rembrandt-Werken zeigt die Sonderschau eindrucksvoll, wie intensiv und detailversessen sich der Künstler schon damals dem Porträtieren von Menschen widmet. Klug und liebevoll platziert er sie in passende Interieurs und taucht sie in ein geradezu spirituelles Licht. Doch seine Geburtsstadt wird dem ambitionierten jungen Mann zu eng und so zieht es ihn Anfang der 1630er Jahre nach Amsterdam. Hier wird aus seiner Könner- eine Meisterschaft; schnell steigt er zum bestbezahlten Maler der Niederlande auf. In dieser Zeit, auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens, malt Rembrandt auch den Prager „Gelehrten“. In diesem glanzvollen Bild stecken das ganze Können und der Ehrgeiz des Malers, weshalb das Gemälde auch im Zentrum der Ausstellung hängt. Gemeinsam mit anderen Werken zeugt es von der Strahlkraft des Niederländers. Diese findet sich aber nicht nur in seinen eigenen Gemälden, Radierungen und Zeichnungen, sondern steckt auch in Bildern seiner Schüler, Werkstattmitarbeiter und Kollegen, die ihm allesamt nacheiferten. Wer „Inside Rembrandt“ besucht, der lernt ein altes Genie von einer neuen Seite kennen....
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Der Babel-Bibel-Streit: Politik, Theologie und Wissenschaft um 1900

Vorderasiatisches Museum im Pergamonmuseum
Berlin | 05.11.2019-28.03.2020
Das Moses Mendelsohn-Zentrum Potsdam und die DFG-Kollegforschungsgruppe „Rethinking Oriental Despotism“ der Freien Universität Berlin führten vom 4. bis 6. November 2019 eine internationale Konferenz unter dem Titel „Der Babel–Bibel–Streit und die Wissenschaft des Judentums“ durch. Aus Anlass dieser Tagung widmet sich das Vorderasiatische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin in einer Studienausstellung dem Thema. Am 13. Januar 1902 hatte Friedrich Delitzsch (1850–1922), Professor für Assyriologe an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität und im Nebenamt Direktor der 1899 gegründeten Vorderasiatischen Abteilung der Königlichen Museen, einen folgenreichen Vortrag gehalten. In Anwesenheit des Kaisers vertrat er in der Singakademie (dem heutigen Maxim-Gorki-Theater) die unerhörte These, dass die jüdische Religion und die Schilderungen des Alten Testamentes auf babylonische Vorlagen zurückzuführen seien. War der Kaiser von diesen Ideen zunächst sehr angetan, ließ er Delitzsch nach heftigen Protesten fallen. Weil der Altorientalist noch in zwei weiteren Vorträgen auf seinen Ausführungen beharrte, kam es zu einem heftigen Streit zwischen Theologen und Vertreten der noch jungen Altorientalistik. Die mitunter sehr polemischen Auseinandersetzungen führten einerseits zu einer enormen Popularisierung der deutschen Ausgrabungen in Vorderasien und insbesondere in Babylon. Andererseits ließen Feuilletons und Satirezeitschriften das Bildungsbürgertum an dem akademischen Streit auf unterhaltsame Weise teilhaben. Veränderungen zur Jahrhundertwende Der Babel-Bibel-Disput war u. a. Ausdruck der sich auf wissenschaftlichem, wirtschaftlichen, politischen und sozialem Gebiet vollziehenden Veränderungen am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die voranschreitende Industrialisierung führte einerseits zu einem enormen wirtschaftlichem Wachstum, andererseits aber auch zu einer Verschärfung der sozialen Probleme. Staat und Kirche verloren an Einfluss, gleichzeitig entwickelten sich die Natur- und angewandten Wissenschaften rasant. Es entstanden neue Wissenschaftsdisziplinen und an den Universitäten wurden neue Lehrstühle eingerichtet. So konnte sich auch die Assyriologie als eigenes Fach, zunächst an den Universitäten Leipzig, Breslau und Berlin, etablieren. Das Studium der Keilschriftexte und ihr besseres Verständnis eröffneten völlig neue Betrachtungsweisen auch hinsichtlich bestimmter Schilderungen in den biblischen Schriften, die Delitzsch in seinen Vorträgen aufgriff. Friedrich Delitzsch und der Kaiser Nach einer Einführung in das Thema Bibel und Babel werden Friedrich Delitzsch als Protagonist des Disputs und der Kaiser als Vertreter einer konservativen Staatsräson vorgestellt. In der Regentschaft Wilhelm II. änderten sich die Leitlinien der deutschen Außenpolitik. Die damit verbundene Abwendung von Russland und das Streben nach einem Bündnis Deutschlands mit dem Osmanischen Reich dienten den wirtschaftlichen und militärischen Expansionsbestrebungen des Kaiserreichs im Nahen Osten. Gleichzeitig führte diese Politik aber auch zu einer Intensivierung der Grabungstätigkeit deutscher Archäologen in Mesopotamien. Archäologische und philologische Quellen Ein weiterer Themenschwerpunkt sind die archäologischen und philologischen Quellen, die Delitzsch zur Untermauerung seiner Thesen in den Vorträgen herangezogen hat. Neben Keilschrifttafeln sind das u. a. Kopien des Schwarzen Obelisken aus Nimrud, des Kodex Hammurabi, eine der ältesten Gesetzessammlungen der Welt, und die Marmorskulptur „Eva mit ihren Kindern“ von Adolf Brütt. Im Zusammenhang mit Delitzsch‘ Erörterungen werden auch die bereits vor seinen Vorträgen existierenden panbabylonischen Vorstellungen kurz skizziert. Die Reflexion des Streits in den Printmedien Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich der Rolle der Printmedien bei der Reflexion des Streits. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in Berlin über 1.000 Zeitungen und Zeitschriften im Umlauf. Für die Satireblätter war der Disput eine willkommene Gelegenheit, auf die gesellschaftspolitischen Missstände im Kaiserreich hinzuweisen. Insbesondere originelle Karikaturen, die Friedrich Delitzsch und seine Gegner zeigten, trugen den Streit in alle sozialen Schichten und Gruppen hinein. Eine repräsentative Auswahl der Karikaturen und Zeitungszitate beschließen die kleine Sonderschau....
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Capturing Iran's Past: Fotokunst – PhotoArt

Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum
Berlin | 07.11.2019-26.01.2020
Die Sonderausstellung im Buchkunstkabinett und im Mschatta-Saal des Pergamonmuseums inszeniert anhand von vier Fotoserien und einer Spiegelinstallation die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, um aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren und im Heute zu verorten. Indem die fotografischen Arbeiten auf unterschiedliche Weise die identitätsstiftende Funktion von Vergangenheit evozieren, laden sie dazu ein, die historische Bedingtheit der eigenen familiären, sozialen, kulturellen und nationalen Identitäten zu hinterfragen. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Arbeiten, die mit historischen Objekten aus der Sammlung des Museums für Islamische Kunst in Dialog treten. Vier Künstler*innen Vier etablierte Fotokünstler*innen, die in Iran geboren wurden, setzen sich in ihren Arbeiten aus unterschiedlicher Perspektive mit der historischen Bedingtheit der iranischen Moderne auseinander. Ihre Arbeiten nutzen die Vergangenheit als Kontrastfolie, um sie auf mehreren Ebenen in Metaphern und Allegorien zu hinterfragen und Aussagen über die (iranische) Gegenwart zu treffen. Dabei verwenden die Künstler*innen verschiedene visuelle Strategien und nehmen Bezug auf diverse Vergangenheiten. Der zeitliche Horizont erstreckt sich vom Beginn der Fotografie in Iran 1842 bis zum Iran-Irak Krieg (1980-88). Shadi Ghadirian Shadi Ghadirian re-inszeniert in Qajar (1998) Studioporträts aus der Kadscharenzeit (1779-1925) und fügt diesen ein zeitgenössisches Element hinzu. Durch die Kombination aus Spuren der Vergangenheit und der Gegenwart verweist sie auf Traditionen, die Auswirkungen auf das heutige Leben haben. In der Serie Nil Nil (2008) inszeniert sie scheinbar idyllische Innenräume, in denen sich jedoch versteckte Kriegsobjekte befinden. Dabei erzählt Ghadirian von den Traumata, die, obwohl der Iran-Irak Krieg 1988 endete, in den Psychen von jenen Personen, die den Krieg erlebt haben, bis heute fortwirken. Arman Stepanian Arman Stepanian platziert in Gravestones (1999/2000) und Doorbells (2004) Gruppen- und Einzelporträts aus der Kadscharen- und Pahlavizeit (1925-1979) in zeitgenössische Szenerien. Dies könnte als Erinnerung daran, dass die Bedingungen unserer gegenwärtigen Situation von unseren Vorfahren geformt wurden, interpretiert werden. Najaf Shokri Najaf Shokri scannt in Irandokht (2006) und The Registration Congregation of Iranian Men (2006-12) Passfotos iranischer Identitätsdokumente aus der Pahlavizeit. Die Aneignung von fotografischen objets trouvés stellt eine Reflexion der individuellen und kollektiven Identität, deren Ursprünge in der Vergangenheit liegen, dar. Taraneh Hemami Taraneh Hemami verarbeitet in Hall of Reflections (2000-12) Fotografien und Briefe von Personen, die aus Iran in die USA migriert sind, zu Spiegelassemblagen. Diese verweisen auf den durch die Migration entstandenen Schmerz der Nichtzugehörigkeit sowie das Vermissen eines Ortes, der nun der Vergangenheit angehört....
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Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert
Hamburger Kunsthalle, Foto: Romanus Fuhrmann-Rickert

Impressionismus - Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 07.11.2019-01.03.2020
Im Herbst und Winter 2019/20 ist der französische Impressionismus in Form von Spitzenwerken des Ordrupgaard Museums in Hamburg zu Gast. Die Sammlung des seit 1953 staatlichen dänischen Museums geht auf die Schätze zurück, die der Versicherungsdirektor Wilhelm Hansen mit seiner Frau Henny ab Ende des 19. Jahrhunderts zusammentrug. Im Zentrum der Ausstellung stehen Gemälde sämtlicher führender Maler_innen des Impressionismus: Camille Pissarro, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Claude Monet, Berthe Morisot, Pierre-Auguste Renoir und Eva Gonzalès. Anhand der ausgestellten Werke lassen sich die motivischen, maltechnischen und wahrnehmungsspezifischen Revolutionen, die sich von den 1870er-Jahren an binnen weniger Jahrzehnte auf der Leinwand ereigneten, plastisch nachvollziehen. Einen besonderen Höhepunkt bildet eine Werkgruppe von acht Gemälden Paul Gauguins, dessen Schaffen bereits im Zeichen des Post-Impressionismus steht. Nachdem das Ehepaar Hansen ab den 1890er-Jahren zunächst auf dänische Kunst fokussiert war, widmete es sich von 1916 an gezielt dem Aufbau einer repräsentativen Sammlung französischer Malerei. In Paris unterhielten die Hansens Kontakte zu Kritikern wie Théodore Duret sowie zu prominenten Kunsthändlern, insbesondere Ambroise Vollard, mit deren Hilfe sie ihre spektakuläre Sammlung aufbauten. Jedoch beschränkte sich das Ehepaar nicht nur auf die Vertreter_innen des Impressionismus. Sie bezogen auch die Zeiten davor und danach in ihre Aktivitäten mit ein – und damit die Entwicklungen eines ganzen Jahrhunderts französischer Malerei. So finden sich in der Ausstellung nicht nur Werke des Klassizismus und der Romantik (Jean-Auguste-Dominique Ingres und Eugène Delacroix), sondern mit Gustave Courbet, Camille Corot, Charles-François Daubigny und Jules Dupré auch Arbeiten von führenden Künstlern des französischen Realismus versammelt. Indem diese bereits Pleinair-Malerei praktizierten, werden sie zu Recht als Vorboten des Impressionismus geführt. Nach Ausstellungen zu Degas (2009) und zu Manet (2016) bietet Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard erstmals die Gelegenheit, Spitzenwerke sämtlicher führender Vertreter_innen des Impressionismus in Hamburg zu sehen. Dies ist den guten Beziehungen der Kunsthalle zum Ordrupgaard Museum zu verdanken, das im Zuge von Erweiterungsarbeiten diese außergewöhnlich großzügige Kollektion für Hamburg bereitstellt....
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Foto: Giorgio Pastore
Foto: Giorgio Pastore

Der montierte Mensch

Museum Folkwang
Essen | 08.11.2019-15.03.2020
Die große Herbstausstellung untersucht das Wechselverhältnis zwischen Mensch und Maschine seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Medien- und epochenübergreifend angelegt gibt die Schau einen umfassenden Einblick in die künstlerischen Auseinandersetzungen mit den prägendsten Entwicklungen der letzten 150 Jahre: Industrialisierung, Technisierung und Digitalisierung. Fünf Kapitel versammeln die Bildwelten von Marcel Duchamp, El Lissitzky. Otto Dix über Fernand Léger, Hannah Höch, John Heartfield bis zu Eduardo Paolozzi, Rebecca Horn, Hito Steyerl und Ed Atkins. Neben zahlreichen internationalen Leihgaben komplettieren Werke aus der Sammlung des Museum Folkwang den kulturhistorischen Überblick....
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Stefan Moses - Abschied und Anfang

Bröhan-Museum - Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939)
Berlin | 08.11.2019-19.04.2020
Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls und der friedlichen Revolution zeigt das Bröhan-Museum die Ausstellung „Stefan Moses – Abschied und Anfang“. In der Umbruchphase von 1989/90 nutzte der Münchner Fotograf Stefan Moses die Chance, mit seiner Serie „Abschied und Anfang“ die DDR-Bevölkerung zu porträtieren und setzte damit einer Gesellschaft im Wandel ein fotografisches Denkmal. Damals endlich ungehindert vom DDR-Regime, konnte Moses seine Serien zu den Deutschen auf den Osten des Landes ausweiten. Dass es bei der Wiedervereinigung bei weitem nicht nur um Politik ging, vermitteln seine Fotografien noch heute. Denn trotz sichtbarer Narben der Vergangenheit und des Wissens um eine konfliktreiche Zukunft stellen sie Sympathie, Identifikation und Menschlichkeit in den Mittelpunkt. Als Moses „Ostdeutsche Porträts“ 1991 im Deutschen Historischen Museum zum ersten Mal in Berlin gezeigt wurden, waren sie künstlerische Berichterstattung, 1999 bereits kulturelle Reflexionsgrundlage. Und heute, in einer Zeit, in der erneut über Mauern diskutiert wird, offenbart sich ihre zeit- und grenzenlose Bedeutung....
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Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin. Berlin-Tiergarten, Invalidenstr. 50. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Zeit für Fragmente: Werke aus der Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart
Berlin | 09.11.2019-04.10.2020
Es sei gerade „eine Zeit für Fragmente“, bemerkte der Künstler Marcel Duchamp gegenüber der Schriftstellerin Anaïs Nin, als diese ihn im Jahr 1934 in seinem Pariser Atelier besuchte. Konkret meinte er die Dokumentation seines Werks Großes Glas, für die er Schriftstücke und Grafiken lose in einer grünen Schachtel sammelte. In einer Welt, deren Einheit und Ganzheit von der Physik ebenso in Zweifel gezogen wurde wie durch das Auseinanderfallen der Gesellschaft, erschien Duchamp das Fragment als einzig mögliche Form des künstlerischen Handelns. In der Renaissance oder der Romantik brachte das Fragment als Rest eines ehemals Ganzen oder als Unvollendetes die Sehnsucht nach Einheit und Vollständigkeit zum Ausdruck. Entsprechend verweisen Motive wie Ruinen und Torsi auf ein Ideal von Vollkommenheit. Spätestens im 20. Jahrhundert wich diese Sehnsucht der Erkenntnis, dass die Welt stets eine unfertige ist. Es gibt immer einen Blickwinkel zu ergänzen oder einen weiteren Aspekt zu berücksichtigen. Teile, Überreste, Leerstellen und Ausschnitte verweisen in den Kunstwerken nicht mehr auf ein mögliches Ganzes, sondern auf die zugleich zerstörerische und schöpferische Kraft von Brüchen. Die Sammlungspräsentation „Zeit für Fragmente“ geht den unterschiedlichen Bedeutungen des Fragmentarischen anhand von Werken von Joseph Beuys, Marianna Castillo Deball, Anish Kapoor, William Kentridge, Sam Taylor-Johnson, Cy Twombly, Andy Warhol u. a. nach....
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Foto: Stadt Gelsenkirchen
Foto: Stadt Gelsenkirchen

