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Theater Nordhausen


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Spielplan

Cabaret

John Kander
12.04.2019
Großes Haus
Inhalt
„Willkommen, bienvenue, welcome!“ Wer ans Musical „Cabaret“ denkt, denkt vor allem an die Songs, die durch den Film mit Liza Minelli von 1972 auf der ganzen Welt bekannt wurden. Doch das Musical aus dem Jahr 1966 kann auch mit einer nicht zu unterschätzenden Handlung aufwarten.
Berlin, Anfang der 30er. Clifford Bradshaw, ein junger amerikanischer Autor, quartiert sich über seine Zugbekanntschaft Ernst Ludwig bei einer älteren Dame ein, um einen Roman über die dem Vergnügungsrausch hingegebene deutsche Hauptstadt zu schreiben. Clifford erlebt das Heraufziehen des Nationalsozialismus. Der schäbige Kit-KatKlub, in dem die exzentrische Engländerin Sally Bowles singt und von der großen Karriere träumt, reagiert wie ein Seismograph auf die Veränderungen „draußen“. Der Conférencier des Klubs kommentiert das Geschehen als grandioser Musik-Clown. Als Sally gefeuert wird, flüchtet sie zu Cliff, und die beiden werden ein Paar. Auf der Verlobungsfeier seiner Vermieterin machen Nationalsozialisten – unter ihnen inzwischen auch Ernst Ludwig – deutlich, dass sie sich selbst zuliebe keinen Juden heiraten sollte. Erschrocken geht Cliff nach Amerika zurück. Allein, denn Sally verkauft ihren Pelzmantel, ihren einzigen Wertgegenstand, bezahlt davon eine Abtreibung und kehrt mit „Life is a cabaret“ auf die Bühne des Kit-Kat-Klubs zurück.

Übrigens: Nach dem 1. Weltkrieg musste Deutschland immense Reparationszahlungen leisten. Die Folge war die erste „große Inflation“ von 1919–1923. Wenig später erschütterte der Börsencrash von 1929 die ganze Welt, worauf eine erneute Inflationswelle Deutschland heimsuchte, die wirtschaftspolitisch den Vormarsch der Nazis erst ermöglichte. Innerhalb von sechs Monaten verteuerte sich ein Ei von 800 Reichsmark auf 320 Milliarden Reichsmark. Kein Wunder, dass jeder sein Geld, so lange es noch einen Wert darstellte, verprasste und zum Beispiel in Cabarets oder sonstigen „Vergnügungsanstalten“ ausgab.
Besetzung
Musikalische Leitung Henning Ehlert
Inszenierung Ivan Alboresi
Ausstattung Mike Hahne
Mit Eve Rades Sally Bowles, Marian Kalus Cliff Bradshaw, David
Arnsperger Conférencier und weiteren Solisten, Opernchor, Ballett TN
LOS! und Loh-Orchester Sondershausen

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