Spielplan
Geschlossene Gesellschaft
J.-P. Sartre
Landestheater Detmold
Drei Personen, die sich zuvor nicht kannten, begegnen sich in einem Raum, der ihr Kerker auf Dauer ist, in dem sie auf perfide Weise ihre stetigen Ankläger sein werden. Keine Chance, sich einander zu entziehen, unbeobachtet, für sich zu sein: An diesem Ort bedarf es keiner Wächter und Gitter. Gebunden sind die drei Verdammten allezeit an die Verfehlungen ihres Lebens, die sie sich selbst und dem Gegenüber jetzt und fortan vorhalten. In immerwährender Anwesenheit der Anderen sieht sich jeder schließlich gezwungen, persönlich Rechenschaft abzulegen, sich einer peinigenden Gehirn- und Seelenfolter auszusetzen und sie an den übrigen zu vollziehen, die mit immer neuen Demütigungen allmählich jedwede Schwachstelle des Daseins, jede Lebenslüge bloßlegt: "Geben Sie mir Gelegenheit, Ihrer Verachtung erklärend entgegen zu treten, andernfalls bereiten Sie wahrhaft die Hölle für mich." Doch die Daseinsbilanzen, die man hier offenbart, sind bar jeglicher Hoffnung auf Entsühnung, die ihrerseits schuldbeladenen Zeugen der eigenen Bekenntnisse sind zum Gnadenerweis nicht imstande.
Sartre entwirft in seinem 1944 uraufgeführten exzeptionellen Stück das Bild einer ganz diesseitigen Hölle, in der der Zwang, sich nach der Essenz, der Substanz des eigenen Lebens zu fragen, Menschen zu Peinigern und Gepeinigten macht.






















