Staatsoper Hannover, Foto: Marek Kruszewski
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Staatsoper Hannover - Niedersächsisches Staatstheater

Foto: Marek Kruszewski
Foto: Marek Kruszewski

Opernplatz 1
30195 Hannover
Tel.: 0511 9999 00
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Die Gezeichneten

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Franz Schreker
06.04.2019
19:30 Uhr
Opernhaus
Inhalt
Das Bürgertum der Stadt Genua ist in Aufruhr: Seit einigen Wochen verschwinden unter ungeklärten Umständen junge Frauen. Ihr Schicksal, ihr Verbleib: ein Rätsel – doch Schlimmes steht zu befürchten. Die Genueser ahnen nicht, dass hinter diesen Begebenheiten »die Acht« stehen – eine Clique männlicher Sprösslinge von acht bedeutenden Adelshäusern der Stadt. Zügellos leben diese ihre sexuellen Gelüste aus unter dem Motto »Die Schönheit sei Beute des Starken«, töten ihre Opfer, nachdem sie ihre Gier gestillt haben. Ihr Refugium ist eine abgeschiedene Grotte auf einer der Stadt vorgelagerten Insel. Unbeobachtet und ungehindert können sie dort ihre Triebe ausleben, denn das Eiland gehört dem einen unter ihnen, der sich nicht an den Verbrechen beteiligt: Alviano Salvago hat diese Insel namens Elysium mit immensem finanziellen Aufwand zu einem Hort absoluter Schönheit und Harmonie gestalten lassen – als Ausgleich zu seiner eigenen körperlichen Hässlichkeit. Als Alviano von den Machenschaften seiner Standesgenossen erfährt, teilt er ihnen mit, dass er die Insel den Bürgern der Stadt zu übereignen gedenke, und bringt damit Ereignisse ins Rollen, die er nicht mehr kontrollieren kann.

Für seine Schenkung muss er den Podesta der Stadt, den höchsten Vertreter des Bürgertums, treffen – und so kommt es zu einer verhängnisvollen Begegnung mit dessen Tochter Carlotta. Als sie Alviano darum bittet, ihn malen zu dürfen, glaubt er zunächst, sie treibe ein spöttisches, verächtliches Spiel mit ihm, dem Entstellten. Doch sie versichert ihm, als Künstlerin interessiere sie nichts mehr als die Darstellung der Seele und in ihm habe sie eine faszinierende Schönheit entdeckt. Nicht nur ist sie damit die erste Frau, die nicht aufgrund seiner Hässlichkeit vor ihm zurückschreckt, sondern sie weist auch noch die Avancen von Graf Tamare ab, diesem Abbild strotzender Männlichkeit und Anführer der »Acht«.

Das Libretto zu seiner zu Lebzeiten erfolgreichsten Oper »Die Gezeichneten« schrieb Franz Schreker ursprünglich als »Tragödie des hässlichen Mannes« zur Vertonung für seinen Kollegen Alexander von Zemlinsky – doch je länger er daran arbeitete, desto mehr wünschte er sich, den Stoff selbst vertonen zu können. Dieser Wunsch ging in Erfüllung und gab Schreker die Gelegenheit, mit subtilster Instrumentation seine gesamte, leidenschaftlich farbige Klangpalette auszubreiten. Sein Fantasie-Genua inspirierte ihn zu sensualistischer Erotik im Kolorit, seine italienisch-belcantohaften Gesangslinien zeigen Menschen, die gezeichnet sind von leidenschaftlicher Lebenslust und inbrünstiger Lebensgier, von der Unterdrückung von Verlangen und vor allem von dem Bewusstsein der eigenen Fragilität und existentiellen Lebensbedrohung angesichts dieser Zerrissenheit. Immer stärker erhitzt und überdreht sich der erotische Reigen der Protagonisten Alviano, Carlotta und Tamare, bis sie in den Abgrund der Vernichtung und des Wahnsinns taumeln – ein Psychothriller, dessen Uraufführung sich 2018 zum hundertsten Mal jährt.
Besetzung
Musikalische Leitung: Mark Rohde 
Inszenierung: Johannes von Matuschka 
Bühne: Christof Hetzer 
Kostüme: Florence von Gerkan 
Licht: Elana Siberski 
Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio 
Dramaturgie: Christopher Baumann

Alviano: Robert Künzli
Herzog Antoniotto Adorno/Capitano: Stefan Adam
Graf Andrea Vitelozzo Tamare: Brian Davis
Lodovico Nardi: Tobias Schabel
Carlotta Nardi: Karine Babajanyan
Guidobald Usodimare: Edward Mout
Gonsalvo Fieschi: Frank Schneiders
Martuccia: Mareike Morr
Menaldo Negroni: Martin Rainer Leipoldt
Pietro: Pawel Brozek
Michelotto Cibo: Byung Kweon Jun
Julian Pinelli: Daniel Eggert
Paolo Calvi/3. Bürger/ 2. Junge Leute: Yannick Spanier
Ein Jüngling: Simon Bode / Sung-Keun Park
1. Senator/1. Bürger/3. Junge Leute: Latchezar Pravtchev
2. Senator/2. Bürger/Vater: Jonas Böhm
3. Senator: Michael Dries
Mutter: Ula Drescher

Chor: Chor der Staatsoper Hannover
Orchester: Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

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