c/o Berlin, (Foto: David von Becker)
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Bruce Davidson: Subway

17.03.2012 - 20.05.2012
"When you are in the Subway, what is beautiful appears bestial, and what is bestial appears beautiful." Bruce Davidson New York, Anfang der 1980er Jahre. Düsterer Großstadtmoloch zwischen Hedonismus und Abgrund. Die Subway in ihrem marodem Zustand ist ein gefährliches Pflaster. Tunnelfeuer, Überfälle, Mord und Drogenhandel sind an der Tagesordnung; überfüllte Waggons, häufige Verspätungen, Graffiti und Schmutz überall. Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Höllentrip. Der Fotograf Bruce Davidson steigt ein, begibt sich mitten in das rasende, ratternde Treiben der Stadt und porträtiert die Fahrgäste zwischen Uniformität und Vielfalt, Anonymität und Intimität, Depression und Inspiration. Ob Liebespaare, Musiker, Obdachlose, Touristen oder Geschäftsleute - in der Subway und ihren Passagieren findet er die perfekte Metapher für das Leben in der Metropole mit ihrer Aggression und Hässlichkeit, mit ihrer Hoffnung und Menschlichkeit. Demokratisch und radikal öffentlich - die Subway bietet Bruce Davidson das ideale Setting für seine langjährige, urbane Reportage. In diesem rollenden Gefängnis ist jeder für jeden sichtbar. Auf diese exponierte Situation reagieren die Fahrgäste höchst unterschiedlich. Während sich einige ängstlich in der Masse verstecken und wegducken, posieren andere ungeniert und nutzen Waggons und Bahnsteige als Bühne für ihre Selbstdarstellung. Auch wenn Bruce Davidson nicht aus dem Verborgenen heraus fotografiert und meist respektvoll um Erlaubnis bittet, ist nichts in seinen Bildern gestellt, jede Situation ist authentisch. Der Fotograf ist dabei immer Fahrgast, Beobachter der Szenerie - und Jäger nach dem "entscheidenden Moment". Dadurch entsteht eine einzigartige Spannung in seinen Bildern - die Porträtierten erscheinen selbst in dieser inhumanen, rauen Welt voll menschlicher Würde. Bruce Davidson beginnt sein Subway-Projekt in Schwarz/Weiß, wechselt jedoch schnell zur Farbfotografie, um die Mischung aus dunklen Schatten, glänzender Haut und sterilem Neonlicht optimal einzufangen. Meisterhaft fängt er die harten Kontraste ein und spielt gekonnt mit Hell-Dunkel-Effekten. Die saturierten Farben in seinen Bildern sind das Ergebnis vom Einsatz des Blitzes. Mit dem Aufblitzen seiner Kamera lockt Bruce Davidson die Menschen bewusst aus der Reserve und tritt so mit ihnen in einen kurzen Dialog. Mit seiner speziellen Art der Straßenfotografie transformiert Bruce Davidson die dunkle und unpersönliche Realität in eine farbige Welt voller Emotion und Energie. C/O Berlin präsentiert erstmalig in Berlin eine Auswahl von 47 Dye-Transfers aus der Subway-Serie von Bruce Davidson. Die Werke sind Leihgaben aus der Sammlung von Susan Steinhauser und Daniel Greenberg, Los Angeles. Die Ausstellung wurde von der Aperture Foundation, New York, und mit der Unterstützung der Howard Greenberg Gallery, New York, der Rose Gallery, Los Angeles sowie von Michael und Jane Wilson organisiert. 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung wurde der Katalog zur Ausstellung 2011 vom Steidl Verlag und von Aperture neu aufgelegt. Bruce Davidson, 1933 in Oak Park in den USA geboren, begann schon als Jugendlicher zu fotografieren und studierte Kunst am Rochester Institute of Technology und an der Yale University - unter anderem bei Josef Albers. Während seines Militärdienstes in der Nähe von Paris lernte er 1957 Henri Cartier-Bresson, einen der Gründer der renommierten Agentur MAGNUM Photos, kennen. Im Anschluss arbeitete er als Fotograf für das LIFE Magazin, das seine ersten Serien publizierte. 1958 wurde Bruce Davidson Mitglied bei MAGNUM Photos. In zahlreichen fotografischen Projekten dokumentiert er vor allem Menschen in ihrem urbanen Kontext - 1959 Mitglieder einer Gang in Brooklyn, von 1961 bis 1965 Bürgerrechtler, von 1966 bis 1968 Bewohner eines der heruntergekommenen Wohnblocks in East Harlem, 1980 Passagiere der New Yorker Subway und von 1992 bis 1995 den Central Park und seine Nutzer. Bruce Davidsons Werk wurde weltweit in zahlreichen Institutionen und Museen ausgestellt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, Smithsonian Museum of American Art in Washington, International Center of Photography in New York, Maison Européenne de la Photographie in Paris und in der Tate Modern in London. Er hat zwei Stipendien der Stiftung "National Endowment for the Arts" und ein Guggenheim-Stipendium erhalten und wurde 2004 mit dem Lucie Award für "Outstanding Achievement in Documentary Photography" sowie 2007 einem "Gold Medal Lifetime Achievement Award" des National Arts Club ausgezeichnet. Bruce Davidson lebt und arbeitet in New York City.

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