Jahresschau Gelsenkirchener Künstlerinnen und Künstler

Kunstmuseum Gelsenkirchen
Gelsenkirchen | 10.11.2019-13.01.2020
Turnusgemäß veranstaltet das Kunstmuseum Gelsenkirchen auch 2019 die Jahresschau Gelsenkirchener Künstlerinnen und Künstler. Für die Ausstellung können sich alle Kunstschaffenden bewerben, die in Gelsenkirchen wohnen, hier arbeiten, hier geboren wurden oder einer Gelsenkirchener Künstlervereinigung angehören. Eine Jury entscheidet dann über die Teilnahme an der Ausstellung, zu der auch ein Katalog erscheinen wird....
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Die Hoesch-Fraueninitiative

Hoesch-Museum
Dortmund | 10.11.2019-09.02.2020
Das f² Fotofestival findet 2019 unter dem Motto „Gerechtigkeit“ statt. Das Hoesch-Museum nimmt zum ersten Mal teil und präsentiert historische Fotografien: Ein bisher wenig beachtetes Thema aus der Geschichte rund um die Hoesch-Belegschaft steht im Zentrum. Um 1980 fanden sich in Form einer Bürgerbewegung engagierte Frauen zusammen, die unabhängig ihrer Herkunft, politischer Richtung oder ihres Berufes sich mit der Hoesch-Belegschaft solidarisierten und für den Erhalt der Arbeitsplätze demonstrierten....
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Verwandelt. Verwunschen. Verschwunden

Museum Industriekultur Nürnberg
Nürnberg | 12.11.2019-29.12.2019
Bodypainterin Andrea Stern hat in diesem Jahr die Museen der Stadt Nürnberg als Location genutzt, um ihre Modelle phantasievoll-gekonnt in Szene zu setzen. Die geradezu symbiotischen Verwandlungen bis hin zum Verschwunden sein hat die Künstlerin in ausdrucksstarken Fotografien verewigt, aus denen auch ein Kalender entstehen wird. Schon als Kind begann Andrea Stern, von ihrer Mutter inspiriert und gefördert, mit dem Malen und Zeichnen. Kurz darauf folgten die ersten, damals noch einfachen Fotografien mit einer kleinen "Klick-Klack-Kamera". Malerei und Fotografie blieben auch in späteren Jahren wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Gesichter, Körper und der Mensch als Ganzes übten insbesondere zu Beginn eine starke Faszination auf sie aus. Jeder Mensch, so die Künstlerin, erzählt durch seine eigene Präsenz eine eigene Geschichte, hat seine eigene Schönheit und Ästhetik, die es hervorzubringen gilt. Ihre künstlerischen Fähigkeiten und die Lust am Experimentieren mit verschiedenen Medien, wie Aquarell, Buntstift, Polychroms, Acryl, Tusche und Airbrush erweiterten ihr Spektrum und führten 2014 zu ersten Bodypainting-Arbeiten. 2017 schließlich realisierte sie ein erstes Projekt im Nürnberger Tiergarten. Ziel war es, ein oder mehrere Modelle jeweils innerhalb eines Tages und unter der "Beobachtung" der Tiergartenbesucher in ein Tier zu verwandeln. Unter dem Titel "Stadtchamäleons. Eine Symbiose von Mensch und Kultur" startete Andrea Stern 2019 ihr aktuelles Projekt an insgesamt 16 besonderen Orten, beliebten Sehenswürdigkeiten unter freiem Himmel und in den Museen der Stadt Nürnberg. Die Modelle wurden entweder Teil des Hintergrundes, verschwanden darin oder traten auffallend hervor. Das Museum Industriekultur diente der Bodypainterin als geradezu theatralische Kulisse. Und auch hier waren die Besucher willkommen, Andrea Stern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und in diesem Fall die "Einswerdung" von Mensch und Maschine mitzuerleben....
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A. R. Penck (1939-2017) Grund, 1975/76 Aquarell auf rauem Velinpapier, 73 x 102 cm Städel Museum, Frankfurt am Main, Graphische Sammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Ausstellung: Große Realistik & Große Abstraktion. Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter (AT)
A. R. Penck (1939-2017) Grund, 1975/76 Aquarell auf rauem Velinpapier, 73 x 102 cm Städel Museum, Frankfurt am Main, Graphische Sammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Ausstellung: Große Realistik & Große Abstraktion. Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter (AT)

Große Realistik & Große Abstraktion - Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter

Städel Museum
Frankfurt/Main | 13.11.2019-16.02.2020
Große Realistik, Große Abstraktion – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich der etwa 1800 Blätter umfassende Bestand an deutschen Zeichnungen des 20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Im Winter 2019 zeigt das Museum eine repräsentative Auswahl von etwa 100 Werken, die die historisch gewachsenen Schwerpunkte der Sammlung widerspiegelt. Den Auftakt bilden Zeichnungen von Max Beckmann (1884–1950) und den „Brücke“-Künstlern, allen voran Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938). Deren zwischen Gegenstandsnähe und Abstraktion schwankende Bildsprache findet ihre Fortsetzung in den Werken von Künstlern, die sich figurativen und abstrakten Tendenzen im geteilten Deutschland der Nachkriegszeit gewidmet haben. Hierzu zählen Künstler des Informel, neoexpressionistischer Strömungen oder der Pop Art, wie etwa Karl Otto Götz (1914–2017), Joseph Beuys (1921–1986), Georg Baselitz (geb. 1938), Gerhard Richter (geb. 1932) und Sigmar Polke (1941–2010). Die Zeichnung diente den Künstlern als unmittelbarer künstlerischer Ausdruck, ob in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, auf den Boulevards der erwachenden Metropole Berlin oder inmitten der neu entstehenden Konsum- und Warenwelt. Im Medium der Zeichnung konstruierten sie idealistische Lebensentwürfe, begehrten gegen etablierte Traditionen in Politik und Gesellschaft auf oder reflektierten prägende Ereignisse der deutschen Geschichte. Der jeweilige Entstehungskontext bestimmte die Technik, weshalb in der Ausstellung einfache Bleistiftskizzen, farbig leuchtende Pastelle und Aquarelle, miniaturhafte Kreidezeichnungen wie auch monumentale Collagen zu sehen sind. Mit der Ausstellung erscheint ein Katalog, der erstmals den Bestand der deutschen Zeichnungen des 20. Jahrhunderts im Städel Museum anhand ausgewählter Blätter erschließt....
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Jahresgaben 2019 / Editions 2019

Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft
Nürnberg | 14.11.2019-02.02.2020
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Zweig im Regen - Vittorio Brodmann

Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft
Nürnberg | 14.11.2019-09.02.2020
Das Medium der Malerei ist bis in die tableauxhaften, an Sitcom-Szenen erinnernde Räume konventionalisiert – Räume, die zu unentrinnbaren Orten werden. Auf dieser Bühne setzt der Schweizer Künstler Vittorio Brodmann (*1987) seine Figuren gegen den Horizont der Abstraktion, als verkörperte Stellvertreter der Bedingungen von Malerei. In den oft quadratischen Formaten in Zweig im Regen dienen an Animationsfilme und Comics angelegte Elemente als Vorführung einer Anwesenheit, die sich zwischen Form und Formlosigkeit, Tiefe und Fläche bewegt....
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Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller
Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller

Seen By #13: Modus Operandi

Museum für Fotografie / Helmut Newton Stiftung
Berlin | 15.11.2019-12.01.2020
Modus Operandi ist eine auf maximale Präsenz ausgelegte analoge Doppelprojektion. Sie lässt Fotografien kollidieren, die nicht zusammen gehören, aber zusammen Wirkung entfalten. Die mechanischen Projektoren versetzen dabei das Bildgefüge in einen permanenten Wechsel. Die Bilder stehen monumental und anonym nebeneinander, stehen in nur einmaliger direkter Verbindung zueinander. Jedes verschiebt die Bedeutung des anderen, bevor es verschwindet und durch ein anderes ersetzt wird. Entwicklung einer kollektiven Bildsprache In einem mehrere Monate andauernden Prozess ohne inhaltliche Vorgaben waren die Künstler*innen aufgefordert, Bildmaterial in einen Bildpool einzuspeisen und anzuordnen. Während regelmäßiger Screenings wurde an Bildauswahl und Anordnung gearbeitet mit der Absicht, eine kollektive Bildsprache zu generieren, die im Zusammenwirken mehr ergibt als die Summe der Einzelbilder. Die Arbeit zielt auf eine unmittelbare Wahrnehmung und individuelle Erfahrung ab. 1 Raum / 162 Bildträger / 2 Projektoren / 20 Künstler*innen / 2 Bildflächen Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Louisa Boeszoermeny, Viiri Linnéa Broo Andersson, Mateo Contreras Gallego, Eva Friedrich, You Gu, Moritz Haase, Elizabeth Hepworth, Miji Ih, Jakob Ketzel, Lucia Krug, Gonzalo Ruelas, Schlack/Giménez, Joram Schön, Anouk Tschanz, Greta Wildhage, Asís Ybarra, Lukas Zerrahn, Tania Elstermeyer und Frank Jimin Hopp....
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Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle
Museum Ludwig, Foto: Thomas Riehle

Wade Guy­ton

Museum Ludwig
Köln | 16.11.2019-01.03.2020
Der 1972 ge­borene US-amerikanische Kün­stler Wade Guy­ton hat über gut zwei Jahrzeh­nte ein so konzeptuell konse­quentes wie er­frischend ei­gensin­niges Werk geschaf­fen. Bekan­nt ist er vor allem für seine mit einem herkömm­lichen Tin­ten­s­trahl­druck­er hergestell­ten groß­for­mati­gen Lein­wand­bilder mit ikonischen Mo­tiv­en wie Flam­men, den Buch­staben „X“ und „U“ oder der Web­site der New York Times. Nach­dem das Mu­se­um Lud­wig bere­its mehrere Werke des Kün­stlers für die Samm­lung ankaufen kon­nte, richtet es ihm 2019 eine große Über­blick­sauss­tel­lung aus, die sein kün­st­lerisch­es Schaf­fen von den An­fän­gen bis hin zu jüng­sten Ar­beit­en vorstellt. Wade Guy­ton nimmt in Hin­blick auf die kün­st­lerische Au­sei­nan­derset­zung mit dem Bild im dig­i­tal­en Zei­tal­ter eine Sch­lüs­sel­po­si­tion ein. Durch die Aneig­nung bere­its ex­istieren­den Bild­ma­te­rials und die Kon­fron­ta­tion mit neuen re­pro­duk­tion­stech­no­lo­gien en­twick­elte Guy­ton so in den let­zten zwanzig Jahren eine ak­tu­al­isierte Form der so­ge­nan­n­ten Ap­pro­pri­a­tion Art....
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Brücke-Museum Berlin, Foto: Archiv
Brücke-Museum Berlin, Foto: Archiv

Unzertrennlich.

Brücke Museum
Berlin | 16.11.2019-15.03.2020
„Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen … wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht“, schrieb Ernst Ludwig Kirchner 1937 und betonte hiermit, wie zentral für ihn der Rahmen für das Bild war. Die Ausstellung Unzertrennlich widmet sich dieser Verbundenheit und untersucht erstmals die besondere Rolle und Bedeutung des Bilderrahmens für die Künstler der Brücke. Denn auch Erich Heckel, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff entwarfen eigens Rahmen für ihre Gemälde: Sie nutzten besondere Profile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten sie und gestalteten sie farblich – immer in kompositorischer Einheit mit den Bildwerken. Schmidt-Rottluffs aufwendige Schnitzarbeiten zeigen dabei, wie skulptural er seine Rahmen verstand. Bei Kirchner wiederum verlässt der Pinsel häufig die Leinwand und bemalt das Holz in den Tönen des Bildes, sodass die Grenze zwischen beiden verschwimmt. Ob in Ausstellungskatalogen, auf Postkarten oder im Internet – die Bilder der Brücke werden seit jeher zumeist ohne ihre Rahmen gezeigt. Doch gerade der Blick über das Bildfeld hinaus ermöglicht einzigartige Einblicke in die Ideen und Ziele der Künstler. Die Ausstellung ergänzt die Beschäftigung der Brücke um die künstlerische Gestaltung des Bilderrahmens, der im Sinne des Gesamtkunstwerks das Bild erweitert. Anhand zahlreicher nationaler und internationaler Leihgaben sowie original gerahmter Gemälde aus dem Bestand des Brücke-Museums öffnet Unzertrennlich den Blick für dieses bisher unbeachtete künstlerische Schaffen....
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Wilhelm von Humboldt Franz Krüger, Friedrich Oldermann, Verlag L. Sachse & Co., Kunstdruck, Berlin, um 1827 © Deutsches Historisches Museum
Wilhelm von Humboldt Franz Krüger, Friedrich Oldermann, Verlag L. Sachse & Co., Kunstdruck, Berlin, um 1827 © Deutsches Historisches Museum

Wilhelm und Alexander von Humboldt

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 22.11.2019-19.04.2020
Wilhelm und Alexander von Humboldt werden heute als deutsche Kosmopoliten gefeiert. Sie verkörpern die Errungenschaften öffentlicher Bildung, eine neue Sicht auf die Natur und den unvoreingenommenen Blick auf die Kulturen jenseits Europas. Ihre Biografien sind jedoch auch von den Gegensätzen ihrer Zeit geprägt: Dem in der Aufklärung entworfenen Bild der Gleichheit der Menschen stehen die Existenz von Kolonialismus und Sklaverei entgegen. Die Neuentdeckung der Natur geht auch mit ihrer Beherrschung und Zerstörung einher. Internationaler Austausch und Kooperation verhindern nicht die nationale Abgrenzung. Das Deutsche Historische Museum zeigt die erste große Ausstellung über Wilhelm und Alexander von Humboldt in Deutschland. Sie verortet die Brüder als Europäer im Kontext ihrer Zeit. Sie blickt auf gesellschaftliche und politische Verhandlungs- und Gestaltungsräume, geht dem Verhältnis von Wissen und Macht nach und beleuchtet, wie Geschichtsbewusstsein, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Perspektive auf den Menschen und seine Umwelt verändern. Dabei treten Fragen nach der Aktualität und Bewertung ihrer Haltungen und Handlungen in unserer Gegenwart hervor....
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Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Bronzen wie Tiere - Heide Dobberkau und ihre Tierwelten

Münzkabinett im Bodemuseum
Berlin | 22.11.2019-18.10.2020
Kunst haucht toten Materialien seit Jahrtausenden Leben ein. Menschen erschaffen dabei ganze Tierwelten. Sie vermitteln zwischen Natur und Kultur. Abstrahierende Zugänge wetteifern mit naturalistischen. Die Renaissance feierte die Antike, und „das sensible, lebendige Wesen der Tiere“ (HD) wurde seither auch zu einem Motiv für die Kunstmedaille. Heide Dobberkau schuf ihre Tierwelten aus Metall, aber auch aus Holz und auf Papier. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sie so ihren persönlichen Stil. Das Münzkabinett würdigt die Künstlerin aus Anlass ihres 90. Geburtstages. Heide Dobberkaus „Bronzen wie Tiere“ begegnen dabei Tierwesen antiker Münzbilder und treten mit aktuellen Annäherungen an ihr Werk in Dialog....
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Brandspuren: Filmplakate aus dem Salzstock

Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen mit Marlene Dietrich Collection
Berlin | 28.11.2019-31.05.2020
Zahlreiche internationale Filmplakate aus den ersten 40 Jahren der Filmgeschichte wurden 1986 in einem Salzbergwerk in Grasleben gefunden, wo das Reichsfilmarchiv der Nationalsozialisten seit dem Krieg lagerte. Wir zeigen erstmals rund zwei Dutzend der aufwendig restaurierten Stücke und erzählen ihre Geschichte. Die Grubenlampe von Grasleben – kippte sie tatsächlich im Juni 1945 um und war Auslöser für die Zerstörung unzähliger Filmmaterialien? Ausgerechnet in einem Salzstock, wo sie mit anderen Kulturgütern vor den Kriegsfolgen geschützt werden sollten? Oder hatten amerikanische Agenten und Sonderkommandos das Lager schon zwei Monate vorher geräumt und wollten mit dem Feuer ihre Spuren verwischen? Diese Fragen werden sich vermutlich nie beantworten lassen. Was bleibt, sind die historischen Filmplakate, denen die Spuren der Zeit buchstäblich eingebrannt sind. Sie befinden sich mittlerweile in Obhut der Deutschen Kinemathek, während weiteres Material, Unterlagen und Gegenstände noch immer in den Tiefen des Salzbergwerks schlummern. Wieso und auf welchen Wegen ist das Filmarchiv in den letzten Kriegsmonaten 1944/45 dorthin gekommen und was geschah dort nach Kriegsende? Davon erzählt diese Ausstellung und auch vom Thema Kulturschutz und den mühevollen Anstrengungen, historische Überlieferungen vor dem Vergessen zu bewahren....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Jubiläumsausstellung: 150 Jahre Bayerisches Gewerbemuseum

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 28.11.2019-27.09.2020
1869 wurde in Nürnberg das Bayerische Gewerbemuseum gegründet. Die Stadt und ihr Umland galten als die mit Abstand bedeutendste Industrieregion des Königsreichs Bayern. Neben einem umfangreichen Ausbildungsprogramm war es Ziel des neuen „Museums“, durch die Kenntnis historischer Muster die technische Qualität und den wirtschaftlichen Erfolg aktueller Erzeugnisse zu steigern. Die Sammlung sollte vor allem Objekte umfassen, deren Gestaltung das Industriedesign in Europa maßgeblich beeinflussen. Die Initiative zur Gründung ergriffen folglich kapitalkräftige Großindustrielle, Wirtschaftsfachleute und hohe Verwaltungsbeamte aus dem Nürnberger Gründermilieu. Und wo in Bayern hätte dies besser gelingen können als in Nürnberg? 1987 erfolgte die Angliederung der Mustersammlung, später auch der Vorbildersammlung und der Bibliothek an das Germanische Nationalmuseum; seit 2003 sind sie Leihgaben des Freistaats Bayern. Die Jubiläumsausstellung präsentiert die Geschichte und die Highlights des größten Leihgabenbestandes des Germanischen Nationalmuseums. Sie zeigt, dass Nürnberg in der ganzen Welt eingekauft hat, um die technische wie ästhetische Qualität eigener Produkte zu steigern: Keramiken aus Frankreich, Porzellane aus China, Email aus Japan, Innovationen wie einen der ersten Diaprojektoren und vieles mehr....
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Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller
Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller

Body Performance

Museum für Fotografie / Helmut Newton Stiftung
Berlin | 30.11.2019-10.05.2020
In der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie sind in der Ausstellung "Body Performance" Arbeiten von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Bernd Uhlig und Erwin Wurm zu sehen. In dieser Gruppenausstellung werden erstmals Fotosequenzen vereint, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt, ergänzt durch eine paraphrasierte Street Photography und konzeptionelle Bildserien. Stets steht der Mensch und sein Körper im Mittelpunkt, und der Fotograf oder die Fotografin hat die jeweilige Aktion dokumentiert oder interpretiert, häufig auch initiiert. Der Ausstellungsraum als Bühne Mit den Werken der zwölf international renommierten Künstler*innen entsteht in den Ausstellungsräumen der Helmut Newton Stiftung eine multiple Bühne, auf der wir unterschiedlich agierende, fotografierte Menschen sehen, die in parallele, tagtraumartige Realitätsebenen zu rutschen scheinen. Die Präsentation vereint unterschiedlichste Ansätze und Ausprägungen für künstlerische Aktionen und Körper-Performances: Menschen tragen Kleidung für ungewöhnlich inszenierte Modebilder, sie agieren vermeintlich irrational auf Straßen und Hochhausdächern oder bewegen sich minimalistisch auf Felsen und in Museumsräumen, schließlich als Tänzer und Tänzerinnen auf und neben der Bühne. In der Ausstellung begegnen sich Rollenspiele und Grenzüberschreitungen des Körperlichen – zeitgenössische fotografische Blicke auf die verschiedensten visuellen Aspekte zu Körper und Raum, Tanz und Bewegung. Auf diese Weise rücken nicht zuletzt Fragen von Fremd- und Selbstwahrnehmung, von Identität und Emotion in den Blick. Fotografie und Performance Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. Die enge Verbindung zwischen Performance, Happening und Aktionskunst mit der Fotografie besteht bereits seit vielen Jahrzehnten. Sie reicht von den Dadaisten und Surrealisten über die Wiener Aktionisten bis zu den aktuellen Körperinszenierungen im öffentlichen Raum von Spencer Tunick. Helmut Newtons Serie "Ballet de Monte Carlo" Eine für das Werk von Helmut Newton relativ unbekannt gebliebene Serie, die seit den 1980er-Jahren in Monte Carlo entstand, sind die Aufnahmen des dortigen Balletts. Statt auf einer klassischen Bühne fotografierte er die Tänzer und Tänzerinnen auf den Straßen Monacos, den Treppenstufen hinter dem berühmten Casino, nahe eines Notausgangs im Theatergebäude oder nackt bei sich zuhause. Und so deklinierte er auch mit den Akteuren des Ballet de Monte Carlo eine Kompositionsidee durch, die unnachahmlich für sein Werk steht: Naked and Dressed – und thematisiert erneut das Wechselverhältnis von Exhibitionismus und Voyeurismus....
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Kunst & Handwerk: Der Markt für schöne Dinge

Stadtmuseum Fembohaus
Nürnberg | 05.12.2019-15.12.2019
Der Markt für schöne Dinge im ehemaligen Bürger- und Kaufmannshaus der Renaissance ist zu einer Nürnberger Tradition geworden. Seit 1978 präsentieren alljährlich zur Weihnachtszeit Kunsthandwerker aus Nürnberg und der Region in einzigartiger Museumsatmosphäre eine große Palette anspruchsvollen künstlerischen Handwerks. Dabei reicht die Bandbreite der handgemachten Kostbarkeiten von edlen Schmuckkreationen aus den unterschiedlichsten Materialien über Keramik- und Glaswaren, feine Papierarbeiten und Artikel aus Edelhölzern bis hin zu skulpturalen Objekten. Jedes Exponat ist ein Unikat und daher ein einmaliges Geschenk auf dem weihnachtlichen Gabentisch. Einen besonderen Reiz macht der ganz persönliche Kontakt der Besucher zu den Künstlern aus....
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Foto: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Foto: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Die Fäden der Moderne Matisse – Lurçat – Miró

Kunsthalle München
München | 06.12.2019-08.03.2020
Seit über 400 Jahren steht die Pariser Gobelin-Manufaktur für Webkunst von höchster Qualität. Anhand einer Vielzahl großformatiger Tapisserien spannt die Ausstellung den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart und zeigt, wie überraschend modern dieses noble Handwerk tatsächlich ist. In Zusammenarbeit mit den namhaftesten französischen und internationalen Künstlern – unter ihnen Henri Matisse, Pablo Picasso, Le Corbusier, Joan Miró und Louise Bourgeois – entstanden in der Gobelin-Manufaktur textile Meisterwerke, die nun zum ersten Mal in Deutschland präsentiert werden....
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Sammlung Scharf-Gerstenberg. Berlin-Charlottenburg, Schloßstr. 70. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Sammlung Scharf-Gerstenberg. Berlin-Charlottenburg, Schloßstr. 70. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Lebenskleckse - Todeszeichen: Horst Janssen zum Neunzigsten

Sammlung Scharf-Gerstenberg
Berlin | 06.12.2019-03.05.2020
Am 14. November 2019 jährt sich der Geburtstag von Horst Janssen (1929 – 1995) zum neunzigsten Mal. Die Sammlung Scharf-Gerstenberg nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick auf eine weniger bekannte Seite des Künstlers zu werfen. "Lebenskleckse – Todeszeichen" zeigt Bilder, die das Entstehen und Vergehen ihrer selbst zum Thema haben: Kleckse, aus denen ganze Landschaften entstehen, Flecken, die sich zu schattenhaften Figuren fügen, Löcher, die zur Abendsonne werden. Jenseits aller Manier zeigt die Ausstellung einen Meister seines Faches, der – ähnlich wie zuvor die Surrealisten – mit den Mitteln des Zufalls operiert. Mit einem starken Gespür für die materiellen Möglichkeiten des Mediums und einer hoch entwickelten Technik führt Janssen dem Betrachter die Geburt seiner Bilder vor Augen, denen zugleich der Verfall eingeschrieben ist....
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Wilhelm Weimar (1857–1917), „Drei Blumenkörbe aus Japan“, 2018, Bild-Text-Netzwerk, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Wilhelm Weimar (1857–1917), „Drei Blumenkörbe aus Japan“, 2018, Bild-Text-Netzwerk, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Das zweite Original - Fotografie neu ordnen: Reproduktionen

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Hamburg | 06.12.2019-02.06.2020
In der Ausstellung Das zweite Original zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckte Glasnegative, die der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (1857–1917) zwischen 1897 und 1915 zur Dokumentation von Museumsobjekten erstellt hat. Wurden Reproduktionsfotografien in der Vergangenheit in überschaubarer Zahl angefertigt, produzieren Museen heute im Zuge der digitalen Erschließung ihrer Sammlungen eine unüberschaubare Menge an digitalen Abbildungen, die auch für die Öffentlichkeit auf Webseiten zugänglich sind. Die Reproduktionen selbst treten beim Betrachten des abgebildeten Sammlungsgegenstands in der Regel vollständig in den Hintergrund und haben lediglich die Funktion eines Stellvertreters. Doch ihre Materialität, das große Format von 18 x 24 cm und das stabile, kühle Glas verleihen den historischen Glasnegativen eine besondere Qualität und Anziehungskraft. Ursprünglich als Anschauungsmaterial angelegt, werden sie heute als eigenständige Foto-Objekte wahrgenommen: Sie werden zum zweiten Original. Die Ausstellung stellt diese beeindruckenden Bildträger vor und beleuchtet mit rund 150 Objekten in drei Kapiteln die Ursprünge ihres Gebrauchs im MKG. Zu sehen sind neben Glasnegativen zahlreiche von ihnen erstellte historische Abzüge, Diapositive, Abbildungen in Veröffentlichungen und digitale Abbilder von heute. Anhand von Wilhelm Weimars Zeichnungen von Museumsgegenständen in Tusche, Bleistift oder Aquarell lässt sich auch der Wechsel von handgefertigten zu mechanisch aufgenommenen Reproduktionen nachvollziehen und bewerten. Eine digitale Visualisierung der insgesamt 1.700 Glasnegative experimentiert mit neuen Möglichkeiten der Vermittlung. Das Konvolut konnte in den letzten drei Jahren im Rahmen des interdisziplinären Projektes PriMus – Promovieren im Museum erschlossen werden. Das zweite Original ist das Abschlussprojekt des MKG im Rahmen des interdisziplinären Projektes PriMus – Promovieren im Museum. Sarah Kreiseler, die Themen ihrer Forschungsergebnisse aus der Dissertation vorstellt, kuratiert die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Esther Ruelfs, Leiterin der Sammlung Fotografie und Neue Medien am MKG. PriMus ist eine Kooperation der Leuphana Universität Lüneburg und sechs Museen unterschiedlicher Sparten aus der Hamburger Region: Hamburger Kunsthalle, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Deichtorhallen Hamburg, MARKK – Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt, Ostpreußisches Landesmuseum (Lüneburg), Buddenbrookshaus und Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum (Lübeck). PriMus wird geförtdert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH....
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Jean-Honoré Fragonard (1732– 1806) Der Philosoph, um 1764 Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford
Jean-Honoré Fragonard (1732– 1806) Der Philosoph, um 1764 Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Goya, Fragonard, Tiepolo - Die Freiheit der Malerei

Hamburger Kunsthalle - Sammlung Galerie der Gegenwart
Hamburg | 13.12.2019-13.04.2020
Das 18. Jahrhundert war eine Blüte- und Umbruchszeit der europäischen Kunst, die so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Francisco José de Goya y Lucientes (1746–1828), Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) hervorgebracht hat. Mit »Goya, Fragonard, Tiepolo. Die Freiheit der Malerei« widmet die Hamburger Kunsthalle einem Kapitel der folgenreichsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte eine umfassende Schau. Gleichzeitig setzt die Präsentation mit rund 100 bedeutenden Gemälden und Graphiken, versammelt aus den wichtigen nationalen und internationalen Museen, den Schlusspunkt des Jubiläumsjahres 2019 in der Hamburger Kunsthalle. Goya, Fragonard, Giovanni Battista Tiepolo und sein Sohn Giovanni Domenico Tiepolo (1727–1804) reagierten mit ihrer Kunst auf die weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 18. Jahrhunderts. Sie entwickelten eine radikalere Formensprache und veränderten die Malerei durch ihren Wandel der künstlerischen Normen und ihre innovativen wie ungewöhnlichen Konventionsbrüche. Die Ausstellung verdeutlicht in eindringlichen Bildern diesen Entstehungsprozess und zeichnet anhand der unterschiedlichen Schaffensperioden der ausgewählten Künstler die grundsätzlichen Veränderungen nach, mit denen in den Zentren Venedig, Paris und Madrid Grundlagen der Moderne geschaffen wurden. Überhaupt kennzeichnen scheinbar widersprüchliche Positionen das virtuose und vielseitige Schaffen Goyas, Fragonards und Tiepolos. So stehen einer auf den ersten Blick konventionellen Malweise kühne Bildfindungen gegenüber, trifft Atmosphärisch-Ideales auf Unheimlich-Groteskes, zeigt sich die Vorliebe für das Theater und Theatrales in einem Spiel von Reflexion und Illusion. Der Stil wird radikal-persönlich und reflektiert. Die lockere, freie Pinselführung steht dabei gleichsam für die Freiheit der Malerei, die die Künstler auch in ihrer Bildsprache für sich beanspruchten. Mit ihrer Kunst leiteten sie bereits Mitte des 18. Jahrhunderts einen Stilwandel ein und stellten mit ihrer innovativen Formensprache die Weichen für den Weg in die Moderne, bevor mit der Französischen Revolution ab 1789 endgültig der radikale Umbruch vollzogen wurde. Mit der Ausstellung präsentiert die Hamburger Kunsthalle Goya, Fragonard, Giovanni Battista und Giovanni Domenico Tiepolo als Vor- und Wegbereiter der Moderne, indem sie das Schaffen der Künstler zum ersten Mal in einen gemeinsamen Kontext stellt: In ihren Werken treten bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts Umbrüche und die Befreiung von Konventionen zutage....
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Raffael in Berlin - Die Madonnen der Gemäldegalerie

