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Theater Ingolstadt

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Foto: ©WeLeon Entertainment / © Jan Kocovski - www.kocovski.de
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Spielplan

Der Hauptmann von Köpenick

Ein deutsches Märchen in drei Akten von Carl Zuckmayer
28.06.2019
Inhalt
E in Teufelskreis: Frisch aus dem Knast entlassen, wo er wegen Urkundenfälschung einsaß, will der Schuhmacher Wilhelm Voigt von vorn anfangen. Er setzt alle Anstrengung daran, einen Job zu fi nden. Leichter gesagt als getan, denn der ExKriminelle steht ohne Pass da. Kein Pass – keine Arbeit, keine Arbeit – keine Papiere. So läuft das nun mal. Weil er an seine Papiere gelangen will, wird er rückfällig: Er bricht im Polizeirevier ein, wird erwischt und landet für weitere zehn Jahre hinter Gittern. Endlich entlassen, geht die Chose von vorne los. So sehr er sich bemüht, wieder in die Gesellschaft integriert zu werden – nichts klappt. Keiner in der Metropole Berlin hat auf einen arbeitslosen, vorbestraften Schuster gewartet. Das Resozialisierungsprogramm scheitert auf ganzer Linie. Voigt hat nichts mehr zu verlieren – und unterwandert frech die starre Bürokratie. Er schlüpft in eine respektable Militäruniform, besetzt mit einem Trupp Soldaten das Rathaus, verhaftet den Bürgermeister und die »Köpenickiade« nimmt ihren Lauf. »Lasst uns vom Menschen reden«, dieses Motto stellt Zuckmayer seinem Stück voran. Der Mensch Wilhelm Voigt will dazugehören, darf aber nicht. Er will nicht revoltieren, will sich anpassen. Keinen interessiert das. »,Mensch ick häng‘ an meene Heimat jenau wie du, aber s‘ solln mir mal drin leben lassen!‘ sagt Voigt im Gespräch mit seinem Schwager Hoprecht. Diese Aussage ist aktuell seit es Menschen und den Begriff Heimat gibt«, so Regisseur Andreas von Studnitz. Der Hauptmann von Köpenick ist ein Don Quijote, der mit erfrischender Respektlosigkeit dem bürokratischen Staatsapparat ein Schnippchen schlägt.

Carl Zuckmayer wurde 1896 in Nackenheim in der Nähe von Mainz geboren und starb 1977 im schweizerischen Wallis. Mit der »besten Komödie der Weltliteratur«, so Thomas Mann, schuf Zuckmayer auch ein kritisches Zeitstück. Zuckmayer erhielt zahllose deutsche sowie internationale Preise und Auszeichnungen. Seine 1966 erschienene Autobiografie »Als wär’s ein Stück von mir« ist ein Longseller auf dem Buchmarkt.

Andreas von Studnitz (*1954) ist seit 2006 Intendant des Theaters Ulm, das er bis zum Ende der Spielzeit 2017/18 leitet. Der ausgebildete Schauspieler arbeitete über Jahrzehnte an zahlreichen großen Häusern im gesamten deutschsprachigen Raum und machte sich als Regisseur einen Namen. »Der Hauptmann von Köpenick« ist von Studnitz‘ erste Produktion für das Stadttheater Ingolstadt.
Besetzung
Freilichtbühne im Turm Baur
Regie: Andreas von Studnitz

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