Spielplan
Schwester von
Landestheater Detmold
Eine Antiheldin erzählt ihre Geschichte. Tausende von Jahren nach ihrem Tod beginnt sie nun zu reden, irgendwo, wo die Zeit nicht mehr zählt. Sie berichtet von sich als einer Frau, die immer im Schatten ihrer heldenhaften, weltberühmten Schwester gelebt hat, die denkt, keine Existenzberechtigung zu haben, weil sie nie etwas Großartiges oder Denkwürdiges vollbrachte, die sich schämt für das, was sie ist und wie sie gewesen ist. Denn die Helden aller sind stets Menschen, die Dinge tun, und nicht Menschen, die Dinge sein lassen. Ismene, Schwester der Antigone, Tochter des Ödipus, zeichnet mit ihrem Porträt zugleich auch ein Bild all jener, die nicht in großen Idealen denken, sondern in kleinen Interessen und Sehnsüchten, bei denen die emotionalen Motive immer über die ideologischen siegen. Aber sind die grundsätzlich schlechter und weniger heldenhaft als solche, die auf den Barrikaden stehen und ohne Todesangst kämpfen?
Der 2005 uraufgeführte und preisgekrönte Monolog der holländischen Dramatikerin Lot Vekemans fragt nach dem Zusammenhang von Charakterstärke und Starrsinn, edler Größe und Egoismus.






















