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Nidwaldner Museum - Winkelriedhaus und Pavillon


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Petra Elena Köhle und Nicolas Petit Outhenin: it must be regarded as a forgery unless it is proven to be genuine

26.01.2014 - 26.04.2014

Petra Elena Köhle und Nicolas Petit Outhenin (beide *1977) leben und arbeiten in Zürich. Für die Ausstellung im Nidwaldner Museum entwickeln sie einen neuen Werkkörper, der vom grössten Medienskandal im deutschsprachigen Raum ausgeht: Das Nachrichtenmagazin Stern veröffentlichte 1983 die vom Fälscher Konrad Kujau erstellten Hitler-Tagebücher, ohne auf das endgültige Ergebnis einer bereits angelaufenen Untersuchung zur Überprüfung der Echtheit durch das Bundeskriminalamtes (BKA)zu warten. Bis zur Bekanntgabe des BKA hatte der Stern 62 Bände gefälschter Tagebücher erworben und für den ganzen Fall fast zehn Millionen DM ausgegeben.
«Die Dokumente müssen als Fälschungen betrachtet werde, es sei denn, sie werden als echt nachgewiesen», so Hugh Trevor-Roper, er war einer der Experten, die mit der Überprüfung der Hitler-Tagebücher betraut wurde und lange Zeit von deren Echtheit überzeugt war. Wie funktionieren Beweisführungen? An welchem Punkt beginnen sich Fälschung, Fiktion und Rekonstruktion zu überlagern? Wie fügen sich solche Konstruktionen, unabhängig von ihrem Wahrheitscharakter, in unser Realitätsverständnis ein?
In räumlichen Anordnungen, Performances und Publikationsprojekten untersuchen Petra Elena Köhle und Nicolas Vermot Petit-Outhenin die Mediatisierung gesellschaftlicher Ereignisse.
Petra Elena Köhle & Nicolas Vermot Petit-Outhenin (beide *1977) arbeiten seit 2003 zusammen und leben in Zürich. Studium der Fotografie und MA in Fine Art an der Zürcher Hochschule der Künste. Ausstellungen: Galerie de Roussan, Paris; Kunstbunker Hintereingang, Nürnberg; Palais de Tokyo, Paris; Vebikus, Schaffhausen; Kunsthaus Glarus; Les Complices, Zürich, Kunstraum Klingental, Basel; local-int, Biel, Galerie Criticu, Prag; ISR, Rom. Atelierstipendien in Rom und Paris. Publikationen (edition fink): Pour les Oiseaux (2005); Dort wo ich gestern hätte sein sollen. Ich bin heute hier (2010).

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