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Richard Wagner

*22.05.1813 in Leipzig †13.02.1883 in Venedig
deutscher Komponist

Werke mit Aufführungsterminen

Das Rheingold (Oper) 1869
Der fliegende Holländer (Oper) 1843
Die Walküre (Oper) 1870
Götterdämmerung (Oper) 1876
Parsifal (Oper) 1882
Siegfried (Sigfried) (Oper) 1876
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg (Oper) 1845
Tristan und Isolde (Oper) 1865

weitere Werke:

Das Liebesverbot (Oper) 1836
Die Feen (Oper) 1888
Die Meistersinger von Nürnberg (Oper) 1868
Lohengrin (Oper)
Rienzi, der Letzte der Tribunen (Oper) 1842

Konzerte ohne aktuelle Aufführungstermine

Achilleus, WWV 81, Oper, Bühnenwerk
Adieux de Marie Stuart, WWV 61, Lied, Vokalmusik
Albumblatt, WWV 108, Klavierwerk
Albumblatt für E. B. Kietz 'Lied ohne Worte', WWV 64, Klavierwerk
An Webers Grabe, WWV 72, Chorwerk, Vokalmusik
Ankunft bei den schwarzen Schwänen, WWV 95, Klavierwerk
Arie, WWV 3, Arie, Bühnenwerk
Arie für Sopran und Orchester, WWV 8, Arie, Bühnenwerk
Attente, WWV 55, Lied, Vokalmusik
Bauer unter der Linde, WWV 15 Nr. 2, Chorwerk, Vokalmusik
Beim Antritt des neuen Jahres 1835, WWV 36, Bühnenmusik, Bühnenwerk
Branders Lied, WWV 15 Nr. 3, Chorwerk, Vokalmusik
C. M. von Weber: Jägerchor, WWV 46C, Instrumentation
C. W. Gluck: Iphigénie en Aulide, WWV 77, Bearbeitung
C. W. Gluck: Iphigenie in Aulis, WWV 87, Bearbeitung
Columbus, WWV 37B, Bühnenmusik, Bühnenwerk
D. F. E. Auber: Zanetta, ou Jouer avec le feu, WWV 62F, Bearbeitung
Das Liebesmahl der Apostel, WWV 69, Chorwerk, Vokalmusik
Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo, WWV 38, Oper, Bühnenwerk
Das Rheingold, WWV 86A, Oper, Bühnenwerk
Dein ist das Reich, WWV 19A, Fuge
Der Engel, WWV 91A/1, Lied, Vokalmusik
Der fliegende Holländer, WWV 63, Oper, Bühnenwerk
Der Ring des Nibelungen, WWV 86, Oper, Bühnenwerk
Der Ring in 100 Minuten
Der Ring ohne Worte. Eine sinfonische Synthese von L. Maazel
Der symphonische Ring
Der Tag erscheint, WWV 68A, Chorwerk, Vokalmusik
Der Tannenbaum, WWV 50, Lied, Vokalmusik
Der Worte viele sind gemacht, WWV 105, Lied, Vokalmusik
Descendons gaiment la courtille, WWV 65, Chorwerk, Vokalmusik
Die Bergwerke zu Falun, WWV 67, Oper, Bühnenwerk
Die Braut von Messina, WWV 12, Ouvertüre, Bühnenwerk
Die Feen, WWV 32, Oper, Bühnenwerk
Die Hochzeit, WWV 31, Oper, Bühnenwerk
Die hohe Braut, WWV 40, Oper, Bühnenwerk
Die letzte Heidenverschwörung in Preußen, WWV 41, Bühnenmusik, Bühnenwerk
Die Meistersinger von Nürnberg, WWV 96, Oper, Bühnenwerk
Die Sarazenin, WWV 66, Oper, Bühnenwerk
Die Sieger, WWV 89, Oper, Bühnenwerk
Die Walküre, WWV 86B, Oper, Bühnenwerk
Dors mon enfant, WWV 53, Lied, Vokalmusik
