Kunstverein für die Rheinlande u. Westfalen
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Kunstverein für die Rheinlande u. Westfalen

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Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211 327023
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Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-18.00 Uhr

DIE KUNST DER TÜRKEN. Modernisierung als Fiktion

22.08.2015 - 08.11.2015

Die Frage, was Kunst eigentlich ist, hängt untrennbar mit der Frage zusammen, wem sie gehört. Gleichwohl ist es alles andere als leicht, die Eigentumsverhältnisse der Kunst zu klären. Und es nimmt kaum Wunder, wenn sie von verschiedensten Seiten, von Staat und Kapital, Religion und Aufklärung, von den für die Kunst geschaffenen und durch sie hervorgebrachten Institutionen, von ihren Kennern und den sprichwörtlichen ‚Menschen’, an die sie sich in ihrer angeblichen Allgemeinheit richtet und für die sie überall und jederzeit voraussetzungslos zugänglich sein soll, beansprucht wird. Beansprucht wird sie – gerade in der Praxis – zuerst einmal von den Künstlerinnen und Künstlern selbst. Denn niemand ‚hätte’ die Kunst so ohne weiteres und könnte frei darüber verfügen. Je selbstbewusster die Ansprüche auf die Kunst vorgebracht werden und je absoluter sie durchgesetzt werden wollen, desto strittiger wird sie und ist desto weniger zu haben.
Eine Kunst der Türken kann es ebenso wenig geben, wie die Kunst der Deutschen, des Vatikan, der Sheikha Hoor Al-Qasimi oder eine Kunst der kritischen Praxis. Die Kunst der Türken kann somit nur – aber eben immerhin – eine Fiktion sein.
Die von Manuel Graf und Hans-Jürgen Hafner kuratierte Ausstellung Die Kunst der Türken stellt eine Fiktion her. Die Ausstellung imaginiert anhand von eigens dafür konzipierten künstlerischen Beiträgen, historischen und aktuellen Kunstwerken, Publikationen und Dokumenten, Vorträgen und Talks aus der Perspektive von heute eine moderne Kunst der Türken. Die Kunst der Türken ist der Entwurf einer hypothetischen Staatskunst, so wie sie gleichzeitig die Sammlung von konkreten, historischen und gegenwärtigen künstlerischen Ausdrucksformen, von subjektiven Ansprüchen an die Kunst ist. Die Kunst der Türken stellt einen Konvergenzpunkt zwischen den unterschiedlichsten Beanspruchungen der Kunst her, der gleichzeitig die Unmöglichkeit einer solchen Konvergenz zeigt.

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