Spielplan
Breitengrad
Staatstheater Kassel - Schauspielhaus
Existiert ein Begriff von Freiheit? Wo fängt persönliche Freiheit an, wo wird sie eingeschränkt? Steht die Freiheit des Einzelnen über der Freiheit der Gesellschaft und ihrer Sicherheit? Ist individuelle Freiheit überhaupt zu greifen – was würde es bedeuten, ein/sein Leben in Freiheit zu gestalten? Keine Grenzen und Naturgewalten, noch Herrschaft und Schicksal anzuerkennen? Persönliche Freiheit ist mehr als bloße Gedankenfreiheit, in ihr steckt ein ungeheures Machtpotential, daher müssen die ethischen und psychischen Grenzsituationen nach der Frage verhandelt werden, ob es sich um eine endgültige unüberwindliche oder nur eine vorübergehende, nicht zu überwindende Grenze handelt.
»Die Probleme, die uns heute entführen und mitnehmen, sind [...] sehr großräumig, zudringlich, beängstigend und komplex. Es geht dabei darum, dass Menschen aus ihrer kleinräumigen Wunsch- und Phantasiestruktur, aus ihrer regionalen und nationalen Identitätsverfassung heraus gebrochen werden – ob sie wollen oder nicht. Die Seelenformen des Bürgertums und Kleinbürgertums in der Ersten Welt werden aktuell umformatiert. Wir werden umgeprägt von einem humanistisch-nationalistischen Welthorizont auf einen ökologisch-globalen. Wir stecken in Bildungsprozessen, die uns verwickeln in die Synchronwelt des Kapitals, des globalen Waren- und Informationen-verkehrs, also in das, was man die Weltwirtschaft nennt. Nicht weil wir Idealisten wären, sondern weil wir Realisten werden wollen, suchen wir nach Formen von Denken und Verhalten, die uns in der aktuellen Globalwelt zur Verkehrsfähigkeit verhelfen.« (Peter Sloterdijk, Die Sonne und der Tod)
Zwei Stücke von Johannes Wieland und Linda Kapetanea/Josef Fruèek
Bühne: Stephanie Burger
Kostüme: Stefanie Krimmel






















