Programme
Faust
Staatstheater Darmstadt - Kleines Haus
Johann Wolfgang von Goethes Faust stützt sich auf einen Stoff aus dem 16. Jahrhundert, die Geschichte eines Gelehrten, den es auf der Schwelle zur Schwarzen Magie nach Wissen, letztlich nach Macht drängte. Diesem Aspekt fügte Goethe die Geschichte um das junge Gretchen bei, in das sich der ältere Faust verliebt. Wissenschaft und Eros: Die Verknüpfung beider Themen ist das Spezifische an der Goetheschen Faust-Version. Im Charakter der Titelfigur spiegelt sich das Paradigma des menschlichen Seins, gefangen zwischen dem ewigen Drang nach Höherem und der Sehnsucht nach Zufriedenheit und Erkenntnis wider. Goethes Faust. Der Tragödie Erster Teil zeigt einen Menschen, der nach allem greift, was Wissen schafft, und feststellt, dass seine Gier nie befriedigt wird. In letzter Instanz wendet er sich an Mephistopheles, den teuflischen Verführer. Dieser verspricht, es wird ein „Verweilen“ geben, ein Ankommen und Sinn. Faust findet das alles in Gretchen – doch der Pakt mit Mephisto fordert seinen Tribut.
Faust wurde zum deutschen Klassiker schlechthin, weil Goethe damit ein Entwurf menschlichen Daseins gelang: Der Mensch im Hamsterrad seines Strebens – zeitlebens arbeitet er sich ab an der Polarität von Scheitern und Drängen, sein Wesen begrenzt von hehrer Ratio und triebhafter Schuld.
Inszenierung | Hermann Schein
Bühne und Kostüme | Stefan Heyne