Ein Lustspiel in einem Akt, WWV 100, Oper, Bühnenwerk
Eine Faust-Ouvertüre, WWV 59, Ouvertüre, Bühnenwerk
Eine Kapitulation, WWV 102, Oper, Bühnenwerk
Entr'acte tragique Nr. 1, WWV 25 Nr. 1, Bühnenmusik, Bühnenwerk
Entr'acte tragique Nr. 2, WWV 25 Nr. 2, Bühnenmusik, Bühnenwerk
Es ist bestimmt in Gottes Rat, WWV 92, Lied, Vokalmusik
Extase, WWV 54, Lied, Vokalmusik
F. Halévy: La Reine de Chypre, WWV 62E, Bearbeitung
F. Halévy: Le Guitarrero, WWV 62D, Bearbeitung
Fantasie fis-Moll (Fantasia), WWV 22, Fantasie
Faust
Friedrich I., WWV 76, Oper, Bühnenwerk
Fünf Gedichte von Mathilde Wesendonck für Singstimme und Orchester
G. Donizetti: La Favorite, WWV 62B, Bearbeitung
G. Meyerbeer: Robert, toi que j'aime, WWV 46B, Transkription
G. P. da Palestrina: Stabat mater, WWV 79, Bearbeitung
G. Rossini: Die Seemänner (Le marinari), WWV 47, Instrumentation
G. Spontini: La vestale, WWV 74, Instrumentation
Gebet, WWV 45, Arie, Bühnenwerk
Gesang am Grabe, WWV 51, Chorwerk, Vokalmusik
Glockentöne, WWV 30, Lied, Vokalmusik
Götterdämmerung, WWV 86D, Oper, Bühnenwerk
Gretchen am Spinnrade, WWV 15 Nr. 6, Lied, Vokalmusik
Großer Festmarsch, WWV 110, Marsch, Orchesterwerk
H. Herz: Grande fantaisie sur la Romanesca op. 111, WWV 62C, Bearbeitung
H. Marschner: Doch jetzt wohin ich blicke, umgibt mich Schreckensnacht, WWV 33, Bearbeitung
Huldigungsmarsch für Ludwig II. von Bayern, WWV 97, Marsch, Orchesterwerk
Ihr Kinder, geschwinde, geschwinde, WWV 113, Chorwerk, Vokalmusik
Im Treibhaus, WWV 91A/5, Lied, Vokalmusik
Im treuen Sachsenland, WWV 71A, Chorwerk, Vokalmusik
In das Album der Fürstin Metternich, WWV 94, Klavierwerk
J. Haydn: Klavierauszug zur Sinfonie Nr. 103, WWV 18, Transkription
J. Strauß: Wein, Weib und Gesang, WWV 109, Instrumentation
Jesus von Nazareth, WWV 80, Oper, Bühnenwerk
Kaisermarsch, WWV 104, Marsch, Orchesterwerk
Kinder-Katechismus zu Kosels Geburtstag, WWV 106A, Chorwerk, Vokalmusik
Klaviersonate A-Dur (Große Sonate), WWV 26, Klaviersonate, Sonate
Klaviersonate As-Dur, WWV 85, Klaviersonate, Sonate
Klaviersonate B-Dur, WWV 16, Klaviersonate, Sonate
Klaviersonate d-Moll, WWV 2, Klaviersonate, Sonate
Klaviersonate f-Moll, WWV 5, Klaviersonate, Sonate
König Enzio, WWV 24B, Bühnenmusik, Bühnenwerk
Konzertouvertüre Nr. 1, WWV 20, Ouvertüre, Bühnenwerk
Konzertouvertüre Nr. 2, WWV 27, Ouvertüre, Bühnenwerk
L. van Beethoven: Klavierauszug zur Sinfonie Nr. 9 op. 125, WWV 9, Transkription
La tombe dit à la rose, WWV 56, Lied, Vokalmusik
Les deux grenadiers, WWV 60, Lied, Vokalmusik
Leubald, WWV 1, Oper, Bühnenwerk
Lied der Soldaten, WWV 15 Nr. 1, Chorwerk, Vokalmusik
Lied des Mephistopheles, WWV 15 Nr. 4, Chorwerk, Vokalmusik
Lieder, WWV 7, Lied, Vokalmusik
Lohengrin, WWV 75, Oper, Bühnenwerk
