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Schwäbische Galerie im Bräumeisterstadel

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Fabian Hesse - Kunstpreisträger des Bezirks Schwaben 2013

28.09.2014 - 07.12.2014
 

2013 erhielt der junge Augsburger Künstler Fabian Hesse den Kunstpreis des Bezirks Schwaben als Reisestipendium. Ziel seiner Reise war die Zusammenarbeit mit dem Open Hardware-Kunstprojekt Kamermaker in Amsterdam, das mittels 3D-Druck ein Kanalhaus baut. Während des mehrwöchigen Aufenthaltes in den Niederlanden sammelte Hesse Erfahrungen auf dem Gebiet des großformatigen 3D-Drucks.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus den letzten drei Jahren, spiegelt somit auch Hesses künstlerische Entwicklung, und gibt Einblicke in die Auseinandersetzung mit brisanten Themen unserer Zeit. Seine Werke sind im Kontext der Digitalisierung der Welt zu sehen, worauf der Titel „404“ anspielt - die Google-Fehlermeldung „Error 404“ für einen defekten Verweis. Datensätze mit einer für ihn spezifischen Bedeutung sind Grundlage für die 3D-Drucke des Bildhauers: Er spielt mit den Daten, verfremdet sie und findet schließlich zu einer eigenen ästhetischen Form.
Fabian Hesses Skulpturen von 2012 wirken fragil, sie bieten Assoziationen zu kristallinen Formen, mikrogeologischen Formationen, textilen Elementen und Architekturmodellen, ohne dass der Künstler gegenständliche Abbildungen intendiert. Vielmehr ist der Aufbau der Arbeiten – Schicht für Schicht – deutlich nachvollziehbar. Datenstrukturen für die aufwendig hergestellten, händisch deregulierten Arbeiten entnahm der Künstler z. B. seinem Spam-Ordner. Der Betrachter sieht schließlich ein komplexes, vielschichtiges und schwer definierbares Gebilde, dem jedoch eine klare Struktur zugrunde liegt.
Manche seiner frühen Arbeiten sind so fragil, dass sie nicht auf Ausstellungen verschickt werden können. Nach den Amsterdamer Forschungen zu Verfahren und Vorgehensweisen im großformatigen 3D-Druck nimmt Hesse nun technische Modifikationen am Drucker vor, vergrößert die Formate und bearbeitet die Druckergebnisse manuell weiter.
Seine jüngsten Arbeiten thematisieren wiederum das Ineinandergreifen von Erkennbarem und Undefinierbarem. Zugrunde liegen den 3D-Drucken Bewegungsmuster des Jahres 2013, Ortsdaten, die er aus dem Smartphone extrahiert hat. Hesse löst die Information bis zur Unkenntlichkeit hin auf und schafft ein Zeugnis des „Überwachungswahnsinns“, der die Welt derzeit in Atem hält.
Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bildet Fabian Hesses Animationsvideo, dem die Schlussszene aus dem Film „Zabriskie Point“ von Michelangelo Antonioni zugrunde liegt. Den 1970 entstandenen Film sieht Hesse als eine Art Kommentar für seine Arbeiten. Dabei interessiert ihn vor allem die Verknüpfung von Traum und Realität, Vernetzung und Machtstruktur, Utopie und Dystopie. Und schließlich geht es um die digitale Explosion der Möglichkeiten.
Mit den ebenfalls für die Ausstellung entstandenen Collagen greift der Künstler sowohl analoge Elemente aus dem Video als auch Motive seiner Skulpturen auf und bildet so eine Synthese aus verschiedenen künstlerischen Gattungen. So kommt den Collagen eine wichtige Rolle in Fabian Hesses Werk zu, denn sie verdeutlichen, wie seine Arbeiten ineinandergreifen und dabei niemals festgefügt, sondern stets im Fluss befindlich sind.

Öffnungszeiten:
Di-So 10.00-17.00 Uhr
Eintritspreise:
3,- / 2,50 €