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 13.12.2019-26.04.2020
Anlässlich des Raffael-Jubiläums 2020 vereint die Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung fünf Madonnenbilder aus ihrem Bestand, die durch Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts begleitet werden. Madonnentreffen in Berlin: 500. Todestag Raffaels Der 500. Todestag am 6. April 2020 von Raffaello Sanzio da Urbino (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino, † 6. April 1520 in Rom), einem der bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance, bietet die Gelegenheit die fünf Madonnenbilder aus dem Bestand der Gemäldegalerie in einer Kabinettausstellung zu vereinen. Die sonst nicht zusammen ausgestellten Werke werden sich hier begegnen und in einen Dialog treten mit Leihgaben der National Gallery in London und des Berliner Kupferstichkabinetts. Dabei wird auch das Rundbild der Madonna Terranuova (um 1505) erstmalig zusammen mit Raffaels Zeichnung des Kopfes der Madonna Terranuova aus dem Kupferstichkabinett zu sehen sein. Londoner Ehrengast Neben den herausragenden Werken Raffaels aus Berlin ist ein Madonnen-Meisterwerk aus der National Gallery in London als Gast zu Besuch und bildet ein Highlight der Ausstellung: die Madonna mit den Nelken (1506-08). Sie verlässt England zum ersten Mal seit ihrem Museumsankauf. Raffael malte dieses Andachtsbild kurz bevor er Florenz nach Rom verließ und inspirierte sich dafür auch an der berühmten Komposition der „Madonna Benois“ von Leonardo da Vinci, die sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg befindet. Raffael als Kult-Künstler Die Berliner Sonderpräsentation nimmt eine dezidiert sammlungsgeschichtliche Perspektive ein und führt uns jenen „jungen Raffael“ vor Augen, der bei Gründung des ersten Museums in Berlin 1830 heiß begehrt war. Wir zeichnen die Ausstellungsgeschichte der Raffael-Madonnen nach vom Königlichen Museum Unter den Linden (heute: Altes Museum) über das Kaiser-Friedrich-Museum (heute: Bode-Museum) und die Nachkriegszeit in Dahlem bis heute. Nicht zuletzt rückt dabei auch die interessante Frage der Rahmung der Gemälde von Karl Friedrich Schinkel bis heute in den Fokus. Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf die frühe Erwerbungspolitik der Gemäldegalerie im Spiegel europäischer Sammlungsgeschichte. Sie zeigt uns den Raffael, den Preußen im 19. Jahrhundert aus ihm gemacht hat, aber zugleich den zeitlosen Raffael, als Schöpfer von Bildern vollkommener Schönheit und Harmonie....
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Beethoven Welt.Bürger.Musik

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn | 17.12.2019-26.04.2020
Zum 250. Geburtstag des großen Komponisten und Visionärs Ludwig van Beethoven (1770–1827) präsentiert die Bundeskunsthalle in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn die zentrale Ausstellung zum Jubiläumsjahr 2020. Die Schau zeichnet die wichtigsten Lebensstationen Beethovens nach und verschränkt diese mit seinem musikalischen Werk. Sie gliedert sich in Themenkreise wie „Beethovens Sicht auf sich selbst“, „Freundschaften“ und „Geschäftliche Strategien“, denen jeweils musikalische Schlüsselwerke zugeordnet sind. Sie präsentiert einzigartige Originalexponate und ikonische Porträts, die die Persönlichkeit des Komponisten vorstellen und gleichzeitig sein gängiges Bild in der Öffentlichkeit hinterfragen. Originalinstrumente und Hörstationen lassen die Besucher/-innen in historische Klangwelten eintauchen. Es wird nicht nur die Arbeitsweise des Komponisten, sondern auch der kulturhistorische Kontext seiner Lebens- und Wirkungsgeschichte veranschaulicht....
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Foto: Beethoven-Haus Bonn
Foto: Beethoven-Haus Bonn

In bester Gesellschaft

Beethoven-Haus
Bonn | 17.12.2019-26.04.2020
Kein zweites Bildnis Ludwig van Beethovens hat eine ähnliche Berühmtheit erlangt wie das Gemälde von Joseph Stieler (1781-1858), das den Komponisten mit dem Manuskript der Missa Solemnis zeigt. Es gehört heute zu den bekanntesten Objekten in der Sammlung des Beethoven-Hauses Bonn und bietet sich damit in besonderem Maß als Thema für eine Sonderausstellung zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2020 an. Die Präsentation soll anhand von Originalgemälden und Archivalien die Entstehungsgeschichte dieses Beethoven-Portraits beleuchten und das Bild in den Gesamtkontext der Darstellungen bedeutender Persönlichkeiten aus der deutschen Politik, Gesellschaft und Kultur des 19. Jahrhunderts einordnen. Zugleich wird aber auch die facettenreiche Wirkungsgeschichte des Gemäldes thematisiert. Diese setzte bereits zu Beethovens Lebzeiten ein und hat bis heute zu einer kaum überschaubaren Menge unterschiedlichster Arbeiten geführt, die vom Ölbild bis zur Videoinstallation und vom Gebrauchskitsch bis zur ernsthaften künstlerischen Auseinandersetzung mit Beethoven und seiner Musik reichen. Sie alle belegen die besondere und ungebrochene Attraktivität des Portraits....
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Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer

Albrecht-Dürer Haus
Nürnberg | 20.12.2019-22.03.2020
Der Nürnberger Malerunternehmer Michael Wolgemut (1434/37–1519) stand lange im Schatten seines übermächtigen Schülers Albrecht Dürer. Die Ausstellung rückt die Produktion seiner Werkstatt in ein neues Licht. Durch die Kooperation mit zahlreichen Mitarbeitern und Subunternehmern gelang es Wolgemut, einen der führenden Betriebe auf dem überregionalen Markt für Tafelmalerei zu etablieren. Zu den Auftraggebern der von ihm entworfenen Glasgemälde gehörte sogar Kaiser Friedrich III. Auch das neue Medium der Druckgraphik machte er sich zu eigen – für die Schedel'sche Weltchronik schuf er einen Bilderkosmos, der bis heute unsere Vorstellung von Europa um 1500 prägt. Einen einzigartigen Einblick in seinen Werkstattbetrieb bietet ein geschlossen erhaltener Bestand an Handzeichnungen in der Universitätsbibliothek Erlangen. Denn Wolgemut war weitaus mehr als nur Dürers Lehrer. Die Ausstellung ist eine Kooperation bedeutender Kulturinstitutionen: Das Albrecht-Dürer-Haus zeigt die Zeichnungen der Universitätsbibliothek Erlangen und die druckgraphische Produktion Wolgemuts, während im Germanischen Nationalmuseum, im Museum Tucherschloss und den großen Kirchen in Nürnberg und Schwabach Altartafeln und Gemälde zu sehen sind. Der Katalog wird Wolgemuts Gesamtwerk erstmals grundlegend würdigen....
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Foto: GNM
Foto: GNM

Michael Wolgemut – mehr als Dürers Lehrer

Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg | 20.12.2019-22.03.2020
Eine Ausstellung "Michael Wolgemut - mehr als Dürers Lehrer" ist ein Kooperationsprojekt bedeutender Kulturinstitutionen und umfasst neun Stationen in Nürnberg und Schwabach. Vor 500 Jahren starb Michael Wolgemut (1434/37–1519), der in Nürnberg eine der größten und effektivsten Künstlerwerkstätten der Spätgotik unterhielt. In großem Radius lieferte Wolgemut nicht nur bedeutende Tafelgemälde und Altäre, sondern auch Entwürfe für Glasfenster und anspruchsvolle Druckgraphik. Von 1486 bis 1489 lernte in seinem Betrieb auch Albrecht Dürer sein künstlerisches Handwerk, in dessen Schatten sein Lehrer bis heute steht. Ziel der Ausstellung ist es, Wolgemuts Werk aus diesem Schattendasein zu befreien und in der Vielseitigkeit seiner Medien und im Kontext seines künstlerischen Umfelds zu präsentieren....
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Anthony Caro:The Last Judgement Sculpture

Gemäldegalerie Berlin
Berlin | 20.12.2019-12.07.2020
Gemeinsam mit der Sammlung Würth präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin „The Last Judgement Sculpture“ (1995/1999), eines der eindrucksvollsten Werke des britischen Künstlers Sir Anthony Caro (New Malden, Surrey 1924 - 2013 London). Schon die Entstehung der 25-teiligen monumentalen Installation wurde durch den Sammler Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth begleitet. Unmittelbar nach Erwerb durch die Sammlung Würth wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert. Caro selbst charakterisierte die Installation als „Reaktion auf Greueltaten der Gegenwart“ – „auch wenn am Ende die Hoffnung auf eine hellere Zukunft nicht aufgegeben wird“. Der 2013 verstorbene Anthony Caro zählt zu den vielschichtigsten und bedeutendsten Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts....
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Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Münzen und Medaillen

Münzkabinett im Bodemuseum
Berlin | 01.01.2020-31.12.2020
Das Münzkabinett ist mit 500.000 Objekten eine der größten numismatischen Sammlungen. Die Sammlung verdankt ihre Weltgeltung dem Reichtum und der Geschlossenheit der Münzserien vom Beginn der Münzprägung im 7. Jahrhundert v. Chr. in Kleinasien bis zu den Münzen und Medaillen des 21. Jahrhunderts. Zu den bedeutendsten Beständen gehören 102.000 griechische und etwa 50.000 römische Münzen der Antike, 160.000 europäische Münzen des Mittelalters und der Neuzeit sowie 35.000 islamisch-orientalische Münzen. Die im 15. Jahrhundert entstehende Kunstform der Medaille ist mit 25.000 Stücken vertreten....
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Skulptur und Malerei 13.-18. Jh.

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Berlin | 01.01.2020-31.12.2020
Die Skulpturensammlung besitzt Bildwerke vom frühen Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert aus den deutschsprachigen Ländern, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien. Einen Sammlungsschwerpunkt bildet die Italienabteilung. Hauptwerke mittelalterlicher Skulptur wie die Madonna des Presbyter Martinus und der Schmerzensmann von Giovanni Pisano leiten über zu Meisterwerken der Frührenaissance. Glasierte Terrakotten von Luca della Robbia, die Pazzi-Madonna von Donatello und die Bildnisbüsten von Desiderio da Settignano, Francesco Laurana und Mino da Fiesole sind Glanzpunkte der Sammlung. Ein weiterer Akzent liegt auf der spätgotischen deutschen Skulptur mit Werken von Hans Multscher, Tilman Riemenschneider, Hans Brüggemann, Niclaus Gerhaert von Leyden und Hans Leinberger. Die deutsche Renaissance- und Barockplastik ist mit Statuetten aus Alabaster und Elfenbein vertreten. Herausragend sind die monumentalen Ritterheiligen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Darüber hinaus besitzt das Museum eindrucksvolle Beispiele baugebundener Plastik. Die Gröninger Empore ist ein Hauptwerk der deutschen Romanik. Skulpturen von Andreas Schlüter und die Gruppe von sechs Feldherrnstatuen, die für den ehemaligen Wilhelmplatz geschaffen wurde, stehen für Berliner Bildhauerkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Rokoko und Frühklassizismus in Deutschland sind mit Arbeiten von Ignaz Günther, Joseph Anton Feuchtmayer, Edme Bouchardon, Pierre Puget und Jean Antoine Houdon vertreten. In der Studiensammlung des neu eröffneten Bode-Museums sind zahlreiche italienische Bildwerke verschiedener Schulen, überwiegend aus der Zeit der Renaissance, zu sehen. Darunter befinden sich berühmte Stücke wie der Bronzekopf des Lodovico Gonzaga, das Kopffragment der "Prinzessin von Neapel" und die Flora-Büste, deren kunsthistorische Einordnung umstritten bzw. korrigiert worden ist. Schwerpunkte sind die Madonnenreliefs aus Ton, Stuck und Cartapesta aus dem 15. Jahrhundert, in deren Zentrum eine der bedeutendsten Madonnenkompositionen von Jacopo Sansovino aus dem 16. Jahrhundert steht, sowie einige erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgestellte Fragmente erstrangiger Bildwerke. Als besonderes Glanzlicht für zeitgenössisches bürgerliches Engagement ergänzt die "Kunstkammer Würth" mit 30 Werken aus der Sammlung des Industriellen, Kunstsammlers und Mäzens Reinhold Würth für drei Jahre in idealer Weise die Sammlung des Museums. Neben einem Kabinettschrank aus dem 17. Jahrhundert besteht der Schwerpunkt der Kunstkammer vorwiegend aus Kleinbildwerken in Elfenbein des 17. und 18. Jahrhunderts von Künstlern wie Leonhard Kern, Zacharias Hegewald, Joachim Henne, Adam Lenckhardt, Paul Egell oder Christoph Daniel Schenck. Des Weiteren finden sich in der Präsentation ein kostbarer Bernsteinaltar des 17. Jahrhunderts, eine von Paulus Ättinger teilvergoldete Silberarbeit, die eine Diana auf einem Hirsch zeigt, sowie gedrechselte Elfenbeinwerke....
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Spätantike und Byzantinische Kunst

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Berlin | 01.01.2020-31.12.2020
Das Museum für Byzantinische Kunst besitzt eine erstrangige, in Deutschland unvergleichbare Sammlung spätantiker und byzantinischer Kunstwerke und Alltagsgegenstände. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst des Weströmischen und des Byzantinischen Reiches aus der Zeit vom 3. bis zum 15. Jahrhundert, hinzu kommt eine große Zahl nachbyzantinischer Ikonen und Kleinkunstwerke. Die Kunstwerke des Museums stammen aus nahezu allen Gegenden des antiken Mittelmeerraumes, aus Rom und Italien, aus Istanbul (dem byzantinischen Konstantinopel) und der Türkei, aus Griechenland und den Balkanländern, aus Ägypten, Nubien, Äthiopien, Nordafrika, aus den Ländern des Nahen Ostens und Russland, ganz entsprechend der Ausdehnung des West- und Oströmischen Reiches und der Staaten, die das Erbe der byzantinischen Kultur angetreten haben. Innerhalb dieses breiten Spektrums hat die Berliner Sammlung ihr unverwechselbares Profil herausgebildet, das von vier Schwerpunkten bestimmt wird: Spätantike Sarkophage und Sarkophagfragmente aus Rom bieten ein Panorama der frühen christlichen Ikonographie in der Hauptstadt des Weströmischen Reiches. Der reiche Bestand figürlicher und ornamentaler Skulptur aus dem Oströmischen Reich ermöglicht das Studium der stilistischen Vielfalt und Veränderung dieser Gattung, wie es sonst nur noch in der Sammlung des Archäologischen Museums in Istanbul möglich ist. Kostbare Elfenbeinschnitzereien und Mosaikikonen zeugen von dem hohen handwerklichen und künstlerischen Standard byzantinischer Hofkunst. Gegenstände des Alltags und der christlichen Religion aus Ägypten geben Hinweise auf das tägliche Leben und die Ausstattung liturgischer Abläufe. Darunter sind auch Bodenfunde aus organischen Materialien wie Holz und Textilien, die ihre Erhaltung dem heißen und trockenen Wüstenklima Ägyptens verdanken....
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Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Das Leben Raffaels - Zwölf Radierungen von Johannes Riepenhausen

Kupferstichkabinett
Berlin | 14.01.2020-26.04.2020
Raffael – ein nahezu „göttlicher“ Künstler: Als dieser wurde er schon im 16. Jahrhundert von Giorgio Vasari gefeiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Raffael-Boom auf seinem Höhepunkt. Die Suche nach den sterblichen Überresten des Künstlers versetzte Geistliche, Gelehrte und Künstler im 19. Jahrhundert in höchste Erregung. Die Auffindung der Gebeine des Meisters Raffael, der am Karfreitag des Jahres 1483 geboren und 37 Jahre später, am Karfreitag 1520 verstorben war, soll auf eigenen Wunsch im Römischen Pantheon begraben worden sein. Ob seine Überreste dort tatsächlich bestattet wurden und ob der in der Accademia di San Luca aufbewahrte Schädel wirklich jener des gefeierten Künstlers war, daran hatte es Zweifel gegeben. Teils zu Recht, wie sich herausstellte: Der in der Accademia verehrte Schädel war gar nicht der des Künstlers. Die Grabstelle Raffaels aber ließ sich am 14. September 1833 tatsächlich im Pantheon ausfindig machen und seine Gebeine (einschließlich Schädel) konnten exhumiert werden. Was für eine Sensation! Der Riepenhausen-Zyklus im Kabinett in der Gemäldegalerie Der aus Göttingen stammende und in Rom lebende Künstler Johannes Riepenhausen ergriff die Chance, dieses Ereignis für sich nutzbar zu machen. Schon 17 Jahre zuvor hatte er zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Franz eine Folge von Radierungen zum Leben Raffaels herausgebracht – die erste überhaupt, denn der Reproduktionsboom nach Raffael hatte sich bis dahin vor allem auf seine Werke und weniger auf sein Leben konzentriert. Die Brüder Riepenhausen hatten 1816 zunächst die Kindheit des Genies in den Blick genommen. Nun überarbeitete Johannes Riepenhausen den Stoff, illustrierte alle wesentlichen Stationen des Künstlers und brachte 1833 in Rom einen zwölfteiligen Zyklus mit italienischen Bildunterschriften heraus. Zwei Jahre später erschien bei den Gebrüdern Rocca in Berlin und Göttingen die deutsche Ausgabe mit Erläuterungen zum Leben Raffaels nach Vasari, welche das Kupferstichkabinett nun anlässlich des Raffael-Jahres im Kabinett in der Gemäldegalerie ausbreitet....
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Neues Museum, Foto: A. Kradisch
Neues Museum, Foto: A. Kradisch

