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Haus am Lützowplatz, Foto: Marcus Schneider, Berlin
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Haus am Lützowplatz

Haus am Lützowplatz, Foto: Marcus Schneider, Berlin
Haus am Lützowplatz, Foto: Marcus Schneider, Berlin
Haus am Lützowplatz, Foto: Marcus Schneider, Berlin
Haus am Lützowplatz, Foto: Marcus Schneider, Berlin

Lützowplatz 9
10785 Berlin
Tel.: 030 261 38 05
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-18.00 Uhr

Money Works Part 2

30.08.2014 - 12.10.2014

Die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bedeutung des Geldes ist in den vergangenen Jahren ein sehr präsentes Thema in der Kunst geworden. Die »Geldkunst« (Money Works) entwickelte sich seit den 1960er Jahren mit Arbeiten wie dem mit Dollarscheinen beklebten Totenschädel von Robert Morris („Untitled“, 1963/64), den beschrifteten Geldscheinen von Joseph Beuys oder Andy Warhols Bildern mit Dollarzeichen. Heute prägen Finanzkrisen, kaum nachvollziehbare Höchstpreise auf dem Kunstmarkt oder persönliche Erfahrungen ein künstlerisches Spektrum, das in zahlreichen Ausstellungen behandelt wird. Dazu gehören »The End of Money« im Witte de With Center for Contemporary Art (2011), »Sex, Money and Power« in der Maison Particulière in Brüssel (2013), »Money after Money« in Tokio (2013), »Time/Bank« von Julieta Aranda & Anton Vidokle im e-flux Pavillon der documenta 13 (2012) oder auch die »Danae«-Installation von Vadim Zakharov im russischen Pavillon auf der Venedig Biennale (2013). Die Online-Ausstellung www.mon3y.us (seit 2013) bildet mit über 250 Arbeiten das Thema in der breiten Reflektion einer jungen Künstlergeneration ab. Die Ausstellung »MONEY WORKS PART 2« in der Studiogalerie des Haus am Lützowplatz vereint nun aktuelle Arbeiten von internationalen Künstlern verschiedener Disziplinen, die sich mit dem Thema Geld auseinandersetzen.
Mit ihrer Arbeit „BUY NOW“ (2013) rekurriert Katharina Arndt auf die rund um die Uhr verfügbare Internet-Konsumwelt, deren Sonderangebote allerdings nur eine sehr kurze Haltbarkeit aufzuweisen und mit dem nächsten Klick wieder verschwunden sind. In Arndts Werk werden digitale Elemente übergroß in analog-materielle überführt und damit quasi in einer physischen Greifbarkeit verewigt. Durch das Material und die Arbeitsleistung der Künstlerin wird die virtuelle Konsumwelt veredelt und gleichsam kitschig ironisiert. Aus der typischen virtuellen Buy-Now- Button-Ästhetik formt Arndt ein glitzerndes Kunstwerk, dessen einziger Inhalt nur auf das sofortige Kaufen abzielt. Ebenso reflektiert die Künstlerin mit dieser Arbeit die Einkaufsmentalität auf dem Kunstmarkt, die sich weniger nach Inhalten als nach Namen and Hypes zu richten scheint.
Die Künstlerin Alexandra Baumgartner beschäftigt sich in ihren Arbeiten oftmals mit menschlichen Abgründen. Für die Ausstellung schuf sie nun ein Werk, die sich auf die dunkle Seite der Geldbeschaffung bezieht. Sie zeigt mit „no one is innocent“ (2014) eine Räubermaske auf einem spiegelnden Hintergrund, der das Abbild des Betrachters wiedergibt. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Song der Sex Pistols, den sie 1978 mit dem legendären Räuber Ronald Biggs aufnahmen.
Die Serie „File_mon“ von César Escudero Andaluz besteht aus einer Reihe von Screenshots seines eigenen Computer-Bildschirms. Als Schreibtischhintergrund setzt er gefundene Bilder aus dem Internet ein. Es handelt sich dabei meist um bekannte, in unserem kulturellen Gedächtnis verankerte Bildwelten. Mithilfe einer auf dem virtuellen Schreibtisch angelegten Ordnerstruktur verdeckt Escudero allerdings die Bildelemente, die den essentiellen Beitrag zur Kernaussage leisten. Die Arbeit „Captura de pantalla 2013-04-08 a las 16.59.05.jpg“ (2013) zeigt das Gemälde „Der Geldwechsler und seine Frau“ (1539) von Marinus von Roymerswaele als Schreibtischhintergrund, wobei die Münzen von den Ordnern und Icons verdeckt werden.
In „Das Treibwerk“ (2013) transformiert die Künstlerin Alicja Kwade Euromünzen in Zahnräder, die horizontal aufgereiht und ineinander verzahnt auf Papier montiert sind. Sie erinnern an ein aufgedröseltes Triebwerk einer mechanischen Uhr. Das Wortspiel des Titels weist darauf hin, dass Geld nicht (mehr) Antrieb im positiven Sinne darstellt, sondern zu einem System geworden ist, von dem die Menschheit getrieben und gejagt wird.
Philipp Valenta hinterfragt mit seinen Arbeiten das Verhältnis von Geld, Wertschöpfung und Wertverfall. In der Arbeit „The absurdity of certain hypes lacking concept“ (2014), hat der Künstler mit Frottage-Technik Münzen auf Papier übertragen. Er rekurriert damit auf die Dot-Paintings von Damien Hirst und kritisiert die Hypes, Höchstpreise und Abstürze auf dem Kunstmarkt, die auch mit der Geschichte von Hirsts „For the Love of God“ (2007) verbunden sind.

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