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gibus.bordeaux

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Werbung: gibus.bordeaux
'Erleben Sie die minimalistische und kathartische Kunst von Gibus. Jede Skulptur erzählt eine Geschichte.

Denkmalschmiede Höfgen - Schiffmühle und Jutta Park


Zur Schiffsmühle 1
04668 Grimma
Tel.: 03437 9877 0
Homepage

Öffnungszeiten:

Schiffmühle: Apr-Okt:
Di-So 10.00-13.00 Uhr
u. 14.00-17.00 Uhr
Jutta Park: tgl. 9.00-20.00 Uhr
Die Schiffmühle als Sonderform der wassergetriebenen Mühlen starb Ende des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa aus. In Höfgen fand sich eine Gruppe von Interessierten und Experten, die das in Vergessenheit geratene Prinzip dieser Mühlentechnologie aufgegriffen und zu einem modernen agrartechnischen Bewässerungssystem umnutzten.
Seit 1992 wird die Schiffmühle für die Versorgung der historischen Wasseranlagen im Jutta-Park genutzt.
Der romantische Landschaftspark liegt – oberhalb des Schiffmühlhafens und steil aufragender Porphyrfelsen – unweit des Muldenufers. Jutta Ida Gleisberg, die den Park um 1900 anlegen ließ, war eine kunstsinnige und vermögende Frau. Bereits in der Planungsphase des Landschaftsparks legte sie großen Wert auf eine sensible Einbindung kulturhistorischer Bezüge und natürlicher Gegebenheiten nach den großen Vorbildern englischer Landschaftsparks und italienischer Gärten.
Eine Hauptsichtachse ist vom Aussichtsturm über Kastanienallee und Rondell bis zum Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen gerichtet, das sich umittelbar gegenüber auf der anderen Flussseite befindet und mit der handbetriebenen Personenfähre erreicht werden kann.
Die große Anzahl engagierter Bürger, die seit 1990 die Rekonstruktion der Parkanlage unterstützt, arbeitet auch heute intensiv daran, schrittweise die Anziehungskraft
und Ausstrahlung dieses Landschaftsparkes wiederherzustellen. Das Parkgelände inspiriert nicht nur Bildhauer dazu, ihre Werke im Schatten uralter Bäume zu präsentieren, auch im Bereich experimenteller Installations- und Klangkunst wirkende Künstler nutzen zeitweilig diesen natürlichen Rahmen als unkonventionelles Ausstellungs- und Veranstaltungsterrain.
Eine Hauptsichtachse des Parkes verbindet den Aussichtsturm über die Kastanienallee mit dem Rondell. Das Rondell war ein Platz der Kontemplation und Reflexion. Nach einem ausgeklügelten Plan gestaltete die Baumeisterin diesen kreisrunden Platz so, dass ein durch den Mittelpunkt laufender Besucher ein merkwürdiges Echo hören konnte, wenn er in Richtung Aussichtsturm gerichtet sprach oder sang. Bei der Rekonstruktion des Platzes wurde großer Wert auf die Wiederherstellung dieses Phänomens gelegt.
Nach der umfangreichen Rekonstruktion des Aussichtsturmes wurde darin eine elektroakustische Dauerinstallation des Klangkünstlers Erwin Stache mit dem Titel: "Tür zu, es rauscht" realisiert.
Wasseranlagen Bereits um die Jahrhundertwende wurde mittels einer Turbine das Flusswasser der Mulde in einen Wasserkreislauf des Jutta-Parkes eingespeist. Es diente zur Bewässerung der Parkkulturen und der Speisung des Parkspringbrunnens. Das Wasser wurde zu diesem Zweck in einem unterirdischen System bis auf 50 m geodätische Höhe in die im Keller des Aussichtsturmes integrierte Zisterne gepumpt. Von dort aus erfolgte die Weiterverteilung im Park. Das gesamte System wurde in den Jahren 1991/92 saniert. Seit 1993 versorgt die Schiffmühle diese Wasseranlagen.
Seit 1996 wird der Landschaftspark mit seinen vorzüglichen örtlichen und technischen Voraussetzungen als Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen, u.a. für das Internationale Musikfestival Höfgen-Kaditzsch "Was hören wir?" genutzt.

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