Luthers Hochzeit, WWV 99, Oper, Bühnenwerk
Männerlist größer als Frauenlist, WWV 48, Oper, Bühnenwerk
Melodram, WWV 15 Nr. 7, Lied, Vokalmusik
Mignonne, WWV 57, Lied, Vokalmusik
Nicolay, WWV 44, Hymne
Norma il predisse, WWV 52, Arie, Bühnenwerk
Orchesterwerk e-Moll, WWV 13, Orchesterwerk
Ouvertüre C-Dur, WWV 14, Ouvertüre, Bühnenwerk
Ouvertüre Es-Dur, WWV 17, Ouvertüre, Bühnenwerk
Parsifal, WWV 111, Oper, Bühnenwerk
Paukenschlag-Ouvertüre, WWV 10, Ouvertüre, Bühnenwerk
Pläne zu Ouvertüren und Sinfonien, WWV 107, Orchesterwerk
Politische Ouvertüre, WWV 11, Ouvertüre, Bühnenwerk
Polka, WWV 84, Tanz
Polonaise D-Dur, WWV 23A, Polonaise, Tanz
Polonia, WWV 39, Ouvertüre, Bühnenwerk
Rienzi, der letzte der Tribunen, WWV 49, Oper, Bühnenwerk
Romeo und Julie, WWV 98, Orchesterwerk
Rule Britannica, WWV 42, Ouvertüre, Bühnenwerk
Sanfte Wehmut will sich regen, WWV 43, Arie, Bühnenwerk
Schäferoper, WWV 6, Oper, Bühnenwerk
Schmerzen, WWV 91A/3, Lied, Vokalmusik
Siegfried, WWV 86C, Oper, Bühnenwerk
Siegfried-Idyll, WWV 103, Orchesterwerk
Skizzen zu drei Symphonien, WWV 78, Symphonie, Orchesterwerk
Soupir, WWV 58, Lied, Vokalmusik
Stehe still!, WWV 91A/4, Lied, Vokalmusik
Streichquartett D-Dur, WWV 4, Streichquartett, Kammermusik
Suiten für Cornets à pistons, WWV 62A, Bearbeitung
Symphonie C-Dur, WWV 29, Symphonie, Orchesterwerk
Symphonie E-Dur, WWV 35, Symphonie, Orchesterwerk
Szene und Arie für Sopran und Orchester, WWV 28, Arie, Bühnenwerk
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg, WWV 70, Oper, Bühnenwerk
Thema, WWV 93, Klavierwerk
Trauermusik nach Motiven aus Carl Maria von Webers 'Euryanthe', WWV 73, Orchesterwerk
Träume, WWV 91A/2, Lied, Vokalmusik
Tristan und Isolde, WWV 90, Oper, Bühnenwerk
V. Bellini: Cavatina aus 'Il pirata', WWV 34, Instrumentation
V. Bellini: Zusätze und Änderungen zu 'Norma', WWV 46A, Instrumentation
Vierstimmige Doppelfuge, WWV 19B, Fuge
W. A. Mozart: Don Giovanni, WWV 83, Bearbeitung
Wahlspruch für die deutsche Feuerwehr, WWV 101, Chorwerk, Vokalmusik
Wieland der Schmied, WWV 82, Oper, Bühnenwerk
Willkommen in Wahnfried, WWV 112, Lied, Vokalmusik
Züricher Vielliebchen-Walzer, WWV 88, Tanz

Lebenslauf

Das Werk Richard Wagners ist das gewaltigste Kompositionswerk der vergangenen 150 Jahre; kein anderer Komponist hatte einen ähnlichen Eindruck auf Zeitgenossen und die Nachwelt hinterlassen; zweifelsohne hat Wagner unsere Musik wie kein zweiter weiterentwickelt und geprägt. Die romantische Musik bekam durch ihn neue Bedeutung; die Oper wurde theoretisch und praktisch in Grundlagen verändert, indem er dramatische Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu Text, Musik und Regieanweisungen schrieb.
