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Museum im Wasserwerk


Müggelseedamm 307
12587 Berlin
Tel.: 030 86 44 76 95
Homepage

Öffnungszeiten:

Fr, Sa 10.00-18.00 Uhr
So 10.00-16.00 Uhr

Speichern, Filtern und Versickern - Neue Wege für das Regenwasser

22.03.2006 - 30.11.2009
Regenwasser ist ein kostbares Gut, denn die Grundwasserreserven Berlins werden durch versickerndes Regenwasser aufgefüllt. In Ballungsräumen wie Berlin, ist ein schonender und nachhaltiger Umgang mit den Wasserressourcen lebenswichtig, da gerade hier die Grundwasserneubildung durch den hohen Versiegelungsgrad in der Stadt beeinträchtigt wird. Die aktuelle Sonderausstellung des Museums widmet sich dem Thema des neuen Umgangs mit Regenwasser und der strategischen Neuorientierung auf diesem Gebiet. Es ist heute weitläufig ein noch unbekanntes aber zukunftweisendes Thema. Während Schmutzwasser durch die Optimierung der Kläranlagen der Berliner Wasserbetriebe hochwertig geklärt wird - der Phosphoreintrag in die Berliner Gewässer wurde in den letzten 15 Jahren um mehr als 80 Prozent reduziert, der von Ammoniumstickstoff sogar fast völlig - muss in den nächsten Jahren das Hauptaugenmerk auf die nachhaltige Behandlung von Regenwasser gerichtet werden. Denn durch direktes Einschwämmen von Straßenschmutz aus der Mischkanalisation bzw. durch überlaufende Mischkanäle bei Wolkenbrüchen gelangen heute mehr Nähr- und Schadstoffe in die Berliner Flüsse als aus den Abläufen der Klärwerke. Lange Zeit lag der Schwerpunkt auf das Abführen und Reinigen des Regenwassers in den Klärwerken. In den letzten Jahren wurden neue Technologien zur Versickerung des Regenwassers entwickelt und entsprechende Anlagen gebaut. Sie werden wesentlich dazu beitragen, das Regenwasser von stark verschmutzten Straßen in Regenklärbecken und Bodenfiltern von Schadstoffen zu befreien, bevor es in die Berliner Gewässer fließt. Seit 1990 haben die Berliner Wasserbetriebe rund 70 Millionen € investiert, um in Misch- und Trennsystemen zusätzliche Regenwasserbehandlungsanlagen zur Entlastung der Gewässer zu installieren. Dazu gehören unter anderem Mulden-Rigolen-Systeme, Sicker-, Speicher- oder Klärbecken, Bodenfilter, Gründächer, Computer-Gesteuerte Wehre in Kanälen und schwimmende Speicherinseln für Mischwasser. Diese Anlagen, die entweder schon existieren wie z.B. auf dem Wista-Gelände in Adlershof und am Biesdorfer Baggersee oder in den nächsten Jahren gebaut werden, kann der Besucher im Modell, im Foto oder als Grafik mit den entsprechenden Informationen wieder finden. Die Ableitung und Reinigung des Regenwassers von öffentlichen Straßen und Plätzen ist, anders als die Trinkwasserversorgung, eine Aufgabe des Landes Berlin, das damit im Rahmen seiner Möglichkeiten die Berliner Wasserbetriebe beauftragt hat. Ziel aller Projekte ist das Erreichen der Gewässergüteklasse 2 im Spree-Havel-Flusssystem. Nur der Tegeler See genügt bisher mit seinem Gewässerzustand dieser guten Badewasserqualität.

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