Bonner Kunstverein, Foto: Michael Sondermann
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Bonner Kunstverein

Bonner Kunstverein, Foto: Michael Sondermann
Bonner Kunstverein, Foto: Michael Sondermann

Hochstadenring 22
53119 Bonn
Tel.: 0228 69 39 36
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Öffnungszeiten:

Di-So 11.00-17.00 Uhr
Do 11.00-19.00 Uhr

Freunden für immer/Zeichnungen und andere Medien heute

27.10.2007 - 06.01.2008
CARSTEN FOCK, SVENJA KREH, ANNA LING, BERND RIBBECK, DENNIS SCHOLL, CHRISTIAN SCHWARZWALD Kurator: Stephan Strsembski Die Ausstellung FREUNDE FÜR IMMER versammelt junge künstlerische Positionen, die sich zwischen den Polen Zeichnung und Malerei bzw. Architektur/Installation bewegen. In Zeiten, da eine mediale Diskriminierung von Kunst theoretisch überholt scheint, andererseits aber öffentlicher Geschmack und besonders der diesen partiell abbildende Kunstmarkt eine neue Restriktion auf bestimmte Medien zu fordern scheint (z.B. im aktuell wahrnehmbaren Malereiboom), untersucht der Bonner Kunstverein die Grenzen der Gattungen auf Durchlässigkeit und Potenzial zu neuer Amalgamierung. FREUNDE FÜR IMMER zeigt Künstlerinnen und Künstler, für deren Werke die Zeichnung als 'Leitmedium' steht, die aber gleichzeitig in ihrer Arbeit die Grenzen anderer künstlerischer Medien, vor allem der Malerei, programmatisch überschreiten. Neben der Verwandtschaft zur Malerei zeigt die Ausstellung FREUNDE FÜR IMMER auch auf dem Feld der raumbezogenen Installation Stärken der Zeichnung. Außer der gemeinsamen und neuartigen Behandlung des Themas Zeichnung durch die teilnehmenden Künstler verfolgt die Ausstellung FREUNDE FÜR IMMER keine inhaltlichen Vorgaben. Ohne das Korsett einer im engeren Sinn themenbezogenen Ausstellung stehen die Positionen der Künstler autonom zusammen. Die „Freunde“, welche der Titel der Ausstellung benennt, sind dabei nicht die teilnehmenden Künstler, sondern die verwendeten und verwandten Medien, die sich gegenseitig stützen und zusammen mehr ergeben als die Summe ihrer Teile. Die Zeichnungen von CARSTEN FOCK (* 1968, lebt in Berlin) tragen die Beschäftigung mit und die Liebe zur Malerei in sich. Mit zeichnerischen Vokabeln formuliert Fock eine kunsthistorisch geschulte Malereierzählung, die sich aus Vorbildern des Abstrakten Expressionismus, der Neuen Figuration, aus Werbung und Mode speist. SVENJA KREH (* 1968 Stuttgart, lebt in Berlin) ist kaum als Malerin oder Zeichnerin zu bezeichnen, sie ist beides zur gleichen Zeit. Ihre bis 2 x 4,5m großen Papierarbeiten zeigen Goldgründe, farbige und schwarze Tuschen, mit Pinsel und Feder aufgetragen. Die Sujets sind surrealistisch-assoziativer Natur, in der Komposition nähert sich KREH oft dem All Over der Abstrakten Expressionisten, das sich ja ebenfalls aus der surrealistischen Tradition herleitet. ANNA LING (* 1971 in Gothenburg/SE, lebt in Malmö/SE) verbindet in ihren neuesten Zeichnungsserien abstrakte Elemente wie regelmäßige Tuschestriche zu Anmutungen von architektonischen Räumen. Weder ganz konkret noch wirklich gegenständlich, bezeichnen ihre Blätter ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Bild und Abbild. BERND RIBBECK (* 1974 in Köln, lebt in Berlin) betreibt konkrete Malerei mit dezidiert zeichnerischen Mitteln. In seinen kleinen Formate, die nicht zuletzt an Ikonen modernistischer Abstraktion erinnern, kombinieren RIBBECK Lacke und andere Farben auf Holz oder Leinwand mit ungewohnten Materialien wie Kugelschreibern oder Markern. RIBBECK evoziert so einen Malereikosmos, dessen Gravität er mit zeichnerischen Mitteln gleichzeitig aufhebt. Die Zeichnungen von DENNIS SCHOLL (*1980 in Hünfeld, lebt in Hamburg) zeigen isolierte, phantastische Figuren, mit harten Strich präzise und eloquent geschildert. Seine gleichzeitig entstehenden Gemälde, oft kleiner als die Zeichnungen, verfolgen einen anderen Weg, verbinden erzählerische Motive mit explizit malerischen Fragestellungen. CHRISTIAN SCHWARZWALD (* 1971 in Salzburg/A, lebt in Berlin) erarbeitet Zeichnungen und Aquarelle, die in Ausstellungen zu raumgreifenden Wandbildern akkumuliert werden. Neben der Psychodynamik kombinierter Portraits beschäftigt ihn dabei immer auch die Verbindung von realem Raum und Bildraum und seine Werke erreichen in dieser Fragestellung eine Kompetenz, die sonst nur dem Medium Malerei zugetraut wird.

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