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Oper Frankfurt, Foto: Rui Camilo
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Oper Frankfurt - Städtische Bühnen

Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Rinaldo, Foto: Barbara Aumüller
Rinaldo, Foto: Barbara Aumüller

Willy-Brandt-Platz
60311 Frankfurt/Main
Tel.: 069 13 40 400
Homepage

Spielplan

Julietta

Bohuslav Martinu
Oper Frankfurt - Städtische Bühnen

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Inhalt


Ein Mann, der Buchhändler Michel, gelangt in ein kleines Städtchen am Meer, einen Ort, den er als Kind schon einmal besucht hat. Aber das ist eine bloße Erinnerung und Erinnerungen sind nicht zu trauen. Hiervon handelt die Oper, denn sie führt uns in einen Raum, dessen Bewohnern die Erinnerungskraft abhandengekommen ist: ein Welt ganz ohne Gedächtnis und deshalb ein Welt ohne Zeit. Aber es erscheint noch ein anderes Thema, das diesem Vergessenszwang eng verbunden ist. Kann es sein, dass wir unser Leben nur träumen und das – mit Schopenhauer – das Leben und die träume allemal nur »Blätter eines und des nämlichen Buches« sind? Dieser alte, von Calderón bis zum Surrealismus ästhetisch stets erneut genährte Verdacht steht auch hinter der zwischen Realität und Illusion beharrlich schwankenden, jeder Handlungslogik baren lyrischen Oper des tschechischen Komponisten Martinů. Die bildermächtige, visionäre Vorstellungswelt des Werkes, bereits im gleichnamigen Drama von Georges Neveux, eines tiefsinnigen Vorläufers des absurden Theaters, gestaltet, wird durch die zwischen Zauberklang und Nüchternheit unvermittelt wechselnde Musik noch vertieft. Martinů's Tonspsrache, gleichermaßen an Debussys Wunderwelt wie an Strawinskys Sachlichkeit orientiert, schwankt dementsprechend zwischen den zarten Traumsequenzen eines tristanesken Englischhorns und der mechanischen Eisenbahntoccata eines Lokomotivführers. Erst das unergründliche und beständig verschwimmende Charakterbild des Mädchens Julietta, einer Allegorie der Liebessehnsucht schlechthin, verleiht dem Ganzen einen Sog. Martinů's immer wider auftauchende Grundfrage »Was ist der Mensch? Was bin ich? Was bist du? Was ist Wahrheit?« kulminiert hier in der Suche nach einem einzigen absoluten Prinzip, das irgendwo im wohl grenzenlosen »Kontinuum von Raum und Zeit, in dem Vergangenheit und Zukunft verworrene Begriffe zu sein scheinen« (Bohuslav Martinu), einmal auftauchen soll. Ist es des Menschen Fähigkeit zur Liebe!


Besetzung
Lyrische Oper in drei Akten
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Florentine Klepper
Bühnenbild: Boris Kudlicka
Kostüme: Adriane Westerbarkey
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Norbert Abels
Chor: Markus Ehmann

Julietta: Juanita Lascarro
Michel: Kurt Streit
Verschiedene Bewohner des Städtchens: Marta Herman, Maria Pantiukhova, Nina Tarandek, Magnús Baldvinsson, Andreas Bauer, Beau Gibson, Sebastian Geyer, Judita Nagyová, Kihwan Sim, Michael Autenrieth

Chor der Oper Frankfurt
Opern- und Muesumsorchester Frankfurt

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