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Bier- und Oktoberfestmuseum


Sterneckerstraße 2
80331 München
Tel.: 089 242 316 07
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Öffnungszeiten:

Di-Sa 13.00-18.00 Uhr

150 Jahre Festhalle Schottenhamel

15.07.2017 - 24.02.2018

Die Schottenhamel-Festhalle wird das ›Eröffnungszelt‹ für die Wiesn: 1950 übernimmt Münchens Oberbürgermeister Thomas Wimmer auf Bitten von Michael II. das Anzapfen im Schottenhamel-Zelt.
Im Laufe der Jahre entwickelt sich diese Eröffnungszeremonie des Oktoberfestes zu einem gigantischen Medienspektakel mit weltweiter Resonanz. Beim Einzug der Wiesnwirte am Eröffnungssamstag fährt der amtierende Oberbürgermeister in der SchottenhamelKutsche zum Anstich auf das Oktoberfest.
In der Ägide von Peter und Christian Schottenhamel bringt Otto Schwarzfischer mit seiner Kapelle Ende der 1980er Jahre den neuen Wiesnsound ins Zelt, was zu einer wesentlichen Verjüngung des Bierzeltpublikums führt.
Derzeit führen die Cousins Christian, seit 1988, und Michael IV., seit 2010, die Schottenhamel-Festhalle. Entsprechend der Familientradition sind beide auch außerhalb der Wiesn erfolgreiche Münchner Gastronomen.
Schottenhamel - das ist eindeutig die Münchner Familie, die seit 1867 in Kontinuität am längsten mit dem Oktoberfest verbunden ist.
Michael Schottenhamel, geboren 1838 in Nittenau in der Oberpfalz, kommt als Schreinergeselle 1860 nach München. 1867 heiratet er die Köchin Rosalie Daller und pachtet mit ihr die Gaststätte ›Zu den Drei Mohren‹ in der Luitpoldstraße, unweit des Zentralbahnhofes. Im selben Jahr gelingt es ihm bereits mit einer kleinen Wirtsbude für rund 50 Personen auf dem Oktoberfest zu stehen. 1871 kauft er den Gasthof in der Luitpoldstraße und führt ihn als Hotel.
1872 schenkt Michael Schottenhamel zum ersten Mal auf dem Oktoberfest das stärker eingebraute Märzenbier der Brauerei ›Franziskaner Leist‹ aus. Das ›Märzen‹ wird in Zukunft für alle Münchner Brauereien das gängige Oktoberfestbier.
Das Gasthaus ›Zu den Drei Mohren‹ kann ab 1907 von Michael II., der nun das Unternehmen Schottenhamel leitet, durch Zukäufe erweitert und das Gebäude vergrößert werden. 1930 entsteht das neue ›Hotel Schottenhamel‹, das über vier Jahrzehnte zu den großen Nobelherbergen der Stadt gehört. 1973 wird der Hotelbetrieb eingestellt.
Im Zuge des Aufschwungs der Wiesn zum großen Bierfest bringt Michael Schottenhamel 1896 eine prächtige Festhalle für 1500 Gäste, entworfen vom damaligen Stararchitekten Gabriel von Seidl. Damit initiiert er die neue Ära der Bierzeltarchitektur.
Das Schottenhamel-Festzelt wird im Laufe der Zeit noch mehrfach verändert, erweitert und den zeitlichen Gegebenheiten angepasst. Aktuell hat die Festhalle 6000 Plätze sowie 3000 im Biergarten. Da ›Franziskaner-Leistbräu‹ und ›Spatenbräu‹ 1922 fusionieren, kann das Unternehmen Schottenhamel darauf verweisen, dass es seit 1867 mit der Brauerei ›Spaten‹ verbunden ist.

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