Out of Order: Werke aus der Sammlung Haubrok, Teil 2

Neues Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
Nürnberg | 17.01.2020-01.03.2020
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Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Bode-Museum. Museumsinsel Berlin, Am Kupfergraben. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Handel und Perlentausch

Münzkabinett im Bodemuseum
Berlin | 21.01.2020-19.04.2020
Inmitten des größeren Themenzusammenhangs im ersten Ausstellungsraum des Münzkabinetts, in dem ein Eindruck von der Vielfalt und Verwendung des Münzgeldes als Zahlungs-, Kommunikations- und Repräsentationsmittel geboten wird, findet eine Ausstellungsintervention mit Objekten des Ethnologischen Museums zur Bedeutung von Glasperlen als kultur- und epochenübergreifende Tauschobjekte statt. Zur Bedeutung der Glasperlen als Kulturgut und Tauschobjekt Zahlreiche Beispiele aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums zeugen von der weltweiten Verwendung von Glasperlen, die im Tausch auf mehreren Kontinenten zirkulierten. Aus Glasperlen gefertigte Schmuck- und Kleidungsstücke aus Afrika, Zentral- und Südostasien, Ozeanien, Nord- und Südamerika gelangten in die Sammlungen des Ethnologischen Museums. Umgekehrt belegen die historischen Berichte und Sammlungsakten, dass so manches Objekt im Tausch gegen Glasperlen seinen Weg in die Berliner Sammlungen fand. Bis in die Gegenwart lässt sich diese Doppelfunktion von Perlen und Perlenobjekten verfolgen: Als Material regional spezifischer Handwerkstraditionen und zugleich als alternative Währung in der Zirkulation und Kommunikation zwischen den Kontinenten. Viele Glasperlen stammten aus den Produktionsstätten im Gebiet der Stadt Jablonec (ehemals Gablonz), Tschechien wo sie bereits im 19. Jahrhundert in großen Mengen für den Export produziert wurden. Über Handelshäuser und, in geringerem Umfang, über Sammler von Ethnographica gelangten sie bspw. nach Afrika oder Nord- und Südamerika und ersetzten an vielen Orten andere Materialien. Für die indigene Gruppe der Ye’kwana im Grenzgebiet von Venezuela und Brasilien spielen die Perlen bis heute eine wichtige Rolle im Kunsthandwerk und sind Ausdruck indigener Identität. Zugleich werden die Perlen zu Handelswaren verarbeitet. Trotz konkurrierender, weitaus günstigerer Produkte greifen die Ye’kwana dabei auf jene Perlen zurück, die aus den traditionsreichen Betrieben aus der Region Jablonec stammen. Dass dies auch für andere Gruppen dieser und anderer Regionen der Welt gilt, lässt sich leicht an den weit verzweigten Handelsnetzen von Firmen wie der in Jablonec ansässigen Firma Preciosa nachvollziehen. Die unverarbeiteten Perlen wie auch die handgefertigten Schmuckstücke werden als Handelsgut und alternative Währung verwendet....
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Design Lab #5: Times of Waste – Was übrig bleibt

Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Potsdamer Platz
Berlin | 25.01.2020-22.03.2020
Im Rahmen des Design Lab #5 präsentiert das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin die Ausstellung "Times of Waste – Was übrig bleibt", die aus einem transdisziplinären Forschungsprojekt entstanden und für den deutschen Kontext in Zusammenarbeit mit Flavia Caviezel und Mirjam Bürgin der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel realisiert wurde. Abfall kann verheissungsvolle Ressource oder lästiger Rest sein, Abfall ist politisch und sozial, vor allem aber unvermeidlich. Abfall verschwindet nie vollständig und hinterlässt immer Spuren. "Times of Waste – Was übrig bleibt" rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum und widmet sich einer typischen Alltagstechnologie unserer Zeit, die viele Formen von Abfall hinterlässt, angefangen bei der Gewinnung der enthaltenen Rohstoffe. Der Transformationsprozess des Smartphones Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Forschungsprojekt "Times of Waste", das den Transformationsprozessen des Smartphones und seiner Bestandteile mit künstlerisch-wissenschaftlichen Verfahren nachgeht: Eine Objektbiografie kartiert verschiedene Transportwege und Recyclingrouten. Sie erzählt von ökonomischen Umwandlungen und neuartigen Beziehungen, von lokalen wie globalen Zusammenhängen. Recherchen führen die Forschenden zu Deponien und Schreddern, in Reparaturwerkstätten, Forschungslabors und zu verschiedenen Materialien und Menschen. Wo geht das hin, was übrig bleibt? Das Ausstellungssetting ist eine Assemblage verschiedener (medialer) Fragmente, die assoziativ zusammenspielen: - eine Videoprojektion mit atmosphärischen Landschaften und Material nahen Blickwinkeln, - Übersicht in globale Verknüpfungen liefernde Karten, - ein Tonessay zur Objektbiografie eines Smartphones - und ein modellhaftes Metall-Relikt. Dessen Innenleben archiviert jenes geologisch-materielle Nachleben, das die Smartphone-Entsorgung hervorbringt. Es zeugt davon, dass die Menschen auf der Suche nach Rohstoffen nicht nur die Erdkruste abtragen, sondern sie auch mit neuartigen Abfall-Materialien anfüllen. Um die ausgestellten Abfälle, Karten, Bilder und Töne gruppieren sich verschiedene Texte, die den Fragen nachgehen: Wo geht das hin, was übrig bleibt? Und was kann getan werden?...
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David Hockney: My Parents, 1977, Tate, London,  © David Hockney, © Foto: Tate, London 2019
David Hockney: My Parents, 1977, Tate, London, © David Hockney, © Foto: Tate, London 2019

David Hockney

Bucerius Kunst Forum
Hamburg | 01.02.2020-10.05.2020
Mit David Hockney (geb. 1937) präsentiert das Bucerius Kunst Forum einen der bedeutendsten Gegenwartskünstler Großbritanniens. Seine Ausstellungen sind Publikumsmagnete und jüngst löste er Jeff Koons als teuersten noch lebenden Künstler ab. Doch was steckt hinter dem Phänomen Hockney? Welche Themen treiben den Maler seit je her an? Die Ausstellung widmet sich Hockneys vielseitigem Schaffen als Maler, Zeichner und Grafiker und untersucht dabei einen zentralen Aspekt, der sich durch sein gesamtes Werk zieht: die konsequente Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Wahrnehmung und Darstellung von Realität. Die Ausstellung spannt einen Bogen von Hockneys künstlerischen Anfängen in den 1960er-Jahren, als er sich gegen die Dominanz abstrakter Malerei auflehnte, über seine in Südkalifornien entstandenen, mittlerweile ikonisch gewordenen Werke bis zu seiner Abkehr von der Zentralperspektive und der Neuerfindung des kubistischen Raumes in den 1980er- und 1990er-Jahren, die sein Schaffen bis heute prägt. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit Tate London....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

12x12 - Der IBB-Videoraum in der Berlinischen Galerie

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 01.02.2020-31.12.2020
Im IBB-Videoraum werden im monatlichen Wechsel Künstler*innen präsentiert, die durch einen innovativen Umgang mit den Medien Film und Video aufgefallen sind. Das Programm umfasst nicht nur etablierte Vertreter*innen der zeitgenössischen Videokunst, sondern auch junge Künstler*innen, deren Werke bisher kaum in Museen zu sehen waren. Ihnen soll in der Berlinischen Galerie ein erster institutioneller Auftritt ermöglicht werden. Punktuell finden zu den Screenings Veranstaltungen wie Künstler*innengespräche oder Performances statt. Im 12x12-Programm waren bereits unter anderem Arbeiten von Hito Steyerl, Laura Horelli, Vajiko Chachkhiani oder Maya Schweizer und Clemens von Wedemeyer zu sehen....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Akinbode Akinbiyi: Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 07.02.2020-17.05.2020
Die Fotografieausstellung Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air versammelt Arbeiten des in Berlin lebenden nigerianischen Fotografen Akinbode Akinbiyi, der unter anderem in Städten wie Lagos, Berlin, Johannesburg, Bamako und Chicago das menschliche Zusammenleben festgehalten hat. Akinbode Akinbiyis Sammlung von Schwarz-Weiß-Fotografien zeigt eine Welt häufig übersehener Narrative, Gesten und Glaubensvorstellungen inmitten von lauten Straßen, Küstenlinien und dicht besiedelten Vierteln. Das Umherwandern ist für Akinbiyi dabei zentrales Instrument, um soziale Realitäten zu dokumentieren und die Psychogeografie städtischer Umfelder zu erforschen. Die Ausstellung umfasst die international vielbeachtete Serie Lagos: All Roads und die fortlaufende Reihe African Quarter – Fotografien, die seit den späten 1990er Jahren in Berlin entstanden sind. Diese zeigen Straßen, in denen die historischen Spuren der deutschen Kolonialvergangenheit eingeschrieben sind, und offene Begegnungen in der afrikanischen Diaspora und in afrodeutschen Communitys in der Stadt, vor allem im Bezirk Wedding....
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Potsdam Museum, Foto: Michael Lüder
Potsdam Museum, Foto: Michael Lüder

Karl Hagemeister: '...das Licht, das ewig wechselt.' Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus

Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte
Potsdam | 08.02.2020-05.07.2020
Einem der wichtigsten Künstler, der in der Nähe von Potsdam lebte und zu den Wegbereitern der modernen Landschaftsmalerei in Deutschland zählt, wird das Potsdam Museum in Kooperation mit dem Museum Georg Schäfer Schweinfurt sowie mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop eine retrospektive Ausstellung widmen, um somit das künstlerische Lebenswerk des deutschen Impressionisten Karl Hagemeisters zu präsentieren. Der angeführte Titel der Sonderausstellung »Karl Hagemeister ‘…das Licht, das ewig wechselt.‘ Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus« steht exemplarisch für eine bedeutende kunsthistorische Epoche, welche sich mit der modernen Landschaftsmalerei in Deutschland um 1890 auseinandersetzen wird. Neben dem Landschaftsmaler Karl Hagemeister sollen weitere wichtige Vertreter des deutschen Impressionismus präsentiert werden wie Max Liebermann, Walter Leistikow, Lovis Corinth, Philipp Franck, Lesser Ury als auch Theo von Brockhusen, die die unmittelbare Auffassung eines Naturausschnittes als bildwürdig begriffen, und es entstanden die ersten Landschaften, die heutzutage als Meisterwerke des deutschen Impressionismus bezeichnet werden ― als Landschaften der Moderne. Neben Leihgaben von Ölgemälden, Pastellen und zeichnerischen Arbeiten aus musealen Beständen sowie aus der wertvollen Karl Hagemeister-Kollektion des Potsdam Museums sollen vor allem noch nie gezeigte und somit unbekannte Werke aus privaten Kunstsammlungen vorgestellt werden. Mit dieser breit angelegten Retrospektive möchte das Potsdam Museum einen Beitrag zur weiteren Erforschung sowie Bekanntmachung des einzigartigen OEuvres des Künstlers Karl Hagemeister der Öffentlichkeit präsentieren. Karl Hagemeister geboren in 1848 und 1933 gestorben in Werder an der Havel, gehörte zu jenen Künstlern, die den stimmungsvollen Eindruck in ihrer Malerei auszudrücken versuchten: Ein Ringen um Farbe und Form ― ganz aus der Natur schöpfend. Hagemeister, der den größten Teil seiner Schaffensjahre in selbstgewählter als auch gestalterischer Einsamkeit in seiner havelländischen Heimat verbrachte, griff als einer der ersten Maler das Motiv der märkischen Landschaft auf. Zugleich war er Gründungsmitglied der progressiven Künstlervereinigung der »Berliner Secession« und einer der frühesten Vertreter des Impressionismus in Deutschland....
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Schirn_Presse_Frida_Kahlo_The_little_Deer_1946_photo_Nathan_ Keay__c_MCA_Chicago.jpg FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS LOUISE BOURGEOIS, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Frida Kahlo, The little Deer, 1946, Oil on masonite, 22.5 x 30.3 cm, Private Collection, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museum Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago
Schirn_Presse_Frida_Kahlo_The_little_Deer_1946_photo_Nathan_ Keay__c_MCA_Chicago.jpg FANTASTISCHE FRAUEN. SURREALE WELTEN VON MERET OPPENHEIM BIS LOUISE BOURGEOIS, 13. FEBRUAR – 24. MAI 2020, Frida Kahlo, The little Deer, 1946, Oil on masonite, 22.5 x 30.3 cm, Private Collection, © Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museum Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Nathan Keay, © MCA Chicago

Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Louise Bourgois

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Frankfurt/Main | 13.02.2020-24.05.2020
Göttin, Teufe­lin, Puppe, Fetisch, Kind­frau oder wunder­ba­res Traum­we­sen – die Frau war das zentrale Thema surrea­lis­ti­scher Männer­fan­ta­sien. Künst­le­rin­nen gelang es oftmals nur als Part­ne­rin oder Modell, in den Kreis rund um den Grün­der der Gruppe der Surrea­lis­ten André Breton einzu­drin­gen. Aller­dings zeigt sich bei genaue­rer Betrach­tung, dass die Betei­li­gung von Künst­le­rin­nen an der Bewe­gung wesent­lich größer war als allge­mein bekannt und darge­stellt. Die SCHIRN betont nun erst­mals in einer großen Themen­aus­stel­lung den weib­li­chen Beitrag zum Surrea­lis­mus. Was die Künst­le­rin­nen von ihren männ­li­chen Kolle­gen vor allem unter­schei­det, ist die Umkehr der Perspek­tive: Oft durch Befra­gung des eige­nen Spie­gel­bilds oder das Einneh­men unter­schied­li­cher Rollen sind sie auf der Suche nach einem neuen weib­li­chen Iden­ti­täts­mo­dell. Auch mit dem poli­ti­schen Zeit­ge­sche­hen, der Lite­ra­tur sowie außer­eu­ro­päi­schen Mythen und Reli­gio­nen setz­ten sich die Surrea­lis­tin­nen in ihren Werken ausein­an­der. Mit rund 260 beein­dru­cken­den Gemäl­den, Papier­ar­bei­ten, Skulp­tu­ren, Foto­gra­fien und Filmen von 30 inter­na­tio­na­len Künst­le­rin­nen bildet die Ausstel­lung ein viel­fäl­ti­ges stilis­ti­sches und inhalt­li­ches Spek­trum ab. Neben berühm­ten Frauen wie Louise Bour­geois, Frida Kahlo oder Meret Oppen­heim sind zahl­rei­che unbe­kannte, aufre­gende Persön­lich­kei­ten wie Alice Rahon oder Kay Sage aus mehr als drei Jahr­zehn­ten surrea­lis­ti­scher Kunst zu entde­cken....
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Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner
Foto: Stadt Nürnberg, Christine Dierenbach; Montage: Ralf Weglehner