Wilhelm Richard Wagner ist am 22. Mai 1813 als jüngstes von neun Kindern in Leipzig geboren. Nur 6 Monate nach seiner Geburt verlor er den Vater, einen Stadtgerichtsaktuar. Die Mutter heiratete daraufhin den Schauspieler Ludwig Geyer und die Familie siedelte 1814 nach Dresden. 1821 starb auch der Stiefvater und die Mutter zog 1828 mit den Kindern nach Leipzig. Zu diesem Zeitpunkt nahm Richard wieder den Namen Wagner an. In Leipzig besuchte Wagner bis 1830 die Nikolaischule sowie die Thomasschule. Wagner hat sich als Vaterersatz seinen Onkel Adolph Wagner auserkoren, der ihn mit den Werken berühmter Schriftsteller vertraut machte, so Shakespeare, Sophokles und E.T.A. Hoffmann. So kam es, dass Wagner bereits als Teenager sein erstes Drama schrieb, die Tragödie "Leubald".
Die Liebe zur Musik wurde bei Wagner mit 16 Jahren durch die Beethoven Oper Fidelio geweckt; seit dieser Vorstellung gab es für Wagner keinen anderen Beruf mehr. In der Folgezeit verfasste er erste Sonaten, ein Streichquartett sowie die ersten Versuche der Opernkompositionen. 1831 studierte er an der Universität Leipzig Musik; nebenbei nahm er Kompositionsunterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinlig. In dieser Zeit entstanden die ersten veröffentlichten Werke, Klaviersonate B-Dur, die Konzertouvertüre in d-Moll und die C-Dur-Sinfonie, die noch im selben Jahr im Prager Konservatorium uraufgeführt wurde.
1833 wurde Wagner Chordirektor am Theater in Würzburg, wo er den Schriftsteller und Publizisten Heinrich Laube kennenlernte; dieser entfachte in ihm das politische Denken und begeisterte den jungen Wagner von den Ideen des Jungen Deutschland, einer revolutionär orientierten literarischen Bewegung des Vormärz. 1934 ging Wagner nach Magdeburg und wurde dort Musikdirektor. 1836 wurde die Oper "Das Liebesverbot" in Magdeburg bei mäßigem Applaus uraufgeführt; im demselben Jahr ging Wagner als Kapellmeister nach Königsberg und heiratete die Schauspielerin Minna Planer. Wagner war aufgrund der fehlenden strengen Hand eines Vaters nicht gewöhnt, mit Geld umzugehen und lebte weit über seine Verhältnisse. Die Schulden, bzw. die Flucht vor seinen Gläubigern, zwangen ihn dazu, 1837 nach Riga zu gehen und von dort 1839 auf dem Seeweg über London nach Paris. Bei dieser Überfahrt nahm die Idee des "Fliegenden Holländers" nach einem Märchen nach Hauff Gestalt an. In Riga komponierte Wagner die erste erfolgreiche Oper "Rienzi". 1840 und 1841 blieb Wagner unter ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen in Paris: neben Gelegenheitsjobs wie Notenkopieren, Zeitungsartikel und Bearbeitung von Klavierauszügen komponierte Wagner hier "den Fliegenden Holländer". 1842 bat die Oper in Dresden um die Uraufführung von "Rienzi" und bot ihm den Posten des Hofkapellmeisters an. Da Paris seine Arbeiten nicht genug gewürdigt hatte, nahm Wagner an und siedelte sich 1842 in Dresden an.
