Cuvilliés-Theater, Residenz München, Bayerische Schlösserverwaltung (Foto: Philipp Mansmann, München)
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Bayerisches Staatsschauspiel - Altes Residenztheater (Cuvilliés Theater)

Antiquarium, Residenz München, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Antiquarium, Residenz München, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

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80333 München
Tel.: 0 89 29 06 71
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Spielplan

Eine göttliche Komödie Dante / Pasolini

Federico Bellini
22.03.2019
Residenztheater
Inhalt
Es beginnt mit der Spurensuche am Strand von Ostia, dem Ort der Ermordung Pier Paolo Pasolinis und dem Versuch, den bis heute ungeklärten Tathergang zu rekonstruieren. Ist Dante mit seiner Dichtung und dem System von Sünde und Strafe der Schlüssel, um das Geheimnis jener Novembernacht zu erschließen?
Federico Bellinis Stück ist ein Versuch, die Parallelitäten zweier Persönlichkeiten – der des mittelalterlichen Dichters und Philosophen Dante Alighieri mit seinem Vermächtnis der "Göttlichen Komödie" und der des Dichters und Regisseurs Pier Paolo Pasolini mit seiner literarischen Obsession – zu ergründen. Sich mit der "Göttlichen Komödie" auseinanderzusetzen bedeutet zunächst, die eigenen Grenzen vor so einem immensen Werk zu akzeptieren. Es sind wohl auch jene Grenzen, die Pasolini gelockt haben, eine eigene Version dieser zutiefst menschlichen Komödie zu erarbeiten und der Frage der eigenen Existenz nachzugehen.
Dante macht aus einer privaten Sache eine göttliche Angelegenheit, indem er ein großes poetisches Tagebuch führt und uns herausfordert zu erkennen, wie ein Einzelner die Göttlichkeit in sich tragen kann und selbst Teil der Komödie wird.
Im Kontext eines Italiens, das für beide Poeten eher ein Hindernis als eine Stütze bedeutete, handelt "Eine göttliche Komödie" von zwei großen Literaten, die im Leben die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies gekannt haben, und die, obgleich vom Tod umfangen, über das Leben schrieben. Die Spurensuche ist ein kreisförmiger Weg, der dem Verlauf von Dantes Kreisen folgt und auf den jene Figuren aus dem Werk Dantes treten, die auf sonderbare Weise den Weg des friaulischen Dichters Pasolini kreuzen. So folgen wir Pasolini auf seinem Weg ins Fegefeuer und Paradies, jene anderen von Dante erdachten Reiche. Es sind Orte der Sühne, aber auch der Möglichkeit zur Rettung und zum Heil, vor allem im Versuch, den Tod – jeglichen Tod – göttlich zu machen. Und das auf einer Reise, deren wirklicher Führer Dante ist. Nicht zuletzt ist es eine Reise zum Wort, zur Sprache, zum Vers und schließlich zu einer Vielzahl von Stimmen, die aus dem Geist der Dichtung die konkrete Sprache der Vorstädte entstehen lässt.
Antonio Latella ist seit 2017 Schauspieldirektor der Biennale in Venedig. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine Inszenierungen, die auf den großen internationalen Bühnen und Festivals gezeigt wurden.
Federico Bellini arbeitet als Dramatiker seit 2002 für den Regisseur Antonio Latella. Seit 2017 ist er Dramaturg und Assistent der künstlerischen Direktion der Theaterbiennale in Venedig.
Besetzung
Regie ANTONIO LATELLA
Bühne GIUSEPPE STELLATO
Kostüme GRAZIELLA PEPE
Musik FRANCO VISIOLI
Choreographie FRANCESCO MANETTI

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