Die Ölmühle Pockau ist in ihrer Art ein in Deutschland einzigartiges technisches Museum. Der Museumskomplex besteht aus zwei Gebäuden und einer Freilichtausstellung. Das Altgebäude des Museums ist eine originale Ölmühle von 1783. Hier wurde bis 1945 Leinöl produziert. Die Ausstellung demonstriert die im Erzgebirge verbreitete Produktion von Leinöl durch ein Stampfwerk, Ofen und Keilpresse mit Hammer (Schlägelpresse). Die Presse wird dabei durch ein halbmittelschlächtiges Wasserrad angetrieben. Im neueren Gebäude (1987 bis 1990 für das Museum erbaut) dokumentieren Reinigungsmaschine, Walzenstuhl, Kollergang, Ofen mit Rührwerk und eine Pumpe mit hydraulischer Seiherpresse die modernere Gewinnungsform. Die hier gezeigte Nachfolgetechnik, angetrieben durch einen Elektromotor, Riemen und Keilriemenscheiben, war von 1900 bis 1952 in Kleinneuschönberg und von 1954 bis 1970 in Lauterbach in Betrieb. Am jetzigen dritten Standort erlebt der Museumsbesucher ein hervorragendes Beispiel für einen Maschinenantrieb mittels Transmission. Die funktionstüchtige Anlage wird durch Ausstellungen zum Leinanbau und seine Verarbeitung ergänzt. Zudem präsentiert das Museum eine ständige Ausstellung zu alten Handwerken des Gebirges, welche vom Ölmüller wahrgenommen wurden. Es handelt es sich um Holzröhrenbohren sowie das Fertigen von Holzschippen und hölzernen Dachrinnen.
Das ehrenamtlich geleitete technische Museum kann auf eine Vielzahl von Publikationen verweisen. Der jüngste Museumsführer erschien im Jahre 1992. Das Museum bietet Mühlenforschern durch die vorhandene Fachbibliothek und die Ergebnisse eigener wissenschaftlicher Forschungen wichtiges Quellenmaterial.