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Theater Ingolstadt

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The 12 Tenors (Foto: Susannah von Vergau)
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Ausweitung der Kampfzone

Nach einem Roman von Michel Houellebecq
31.01.2019
Kleines Haus
Inhalt
Mord aus Langeweile. Endlose Autobahnen. Provinz. Hotels. Eines wie das andere. Unpersönlich und kalt. Beruflich Reisende. Und leere, graue Wochenenden. Ein Kollege teilt dieses Schicksal. Um nicht in völliger Depression zu versinken, gehen sie zusammen aus. In die Discos der Provinz. Und erzählen sich Frauengeschichten, die nur in ihrer Phantasie existieren. Aber die tanzenden Frauen um sie herum, die sind aus Fleisch und Blut. Und Blut wird vergossen. In dieser Geschichte. Ein echter Mord und eine Erzählung, die Ernst macht mit der Phantasie. Was passiert, wenn die Machtphantasien nicht mehr ausreichen, wenn die Phantasien Realität werden wollen? Und was macht der Mord aus den Mördern?
Zum zweiten Mal, nach »Unterwerfung«, wird ein Roman von Michel Houellebecq zur Vorlage eines Ingolstädter Theaterabends. Houellebecq gilt als Provokateur, hat unzählige Preise bekommen, ist als Sänger getourt. Viele Theater haben seine Stoffe auf die Bühne gebracht. Sein frühes Werk »Ausweitung der Kampfzone« (1994) wurde verfilmt und als Hörspiel bearbeitet. Allerdings wurde es durch den Skandal um das Folgebuch »Elementarteilchen« zunächst in den Schatten gestellt. Regisseur Karademir sagt über den Stoff: »Die Kampfzone ist der Turbo-Kapitalismus, die freie Sexualität und die sogenannte Spaßkultur. Die längst überfällige Abrechnung mit der Zone. Laute Musik, Tanz und keine Zeit für den Weltuntergang. Der erste Houellebecq war auch der beste Houellebecq.«

Michel Houellebecq wurde auf La Réunion geboren. Für »Ausweitung der Kampfzone« hat er den angesehenen »Grand Prix National des Lettres« erhalten, außerdem wurde dieses Buch mit dem »Prix de Flore« als bester Erstlingsroman ausgezeichnet. Mit den Nachfolgeromanen »Elementarteilchen«, »Plattform«, »Die Möglichkeit einer Insel« und »Unterwerfung« wurde Houellebecq international berühmt.

Barish Karademir, geboren in Heidelberg als Sohn singhalesisch-zypriotischer Eltern, studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Nach einer Zeit als Regieassistent am Theatre Bouffes du Nord in Paris inszenierte und choreografierte er am Theater Dortmund, am Stadttheater Fürth und am Gostner Hoftheater Nürnberg. Für seine Nürnberger »Medea«-Interpretation lobte ihn die Presse für die beeindruckende Verbindung von Schauspiel, tänzerischen und musikalischen Elementen. Auch seine jüngsten Inszenierungen »Je suis Faßbinder« und »Zersplittert« in Nürnberg bestanden aus der für ihn typischen Verbindung von Tanz und Sprechtheater, Musik und Videoarbeit.

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