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vertretene Künstler

Marc Desgrandchamps

Marc Desgrandchamps: Standbilder

15.02.2018 - 07.04.2018

Abgeschnittene Formen tauchen auf oder verschwinden, vereinzelt oder zusammen mit Erscheinungen, die von einer ähnlichen, mehr oder weniger ausgeprägten Instabilität zeugen. Transparenz- und Opazitätseffekte. Maßstabsverzerrungen und andere Abweichungen. Weite Flächen, in denen sich gelegentlich unauffällige Architekturen oder Möbelstücke befinden. Ein blauer Himmel. Männliche oder weibliche Figuren, deren Gesichtszüge getilgt wurden. Sie deuten eine Bewegung an oder verharren träge. Manchmal kehren sie uns den Rücken zu. Sportler. Pferde. Vögel. Pflanzen. Verweise auf eine existierende Kunstgeschichte (Stubbs. Antike) oder eine imaginierte (abstrakte Malereien werden als „Bilder ins Bild" gesetzt, zwei davon begegnen uns in einer der vom Künstler eher selten gemalten Innenansichten). Nicht identifizierbare Objekte lassen sich zuweilen durch Schatten erraten. Und schließlich sehen wir vor allem „malerische Zeichen" in einem Schwebezustand, die sich jeder Repräsentationslogik entziehen. Es sei denn, die besagten Zeichen bringen die Kompositions- oder Dekompositions-zustände zum Ausdruck, die den oben genannten Metamorphosen eigen sind. Das alles sind Elemente, durch die sich Marc Desgrandchamps' Gemälde in die (Dis-) Kontinuität seiner bisherigen Arbeiten einreihen. Dafür verwendet er alte und neue Verfahren, die von der Vielfalt seiner Techniken zeugen. Dank des breiten Spektrums der „pikturalen" Experimente, die in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten entstanden sind, kann es sich der Maler erlauben, mal sichere Wege zu begehen, neue zu erschließen oder weiter auszubauen, mal ganz oder vorübergehend aufzugeben. Es ist unmöglich, alle Malweisen und -techniken von Desgrandchamps für die in Berlin ausgestellten Bilder aufzuzählen. Zitieren wir einige der „abstrakten" Erscheinungs-formen: schwarze Ränder, Rinnsale, Ansammlungen und andere Spuren, kontaminieren die Oberflächen, die manchmal mit einzelnen kleinen dicht gedrängten Farbtupfen versehen sind. Hinweise auf trockene Pinselstriche. Selten hat uns der Künstler in einer Reihe kurz hintereinander entstandener Werke mit einer solchen Komplementarität und Vielfalt von „malerischen" Zeichen konfrontiert. Diese sind mit anderen Zeichen gekoppelt, die sich mehr den Regeln der Repräsentation unterwerfen. Desgrandchamps entwickelt wie gewöhnlich Szenarien, die voller Erzählmöglichkeiten stecken und zugleich, gemäß einer modernistischen Tradition, in einer Zeitlichkeit befangen sind, die gleichsam wie aus einem kontinuierlichen Strom gerissen ist, etwa wie bei einer verkratzten DVD oder einem Videospiel, oder auch wie bei einem dieser „Standbilder", aus denen der Künstler eine Vielzahl von Details seiner Kompositionen ersinnt. Die daraus resultierende Spannung erreicht hier ein ebenso packendes wie eigensinniges paroxysmales Stadium.

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