© Elnur / www.fotolia.de
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!
Premiumpartner
IDEAL Versicherung
IDEALversicherung

Opernhaus Köln im StaatenHaus


Rheinparkweg 1
50679 Köln
Tel.: 0221 2212 8400
Homepage

Spielplan

Il Prigioniero / Ekklesiastische Aktion

L. Dallapiccola/B. A. Zimmermann
Oper am Dom
<p style="text-align: justify;">
	Zwei Werke des 20. Jahrhunderts, komponiert mit dem historisch informierten Bewusst sein um einen Freiheitsbegriff, der nach der Erfahrung der großen Arbeits- und Vernichtungslager, von Faschismus und Gulag, mit einer neuen Dimension der Unterdrückung assoziiert war: Die geschilderten Minuten aus dem Leben und Leiden des Gefangenen in »IL PRIGIONIERO«, Uraufführung 1950 beim Festival Maggio Musicale in Florenz, stehen als Parabel für das Ausgeliefertsein eines Menschen, der von einer unsichtbaren Macht bis in seine innersten Bewusstseinsschichten verfolgt und schließlich liquidiert wird. Als letzte und schlimmste aller Qualen erweist sich dabei zynischerweise die zeitweilige Hoffnung des Gefangenen auf Freiheit und - wenn er sich nach langer Zeit erstmals außerhalb seines Kerkers wiederfindet - der Anblick des nächtlichen Sternenhimmels. Der scheinbar freundlich gesonnene KERKERMEISTER ist in Wahrheit der GROSSINQUISITOR, für den der Unter gang des Delinquenten von Anfang bis Schluss außer Frage steht, und der mächtige Glockenklang, der f ür diesen Verlorenen die Freiheit symbolisierte, läutet ganz im Gegenteil seinen Tod ein. Luigi Dallapiccola führte die seinerzeit erstarrte italienische Musiktradition auch mit diesem Werk in die Moderne.<br />
	Als literarische Vorlage für die »EKKLESIASTISCHE AKTION« von Bernd Alois Zimmermann diente das philosophisch wegweisende Großinquisitor-Kapitel aus Dostojewskijs Roman »Die Brüder Karamasow« in der Verbindung mit dem »Buch des Prediger Salomo«. Dabei wird die Musik auffallend sparsam, fast funktional hörspielartig eingesetzt, mit der Posaune als Versinnbildlichung der nahen Apokalypse. Die »EKKLESIASTISCHE AKTION« war die letzte Komposition des 1918 in Bliesheim geborenen Bernd Alois Zimmermann, bevor er sich 1970 in Frechen bei Köln das Leben nahm. Seit der legendären Uraufführung seiner Oper »Die Soldaten« (1965), die - vor dem Hintergrund atomarer Bedrohung - ebenfalls einen aussagestarken politischen Zeitbezug herstellte, ist der Name dieses Komponisten untrennbar mit der Geschichte der Oper Köln verbunden.</p>

Zwei Werke des 20. Jahrhunderts, komponiert mit dem historisch informierten Bewusst sein um einen Freiheitsbegriff, der nach der Erfahrung der großen Arbeits- und Vernichtungslager, von Faschismus und Gulag, mit einer neuen Dimension der Unterdrückung assoziiert war: Die geschilderten Minuten aus dem Leben und Leiden des Gefangenen in »IL PRIGIONIERO«, Uraufführung 1950 beim Festival Maggio Musicale in Florenz, stehen als Parabel für das Ausgeliefertsein eines Menschen, der von einer unsichtbaren Macht bis in seine innersten Bewusstseinsschichten verfolgt und schließlich liquidiert wird. Als letzte und schlimmste aller Qualen erweist sich dabei zynischerweise die zeitweilige Hoffnung des Gefangenen auf Freiheit und - wenn er sich nach langer Zeit erstmals außerhalb seines Kerkers wiederfindet - der Anblick des nächtlichen Sternenhimmels. Der scheinbar freundlich gesonnene KERKERMEISTER ist in Wahrheit der GROSSINQUISITOR, für den der Unter gang des Delinquenten von Anfang bis Schluss außer Frage steht, und der mächtige Glockenklang, der f ür diesen Verlorenen die Freiheit symbolisierte, läutet ganz im Gegenteil seinen Tod ein. Luigi Dallapiccola führte die seinerzeit erstarrte italienische Musiktradition auch mit diesem Werk in die Moderne.
Als literarische Vorlage für die »EKKLESIASTISCHE AKTION« von Bernd Alois Zimmermann diente das philosophisch wegweisende Großinquisitor-Kapitel aus Dostojewskijs Roman »Die Brüder Karamasow« in der Verbindung mit dem »Buch des Prediger Salomo«. Dabei wird die Musik auffallend sparsam, fast funktional hörspielartig eingesetzt, mit der Posaune als Versinnbildlichung der nahen Apokalypse. Die »EKKLESIASTISCHE AKTION« war die letzte Komposition des 1918 in Bliesheim geborenen Bernd Alois Zimmermann, bevor er sich 1970 in Frechen bei Köln das Leben nahm. Seit der legendären Uraufführung seiner Oper »Die Soldaten« (1965), die - vor dem Hintergrund atomarer Bedrohung - ebenfalls einen aussagestarken politischen Zeitbezug herstellte, ist der Name dieses Komponisten untrennbar mit der Geschichte der Oper Köln verbunden.


