1753 werden Glockenblumen zum ersten Mal in Carl von Linnés Enzyklopädie „Species Plantarum“ beschrieben. Sie sind die größte Pflanzengattung in der Familie der Glockenblumengewächse. Ihre Blütenkronblätter bilden die typische Glockenform in den vorherrschenden Farbtönen Blau, Lila oder Weiß. Die meisten Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die auf Wiesen, an Wald- und Wegrändern sowie an felsigen Standorten blühen. Einige Arten sind ausschließlich in den europäischen Hochgebirgen zu finden. 2001 kürte der Bund deutscher Staudengärtner die Glockenblume zur „Staude des Jahres“.
Die Ausstellung vermittelt allerlei Wissenswertes „rund um die Glockenblume“: So wird in der traditionellen chinesischen Medizin die Chinesische Glockenblume als entzündungshemmendes Mittel bei Infektionen der Atemwege angewendet. Die Blütenblätter und Wurzeln der Campanula rapunculus (Rapunzeln) standen im Mittelalter als Salat und Gemüse auf dem Speiseplan. Davon berichten die Gebrüder Grimm im Märchen „Rapunzel“. Glockenblumen inspirierten auch andere Erzähler zu Reimen und Gedichten, die nicht selten vertont wurden. Glockenblumen sind beliebte Motive in der Fotografie und in der Malerei. Feen und Elfen werden häufig mit Glockenblüten behütet dargestellt. Glockenblumen in textilen Musterentwürfen, Glockenblumen auf Glocken, als Kunstblumen, in Liebig-Sammelbildern und auf alten Postkarten ergänzen diese Themen.