© andreas130 / www.fotolia.de
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!



gibus.bordeaux

gibus.bordeaux
Werbung: gibus.bordeaux
'Erleben Sie die minimalistische und kathartische Kunst von Gibus. Jede Skulptur erzählt eine Geschichte.

Krippenmuseum


Hauptstr. 114
63864 Glattbach
Tel.: 0 60 21 3 49 10

Öffnungszeiten:

1. Advent-Dreikönig (außer 24. , 31.12.): Di-Sa 14.00-18.0 Uhr
, So 10.00-12.00 u. 14.00-18.00 Uhr
, 07.06.-29.02.: nur So 14.00-18.00 Uhr
u.n.V.
Neben der neugotischen Pfarrkirche in der Ortsmitte von Glattbach, am Stadtrand von Aschaffenburg, erhebt sich ein altes Fachwerkhaus. Dieses wurde um das Jahr 1735 errichtet. Nach seinen früheren Besitzern nennt es der Volksmund "Stengerhaus". Die Kommunalgemeinde Glattbach erwarb es im Jahr 1983.


Nachdem der Geistliche Dr. Jürgen Lenssen, 1988 Pfarrer in Glattbach, der Gemeinde seine Krippensammlung schenkte, war eine Zweckbestimmung für dieses Haus, das zu den

ältesten des Ortes gehört, gefunden. Es wurde von seinem Verputz befreit; das Fachwerk wurde freigelegt und das Gebäude mit einem neuerrichteten Anbau versehen.


Dadurch waren die baulichen Voraussetzungen für ein Krippenmuseum geschaffen, das am 26. November 1988 eröffnet werden konnte.


Mittlerweile ist die Krippensammlung durch Ankauf und weitere Schenkungen auf über 400 Exemplare angewachsen. In ihr sind die Krippenerzeugnisse von vier Kontinenten und aus über 40 Ländern vertreten. Die Ausstellung bietet einen großen Überblick über die vielfältigen Werke der Volkskunst mit der Darstellung des Weihnachtsgeschehens. In den Krippen zeigt sich dem Betrachter deutlich, wie die Botschaft von der Geburt Jesu Christi in den unterschiedlichen Kulturen entsprechend der Bild- und Formsprache der Völker sowie ihrer Vorstellungsgabe in die bildliche Darstellung umgesetzt wurde.

So mannigfaltig die Darstellungsweisen, so vielfältig sind auch die Materialien, mit denen die meist unbekannten Volkskünstler ihre Krippen schufen. Ob in Bronze oder Zinn, Holz oder Stroh, Ton oder Brotteig, Pappmaché oder Wachs, Elfenbein oder Bast, jedes Material scheint recht zu sein, selbst der Kürbis, um die Geburt des göttlichen Sohnes durch die Krippe zu verkünden.


Wie in Deutschland das Ereignis von Bethlehem in eine alpenländische Szenerie gesetzt wird, so stellt der Afrikaner das Weihnachtsgeschehen in seine vertraute Umgebung, das göttliche Kind wird zum Afrikaner. In Lateinamerika wird es zum Indio, in Sri Lanka zum Asiaten.


Mögen uns manche Krippen aufgrund unserer traditionellen Vorstellung - heimischer Stall, mehr Idylle als herausforderndes Geschehen - auch fremdartig erscheinen, mag zwischen ihnen und uns anfänglich auch noch eine große Distanz liegen, so wird der Betrachter jedoch bald einsehen und erkennen, daß er nicht an seiner regional vorgeprägten Bildvorstellung haften bleiben darf. So wenig die Geburt Jesu Christi sich in einem afrikanischen Dorf geschichtlich ereignet hat, so wenig auch vor einem alpenländischen Bauernhof, so wenig auch in einem mexikanischen Stallgebäude. Im Vorübergang an den über 400 ausgestellten Krippen erfährt der Besucher des Krippenmuseums immer stärker, daß die Geburt des göttlichen Sohnes nicht an die Zeit und auch nicht an ein Volk und seine Bildvorstellung gebunden ist. Das Krippenmuseum zeigt die weltweite Gültigkeit und Darstellung des Weihnachtsgeschehens in der vielgestaltigen Volkskunst der Völker. Es eröffnet dem Betrachter den Reichtum der Formensprache für die zeit- und grenzenlose Verkündigung "Euch ist heute ein Kind geboren" in der jeweilig typischen Landeskunst.

KULTURpur empfehlen