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vertretene Künstler

Klaus Killisch

Trance by Klaus Killisch

23.02.2018 - 21.04.2018

In dieser Ausstellung zeigt Klaus Killisch Werke, von denen einige vor dem Mauerfall entstanden sind und andere danach, also vor 1989 unter den verhärteten ideologischen Vorzeichen des DDR-Sozialismus und danach unter den Kunstmarktbedingungen im kapitalistischen Gefüge.
Wenn wir den gesamten Bereich der relevanten sozialen Kräfte und Systeme im jeweiligen Kontext zur Kenntnis nehmen und zugleich Killischs Beitrag zu den ästhetischen Modalitäten beurteilen fällt folgendes auf: sein Formvokabular hat der Künstler über die vergangenen dreißig Jahre subtil erweitert, am Spezifischen seiner Themen und Intentionen (in einer die Realitäten überschreitenden Perspektive – siehe Titel der Ausstellung: „Trance“) hielt er fest. „Mauerdurchbruch“ (1987) und „Einstürzende Neubauten“ (1989) sind Sehnsuchtsbilder, die dem mobilisierenden Eindruck der Klangphänomene der Westberliner Formzertrümmerer gleichen Namens zu verdanken sind und pinselgestützt vom Umbruch träumen. Killisch musste sich weder verbiegen noch anpassen. Die DDR lag niemals hinter dem Mond. Wer wollte, konnte sich informieren, trotz Mauer und Stacheldraht. Aber die souveräne Art, mit der Killisch seinen Status als bildgestützter Querdenker in der DDR-Subkultur mit der westlichen Popkultur verknüpfte, brachte ihm seitens der Nonkonformisten viel Respekt ein.
Killisch erreicht mit seinen Bildern oft die Intensität filmischer Makro-Aufnahmen; vor allem aber zeichnet er sich durch einen Bildklang aus, der Surround-Sound-Format zu haben scheint, voll von Empathie und Gitarrenverherrlichung. Bis in unsere Tage kombiniert er aktuelle Malerei-Diskurse mit Mustern der Identifikation und der Differenzierung. Man kann sie als eine Inbeziehungsetzung zu den Versprechungen von damals (zur Zeit des Kalten Krieges) wie von heute (angesichts der weltumspannenden Elendsszenarien) lesen.
Killisch kennt sich aus mit den Rockmythen, mit Musik, Lebens- und Präsentationsformen sowie Stil- und Designentwürfen der internationalen Rockavantgarde der 1960er bis -80er Jahre. „Grateful Dead“ liegt ihm besonders am Herzen. Manche Bilder sind so kompakt wie Rocksongs und treiben einem die Tränen der Erinnerung in die Augen. „Oh superman“ (2017) und „John und Yoko“ (2017) zitieren bekannte Plattencover von Laurie Anderson und John Lennon & Yoko Ono. Dass Killisch viel häufiger auch echte Singles und LPs in jam-artigen Produktionsprozessen direkt in seine Bilder eincollagiert, manifestiert das Fanverhalten der Dedikation und gleichzeitig sein Interesse an der Wucht der unmittelbaren materialspezifischen Konfrontation.

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