Video anzeigen
Inhalt


Zwei Werke des 20. Jahrhunderts, komponiert mit dem historisch informierten Bewusst sein um einen Freiheitsbegriff, der nach der Erfahrung der großen Arbeits- und Vernichtungslager, von Faschismus und Gulag, mit einer neuen Dimension der Unterdrückung assoziiert war: Die geschilderten Minuten aus dem Leben und Leiden des Gefangenen in »IL PRIGIONIERO«, Uraufführung 1950 beim Festival Maggio Musicale in Florenz, stehen als Parabel für das Ausgeliefertsein eines Menschen, der von einer unsichtbaren Macht bis in seine innersten Bewusstseinsschichten verfolgt und schließlich liquidiert wird. Als letzte und schlimmste aller Qualen erweist sich dabei zynischerweise die zeitweilige Hoffnung des Gefangenen auf Freiheit und - wenn er sich nach langer Zeit erstmals außerhalb seines Kerkers wiederfindet - der Anblick des nächtlichen Sternenhimmels. Der scheinbar freundlich gesonnene KERKERMEISTER ist in Wahrheit der GROSSINQUISITOR, für den der Unter gang des Delinquenten von Anfang bis Schluss außer Frage steht, und der mächtige Glockenklang, der f ür diesen Verlorenen die Freiheit symbolisierte, läutet ganz im Gegenteil seinen Tod ein. Luigi Dallapiccola führte die seinerzeit erstarrte italienische Musiktradition auch mit diesem Werk in die Moderne.

Als literarische Vorlage für die »EKKLESIASTISCHE AKTION« von Bernd Alois Zimmermann diente das philosophisch wegweisende Großinquisitor-Kapitel aus Dostojewskijs Roman »Die Brüder Karamasow« in der Verbindung mit dem »Buch des Prediger Salomo«. Dabei wird die Musik auffallend sparsam, fast funktional hörspielartig eingesetzt, mit der Posaune als Versinnbildlichung der nahen Apokalypse. Die »EKKLESIASTISCHE AKTION« war die letzte Komposition des 1918 in Bliesheim geborenen Bernd Alois Zimmermann, bevor er sich 1970 in Frechen bei Köln das Leben nahm. Seit der legendären Uraufführung seiner Oper »Die Soldaten« (1965), die - vor dem Hintergrund atomarer Bedrohung - ebenfalls einen aussagestarken politischen Zeitbezug herstellte, ist der Name dieses Komponisten untrennbar mit der Geschichte der Oper Köln verbunden.


Besetzung
Musikalische Leitung: Gabriel Feltz
Inszenierung: Markus Bothe
Bühne: Robert Schweer
Kostüme: Esther Geremus
Licht: Nicol Hungsberg
Chor: Marco Medved
Dramaturgie: Georg Kehren

Il Prigioniero
Die Mutter: Dalia Schaechter
Der Gefangene: Bo Skovhus
Der Kerkermeister / Der Großinquisitor: Thomas Piffka
1. Priester: N. N.
2. Priester: Wolfgang Schwaiger

Chor der Oper Köln
Extra Chor