Die Uraufführung von "Rienzi" fand unter tosendem Beifall statt und bedeutete den künstlerischen Durchbruch des jungen Wagner. 1843 wurde "der fliegende Holländer" ebenfalls mit großen Applaus uraufgeführt. Im selben Jahr wurde Wagner auch Leiter der Dresdner Liedertafel, für die das monumentale Chorwerk "Das Liebesmahl der Apostel" komponierte. Dann begannen die Arbeiten für "Tannhäuser" und "Lohengrin", wobei ihm seine Studien in der deutschen Sagenwelt sehr nützlich waren. 1945 wurde "Tannhäuser" uraufgeführt.1848 kam es zu einem Treffen mit Franz Liszt, zu dem sich eine lebenslange Freundschaft entwickeln sollte. Zwar war Wagners Arbeit als Dirigent durchaus geschätzt und angesehen, doch waren seine politischen Ambitionen so manchem ein Dorn im Auge. Anlässlich der revolutionären Bewegung des Jahres 1848 machte sich Wagner durch einige Artikel für aufrührerische Volksblätter verdächtig und musste erneut fliehen. Zunächst suchte er Unterschlupf bei Liszt in Weimar und dann weiter nach Zürich. Dort entstanden in den Folgejahren die Zürcher Kunstschriften, "Die Kunst und die Revolution", "Das Kunstwerk der Zukunft" und seine große musiktheoretische Schrift Oper und Drama.
Am 28. August 1850 wurde in Abwesenheit Wagners durch Franz Liszt in Weimar Lohengrin uraufgeführt.
1852 entstand während einer mehrwöchigen Wanderung durch die italienischen Alpen die Ring-Dichtung. 1853 entstand - ebenfalls in Italien - das Rheingold-Vorspiel. 1854 begann er mit begann er mit der Konzeption von Tristan und Isolde. 1855 gab Wagner mehrere Konzerte in London. Die Ehe von Wagner ging wegen einer Affäre Wagners in die Brüche; Wagner ging nach Venedig, um dort weiter an "Siegfried" und "Tristan" zu arbeiten. Im Frühjahr 1859 musste Wagner aus politischen Gründen das damals unter österreichischer Verwaltung stehende Venedig verlassen. In Luzern vollendete er "Tristan". Durch die Fürstin Metternich ermöglichten sich Konzerte in Brüssel und Paris; 1860 wurde Wagner in Sachsen amnestiert und durfte wieder nach Deutschland. Zunächst hielt er sich in Karlsruhe und Wien auf, um dort das Auftragswerk des Musikverlegers Franz Schott aus Mainz "Die Meistersinger von Nürnberg" zu beginnen. In Wiesbaden wurde die Oper 1862 komponiert. 1863 gab es in Wien einige Konzerte, bei denen in Anwesenheit von Königin Elisabeth auch Teile des Rings präsentiert wurden. Im gleichen Jahr gab es erfolgreiche Konzerte in Sankt Petersburg, Moskau, Budapest, Prag und Karlsruhe. Diese Konzerte waren zwar von Ruhm geprägt, aber reichten bei weitem nicht aus, um Wagners großzügigen Lebensstil zu finanzieren. Durch die enge Bindung zu Franz Liszt war im Lauf der Jahre eine Liebe zu der damals 25jährigen Tocher Liszt's, Cosima, entstanden. Diese Liebe wurde 1863 öffentlich. Als Retter in finanzieller Not fungierte König Ludwig II. von Bayern, der Wagner aus Schutz vor seinen Wienern Gläubigern nach München einlud. Dort hatte Wagner Narrenfreiheit, der König umsorgte ihn, stellte ihm ein Haus in München zur Verfügung; Wagner war mit einem Schlag alle Sorgen los und konnte sich ganz der Dichtung und Komposition hingeben. So wurde 1865 "Tristan" aufgeführt, die "Meistersinger" vollendet und am "Ring" weitergearbeitet. Mitte 1865 wurde "Tristan" in München uraufgeführt.
