Programme
Medea
Franz Grillparzer
Staatstheater Darmstadt - Kleines Haus
Medea stammt aus Kolchis, Jason ist Grieche. Das Liebespaar ist auf der Flucht. Mit ihren beiden Kindern leben sie nach dem Raub des fluchbeladenen Goldenen Vlieses als Flüchtlinge bei König Kreon von Korinth.
Zurück auf hellenischem Boden, verliebt sich Jason in Kreons Tochter Kreusa. Obwohl er das Goldene Vlies nur mit Hilfe von Medeas magischen Kräften stehlen konnte, verlässt und denunziert er die Frau, die nur um seinetwillen ihren eigenen Bruder getötet und ihre Heimat für immer verlassen hat. Von Jason verstoßen, von Kreon verbannt und von Kreusa um ihre Kinder geprellt, wachsen Medeas Verstörung und Entsetzen. Aus hingebungsvoller Liebe wird bedingungsloser Hass, der in erbarmungslose Rache umschlägt und schließlich sogar ihre Mutterinstinkte übersteigt.
Das Schicksal einer zutiefst gedemütigten Frau, die selbstbestimmt Hand an das Schicksal legt und deren maßloser Hass unvorstellbare Dimensionen annimmt, fasziniert die Menschen seit jeher. Die Geschichte um die Rachemörderin ist aber zugleich zeitlose Parabel auf den Zusammenstoß zweier Kulturen. Schon in Euripides’ Bearbeitung des Stoffes vereint Medea als schöne Fremde beides: den exotischen Reiz und die Schrecken des Dämonischen. Die Version des Österreichers Franz Grillparzer von 1822 fragt nach dem Maß von Anpassung sowie der Art des Umgangs mit dem Unbekannten und hat bis heute nichts von ihrer klanglichen Schönheit verloren.























