Stadtmuseum Erlangen, Foto: Erich Malter
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Stadtmuseum Erlangen

Foto: Erich Malter
Foto: Erich Malter
Stadtmuseum Erlangen, Foto: Erich Malter
Stadtmuseum Erlangen, Foto: Erich Malter

Martin-Luther-Platz 9
91054 Erlangen
Tel.: 09131 86 2300
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-Fr 9.00-17.00 Uhr
Do bis 20.00 Uhr
Sa, So 11.00-17.00 Uhr

Rätsel Kosbacher Altar

09.02.2014 - 18.05.2014

1913 grub der Erlanger Pfarrer Dr. Rudolf Herold im Mönauer Forst bei Kosbach, westlich der Stadt Erlangen, einen eisenzeitlichen Grabhügel (ca. 600–400 v. Chr.) aus. Neben dem Hügel traf er auf eine kleine rechteckige Steinsetzung mit niedrigen Pfeilern an den Ecken und in der Mitte. Für diese prägte er den Begriff „Kosbacher Altar“. Die Funde seiner Ausgrabung stiftete Herold der Universität Erlangen, was 1914 zur Gründung der heutigen Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität führte. Der sogenannte „Kosbacher Altar“ ist lokalgeschichtlich berühmt und die an der Originalstelle wiedererrichtete Replik stellt ein beliebtes Ausflugsziel in der Region dar. In der Ausstellung werden die Grabung von Rudolf Herold 1913 und alle folgenden Untersuchungen, wie z.B. die Nachgrabung im Jahr 1979, samt der geborgenen Originalfunde gezeigt. Neben den Originalen finden Modelle, Repliken und große Grabungspläne Eingang in die Ausstellung, um Sachverhalte zu veranschaulichen. Außer den archäologischen Funden liegt eine Kopie des Gästebuchs aus, in welches sich 1913 die Besucher der Grabung eintrugen. Der heutige Ausstellungsbesucher ist explizit aufgefordert, nicht nur nachzusehen, ob vielleicht Verwandte oder Bekannte sich dort eintrugen, sondern das Buch fortzuschreiben – es sind noch einige Seiten frei. In der Wissenschaft ist die Interpretation des Befundes auch nach über 100 Jahren noch umstritten, vor allem, da die Steinsetzung bis heute in dieser Form singulär geblieben ist Die Ausstellung zieht Vergleiche mit ähnlichen Konstruktionen und konfrontiert den Besucher mit verschiedenen Deutungsmöglichkeiten. Das Rätsel des „Kosbacher Altars“ wird im Rahmen der Ausstellung also nicht gelöst; vielmehr endet der Rundgang augenzwinkernd mit einem Blick auf den wirklichen Kosbacher Altar.

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