Ein historischer Blick auf die Stadtteile Mettingen, Weil und Brühl zeigt eine unbekannte Welt. Heute kann man es nicht einmal erahnen, wie idyllisch der Abschnitt dieses Tals einmal war, da sich in den letzten 200 Jahren der Anblick durch den Eisenbahn-, Straßen- und Neckarausbau sowie eine intensive Bebauung radikal verändert hat.
Mettingen ist der älteste Stadtteil, der zu Esslingen gehört. Lange Zeit war es ein Weingärtnerdorf, das von der Stadt aus verwaltet und bestimmt wurde. Er war bis 1802 schutzlos den kriegerischen Angriffen der Württemberger ausgesetzt. 1913 fand eine große Veränderung sowohl landschaftlich als auch gesellschaftlich statt mit dem Bau des Werks der Maschinenfabrik Esslingen in Mettingen. Andere Firmen gründeten sich und sind bis in die Gegenwart Zulieferer für die Automobilindustrie. Im 20. Jahrhundert wurden Künstler wie Hermann Sohn, Volker Böhringer oder Paul Otto Haug in Mettingen geboren und wirkten dort. Die Ortsansicht ist bis heute von der Kirche mit dem außergewöhnlichem Turmbau und dem Weinbau am Hang des Neckartales geprägt.
In Weil befand sich zwischen dem 13. bis Ende des 16. Jahrhunderts ein Dominikanerinnenkloster. Von diesem ist heute nur etwas zu erahnen. Die Kloster- und dazugehörigen Wirtschaftsgebäude wurden anschließend entweder zerstört oder weiter genutzt. Erst im 19. Jahrhundert erlangte Weil zu einer neuen Bestimmung. König Wilhelm I. errichtete 1817 ein Gestüt mit einer Araber- und Rinderzucht – von der in der Gegenwart nur wenige Gebäude wie das Schlösschen Weil erhalten sind. Das klassizistische Schlösschen Weil war eine Sommerresidenz der württembergischen Könige und wurde von Giovanni Salucci 1818-20 erbaut. Aber nicht nur die Weiler Pferdezucht war berühmt. Im Frühling und Herbst fanden auf der mondänen Rennbahn Pferderennen statt, zu denen die bessere Gesellschaft aus Stuttgarter anreiste.
In Brühl beginnt die Historie 1856 mit dem Bau der Württembergischen Baumwollspinnerei und -weberei. Die Wasserkraft des Neckars machte den Bau der Fabrik möglich. Es war um 1900 die größte Fabrik in ganz Württemberg und fertigte qualitätvolle Produkte an. Nicht nur die Fabrik wurde errichtet, sondern auch eine ganze Arbeiterwohnsiedlung wurde gebaut. Die Baumwollgeschichte endete in den 1960er Jahren. Heute liegt Brühl zwischen der B10 und dem Neckar. Es ist kaum vorstellbar, wie idyllisch es hier einmal war.
Die Ausstellung zeigt längst vergessene oder verbaute Ansichten, mit der historischen Entwicklungen verknüpft wird. Die nahe und doch so ferne Vergangenheit wird so wieder in Erinnerung gerufen.