Cosima von Bonin / Claus Richter

Kunsthalle Nürnberg
Nürnberg | 15.02.2020-17.05.2020
Mit Cosima von Bonin (*1962 in Mombasa, Kenia) und Claus Richter (*1971 in Lippstadt) wurden zwei eng befreundete Künstler eingeladen, zusammen eine Ausstellung für die frisch sanierten Räume der Kunsthalle Nürnberg zu entwickeln. Eine gemeinschaftliche Einladung erscheint naheliegend, gehört doch die Kollaboration zum generellen Arbeitsprinzip von Cosima von Bonin und Claus Richter. Gerade Cosima von Bonin verfolgt seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn Ende der 1980er-Jahre eine Strategie der kollektiven, in Netzwerken organisierten Kunstproduktion. Bewusst verschleiert sie eine dezidierte Autorenschaft und konterkariert damit die tradierte Vorstellung eines genialisch schöpfenden Künstlerindividuums. Ihre Kollaborationen nennt sie „Ich bin viele“ oder auch „Wir sind viele“ und tauscht die Rolle des einsamen Superstars mit jener der Zeremonienmeisterin, um in einem Ensemble aus Künstler*­innen und Kulturproduzent*innen etwas zu entwickeln, was der Autor und Theoretiker Diedrich Diederichsen einmal als „Cliquenkunstwerk“ bezeichnet hat. So steht auch die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg für die Kollaboration zwischen Cosima von Bonin und Claus Richter und zugleich für ein verschlungenes Netzwerk aus persönlichen Freundschaften und Verbindungen. Skulptur, Wandbild, Fotografie, Film, Performance, Musikprojekte und bühnenhaft inszenierte Installationen: Die Arbeitsweise von Cosima von Bonin, die zu den wichtigsten zeitgenössischen Konzeptkünstler*innen gehört, ist gattungsübergeifend und ausgesprochen vielfältig. In ihrem Werk finden sich mannigfaltige Verweise auf Kunstgeschichte, Populärkultur, Musik, Mode und Handwerk. Immer wieder werden Alltagsobjekte verfremdet, indem Größenverhältnisse mani­puliert und deren Materialität verändert werden. Als eine wiederkehrende ästhetische Strategie lässt sich eine ins Groteske gewendete Monumentalisierung des Niedlichen bezeichnen. So nennt Cosima von Bonin beispielsweise ihre Soloshow im SculptureCenter in New York „Who’s Exploiting Who in the Deep Sea?“ (2016). Der Ozean dient ihr als organisierendes Leitmotiv für die Ausstellung, und in einer installativen Inszenierung präsentiert die Künstlerin textile Skulpturen und andere Werke, die sich mit Unterwasserwelt und Strandleben assoziieren. Ein Bademeisterhochstuhl, eine Strandbude und ein gigantischer Bikini prägen diese Parallelwelt ebenso wie diverse „Soft Sculptures“: ein blauer Plüsch-Hummer, eine farbenfrohe Quilt-Krake, ein manierlich am Pult sitzender Kuschel-Hai mit breitem Grinsen, zwei vorsichtig schauende Muscheln auf einer Kinderschaukel. Claus Richter arbeitet als konzeptueller Bildhauer an der Schnittstelle von Fantasie und Wirk­lichkeit, Schein und Sein, Imagination und Wissen. Sein Interesse gilt dabei vorranig den künst­lichen Welten der Unterhaltungsindustrie wie Themenparks, Film- und Theaterkulissen, die dem Publikum eine „verzauberte“ Realität vorspielen. Seine Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Videoarbeiten und Performances thematisieren die Unterhaltungskultur der Gesellschaft und den omnipräsenten Wunsch nach einer Entertainment-Welt „Larger than Life“. So entstehen im Ausstellungskontext immer wieder aufwendige Kulissenlandschaften, in denen Claus Richter jedoch nicht die perfekte Kopie einer Broadway/Hollywood/Disneyland-Ästhetik inszeniert, sondern das offensichtlich Handgefertigte, Gebastelte, Geklebte, Gesägte und Angemalte feiert. Gemeinsam ist Cosima von Bonin und Claus Richter die Fähigkeit poetische Parallelwelten zu erschaffen, in denen vieles rätselhaft sein darf. Anspielungen auf die westliche Konsumkultur finden sich ebenso wie differenzierte Verweise auf die emotionale, soziale und auch subversive Funktion von Kitsch und Groteske. Ihre vielfältigen Protagonisten dienen als Stellvertreter für menschliche Emotionen, Ängste und Konflikte. Cosima von Bonin gelingt wie Claus Richter der Spagat zwischen hintergründigem Humor und Melancholie, Weltflucht und Spektakel, Lethargie und Neugierde, Zugänglichkeit und Verschlossenheit....
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K20 Grabbeplatz - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Foto: Walter Klein, Kunstsammlung NRW
K20 Grabbeplatz - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Foto: Walter Klein, Kunstsammlung NRW

Picasso 1939-1945

K20 Grabbeplatz - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf | 15.02.2020-14.06.2020
Die Ausstellung im K20 erzählt mit Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Zeitdokumenten aus den Jahren 1939 bis 1945 von dem Menschen Pablo Picasso während des Zweiten Weltkriegs und den Widersprüchen des Alltags in diesen Zeiten. Zu Beginn des Kriegs war Picasso zunächst von Paris aus nach Südfrankreich geflohen, kehrte im August 1940 aber in die von den Deutschen besetzte Hauptstadt zurück. Er blieb in seinem Pariser Atelier, wo Hauptwerke wie das Gemälde "L’Aubade" (1942) entstanden sind. Picasso reagierte in seinem Werk auf die Bedrohungen der Zeit, auf Tod und Zerstörung. Jedoch widmete er sich nicht vordergründig dem Thema Krieg, sondern vor allem den klassischen Gattungen der Malerei. Es entstanden vielseitige Stillleben, Porträts oder Aktdarstellungen, häufig auch mit Motiven aus der privaten Umgebung. Eine Ausstellung des Musée de Grenoble in Kooperation mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

Umbo. Fotograf: Werke 1926-1956

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 21.02.2020-25.05.2020
Umbo (Otto Umbehr) steht seit 1995 für eine Art „Urknall“ der modernen Fotografie Mitte der 1920er Jahre – so der Kunsthistoriker Herbert Molderings in seiner damaligen Retrospektive des Künstlers. Umbo (Otto Umbehr) steht für eine Art „Urknall“ der modernen Fotografie Mitte der 1920er Jahre – so der Kunsthistoriker Herbert Molderings 1995 in seiner Retrospektive des Künstlers. Mit Ideenreichtum und Experimentierfreude prägte Umbo maßgeblich die Fotografie des Neuen Sehens. Er gilt als Erfinder des Bildes der Neuen Frau, des neuen Bildes der Straße und der fotografischen Reportage schlechthin. Sein Name steht auch für den jugendbewegten Aufbruch der Wandervögel aus der Wilhelminischen Ära ins frühe Bauhaus und für die beflügelte Medienmetropole Berlin. Umbo ist zugleich der an sich zweifelnde junge Künstler, der Dank der Impulse durch den Bauhauslehrer Johannes Itten und seinen Künstlerfreund Paul Citroen quasi über Nacht berühmt wurde, und doch ein immer Bohemien, ein ewig Suchender blieb. Mit einer Auswahl von etwa 200 Werken sowie zahlreichen Dokumenten aus dem Nachlass des als Otto Maximilian Umbehr (1902 – 1980) geborenen Künstlers, präsentiert die Berlinische Galerie nach dem Sprengel Museum Hannover die erste große Retrospektive seit 24 Jahren. Die Ausstellung feiert zudem die Erwerbung des Nachlasses Umbo, die 2016 gemeinsam mit den Kooperationspartnern Bauhaus Dessau und Sprengel Museum Hannover dank der Finanzierung durch zahlreiche Unterstützer möglich wurde....
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Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Raffael in Berlin - Meisterwerke aus dem Kupferstichkabinett

Kupferstichkabinett
Berlin | 28.02.2020-01.06.2020
Anlässlich des 500. Todestags von Raffael widmen die Staatlichen Museen zu Berlin dem bedeutendsten Künstler der italienischen Renaissance zwei Sonderausstellungen. Parallel zu der im Dezember 2019 startenden Ausstellung „Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie“ zeigt das Kupferstichkabinett die kleine, aber bedeutende Gruppe eigenhändiger Zeichnungen des Künstlers aus eigenem Bestand. Diese selten gezeigten Blätter führen die überragende schöpferische Bandbreite Raffaels vor Augen – ergänzt durch Werke seines Lehrers Perugino und seiner wichtigsten Schüler und Mitarbeiter Gianfrancesco Penni, Giulio Romano und Perino del Vaga sowie seines Kupferstechers Marcantonio Raimondi....
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Claude Monet, Ansicht von Rouelles, 1858, Öl auf Leinwand. Marunuma Art Park, Asaka.
Claude Monet, Ansicht von Rouelles, 1858, Öl auf Leinwand. Marunuma Art Park, Asaka.

Monet. Orte

Museum Barberini Potsdam
Potsdam | 29.02.2020-01.06.2020
Für seine Landschaftsbilder suchte Claude Monet immer wieder die gleichen Orte auf oder fertigte an einer Stelle umfangreiche Serien an. So entstanden auf Reisen zahlreiche Gemälde an der Küste der Normandie, im niederländischen Zaandam oder in London und Venedig. Ihn interessierten nicht pittoreske Sehenswürdigkeiten, sondern Licht- und Wetterphänomene und ihre verschiedenen Auswirkungen auf diese Orte. Auch an seinen Wohnorten wie Paris, Argenteuil, Vétheuil und Giverny gewann er der alltäglichen Umgebung Motive wie Parks, Gärten und Seerosen ab, mit denen er seine Auseinandersetzung mit Licht und Farbe weiter vorantrieb. In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum, wo die Ausstellung unter dem Titel Claude Monet: The Truth of Nature vom 20. Oktober 2019 bis zum 2. Februar 2020 zu sehen sein wird....
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31: Women. (Exhibition Concept after Marcel Duchamp, 1943).

Daimler Contemporary
Berlin | 29.02.2020-07.02.2021
942 eröffnete die legendäre Sammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim in New York ihre Galerie Art of this Century. Bereits 1943 zeigte sie, kuratiert von Marcel Duchamp und beraten von Künstlern der Zeit, eine Ausstellung, die sich ausschließlich auf weibliche Vertreterinnen der Avantgarde fokussierte: ›Exhibition by 31 Women‹ (5. – 31. Januar 1943). Hinsichtlich der Zahl der Teilnehmenden und der künstlerischen Vielfalt war diese Ausstellung ein kunsthistorisches Novum. Die Schau brachte weibliche Vertreterinnen des Surrealismus mit abstrakten Malerinnen, mit dadaistisch beeinflussten Künstlerinnen sowie mit unbekannten, jüngeren Künstlerinnen der Zeit zusammen. Mit Rückbezug auf dieses wichtige Gründungsdokument einer feministischen Kunstgeschichte zeigt die Ausstellung ›31: Women‹ Künstlerinnen der Daimler Art Collection. Historisch setzt unsere Ausstellung an in der Zeit um 1930 mit abstrakten Bildern der ungarischen Künstlerin Anne Beöthy Steiner. Von hier aus weitet sich der Horizont von europäischen und amerikanischen Tendenzen aus Zero und Minimalismus bis hin zu zeitgenössischen deutschen und internationalen Positionen in den Medien Bild, Fotografie, Installation, Skulptur, Zeichnung und Video....
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Museum für Druckkunst
Museum für Druckkunst

Industriekultur in der deutschen Fotografie...

Museum für Druckkunst
Leipzig | 06.03.2020-28.06.2020
Die Vielfalt von Industriekultur spiegelt sich hervorragend in der Fotografie. Seit 1900 dokumentieren Fotografen verschiedenste Ensembles von Industrie und setzen dabei Mensch, Handwerk und Industriearchitektur in Beziehung. Die Fotografien sind zum einen Dokumente der sich rasant verändernden Gesellschaft, zum anderen haben sie einen künstlerischen Anspruch und sind als Medium selbst der schnellen technischen Entwicklung im 20. Jahrhundert unterworfen. Das Museum für Druckkunst ist als authentischer industriekultureller Ort Ausgangspunkt für eine Reise durch die Fotografie seit 1900 bis heute. Dabei werden aus den reichen fotografischen Sammlungen in sächsischen Museen und Bibliotheken viele bisher unbekannte Aufnahmen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert....
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Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kunstbibliothek und Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Marken:Zeichen - Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek

Kunstbibliothek
Berlin | 13.03.2020-28.06.2020
Logo, Leitsystem, Corporate Identity – was heute selbstverständlich zum Firmenimage gehört, steckte Mitte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Bahnbrechend in der Entwicklung war das Stuttgarter Grafikatelier Stankowski + Duschek, das mehrere Jahrzehnte lang zu den führenden Büros für Kommunikationsdesign in Deutschland zählte. Berühmte Markenzeichen und Erscheinungsbilder gingen aus der Partnerschaft hervor, etwa für die Deutsche Bank, Viessmann oder die Messe Frankfurt. Die konstruktive Ästhetik der Zeichensysteme lässt das Umfeld der konkreten Kunst erkennen, in dem sich Anton Stankowski (1906–1998) und Karl Duschek (1947–2011) zeitgleich bewegten. Anton Stankowski: Pionier im Grafikdesign „Zeichen sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen.“ Als Anton Stankowski 1978 diese Erkenntnis formulierte, zählte er bereits zu den wichtigsten Stimmen der Werbegrafik seiner Zeit. Nachdem er sich erstmals in den 1930er-Jahren als Teil der Schweizer Avantgarde einen Namen gemacht hatte, festigte sich mit seinem 1951 in Stuttgart gegründeten Büro der Status des Pioniers im Grafikdesign. Markengestaltung – die „Königsdisziplin“ der visuellen Kommunikation – gehörte von Anfang an zum Repertoire. Stankowskis Fähigkeit, komplexe Botschaften telegrammartig zu verkürzen und in einprägsame Zeichensysteme zu verdichten, entwickelte sich zu seinem eigenen Markenzeichen. Ebenso markant war seine vielseitige Herangehensweise, in der sich Typografie, Fotografie und Malerei mit Grafischem trafen. Karl Duschek: Partner in der Gestaltung In Karl Duschek, der 1972 in das Atelier eintrat und wenig später Partner wurde, fand Stankowksi einen Gleichgesinnten: Auch er war nicht nur als Grafikdesigner, sondern ebenso als freier Künstler tätig. Die Verschränkung von Kunst und Design, von „frei“ und „angewandt“, kennzeichnete den Output des bald unter dem Namen Stankowski + Duschek firmierenden grafischen Ateliers, das nach Stankowskis Tod 1998 unter Duscheks Leitung bis 2011 fortbestand. Die reduzierten Formen, geometrischen Flächen, klaren Farben und analytischen Strukturen der konkreten Kunstwerke der beiden Gestalter fanden Eingang in ihre kommunikationsgrafischen Zeichen und Systeme. Bahnbrecher für Logos und Corporate Identity Markenentwicklung, Corporate Identity und Informationsgrafik gehörten fünf Jahrzehnte lang zum Kerngeschäft bei Stankowski + Duschek. Neben dem „Schrägstrich im Quadrat“, der als Markenzeichen der Deutschen Bank weltbekannt wurde, entstanden Logos für SEL, Werkbund, Rat für Formgebung, Rewe, BKK, MüRück, PapStar, Deutsche Börse und viele mehr. Auch das Berlin-Layout, das ab 1969 alle grafischen Produkte der Stadt bestimmte, wurde als Systemmarke von Anton Stankowski entworfen. Für Unternehmen wie Viessmann entwickelte das Atelier schon umfassende Erscheinungsbilder, bevor der Begriff Corporate Identity Deutschland erreicht hatte, und zahlreiche Universitäten, Krankenhäuser, Großevents und Messeunternehmen bestellten hier ihre Orientierungs- und Leitsysteme. Die Ausstellung in der Kunstbibliothek Die Ausstellung in der Kunstbibliothek stellt das Werk des Grafischen Ateliers Stankowski + Duschek sowie Stankowskis Vorläuferbüros in rund 300 Exponaten vor. Ein breites Spektrum an Skizzen, Varianten, ausgeführten Entwürfen und einer Vielzahl daraus resultierender Drucksachen von Anzeigen bis Firmenschriften zeichnet den Arbeitsprozess des Kommunikationsdesigners vor dem routinierten Einsatz des Computers anschaulich nach. Im Dialog mit freien Arbeiten verschmelzen die Grenzen zwischen Kunst und Werbung. Ein Großteil der ausgestellten Werke stammt aus dem umfangreichen gebrauchsgrafischen Nachlass Stankowski + Duschek, den die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin 2012 von Karl Duscheks Ehefrau Meike Gatermann als Schenkung erhielt. Die Präsentation wird erweitert durch Leihgaben aus der Stankowski-Stiftung in Stuttgart....
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Zu wenig Parfüm, zu viel Pfütze. - Hans Baluschek zum 150. Geburtstag

