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Kunsthalle "Harry Graf Kessler"


Goetheplatz 9b
99423 Weimar
Tel.: 03643 499 519
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Öffnungszeiten:

Di-So 10.00-17.00 Uhr

Sascha Schneider: Ideenmaler & Körperbildner

28.03.2013 - 21.07.2013

Rudolph Karl Alexander, gen. Sascha, Schneider (1870 St. Petersburg - 1927 Swinemünde), gilt als eine schillernde Figur der deutschen Kunst- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Sein Werk, das gattungsübergreifend Malerei, Bildhauerei und Grafik, aber auch theoretisierende programmatische Ausführungen umfasst, ist gemeinhin dem Symbolismus zuzurechnen. Es weist aber auch neo-klassizistische Anklänge auf. Der Künstler entwickelte zunächst einen komplexen und individuell verrätselten Kosmos, wofür er auf die germanische wie griechische Mythologie und biblische Geschichten zurückgriff. Als langjähriger Freund des Schriftstellers Karl May gestaltete Schneider zudem etliche Buchcover für dessen Abenteurerromane. Ferner sind einige Plastiken des Künstlers überliefert, die seine Idealvorstellungen und homoerotischen Phantasien vom physisch kraftvollen, schönen jungen Mann versinnbildlichen.
Das Stadtmuseum Weimar möchte erstmals das umfangreiche und vielseitige Werk Sascha Schneiders in einer besonderen Schau präsentieren. Das von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Silke Opitz für die Kunsthalle am Goetheplatz entwickelte Ausstellungskonzept sieht vor, einerseits die hier bereits 1904/05 gezeigte, historische Einzelausstellung des Künstlers und andererseits das von ihm ab 1919 in Dresden betriebene „Kraft-Kunst-Institut“ weitmöglich zu rekonstruieren. So wird jener Stilwechsel im Schaffen Schneiders von der Ideenmalerei hin zur Körperbildnerei reflektiert. Dieser manifestierte sich während seiner Weimarer Zeit als Professor an der Großherzoglichen Kunstschule von 1904 bis 1908. Schneider beschränkte sich als Bildhauer nicht nur auf das Modellieren nach dem meist männlichen Körper. Der Künstler wollte den Menschen selbst mittels gymnastischer Übungen sowie Kraftsport formen und bilden, womit er dem Zeitgeist von Lebensreform und Körperkultur folgte.
In der Weimarer Kunsthalle werden Werke aller Gattungen und Schaffensperioden Schneiders präsentiert, die sein gesamtes Œuvre unter dem Aspekt der für ihn so essentiellen wie existenziellen Körperbildnerei widerspiegeln. Dabei können auch einige bisher unbekannte Arbeiten aus Privatbesitz erstmals gezeigt werden.

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