Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker
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Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker
Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Foto: Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker

Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn
Tel.: 0228 91 65 0
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Öffnungszeiten:

Di-Fr 9.00-19.00 Uhr
Sa-So 10.00-18.00 Uhr

Angst - Eine deutsche Gefühlslage?

10.10.2018 - 19.05.2019

Wovor haben Sie Angst? Vor Spinnen vielleicht? Oder haben Sie Höhenangst? Neben diesen individuellen Ängsten, die viele auf die eine oder andere Art kennen, gibt es Ängste, die viele betreffen, manchmal sogar die Gesellschaft als Ganzes. Es sind Ängste, die uns nicht als Einzelnen bedrohen und die wir auch nicht alleine überwinden können. Diesem Phänomen geht die Wechselausstellung „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“ nach.
Die Angst vor Zuwanderung ist so eine Angst, die die Gesellschaft als Ganzes betrifft. 2015 kommen knapp eine Million Menschen nach Deutschland. Ihre Aufnahme löst eine heftige und kontroverse Debatte aus. Einer starken „Willkommenskultur“ steht eine steigende Abwehrhaltung eines Teils der Bevölkerung gegenüber. Ein Rückblick auf das Jahr 1992 zeigt, dass es eine ähnliche Angst vor Zuwanderung bereits gab, als vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien nach Deutschland kommen.
Die Friedensdemonstrationen der 1980er Jahre drücken die Angst vor Krieg aus. „Keine neuen Atomraketen. Beendet das Wettrüsten“ ist auf einem von unzähligen Ansteckern auf einer Jeansjacke zu lesen. Der Träger demonstriert für Frieden. Ihn treibt die Sorge um, was passiert, wenn die Bundeswehr mit Atomwaffen ausgestattet wird. Diese Diskussion löst Angst aus, Anfang der 1980er Jahre und zuvor schon 1957/1958.
Angst ist ein Gefühl. Um alle Sinne in der Ausstellung anzusprechen, wurden in Zusammenarbeit mit dem Kölner Tonkünstler Heinrich-Dieter Hebben Klänge geschaffen. Sie machen die vier Angst-Themen „Angst vor Zuwanderung“, „Angst vor Atomkrieg“, „Angst vor Umweltzerstörung“ und „Angst vor Überwachung“ spürbar. Riesige Bildprojektionen wirken gleichzeitig durchgehend auf die Besucherinnen und Besucher ein. Ein Rückblick auf vergangene Jahrzehnte zeigt, was diese Ängste entzündet, welche Reaktionen ihnen folgen und wie sie wieder verschwinden. Die Ausstellung macht auch deutlich, dass Ängste sich im Nachhinein häufig als übertrieben erweisen. Angst ist kein ausschließlich deutsches Phänomen. Sie hat aber in Deutschland große emotionale Intensität. Ein Grund dafür ist auch die Erfahrung von Krieg, Diktatur und Holocaust.

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