HOHENLEUBEN - REICHENFELS
Burgruine, Museum und Vogtländischer Altertumsforschender Verein zu Hohenleuben e.V.
Burgruine Reichenfels:
Abseits von Touristenrummel und verkehrsreichen Straßen gehört seit mehr als hundert Jahren die Burgruine Reichenfels mit dem dortigen Museum im thüringischen Vogtland zu einem beliebten Ausflugsziel. Keine großen historischen oder spektakulären Ereignisse sind mit ihrem Namen verbunden und doch gehört Reichenfels zu den Kleinoden Thüringer Geschichte. Wissenschaftler und Hobbyforscher sprechen mit Hochachtung und Naturforscher schwärmen von dieser Kulturstätte. Urlauber und Touristen, die einmal hier waren, zieht es wieder hierher zurück. Selten findet man einen Ort, an dem Landschaft und Natur, Geschichte und Denkmal, Bildung und Kultur mit Erholung und Entspannung eine solche untrennbare Einheit bilden. Von dem kleinen Städtchen Hohenleuben führt eine uralte Kastanienallee (seit 1770) zum Schloßberg mit seinen romantischen Burgresten. Obwohl Reichenfels erstmals 1356 im Besitz der Vögte von Gera erwähnt wird, entstand die Burg aber wahrscheinlich in der Zeit des Landausbaus durch die Vögte von Weida im 12. Jahrhundert. Seit dem 15. Jh. war sie dann im Besitz verschiedener Familien vogtländischen Uradels, die für die Vögte und später für die Herren Reuß als Amtmänner über das kleine Verwaltungsgebiet der "Pflege Reichenfels" eingesetzt waren. Seit dem 18. Jh. verfiel die Burg; aber auch die Idee des kunstsinnigen Fürsten Heinrich XLIII. Reuß/Köstritz, die Burg nach 1800 wieder aufzubauen und ihre Umgebung zu einem englischen Landschaftspark zu gestalten, ließ sich nicht verwirklichen. So sind heute die Reste der Burganlage und des Parks, wie das Burgtor, ein sagenumwobenes Sandsteinkreuz (auch "Heiliges Kreuz") und ein klassizistisches Sandsteintor beliebte Fotomotive. Von der Aussichtsplattform der Ruine aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die umliegende thüringisch-vogtländische Schiefergebirgslandschaft. Innerhalb der Burgmauern gibt es ein "Zaubergärtlein", indem heimische Pflanzen wachsen, die im Leben der Menschen schon immer in enger Verbindung stehen zu deren Brauchtum und Aberglauben und auch oft in der Sage eine Rolle spielen.
Um die Burganlage herum verlaufen zahlreiche Spazierwege durch den früheren Landschaftspark und es lassen sich ausgedehnte Wanderungen in die Umgebung unternehmen, so z.B. zur Schloßmühle und zum Ritterhof, über Dörtendorf, dem Geburtsort des Bauernsgenerals Georg Kresse, zur Barockkirche nach Döhlen und über die letzte gedeckte Holzbrücke über die Weida. Zurück dann durchs Weidatal vorbei an der mittelalterlichen Kemenate der früheren Schmeißersmühle den alten Müllerburschensteig entlang. Viele weitere Möglichkeiten gibt es. Auch die Stadt Hohenleuben mit ihrer klassizistischen Kirche und der darin befindlichen Gruft der Fürsten Reuß/Köstritz und dem im Stil eines mittelalterlichen Wehrturmes erbauten Wasserturm ist einen Rundgang wert.
Das Museum Reichenfels und Vogtländischer Altertumsforschender Verein:
Im unteren großen Burghof der Anlage befindet sich das Museum Reichenfels, das von einem der ältesten deutschen Geschichtsvereine, dem 1825 gegründeten "Vogtländischen Altertumsforschenden Verein zu Hohenleuben", errichtet wurde und auch heute noch dessen umfangreiche und wertvolle Sammlungen zeigt. Der Verein nahm nach der gesellschaftlichen Wende am 16. April 1990 seine Arbeit wieder auf. Nur wenige Besucher wissen, daß sie hier das älteste thüringer, wahrscheinlich sogar älteste deutsche, Heimatmuseum finden. Die Geschichte des Vereins und des Museums sind eng miteinander verbunden. Das bedeutsame ist, daß hier nun fast 175 Jahre hinweg eine unverfälschte, durch keine Kriegsereignisse und politischen Verhältnisse gestörte heimatgeschichtliche und heimatkundliche Sammlung eines Geschichtsvereins vorliegt, wie sie nirgends sonst so mehr zu finden ist. Von hier aus nahm die Heimatgeschichtsforschung einer ganzen Region ihren Ausgang, hier wirkten bekannte Forscher und Wissenschaftler wie der Arzt und Anthropologe Rudolf Virchow, Ludwig Bechstein, Conrad Duden, Robert Eisel, Alfred Auerbach u.a. Neben der Ausstellung zur Geschichte und dem Wirken des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins und des Museums Reichenfels sind die wissenschaftliche Bibliothek (ca. 35 000 Bände) und das Vereinsarchiv auch heute noch für die Wissenschaft und Forschung von großer Bedeutung. Vieles ist noch unerforscht und nicht ausgewertet. Informieren kann man sich in den Ausstellungen im Museum neben o.g. auch über die Geschichte der Burg Reichenfels, die Geschichte der Stadt und des Schlosses Hohenleuben , das Handwerk von Hohenleuben: Handweberei, Zigarrenherstellung, Schuhproduktion, über Leben und Wirken des legendären Bauerngenerals Georg Kresse und über Gesteine und Minerale sowie Tiere unserer Heimat.
Höhepunkte:
1. wechselnde Sonderausstellungen : ab 03. 12.1999 bis März 2000 "125 Jahre Gartenzwerge aus Gräfenroda/Thür. - die echten mit der roten Zipfelmütze"
2. am 05. Februar 2000 Eröffnung der großen neugestalteten ständigen Ausstellung zu Geschichte und Wirken des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins und des Museums Reichenfels - Eröffnung der Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr 175 Jahre Verein und Museum sowie 50 Jahre Museum im Haus Reichenfels la