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Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach

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Griesweg 30
88427 Bad Schussenried
Tel.: 07583 94 20 50
Homepage

Öffnungszeiten:

Apr-Okt
10.00-18.00 Uhr

Dorf unterm Hakenkreuz. Landwirtschaft zwischen Propaganda und Wirklichkeit

26.04.2009 - 01.11.2009
Von Sonntag, 26. April, an befasst sich das Museumsdorf Kürnbach in seiner aktuellen Sonderausstellung mit einem brisanten Thema und zeigt, wie die Bauern im „Dritten Reich“ mit Verführung und Zwang für die Zwecke des Regimes eingespannt wurden. Knapp 80 Objekte, Dokumente und Fotos belegen, wie die Propaganda funktionierte und wie die Wirklichkeit dahinter aussah. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse können ihren Ausstellungsbesuch mit einem museumspädagogischen Programm verbinden. Die Bauern waren ein Lieblingsobjekt der nationalsozialistischen Propaganda, die unermüdlich deren Wert und Bedeutung pries. Gleichzeitig wurden die Bauern zwangsweise organisiert und in ein Korsett von Vorschriften und Verordnungen geschnürt. Die Vorbereitung auf einen Krieg gewann immer mehr an Bedeutung und die Bauern sollten möglichst viel Lebensmittel produzieren, um die deutsche Bevölkerung von ausländischen Einfuhren unabhängig zu machen. Aber auch wenn eine „Erzeugungsschlacht“ nach der anderen ausgerufen wurde, letztlich blieben die Probleme ungelöst. Zwar kamen Mitte der 1930er Jahre die ersten Schlepper auf die Höfe, aber Vorrang hatte die Produktion von Panzern und Kanonen. Rohstoffe und Arbeitskräfte gingen zuerst in die Industrie, nicht aufs Land. In den Ausstellungsobjekten, die in ganz Oberschwaben aufgespürt und nun teils erstmals gezeigt werden, spiegelt sich dieser Widerspruch deutlich wieder. Die Aufmärsche und Parolen bei den reichsweiten Erntedankfesten stehen dem harten Arbeitsalltag gegenüber. Die Ausstellung in Kürnbach ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts der Arbeitsgemeinschaft der regionalen, ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg, das von der Landesstiftung Baden-Württemberg und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert wird. Am 3. Mai erscheint ein Begleitbuch, das unter dem Titel „Dorf unterm Hakenkreuz“ mit reichhaltigen Illustrationen wichtige Hintergrundinformationen liefert. Als museumspädagogisches Angebot besteht für Schulklassen die Möglichkeit, sich ergänzend zum Ausstellungsbesuch mit einem Propagandafilm über das riesige, zentrale Erntedankfest bei Bückeburg zu informieren und das mit Filmmaterial aus Attenweiler zu vergleichen.

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