Foto: Museum Frieder Burda
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Museum Frieder Burda

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Foto: Museum Frieder Burda
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Lichtentaler Allee 8b
76530 Baden-Baden
Tel.: 07221 3 98 98 0
Homepage

Öffnungszeiten:

Di-So 10.00-18.00 Uhr

Baselitz. 50 Jahre Malerei

24.10.2009 - 21.02.2010

Georg Baselitz gehört weltweit zu den berühmtesten und gefragtesten Künstlern unserer Zeit. Nicht zuletzt dank Baselitz erhielt die Malerei deutscher Provenienz einen Stellenwert wie niemals zuvor. Längst haben seine Werke Eingang in die wichtigsten Museen und Sammlungen gefunden und die Ausstellungserfolge reichen vom New Yorker Guggenheim Museum 1995 bis zur Royal Academy of Arts in London 2007. In 50 Jahren hat er ein umfangreiches und inhaltlich abwechslungsreiches Werk hervorgebracht, in welchem er neue Wege beschreitet und künstlerische Maßstäbe setzt.

Bereits als junger Maler formulierte Baselitz kühne Bildinhalte in einem Malstil, der den damals gültigen akademischen Vorstellungen und Kategorien widersprach. Sein Werdegang wird geprägt von der Überwindung verschiedenster Stilkonventionen in der Kunst und dem Erforschen formaler Möglichkeiten, was sich in immer wieder neuen, unverwechselbaren Ausdrucksformen und Bildideen manifestiert.

In seinen Heldenbildern Mitte der 1960er Jahre illustriert er im Stil der monumentalen Figurenmalerei irritierend wirkende Gestalten, die das klassische Figurenbild in Frage stellen. Neun Beispiele dieser berühmten Reihe werden im Museum Frieder Burda zu sehen sein. Das Auflösen von Formen führte 1966 zu den Frakturbildern, in denen die Bildmotive zerteilt und neu komponiert werden. Diese Form der Befreiung der Darstellung von Inhalt und Bedeutung gipfelt 1969 in der Umkehrung des Bildmotivs, welche Baselitz international bekannt machte. In den auf den Kopf gestellten Motiven, den Köpfen, den Stilleben, den Landschafs- oder Tierdarstellungen bezeugt der Künstler seine gestalterische Experimentierfreude. Diesen kraftvoll expressiven Gemälden folgt eine immer leichtere Ausdrucksweise. Mit der zunehmenden Vieldeutigkeit der Motivwahl und ihren zuweilen kunsthistorischen oder zeitgeschichtlichen Anspielungen und Bildreferenzen verdeutlicht Baselitz seine Lust am Neuerfinden. In seinen neuesten Arbeiten der Remix-Serie greift der Künstler auf wichtige Motive seiner künstlerischen Entwicklung zurück und unterzieht sie einer virtuosen Neuinterpretation.

Einen umfassenden Einblick in das Schaffen von Georg Baselitz gibt die Ausstellung mit rund 80 Gemälden und 40 Arbeiten auf Papier von den Anfängen bis heute. Sie ermöglicht eine fundierte Einsicht in die Vorgehensweisen des Künstlers und bringt seinen reichen Ideen- und Gedankenkosmos anhand von herausragenden Exponaten nahe. Mit Leihgaben aus renommierten Privatsammlungen wie Josef Froehlich, Ulrich und Sylvia Ströher, Friedrich Christian Flick, Uli Knecht, Familie Kleihues, Frieder Burda u. a. knüpft die Schau an die ebenfalls mit Leihgaben aus wichtigen Privatsammlungen bestückten Werkschauen zu Sigmar Polke (2007) und Gerhard Richter (2008) an. Kurator der Baselitz-Ausstellung ist Götz Adriani.

Zur Ausstellung erscheint ein von Götz Adriani herausgegebener Katalog sowie eine Originalgrafik von Georg Baselitz.

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