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Frankfurter Hof Mainz

Cavewoman
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Augustinerstr. 55
55116 Mainz
Tel.: 06131 220438
Homepage

Kurzbeschreibung


Der FRANKFURTER HOF hat in der Zeit seines Bestehens ein Stück Stadtgeschichte geschrieben. Es entwickelte sich dort in der Zeit des deutschen Vormärz der politisch-literarische Karneval. Der FRANKFURTER HOF ist im Jahr der Revolution 1848/49 Wiege der drei großen Volksbewegungen, in deren Tradition die klassischen demokratischen Parteien noch bis heute stehen: Liberalismus und Demokratieverein, demokratischer Sozialismus und Arbeiterbewegung, politischer Katholizismus und Vorläuferschaft der Zentrumsparteien. Man "schreibt" dem Saalbau mitunter auch die Rolle einer Rheinhessischen oder Mainzer "Paulskirche" zu. Im FRANKFURTER HOF hat Ferdinand Lassalle 1863 seine entscheidende Versammlung vor der Gründung der Sozialdemokratie abgehalten, hier hat Ludwig Bamberger seine "soziale Demokratie" formuliert und Sozialbischof Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler auch gewirkt. In den Jahren seines Bestehens wurde der FRANKFURTER HOF mal als Volkstheater, mal als Laienbühne, aber auch als Kino oder gar als Kuriositätenkabinett genutzt. Er war in seiner langjährigen Geschichte Ort des Vereinslebens, Stätte der Geselligkeit, der Freiheit und Freizeit, der Bürgeremanzipation und des Bürgerprotestes gegen Fürsten und päpstliche Bevormundung und während der Zeit des 3. Reiches Zufluchtsort für bedrohte Juden aus der Umgebung von Mainz. Jahrelang moderte der historische Saalbau in der Mainzer Altstadt vor sich hin, sein Abriß schien beschlossen, bis das hartnäckige Engagement der Bürgerinitiative "Rettet den Frankfurter Hof" den Stadtrat zum Umdenken bewegte. Mit der Sanierung und Wiedereröffnung des FRANKFURTER HOFES am 10. März 1991 hat Mainz "ein traditionsreiches Gebäude in der Altstadt zurückerhalten". Seit dieser Zeit wird das Gebäude zwischen Schönborn- und Augustinerstraße in erster Linie als Kulturzentrum genutzt, das in seinem pluralistischen Kulturbegriff - natürlich modifiziert - an seiner historischen Vergangenheit anknüpft und Kulturarbeit als einen nicht unwesentlichen Beitrag zu einer demokratischen und multikulturellen Gesellschaft definiert.

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