Bröhan-Museum - Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889-1939)
Berlin | 26.03.2020-27.09.2020
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Lee Mingwei

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 27.03.2020-07.06.2020
Im Mittelpunkt von Lee Mingweis künstlerischer Praxis stehen Rituale des Schenkens und Beschenktwerdens. Vom 27. März bis 7. Juni 2020 zeigt der Gropius Bau eine Einzelausstellung des Künstlers, die seine Performances und Installationen der letzten dreißig Jahre präsentiert und Kunst als transformatives Geschenk untersucht. In Lee Mingweis Arbeiten werden immaterielle Gaben wie Lieder, Gespräche und Raum für Kontemplation verschenkt und empfangen. Ansatzpunkt seiner Projekte sind häufig persönliche Begegnungen, auf deren Basis der Künstler Installationen entwickelt. Lees Auseinandersetzung mit Erfahrungen, in denen Zeit verschenkt wird, bedingt seine Faszination für das Gastgeben. Im Herbst 2019 hat der Künstler daher Open Calls veröffentlicht, um Berliner*innen als Gastgeber*innen in seine kommende Ausstellung einzubinden. Im Rahmen des Projekts The Living Room sind diese Gastgeber*innen eingeladen, ihre persönlichen Sammlungen auszustellen, während sie in The Mending Project mitgebrachte Textilien von Besucher*innen ausbessern und mit diesen ins Gespräch kommen. Diese Prozesse begründen einen gemeinsamen Erfahrungsraum, der gegenseitigen Austausch sowie heilende und fürsorgliche Rituale erlaubt. Open Calls Für seine partizipativen Projekte, die 2020 im Gropius Bau zu sehen sein werden, sucht Lee Mingwei nach textilen Erinnerungsstücken, persönlichen Sammlungen und Menschen, die als Gesprächspartner*innen vor Ort sein und beim Ausbessern von Kleidung helfen möchten. Weitere Informationen zu den Projekten und zum Bewerbungsprozess sind in den Open Calls zu finden. Bewerbungsschluss ist der 3. Dezember 2019....
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Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Historische Urteilskraft - Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 27.03.2020-04.10.2020
Das 20. Jahrhundert sei ohne Hannah Arendt gar nicht zu verstehen, schrieb der israelische Schriftsteller Amos Elon. Zwei von Arendt maßgeblich geprägte Begriffe, der Totalitarismus und die Banalität des Bösen, bestimmen unsere Sichtweise auf das 20. Jahrhundert bis heute. Das liegt auch daran, dass Arendts Einsichten selten unwidersprochen blieben. Die Ausstellung „Historische Urteilskraft – Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ ermöglicht es, einem subjektiven Blick auf das 20. Jahrhundert zu folgen und ein Leben – und Werk – kennenzulernen, in dem sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegelt: Totalitarismus, die Lage von Flüchtlingen, die Ära Adenauer, der Eichmann-Prozess, die Rassentrennung in den USA, Zionismus, Kalter Krieg und atomare Bedrohung, Feminismus, Studentenbewegung. Zu all diesen Themen äußerte Arendt dezidierte Meinungen und Urteile, die noch heute voller Sprengkraft sind. Angesichts einer wachsenden Pluralisierung unserer Lebenswelten, einem beschleunigten Wertewandel und einem darauf reagierenden Bedürfnis nach populistischen Lösungen nimmt die Ausstellung die Ausbildung der Urteilskraft in den Blick....
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Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller
Museum für Fotografie. Berlin-Charlottenburg, Stefan Müller

FOTOGRAFIE: Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980

Museum für Fotografie / Helmut Newton Stiftung
Berlin | 04.04.2020-19.07.2020
Das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“ und sein Herausgeber Wolfgang Schulz stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „FOTOGRAFIE. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980“. Im Kaisersaal des Museums für Fotografie wird anhand der Arbeiten von Wolfgang Schulz und anderer Fotograf*innen eine wichtige Zeit des Umbruchs in der Geschichte der westdeutschen Fotografie beleuchtet. Fotografie um 1980 In den Jahren um 1980 erlangte die Fotografie einen neuen Stellenwert im Kunstbetrieb. Neue fotografische Herangehensweisen wurden erprobt, Museen begannen, sich für das Medium zu interessieren, erste Fotogalerien wurden gegründet, 1977 hatte die Fotografie auf der documenta ihren ersten großen Auftritt, und es wurden Zeitschriften gegründet. Ausgangspunkt der Ausstellung zu dieser spannenden Umbruchszeit ist das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“, das zwischen 1977 und 1985 vierzigmal erschien und von Wolfgang Schulz herausgegeben wurde. Das Magazin entwickelte sich schnell zu einem viel beachteten, häufig umstrittenen überregionalen Szeneblatt: ein überaus lebendiges Forumfür einen weitverzweigten Aufbruch, in dem Kunstkommerz noch keine prägende Rolle spielte. Wolfgang Schulz: Redakteur und Fotograf Wolfgang Schulz versuchte, sich festschreibenden Normen zu entziehen und verfolgte als Redakteur der Zeitschrift wie auch als Fotograf, der ein beachtliches Werk geschaffen hat, sehr unterschiedliche Stile und Sujets. Die Ausstellung ist ein erster Versuch, durch Werke verschiedener Fotograf*innen, die in der Zeitschrift vertreten waren, Fotografien von Wolfgang Schulz und durch Gespräche mit Zeitzeugen, eine Zeitschrift, ihren Herausgeber und damit ein Stück Fotogeschichte in Westdeutschland wiederzuentdecken, das heute zu Unrecht beinahe vergessen ist....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

The Cool and the Cold. Malerei der USA und der UdSSR 1960–1990

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 25.04.2020-06.09.2020
Im Jahr des 30. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung ist im Gropius Bau eine Gruppenausstellung zu sehen, die zur Zeit des Kalten Krieges entstandene Gemälde aus beiden weltpolitischen Machtzentren vereint – unter anderem Arbeiten von Andy Warhol, Il’ja Kabakov, Jackson Pollock, Helen Frankenthaler und Erik Bulatov. Unter dem Titel The Cool and the Cold. Malerei der USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig werden unter anderem Arbeiten von Andy Warhol, Il’ja Kabakov, Erik Bulatov, Lee Lozano, Jackson Pollock, Helen Frankenthaler, Viktor Pivovarov, Natal’ja Nesterova und Ivan Čujkov aus der Sammlung Ludwig miteinander in Beziehung gesetzt. Peter und Irene Ludwig gehörten zu den ersten europäischen Sammler*innen von US-amerikanischer Pop-Art und Kunst aus der Sowjetunion; ihre umfangreiche Sammlung ermöglicht so die kritische Gegenüberstellung von Werken aus beiden Lagern des Ost-West-Konflikts. Die Ausstellung im Gropius Bau untersucht, wie Künstler*innen auf politische wie ästhetische Fragen ihrer Zeit reagierten und Vorstellungen individueller und gesellschaftlicher Freiheit verhandelten; im Dialog von Konzeptkunst und Pop-Art aus drei Jahrzehnten wird Kunst als Ausdruck von und Kommentar zu Ideologien lesbar....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Otobong Nkanga

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 30.04.2020-02.08.2020
Otobong Nkangas Interesse gilt der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Land, die sie in ihren Arbeiten im Spannungsfeld von ausbeuterischen Extraktionsverfahren und Strukturen von Reparatur und Fürsorge untersucht. Nach ihrem einjährigen Aufenthalt als In House: Artist in Residence 2019 im Gropius Bau bietet die Einzelausstellung einen Einblick in zentrale Fragestellungen ihres Schaffens. Für Otobong Nkanga lassen sich der menschliche Körper und die Erde, auf der er sich bewegt, nicht losgelöst voneinander betrachten; auf Basis umfassender Recherchen und durch die Verschränkung verschiedener Medien wie Zeichnung, Installation und Performance zeichnet Nkanga die Bewegung von Mineralien, Gütern und Menschen nach, um ökonomische und ökologische Prozesse umfassend zu ergründen. In ihren Arbeiten erforscht sie zudem die variierenden Bedeutungen, die natürlichen Ressourcen in unterschiedlichen Kulturen zugeschrieben werden, sowie das gewaltsame Verhältnis, auf dem deren Abbau und Weiterverarbeitung fußen – und stellt so tradierte Denkweisen infrage....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

Alicja Kwade - In Anwesenheit der Abwesenheit

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 01.05.2020-17.08.2020
Die Arbeit von Alicja Kwade (*1979) ist inspiriert von naturwissenschaftlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. In ihren raumgreifenden Installationen verhandelt sie Modelle und Konstruktionen zur Wahrnehmung von Zeit, Raum und Materie, um die Möglichkeiten objektiver und subjektiver Erkenntnis zu hinterfragen. Eine besondere Rolle spielen für Kwade Materialien wie Gold, Kohle, Stein oder symbolisch aufgeladene Gegenstände wie Uhren und Lampen als Verweis auf Aspekte von Zeit, Energie, Materie oder auch bestimmte Wertzuschreibungen. In ihren konzeptuell-präzisen und immer auch poetisch-magischen Anordnungen gelingt es ihr, zum Beispiel über Spiegelungen, Verdoppelungen oder Transformationsprozesse das scheinbar Offensichtliche als trügerisch vorzuführen und die Wahrnehmung zu irritieren. Mit Kwades ortsspezifischer Installation in der ersten großen Ausstellungshalle setzt die Berlinische Galerie das erfolgreiche Format von in-situ-Projekten in Berlin arbeitender Gegenwartskünstler*innen fort. Kwade studierte von 1999 bis 2005 an der Universität der Künste Berlin und gehört heute international zu den gefragtesten Künstler*innen. Zuletzt stellte sie unter anderem in Tours, Helsinki, Kopenhagen, Zürich, Barcelona, Shanghai, Reykjavik, Venedig, New York und London aus....
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Foto: Beethoven-Haus Bonn
Foto: Beethoven-Haus Bonn

Das begehbare Ensemble

Beethoven-Haus
Bonn | 07.05.2020-03.06.2020
Wenn Musiker auf der Bühne stehen und spielen, hält das Publikum respektvollen Abstand. In der Installation "Das begehbare Ensemble" ist das anders! Auf dieser Bühne spielen unsichtbare Musiker, das Publikum ist eingeladen, die Bühne zu betreten, sich an den Platz des Ensemble-Leiters oder jedes einzelnen Musikers zu begeben und ihm aus nächster Nähe beim Spielen zuzuhören. Dadurch entsteht ein Mittendrin-Erlebnis, das dem Publikum sonst verborgen und nur den Musikern selbst vorbehalten bleibt. Die Musik, ihre polyphone Struktur, das Spiel jedes einzelnen Instrumentes und sein Beitrag zum Gesamtklang werden plötzlich transparent. Die Besucher können das Ensemble durchschreiten, gehend erforschen und bedeutende musikalische Werke aus ganz neuen Perspektiven kennenlernen und erleben.Ein Kooperationsprojekt zum Beethoven-Jahr vom Zentrum für Musik- und Filminformatik der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule OWL, dem Forschungsprojekt "Beethovens Werkstatt" des Beethoven-Hauses Bonn und des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold/Paderborn, dem Zentrum Musik – Edition – Medien sowie den Künstlerischen Studiengängen und dem Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold....
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Foto: Ute Zscharnt
Foto: Ute Zscharnt

James Simon. Die Kunst des sinnvollen Gebens

James-Simon-Galerie
Berlin | 07.05.2020-12.07.2020
Vier Filme rekonstruieren das Leben und Wirken von James Simon. In der begehbaren Videoinstallation können die Besucher*innen auf unterschiedlichen Screens den Unternehmer und Mäzen kennenlernen. Die einzelnen Kapitel beleuchten verschiedene Aspekte in James Simons Biographie, die Geschichte seines Baumwollhandel-Unternehmens, seine Kunstsammlung sowie seine wohltätigen Projekte und Schenkungen an die Sammlungen der Berliner Museen. Animierte Fotos und historisches Filmmaterial erwecken die Geschichte dieses bedeutenden Berliner Mäzens zum Leben. Die Geschichte der Familie Simon Die Schauspielerin Katharina Thalbach leiht der Dokumentation ihre Stimme, die mit Pyritz in Hinterpommern einsetzt, woher die Simons stammen. Die Brüder Isaak und Louis Simon zieht es in das brummende Berlin der Gründerjahre, wo Isaak 1847 Adolphine Heilborn, die Tochter eines angesehenen Kaufmanns aus Posen, heiratet und 1851 der einzige Sohn James geboren wird. Der wird später das väterliche Baumwollunternehmen zum europäischen Marktführer machen und selbst zu einem der wohlhabendsten Industriellen Deutschlands aufsteigen. James Simon: Sammler, Mäzen, Wohltäter Die Präsentation zeigt, dass James Simon seinen Reichtum weitergibt. Er engagiert sich für soziale und kulturelle Zwecke, setzt dort ein, wo staatliche oder gesellschaftliche Kräfte versagen. In zwei Jahrzehnten baut er zwei einzigartige Sammlungen auf, die er 1904 und 1918 den Berliner Museen schenkt. 1898 gründet er die Deutsche Orient-Gesellschaft und unterstützt Grabungen in Mesopotamien und Ägypten. Sonderpräsentation im Sonderausstellungsraum der James-Simon-Galerie. Die Ausstellung wird unterstützt von der James Simon-Stiftung. Kuratiert vom ausgewiesenen Simon-Experten Olaf Matthes vom Museum für Hamburgische Geschichte gemeinsam mit dem Filmemacher Felix von Boehm....
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Alte Nationalgalerie (Detail). Museumsinsel Berlin, Bodestraße. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Alte Nationalgalerie (Detail). Museumsinsel Berlin, Bodestraße. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Todessehnsucht und Dekadenz - Der belgische Symbolismus

Alte Nationalgalerie
Berlin | 15.05.2020-13.09.2020
Der lustvolle Blick in den Abgrund, der übersteigerte Ästhetizismus einer übersättigten Gesellschaft, die sich zugleich in der Krise wähnte, der morbide Reiz zwischen Thanatos und Eros dies sind Themenfelder in der Kunst, die Ende des 19. Jahrhunderts insbesondere im belgischen Symbolismus ihren Ausdruck fanden. Gegen die Entwicklung des Oberflächenreizes von Naturalismus und Impressionismus formiert sich in den 1880er Jahren eine neue Kunstströmung, deren Kennzeichen die Sinnlichkeit, Magie, tiefgründige Bedeutsamkeit wie auch die Irrationalität ist. Der Symbolismus enthält hierin bereits vielfach eine künstlerische Vorwegnahme der Traumdeutung von Freud, dessen gleichnamige Studie 1899 erschien. Die Entwicklung des Symbolismus Das Spezifikum des belgischen Symbolismus ist eine Vorliebe für eine morbide und dekadente Motivik. Schon um die Jahrhundertmitte werden mit Antoine Wiertz Tod und Verfall zu Leitmotiven in der Kunst, die sich bis zu Bildhauern wie George Minne und dem Meister des Absurden James Ensor verfolgen lassen. Angeregt durch die zeitgenössische Literatur, versuchten die Künstler um 1900 eine neue Mystik mit einem extravaganten und kostbaren Stil zu verbinden wie es etwa Charles van der Stappen in seiner Bildhauerei durch die Kombination edler Materialien gelingt. Zur zentralen Gestalt avanciert in diesem Kontext die femme fatale als Ausdruck von Überfluss und Wollust etwa im Werk von Fernand Khnopff. Bei Felicien Rops oder auch Jean Delville gesellt sich hier der Aspekt des Esoterischen und Dämonischen hinzu. Der Symbolismus beeinflusste aber nicht allein das Portrait und Figurenbild, sondern schlug sich als paysage symboliste auch in der Landschaftsmalerei etwa von William Degouve de Nuncques und Fernand Khnopff nieder ebenso wie in den unheimlich erscheinenden Interieurs eines Leon Spilliaert, Xavier Mellery und Georges Lebrun....
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Pop-Up auf der Mögeldorfer Kirchweih

