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Bielefelder Kunstverein


Welle 61
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Do,Fr 15.00-19.00 Uhr
Sa,So 12.00-19.00 Uhr
Mo, Mi n.V.

Sangdom Kim

08.04.2011 - 12.05.2011
The Monument« von Sangdon Kim (* 1973, lebt und arbeitet in Seoul) ist neben den Videoarbeiten »Mirror« und »The Truck Mixer« Teil eines Video-Triptychons, das wiederum Bestandteil der Installation »Rose Island« (2009) ist. Das Video-Triptychon wird mit Fotoserien und Skulpturen in einem lockeren Zusammenhang präsentiert. »Rose Island« ist ein bedrückendes psychologisches Portrait von Südkorea, welches die Symptome innerer Rastlosigkeit, sozialer Selbstkontrolle, zwischenmenschlicher Gewalt und Überwachung einfängt. Sie werden allesamt verstärkt durch den Bezug auf die wiederkehrenden kollektiven Traumata ökonomischen Zwangs, rücksichtsloser Normierung und der militärischer Bedrohung in der Region. Sangdom Kin zählt zu der der Gruppe von Künstlern, die nach den 1980er Jahren anfingen kritische Einblicke in Politik, Ökonomie und Geschichte mit Fragen des lokalen, alltäglichen unpolitischen Lebens zu verknüpfen. So wird Sangdon Kim vor allem als jemand wahrgenommen, der erfolgreich die visuelle Repräsentationen von Gegenständen der alltäglichen Realität, das mikroskopische Streben nach individuellen mentalen Symptomen und eine makroskopische Reflektionen nicht greifbarer sozialer Vertreter von Kontrolle und Gewalt in unterschiedlichen Formen (Fotografie, Video, Skulptur, Installation, Raumgestaltung) verbindet. In der Arbeit »The Monument« sehen wir Menschen, zumeist Männer mittleren Alters, die in einem Gedenkpark des Krieges in Korea umherwandern und vor einem großen Denkmal General McArthurs anhalten. Während sie auf das Denkmal hoch über ihren Köpfen starren, fangen die „Betrachter“ bewusst oder unbewusst an die Posen des Denkmals nachzuahmen. So sind Positionen zu sehen wie etwa das breitbeinige Stehen, gerade gerichtete Rücken, geschwellte Brust, Augen geradeaus, Arme abgewinkelt in die Taille gestemmt und letztendlich eine Hand in der Hosentasche genau wie der General. Eine Gesamtansicht auf das Denkmals zeichnet sich nicht ab während der Künstler das Verhalten der Menschen Person für Person aufspürt. Einen ruhigen Höhepunkt des Videos stellt ein mystisches Gemälde derselben Ikone dar, wie sie in der fernöstlichen religiös-volkstümlichen Mode verwendet wird und von einem lokalen Schamanen gezeichnet wurde. Das Bild des Denkmals und die Ikone des Gemäldes werden in einem rosafarbenen Trugbild überlappt, das den Konflikt und die Spannung in der seltsamen Hypnose von Individuen auflöst, welche in kolonialem Gedenken einerseits und postkolonialer Selbstbestimmung andererseits gefangen sind.

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