Programme
Warteraum Zukunft
Oliver Kluck
Deutsches Schauspielhaus in Hamburg - Rangfoyer
»Leben im Warteraum Zukunft, am Ort der nicht erfolgten Revolte, hier im Vertrauen auf die Generationen davor, die Platz machen werden, die schon im Boot sitzend die Hand reichen. Um es vorwegzunehmen: das Warten ist vergebens, keine Hilfe in Sicht, es rette sich ein jeder selbst. Der Warteraum Zukunft auch als Geschichte dieses Lebens, das einfach da ist wie die Bewegung, die Kreisbewegung, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Nur ein Tag, mit Aussicht auf Zukunft, stellvertretend für all jene, die ihre Gute Nachricht in der Verwirklichung ihrer weltlichen Profession zu finden glauben.« OLIVER KLUCK
Oliver Kluck beschreibt in seinem Stück auf hochkomische und sprachlich brillante Weise den jungen Ingenieur Daniel Putkammer, der in der Mechanik des Angestelltendaseins gefangen ist und auf den erhofften Karrieresprung wartet. Zwischen stumpfsinnigem Arbeitsalltag, Entscheidungsschwäche und vergeblichem opportunen Verhalten, schlittert er schließlich in die Katastrophe. Oliver Kluck wurde für dieses Stück mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatik ausgezeichnet, einem der renommiertesten Literaturförderpreise. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Marius von Mayenburg, Andreas Sauter und Bernhard Studlar sowie Dirk Laucke. Oliver Kluck, 1980 auf Rügen geboren, und ausgestattet mit »lohnend kompromissloser Welt- und Schreibwut« (Theater heute), studierte Dramaturgie, Prosa und Essayistik. Für sein Stück »Das Prinzip Meese« wurde er im Mai 2009 mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Stückemarktes ausgezeichnet. Es wurde im Februar 2010 am Maxim Gorki Theater Berlin uraufgeführt. Im Oktober 2009 fand am Theater Chemnitz die Uraufführung von »Zum Parteitag Bananen« statt. Bezeichnend ist, dass Kluck während seines Grundwehrdienstes eine Leidenschaft für das Verfassen von Beschwerdebriefen entwickelte. Diese präzise, messerscharfe Art zu denken und zuzuspitzen findet man in seinen Texten wieder. Er verlässt dabei die klassische dramatische Dialogstruktur und beschreibt in einem Ineinander aus inneren Monologen und Dialogen eine Welt aus Verachtung und Anpassung, in der schließlich die latente Gewaltbereitschaft eskaliert.
Alice Buddeberg, geboren 1982 in Frankfurt am Main, studierte Schauspielregie an der Theaterakademie Hamburg. Inszenierungen u.a. »Der Menschenfeind« und »Heiner Müller Material 1&2« am Theater Bremen, »Hamlet« am Theaterhaus Jena, »Frühlings Erwachen« und »Kabale und Liebe« am Deutschen Theater Göttingen und »Hedda Gabler« am Schauspiel Frankfurt (in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2009).
Regie: Alice Buddeberg
Bühne: Cora Saller
Kostüme: Martina Küster
Musik: Stefan Paul Goetsch
Licht: Andreas Juchheim
Dramaturgie: Stephanie Lubbe
Mit Daniel Fries, Ute Hannig, Martin Wißner