Museum Industriekultur Nürnberg
Nürnberg | 28.05.2020-01.06.2020
Ort: gegenüber der Satzinger Mühle, Kirchenberg 1 Mitten im Trubel der beliebten Mögeldorfer Kirchweih zeigt die Pop-Up-Station, dass auch die Kirchweih eine Geschichte hat, die es lohnt, entdeckt zu werden. Durch eine Fotowand mit einer historischen Darstellung der Mögeldorfer Kirchweih kann man selbst Teil der Geschichte werden....
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Pop-Up im Loni-Übler-Haus

Museum Industriekultur Nürnberg
Nürnberg | 16.06.2020-26.06.2020
Ort: Loni-Übler-Haus, Marthastraße 60 Hier werden historische und aktuelle Statements zum Stadtteil gesammelt, präsentiert, neu interpretiert und mitgestaltet – an einem Ort, der von einer Vielzahl unterschiedlichster Menschen aufgesucht wird....
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Foto: Beethoven-Haus Bonn
Foto: Beethoven-Haus Bonn

Bernsteins Beethoven

Beethoven-Haus
Bonn | 17.06.2020-04.10.2020
Der amerikanische Komponist, Pianist, Dirigent, Schriftsteller und Lehrer Leonard Bernstein (1918–1990) wird insbesondere als Gustav Mahler-Interpret erinnert. Mit einer multimedialen Sonderausstellung würdigt ihn das Beethoven-Haus nun erstmals als einen der herausragenden Vermittler Ludwig van Beethovens im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 zeichnet Bernsteins lebenslange Auseinandersetzung mit dem Komponisten von frühen analytischen Texten in den 40er-Jahren bis zu seinem letzten Konzert mit Beethovens 7. Sinfonie im Sommer 1990 in Tanglewood nach. Anhand ausgewählter Partitureintragungen, Kompositionen, Briefe und Texte Bernsteins, seiner Konzerteinführungen, Omnibus-Fernsehsendungen und umfangreichen Disko- und Filmografie wird Bernsteins Bedeutung für die Beethoven-Rezeptionsgeschichte illustriert. Hierzu werden auch zahlreiche Dokumente von aufsehenerregenden Beethoven-Konzerten präsentiert, u.a. der Aufführung der 9. Sinfonie an Weihnachten 1989 in Berlin. Dabei stehen insbesondere seine gesellschaftspolitische Deutung der Musik und seine an breite Bevölkerungsgruppen gerichtete Didaktik im Vordergrund. Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog, und es finden verschiedene Begleitveranstaltungen statt, die noch bekanntgegeben werden....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

Die gezeichnete Stadt

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 19.06.2020-05.10.2020
Die Faszination internationaler Künstler*innen für die moderne Großstadt ist in der Kunst, die seit 1945 in Berlin entsteht, stets lebendig und gegenwärtig. Die Ausstellung lädt ein, anhand von Arbeiten auf Papier die im doppelten Sinne gezeichnete Stadt Berlin zu erkunden. Die Grafische Sammlung der Berlinischen Galerie hat in den letzten Jahren durch Ankäufe und Schenkungen ihr Konvolut von Zeichnungen und Druckgrafiken zu diesem Thema enorm erweitern können. Ausgehend von den Stadtstillleben Werner Heldts, nehmen die Besucher*innen die Trümmer des Krieges wahr, durchwandern urbane Biotope der 1970er bis 1990er Jahre diesseits und jenseits der Mauer, erkunden subjektive Topografien in der zeitgenössischen Kunst und begegnen dem Großstadtpersonal zwischen Individuum, Masse und Medienbild. Dabei fließen auch andere Orte urbaner Erfahrungen mit ein. Beteiligte Künstler*innen (Auswahl): Franz Ackermann, Heike Kati Barath, Tacita Dean, Antje Dorn, Marcel van Eeden, Olafur Eliasson, Rainer Fetting, Eberhard Havekost, Werner Heldt, K.H. Hödicke, Günther Horn, Friederike Klotz, Pia Linz, Theresa Lükenwerk, Susanne Mahlmeister, Katharina Meldner, Nanne Meyer, Tal R, Antonio Saura, Andreas Seltzer, Emilio Vedova, Klaus Vogelgesang, Wolf Vostell....
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Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Von Luther zu Twitter. Medien und politische Öffentlichkeit

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 19.06.2020-03.01.2021
Die aktuelle Diskussion um die Veränderung der politischen Kultur durch das Internet ist für das Deutsche Historische Museum Anlass, den Zusammenhang von Medien, Politik und Öffentlichkeit zu thematisieren – schließlich waren mediale Innovationen stets ein wichtiges Mittel politischer Akteure, die Öffentlichkeit in bis dato ungeahnter Weise zu beeinflussen und zu prägen. Die Ausstellung „Von Luther zu Twitter. Medien und politische Öffentlichkeit“ spannt den Bogen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Ausgehend vom Buchdruck und seiner Bedeutung für die Reformation werden das Zeitungswesen des 18. und 19. Jahrhunderts, die besondere Rolle des Rundfunks in den 1920er bis 1940er Jahren und die des Fernsehens der ersten Nachkriegsjahrzehnte beleuchtet. Die Kontinuitäten und Brüche eines immer auch medial bewegten Strukturwandels der Öffentlichkeit – zwischen Repression und Emanzipation – werden dabei bis in die heutigen Entwicklungen verfolgt....
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Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt
Museum Barberini, Rückansicht, Foto: Helge Mundt

Rembrandts Orient

Museum Barberini Potsdam
Potsdam | 27.06.2020-11.10.2020
Der Handel mit Asien, Afrika und der Levante brachte Waren, Schriften und Wissen in die Niederlande. Rembrandt und die anderen Maler des Goldenen Zeitalters nahmen vielfältige Anregungen auf. Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts Eine Ausstellung des Museums Barberini, Potsdam, und des Kunstmuseums Basel...
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Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse
Kupferstichkabinett. Kulturforum. Berlin-Tiergarten, Matthäikirchplatz. © Staatliche Museen zu Berlin / Maximilian Meisse

Wir heben ab! Eine Sommerausstellung des Kupferstichkabinetts

Kupferstichkabinett
Berlin | 29.08.2020-06.12.2020
Im August 2020 knüpft das Kupferstichkabinett wieder an das beliebte Format seiner Sommerausstellungen an. Im Herbst soll Berlins Großbaustelle, der Flughafen BER, endlich eröffnet werden. Ob der Zeitplan diesmal wirklich gehalten werden kann? Das Kupferstichkabinett widmet sich unter dem Titel „Wir heben ab“ dem Thema „Fliegen“ zwischen jahrhundertelanger Faszination und aktueller Flugscham. Gezeigt werden Arbeiten vom 15. bis 21. Jahrhundert aus eigenem Bestand, darunter Werke von Albrecht Dürer, Rembrandt, Goya, Eugène Delacroix und Eberhard Havekost....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Yayoi Kusama

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 04.09.2020-17.01.2021
Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstler*innen der Gegenwart. Im Herbst 2020 widmet der Gropius Bau Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland, die einen Überblick über ihr Schaffen der letzten siebzig Jahre bietet und neben aktuellen Gemälden einen neuen Infinity Room der Künstlerin umfasst. Yayoi Kusama wurde durch ihre Auseinandersetzung mit repetitiven Mustern und Strukturen, ihre charakteristischen Polka Dots und Spiegelräume weltberühmt; in ihren Arbeiten konfrontiert sie Betrachter*innen mit Welten, die sich grenzenlos auszudehnen scheinen, und spürt der Auflösung des Subjekts in der Unendlichkeit nach. Seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn im New York der späten 1950er Jahre verband sie klassische Medien wie Malerei, Skulptur und Zeichnung mit Installationen, Performances und Happenings. Auf einer Fläche von knapp 3000 m² macht der Gropius Bau Kusamas Werk in seiner Gesamtheit erstmals in Deutschland zugänglich und knüpft damit an den Beginn der breiten Rezeption der Künstlerin Mitte der 1960er Jahre im deutschen und europäischen Kontext an, wo sie aktiver war als in den USA, ihrem damaligen Lebensmittelpunkt. Im Museum Ludwig in Köln wird die Ausstellung ab April 2021 und in der Fondation Beyeler in Riehen ab Oktober 2021 zu sehen sein....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Thea Djordjadze

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 10.09.2020-13.12.2020
Thea Djordjadzes künstlerische Praxis lässt sich als Prozess des beständigen Wiederverwertens, Rekonfigurierens und Neuordnens von Objekten begreifen. In der umfangreichen Werkschau der Künstlerin treten bestehende und neue, speziell für den Gropius Bau entwickelte Arbeiten in einen Dialog mit dem geschichtsträchtigen Gebäude. Gleichermaßen von historischen Artefakten wie von Konzepten moderner Kunst und Architektur beeinflusst, zeichnen sich Djordjadzes skulpturale Arbeiten durch formale Brüche und eine eigenwillige Materialästhetik aus. Indem sie Materialien wie Gips, Metall, Gummi, Textilien, Holz oder Pappmaché kombiniert, schafft Djordjadze fragmentarische Raumsituationen, anhand derer sie das klassische Display – Vitrine, Sockel, Rahmung und Podest – als wiederkehrendes Motiv in ihrer Arbeit neu formuliert. Ab dem 10. September 2020 zeigt der Gropius Bau bestehende und neue Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin in seinen Räumlichkeiten; so auch im sogenannten Schliemann-Saal, der von 1881 bis 1885 die archäologischen Ausgrabungen Heinrich Schliemanns beherbergte. In Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Ausstellungshauses treten Djordjadzes Arbeiten und Interventionen in einen Dialog mit diesen geschichtsträchtigen Räumen. Die Ausstellung markiert den Beginn einer Reihe von künstlerischen Präsentationen, die sich mit der Geschichte der archäologischen Ausstellungen im Gropius Bau befassen....
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Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch
Martin-Gropius-Bau, Foto: Jansch

Masculinities: Liberation through Photography

Martin-Gropius-Bau
Berlin | 16.10.2020-10.01.2021
Die Gruppenausstellung Masculinities: Liberation through Photography versammelt unter anderem Arbeiten von Laurie Anderson, Richard Avedon, Rotimi Fani-Kayode, Isaac Julien sowie Annette Messager und untersucht, auf welche Weise Männlichkeit seit den 1960er Jahren erlebt, performativ hergestellt und sozial konstruiert wird. In einer Zeit, in der sich klassische Männlichkeitsbilder in der Krise befinden und Begriffe wie „toxische“ und „fragile“ Männlichkeit gesellschaftliche Diskurse prägen, bieten über 300 Arbeiten von 50 internationalen Künstler*innen, darunter Laurie Anderson, Richard Avedon, Rotimi Fani-Kayode, Peter Hujar, Isaac Julien, Annette Messager und Catherine Opie, ein Panorama der filmischen und fotografischen Auseinandersetzung mit dem Maskulinen in all seiner Widersprüchlichkeit und Komplexität. Zentrale Bezugspunkte sind Themen wie Patriarchat, Macht, queere Identität, Race und Class, Sexualität sowie die weibliche Wahrnehmung von Männlichkeit, welche als ein weitgehend fließendes, performatives Identitätskonzept ins Blickfeld rückt....
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Foto: Nina Straßgütl
Foto: Nina Straßgütl

Planen und Bauen im Berlin der 1980er Jahre

Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Berlin | 30.10.2020-22.03.2021
In Berlin gibt es eine einzigartige Dichte von bemerkenswerten Bauten aus den 1980er Jahren, deren Bedeutung es nach mehr als 30 Jahren zu überprüfen gilt. Ihre vielfältige und bunte Architektursprache stellte bisherige Vorstellungen einer modernen Lebenswelt in Frage. Gerne mit dem Etikett der „Postmoderne“ versehen, kennzeichnet sie die Verwendung von Bautypen und Stilmitteln der Vergangenheit sowie die Erprobung alternativer Lebensweisen in der Großstadt. Als Beiträge zur Internationalen Bauausstellung 1984/87 (West) und der Bauausstellung 1987 (Ost) im Rahmen der 750 Jahr-Feier entstanden, glich Berlin einer Art Architekturlabor, das weit über die Stadtgrenzen hinaus wahrgenommen wurde. Bereits zur Entstehungszeit als kunstvolle Fehlgriffe kritisiert sind wichtige Zeugnisse dieser Bauepoche heute verschwunden, überformt oder vom Abriss bedroht. Die Ausstellung untersucht erstmalig, was und wer die für Ost- und West-Berlin im letzten Jahrzehnt vor dem Mauerfall entwickelten Bauten und Visionen prägte. Beteiligte Architekt*innen (Auswahl): Hinrich und Inken Baller; Christian Enzmann und Bernd Ettel; John Hejduk mit Moritz Müller; Josef Paul Kleihues; Michael Kny und Thomas Weber; Hans Kollhoff; Dorothea Krause; Rob Krier; Peter Meyer; Frei Otto mit Hermann Kendel, Martin Küenzlin, Günther Ludewig; Manfred Prasser; Günter Stahn; Helmut Stingl; James Stirling und Michael Wilford; Peter Stürzebecher, Kjell Nylund und Christof Puttfarken; Oswald Mathias Ungers; Solweig Steller-Wendland. Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Kulturstiftung des Bundes....
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Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Die politische Geschichte der Documenta

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 19.03.2021-19.09.2021
Die ästhetisch-politische Geschichte der Bundesrepublik spiegelt sich in besonderer Weise in der documenta: Seit ihrer Gründung 1955 wurde sie immer wieder zu einem Ort, an dem sich zentrale Aspekte der deutschen Nachkriegs­geschichte, die Spuren des Nationalsozialismus, die Blockbildung des Kalten Krieges und das Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Gesellschaft widerspiegelten. Die Ausstellung macht die kulturpolitischen Netzwerke sichtbar ebenso wie die Impulse, die die international angelegte Großausstellung zwischen 1955 und 1997 auf die bundes­republikanische Gesellschaft hatte. Erstmals kommen in Interviews die Künstler*innen und Ausstellungs­macher*innen selbst zu Wort....
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Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches Museum

Die gottbegnadeten in der Bundesrepublik

Deutsches Historisches Museum
Berlin | 06.05.2021-24.10.2021
Die sogenannte Gottbegnadetenliste wurde im August 1944 von Adolf Hitler und Joseph Goebbels zusammengestellt: 1.041 „Künstler im Kriegseinsatz“, unter ihnen 104 Bildhauer und Maler, galten als „unabkömmlich“ und blieben vom Fronteinsatz verschont. Bis auf wenige Ausnahmen lebten und arbeiteten hochrangige Künstler des Nationalsozialismus wie Arno Breker, Hermann Kaspar, Willy Meller, Werner Peiner, Richard Scheibe und Adolf Wamper auch nach 1945 in der Bundesrepublik. Sie übernahmen Lehrtätigkeiten, beteiligten sich an Preisverleihungen und Wettbewerben, erhielten Aufträge aus Politik und Wirtschaft und produzierten vielfach Kunst im öffentlichen Raum. Ihre Gestaltungen von Denkmälern, Brunnen, Standbildern auf Plätzen, Fassaden und Foyers prägten und prägen das Gesicht prominenter Orte in westdeutschen Städten. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums nimmt nun erstmals die Nachkriegskarrieren sogenannter gottbegnadeter bildender Künstler, deren Rezeption und die damit verbundene Kontinuität einer ungebrochen antimodernen Kunstauffassung in den Blick. Begleitend zur Ausstellung „Die politische Geschichte der documenta“ (AT) konterkariert sie das Bild des radikalen ästhetischen Neuanfangs, das seit ihrer Premiere 1955 mit der Großausstellung verbunden wird....
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