Doch durch die Verschwendungssucht des Königs wurde Wagner von der Bevölkerung heftig angefeindet und ging deshalb 1866 wieder in die Schweiz; er mietete ein haus bei Luzern und fuhr mit der Arbeit an den "Meistersingern" fort. Bei Luzern machte Wagner Bekanntschaft mit Friedrich Nietzsche, mit dem er einen regen Gedankenaustausch pflegte.
1969 wurde auf Wunsch des Königs das "Rheingold" in München uraufgeführt. Ein Jahr später die "Walküre". In demselben Jahr heiratete Wagner endlich Cosima, mit der er bereits 3 Kinder hatte. Kurz nach der Hochzeit fand die Uraufführung von "Siegfried" in Wagners Haus statt. 1871 reiste Wagner nach Bayreuth und erkor diesen Ort zum Festspielort. Um die angekündigten Festspiele finanzieren zu können, reiste Wagner nach Berlin, um Otto von Bismarck zu treffen. Es wurde vereinbart, dass ab 1872 Patronatsscheine verkauft und die ersten Wagnervereine gegründet werden; eine wesentliche Rolle spielte hier Marie Gräfin Schleinitz, die Wagner 1863 kennen gelernt hatte und zeitlebens enthusiastisch förderte. Im Frühjahr 1872 erfolgt in Bayreuth die Grundsteinlegung für die "Stätte des nationalen Theaters". In diesem Festspielhaus ließ Wagner ein "unsichtbares Orchester" anlegen, indem der Orchestergraben mit einer Abdeckung zum Publikum hin abgeschirmt wurde ("mystischer Abgrund"), so dass die Konzentration der Zuschauer einzig auf die dramatische Handlung und die akustische Wahrnehmung der Musik gerichtet werden konnte, ohne dass deren Tonerzeugung sichtbar wurde. Wie sich zeigte, war durch diese Einrichtung aber auch eine besondere Klangqualität erreicht worden. Die einzigartige Akustik des Hauses beruht auch darauf, dass der Raum ein Holzbau ist und der Zuschauerraum keine Logen an den Seiten hat. Die Sitze sind ungepolstert, so dass weniger Schall geschluckt wird. 1874 bezogen Wagners das Haus Wahnfried. "Der Ring des Nibelungen" wurde 1874 fertiggestellt und aufgrund großzügiger Unterstützung durch König Ludwig diesem gewidmet. 1876 begannen am 13. August die ersten Bayreuther Festspiele mit der vollständigen Aufführung des "Ringes". In den folgenden Jahren war Wagner viel unterwegs, in England spielte er vor Königin Viktoria, in Italien wurde "Parsifal" 1882 in Palermo uraufgeführt. Am 13. Februar 1883 war die Familie in Venedig, als Wagner an den Folgen eines Herzinfarktes starb. Zu den Klängen des Trauermarsches aus "Götterdämmerung" wurde Wagner in Bayreuth in der Villa Wahnfried im Garten beigesetzt.
Wagner war zeitlebens ein "Weltverbesserer"; er verfasste zahlreiche Schriften, die sich mit der Reformierung des aus seiner Sicht "dekadenten" Theaters beschäftigten und mit der Idee, Musik und Drama zu verknüpfen. Die Handlungen sollten Botschaften übermitteln. Die philosophische Ader wurde immer ausgeprägter und er verstand es, seine Gedankengänge nachvollziehbar in Musik zu setzen. Trotz seines fehlenden Umgangs mit Geld hat er uns doch ein musikalisches Erbe hinterlassen, von welchem wir ewig zehren werden.
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