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Augustinermuseum


Augustinerplatz
79098 Freiburg im Breisgau
Tel.: 0761 201-2521
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 10.00-17.00 Uhr

Ahnenfiguren von den Molukken aus der Sammlung Georg Boehm

01.10.2008 - 31.10.2008
Auch im Oktober stellt das Augustinermuseum die Blickfangvitrine den ethnologischen Sammlungen des Adelhausermuseums zur Verfügung. Im Fokus stehen diesmal 16 holzgeschnitzte Ahnenfigürchen, hergestellt im 19. Jahrhundert von Bewohnern verschiedener kleiner Inseln der südlichen Molukken: Wetar, Romang, Leti, Moa und Damar. Hier wie auch in anderen Regionen Indonesiens spielt der Ahnenkult eine wichtige Rolle. Die stilisierten Hockerfiguren sind Hilfsmittel in der Kommunikation mit den Verstorbenen, man glaubte, der „Schatten“ des Verstorbenen, würde sie für einige Zeit „besetzen“ und erst später in das Dorf der Verstorbenen gehen. Die Objekte wurden von Prof. Dr. Georg Boehm anlässlich seiner geologischen Forschungsreise um die Welt in den Jahren 1900 und 1901 erworben. Der universell interessierte Georg Boehm (1854 – 1913) lehrte ab 1886 Geologie und Paläontologie in Freiburg. In den Jahren 1903 bis 1905 gab er ca. 300 Ethnographika, mit Schwerpunkt auf dem indonesischen Raum, überwiegend als Dauerleihgaben an das damalige Museum für Natur- und Völkerkunde. Erst 1992 wurden sie dem Museum geschenkt. Die Ehefrau Georg Boehms Ella und seine Tochter Dr. Gerda E. Boehm waren 1944 in Auschwitz ermordet worden. Zwei „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig vor dem ehemaligen Haus der Familie Boehm in der Schwaighofstraße zeugen heute vom Schicksal einer einst geachteten jüdischen Familie.

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