Am Sonntag, dem 29. Juni 2014, um 14 Uhr, wird im Kloster Bredelar (Sauerland) eine Skulpturenausstellung eröffnet mit Kunstwerken von 19 deutschen und niederländischen Bildhauern unter dem Thema: "Unter dem Schutz der Haut hat die Zukunft bereits begonnen". Sie bezieht sich sowohl auf die Geschichte als auch auf die Zukunft des Klosters. Auch das Kloster ist wie eine Haut. Eine Haut die beschützt und umhüllt. Die diesjährige Ausstellung gilt als Auftakt. Ab Sommer 2015 wird alle zwei Jahre eine Skulpturbiennale, "Skulptur Bredelar", mit Arbeiten von zeitgenössischen deutschen und niederländischen Bildhauern im Kloster Bredelar präsentiert.
Bei einer Skulptur spielt die Oberfläche immer eine wichtige Rolle, sie ist wie eine Haut, die etwas Unsichtbares verhüllt. In den ausgestellten Werken wird die Haut oder die der Haut analoge Umhüllung in den vielfältigsten Formen dargestellt: von der buchstäblich federleichten Arbeit "Flüsterfänger" der Niederländerin Corrie van de Vendel über die monumentale Holzarbeit "Die große Braut" vom Berliner Bildhauer Klaus Hack, welche durch das Durchbohren der Oberfläche einen Hauch von Leichtigkeit erlangt, bis hin zu dem stämmigen weiblichen Torso aus Bronze von Antje Otto aus dem Sauerland.
Es gibt Skulpturen, deren Wirkung man sich nicht entziehen kann. Wie bei dem vom Schmerz gezeichneten Körper der "Magd-Märtyrerin" von Elisabet Stientra oder der Arbeit Robin Kollemans, der den Körper von innen nach außen gekehrt hat. "Petrified Nike" von Karin Arink verweist zwar auf die berühmte Nike von Samothrake aus dem Louvre. Diese Nike ist aber alles andere als unbesiegbar. Die auf den ersten Blick heitere Skulptur "Vater mit Kind" von Paul de Reus löst bei näherer Betrachtung Unbehagen aus. Das charmante Kleid aus Plastikfolie van Gabriele Landfried wird nie von einer Frau getragen werden: Die Kabelbinder, die das Objekt zusammenhalten, würden sich anfühlen wie scharfe Dornen. Die Ausstellung zeigt, mit welchen unterschiedlichen künstlerischen Methoden und Materialien man sich diesem spannenden Thema annähern kann.