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vertretene Künstler

Finn Lafcadio OÂ’Hanlon

Finn Lafcadio OÂ’Hanlon: History puts a saint in every dream

26.05.2014 - 08.06.2014

WHITECONCEPTS präsen­tiert erst­malig in Europa Arbeiten des jungen austra­li­schen Künst­lers Finn Lafcadio O’Hanlon. Seine Ausstel­lung mit dem Titel History Puts A Saint in Every Dream zeigt kunst­voll gear­bei­tete Tusche­zeich­nungen auf Papier. Der Titel, der einem Song­text von Tom Waits entstammt, vermit­telt wie dieser ein Gefühl eines selt­samen und mittel­al­ter­li­chen Ortes.
In den Zeich­nungen O’Hanlons sind Verweise auf Tattoos, triviale Außen­sei­ter­kunst oder auf die verwir­rende Sci-Fi/Phantasie fran­zö­si­scher Comics offen­sicht­lich. Sie sind mit einer visu­ellen Struktur verbunden, die klar der Gotik und reli­giösen Kunst der Früh­re­nais­sance zuge­ordnet werden kann, beson­ders der von Kirchenglas­fens­tern. Finns Werke, die am besten als „psycho­geo­gra­phi­sche Karten“ gelesen werden können, verfolgen den Übergang von einer indi­vi­du­ellen Psyche in eine Reihe von alter­na­tiven Reali­täten und daraus resul­tie­renden Konflikten. Dicht mit feinen Details gezeichnet, entschlossen mono­chro­ma­tisch und reich­haltig gestaltet, mit obskuren, synkre­ti­schen sowie mytho­lo­gi­schen Refe­renzen, die bis in die Pop-Kultur reichen, vermeidet der Künstler mit fast obses­siver Bestim­mung Leer­stellen, um die Darstel­lung einer dysto­pi­schen Klaus­tro­phobie zu verstärken.
In gewisser Weise erin­nert Finns Arbeit an die Karto­gra­phie von Grayson Perry, insbe­son­dere an dessenMap Of Nowhere (2008) und Map Of An Englishman (2004), in der Ebenen des Symbo­lismus und eine reich­hal­tige Erzähl­struktur das Surreale (und das Spiri­tu­elle) mit dem Tief­per­sön­li­chen, Sozialen und Poli­ti­schen verwoben werden. Dem Betrachter wird ermög­licht, dieses komplexe Terrain nach seinen eigenen Vorstel­lungen zu inter­pre­tieren (vgl. Alfred Korzybski „the map is not the territory“). Finns Zeich­nungen zeigen eindrucks­voll, dass das eigene Terri­to­rium durch eine Verbin­dung von tradi­tio­nellen Formen und Tech­niken mit zeit­ge­mäßen Gedanken und einer urbanen Ikono­gra­phie entstehen kann. Sein Werk ist zugleich ein einfühl­sames Zeugnis unserer Zeit – unsi­cher und post-technologisch – und dabei wunderbar alter­tüm­lich. Es sind sicher­lich Kunst­werke, die in ihrer intel­lek­tu­ellen Tiefe und Technik die jungen Jahre des Künst­lers widerspiegeln.
Als Sohn einer Hawaii-Cherokee-Mutter und eines austra­li­schen Vaters wurde Finn O’Hanlon vor 22 Jahren in Brighton, England geboren. Zuerst wuchs er in einer noma­di­schen Künst­ler­fa­milie in Groß­bri­tan­nien auf, später in Tulsa, Okla­homa und Los Angeles, und übersie­delte als Teen­ager nach Sydney. Er ist ein Enkel von Austra­liens bekann­testem Schrift­steller, dem bereits verstor­benen Morris West.
Finns formale künst­le­ri­sche Ausbil­dung endete am Gymna­sium, als seine Lehrerin an verschie­denen Streif­zügen in die Konzept­kunst Anstoß nahm. Als er eine Probe seines eigenen Urins unter einer gravierten Plexi­glas­haube ausstellte, warf sie ihn endgültig aus der Klasse. Daher wandte er sich der Foto­grafie zu. Seine Beob­ach­tungen von harten Partys, die dem selbst-vernichtenden Lebens­stil seiner Alters­ge­nossen, jungen Surfern und Skatern, gewidmet waren, zogen schon bald die Aufmerk­sam­keit der hoch­an­ge­se­henen fran­zö­si­schen Kunst­fo­to­gra­fie­zeit­schrift Plate­form auf sich, die mehr als 20 seiner Aufnahmen veröf­fent­lichte. Anläss­lich des Head on Foto­fes­ti­vals in Sydney stellte die Kinokuniya‘s Wedge Galerie seine Foto­gra­fien in einer Einzel­aus­stel­lung vor.
Durch den Umzug nach Frank­reich im Jahr 2012, war Finn sofort von den mittel­al­ter­li­chen, illu­mi­nierten Hand­schriften und der Glas­ma­lerei faszi­niert, die er in den regio­nalen Museen und Kirchen vorfand. Dort begann er seine Kind­heits­er­in­ne­rungen an den Día de los Muertos (mexi­ka­ni­scher Feiertag) als detail­lierte und komplexe Tusch­zeich­nungen auf Papier in Verbin­dung mit der ameri­ka­ni­schen Ikono­gra­phie der Urein­wohner sowie mit Zitaten aus fran­zö­si­schen Sci-Fi/Phantasie-Comics fest zu halten. Erst­malig waren diese Arbeiten in einer Grup­pen­aus­stel­lung in der Mick Gallery in Sydney zu sehen. Finn Lafcadio O’Hanlon lebt jetzt in Berlin.

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