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Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte


Am Neuen Markt 9, Kutschstall
14467 Potsdam
Tel.: 0331 620 85 50
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-Do 10.00-17.00 Uhr
Fr 10.00-19.00 Uhr
Sa, So 10.00-18.00 Uhr

Valeska Gert: Ein bewegtes Leben in Tanz, Film und Kabarett

20.04.2011 - 13.06.2011
Valeska Gert (1892-1978) zählt neben Mary Wigman zu den wichtigsten Vertreterinnen des avantgardistischen Tanzes in den 1920er-Jahren. Darüber hinaus war sie ein gefragter Stummfilmstar und später auch Darstellerin unter der Regie von Filmgrößen wie Federico Fellini, Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff. Als Tochter einer jüdischen Familie musste sie Anfang der 1930er-Jahre Deutschland verlassen. Sie emigrierte zunächst nach England und anschließend in die USA, wo sie jedoch nicht an ihre Erfolge anknüpfen konnte. 1947 kehrte sie nach Europa zurück und eröffnete zunächst in Zürich, anschließend in Berlin ein Kabarett, in dem sie dem jungen Klaus Kinski ein Forum bot. Sie selbst schlüpfte u.a. in die Rolle der KZ-Kommandeuse Ilse Koch, jene für ihre Grausamkeit bekannte und 1949 verurteilte Frau des Lagerkommandanten des KZ Buchenwald. 1951 eröffnete sie den bis heute legendären "Ziegenstall" auf Sylt, ein Nachtlokal, in dem die Kellner (u.a. Klaus Kinski) nicht allein für das leibliche Wohl, sondern auch für eine amüsant-geistreiche Unterhaltung der Gäste sorgten. In den 1960er-Jahren stand sie dann wieder vor der Kamera und spielte u. a. in Fassbinders Serie "Acht Stunden sind kein Tag" oder Schlöndorffs "Fangschuß". Ihre gelebte Verbindung von Tanz, Schauspiel, Gesang und Kostüm beeinflusste nicht allein unzählige ihrer Zeitgenossen, sondern lebt auch nach ihrem Tod fort. Die Ausstellung zeigt die Strahlkraft von Valeska Gert in Fotografien u.a. von Suse Byk, Lotte Jacobi, Willy Maywald, Ulrike Ottinger und Herbert Tobias sowie in Collagen, Grafiken, Porträts und Skulpturen von Clemens Bautz-Zukanovic, Charlotte Berend, Christian Hinrich Claussen, László Moholy-Nagy, Wolfgang Müller, Birgit Rautenberg-Sturm und anderen sowie in Schrift- und zum Teil erstmals hörbaren Tondokumenten.

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