Rheinisches Landestheater Neuss
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Rheinisches Landestheater Neuss

Foto: Tomas Rodriguez
Foto: Tomas Rodriguez

Oberstr. 95
41460 Neuss
Tel.: 02131 26990
Homepage

Spielplan

Kurzbeschreibung

"Die Kunst des Theaters darf nicht nur in den großen Städten zur Darstellung kommen, sie gehört den Menschen des gesamten Landes." Das Rheinische Landestheater Neuss ist heute das größte reisende Schauspieltheater in Nordrhein-Westfalen. In den letzten Jahren wurde ein junges, spielfreudiges und vielgelobtes Ensemble aufgebaut, das bewußt den Abendspielplan wie den Kinder- und Jugendspielplan nach dem integrierten Modell bestreitet. Gäste werden bei Bedarf in ausgewählten Rollenfächern aufgenommen. Das Rheinische Landestheater erarbeitet mit seinen knapp 100 Mitarbeitern und einem Etat von ca. 8 Millionen DM regelmäßig einen Spielplan von mindestens acht Inszenierungen für Erwachsene, drei Inszenierungen für Kinder und Jugendliche sowie weiteren Produktionen, die im Abendspielplan für jugendliches wie erwachsenes Publikum gleichermaßen angeboten werden. Dazu kommen Studiostücke, Schauspielerprojekte, Matinéen, Lesungen, Theatergespräche und Sonderveranstaltungen.

Am 16. August 2000 ist das Rheinische Landestheater 75 Jahre alt geworden. Als Geburtstagsgeschenk hat sich die Stadt Neuss etwas ganz besonderes ausgedacht: ein neues Theater. Eigentlich sollte es zum 1. August übergeben werden, doch die Fertigstellung des Baus verzögerte sich. Bis das neue Schauspielhaus und das Studio bezogen werden können, spielt das Rheinische Landestheater weiter in den alten Spielstätten, dem Theater an der Drususallee und dem Studio Wolberostraße. Seit der Spielzeit 1992/93 steht dem Rheinischen Landestheater daneben das Globe-Theater zur Verfügung, ein Nachbau des Londoner Shakespeare-Theaters. Dieser außergewöhnliche Raum erlaubt, auch außerhalb des jährlich von der Stadt Neuss organisierten Shakespeare-Festivals, neue Theaterformen zu erproben.


Das Rheinische Landestheater ist also nicht nur Landesbühne, sondern auch Theater der Stadt und des Kreises Neuss. 1925 wurde es als "Rheinisches Städtebund-Theater" gegründet mit der Aufgabe, theaterlose Städte und Gemeinden im Raum des nördlichen Rheinlandes und in einem Großteil des Ruhrgebiets mit künstlerisch wertvollen Schauspielaufführungen zu bespielen. Die Stadt Neuss übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat und stellte damals ihr Zeughaus als Spielstätte zur Verfügung. Der erste Intendant war Richard Jost (1925-28), sein Nachfolger Fritz Kranz (1928-1930). Unter Hanns König (1930-1933) wurde der Spielbezirk durch regelmäßige Gastspiele in Trier, Luxemburg und Holland erweitert. Nach Hans Voigt (1933-1934) übernahm Robert Sawallisch (1934-1944) die Leitung des Theaters. Er verwirklichte den lange angestrebten 12-Monats-Vertrag für die Mitglieder und vergrößerte das Theater um einen weiteren Spielkörper. Während des Krieges, als das Rheinische Landestheater zur Truppenbetreuung in Holland und Frankreich eingesetzt war, wurde ein Operetten-Spielkörper angegliedert. 1944 mußte auch das Rheinische Landestheater - im Zuge der allgemeinen Schließung der Theater - den Spielbetrieb einstellen. Das Zeughaus wurde im Krieg total zerstört, und so wurde der Spielbetrieb im Herbst 1945 unter Intendant Erich Thormann (1945-46) in der Festhalle in Solingen-Ohlings wiederaufgenommen. 1949, in der Amtszeit Erich Brandts (1946-50), kehrte das Rheinische Landestheater zurück nach Neuss in einen Behelfsbau. 1950 übernimmt Philipp Vogel (1950-1967) das Rheinische Landestheater, das mit dem bisher von ihm geleiteten "Westdeutschen Landestheater" (Siegburg) zusammengelegt wird. Nun werden theatereigene Fahrzeuge angeschafft und erneut der 12-Monats-Vertrag durchgesetzt. Zum 30jährigen Jubiläum des Theaters 1955 stellte die Stadt Neuss ein besonderes Geschenk in Aussicht: den Neubau eines Theaters! Drei Jahre später wurde das Haus an der Drususallee bezogen, das zu Beginn der Spielzeit 2000/2001 immernoch Stammsitz ist.


Als Hermann Wetzke (1967-1978) die Leitung des Hauses übernahm, gab es bereits die starke Konkurrenz der Tournee-Theater. Um konkurrenzfähig zu bleiben, engagierte Wetzke Gast-Stars, mußte jedoch einräumen, daß das Rheinische Landestheater dadurch seinen Ruf als Entdeckerbühne ein wenig verloren hatte. Prof. Dr. Karl Wesseler (1978-1983) nimmt erneut eine Kurs-Korrektur vor; es tauchen wieder viele neue und neu-entdeckte Stücke im Spielplan auf. Die Konzeption, berühmte Gäste zu engagieren, wird für die meisten dieser unbekannten Stücke beibehalten. Im Antrittsjahr Wesselers wird ein Kooperationsvertrag mit dem Theater am Niederrhein in Kleve geschlossen, drei Jahre später werden beide Theater fusioniert. Nach Gerd Omar Leutner (1983-1987) und Egmont Elschner (1987-1992) übernimmt der heutige Intendant Burkhard Mauer (seit 1992) die Leitung des Theaters.

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