Foto: Theater Ingolstadt
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Theater Ingolstadt

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The 12 Tenors (Foto: Susannah von Vergau)
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Spielplan

Kleiner Mann, was nun?

Nach einem Roman von Hans Fallada in einer Fassung von Luk Perceval
02.02.2019
Großes Haus
Inhalt
A rbeitslosigkeit. Die Suche nach dem Glück im Privaten. Eine Welt in Unruhe. Die Schlagworte von heute sind denen der 1930er Jahre erschreckend ähnlich: »Kleiner Mann – was nun?« fragt Hans Fallada mit seinem 1932 erschienen Roman rund um das Eheleben des kleinen Angestellten Pinneberg und seiner Frau Lämmchen. Eine ungewollte Schwangerschaft zwingt die beiden zur Heirat. Ihren Glauben, dass es mit der Liebe und dem Glück schon klappen wird, kann das nicht erschüttern. Das junge Paar träumt vom sozialen und finanziellen Aufstieg. Selbst als Pinneberg seine Anstellung verliert und sich dadurch die wirtschaftliche Not der Liebenden vergrößert, wird tapfer weiter gekämpft. Doch was kann der Einzelne in einer Welt von Krisen und verkrusteten Strukturen überhaupt erreichen? Und wieviel Illusion prangt an den Fassaden der glitzernden Wohlstandspaläste?
Regisseurin des Stücks ist Brit Bartkowiak, die schon mehrfach in Ingolstadt inszeniert hat. Zu Falladas Romanvorlage sagt sie: »Mich reizt der Text, weil es Fallada wie kaum einem anderen gelingt, warmherzig, emphatisch und trotzdem mit großer Genauigkeit und Brutalität eine persönliche Geschichte des Abstiegs im Angesicht der Wirtschaftskrise zu zeichnen. Er veranschaulicht das Gefühl der subjektiven Ohnmacht, beschreibt die nagenden Existenzängste, die Scham und die politische Resignation. Anhand der Pinnebergs macht er die Entwicklung von Massenarbeitslosigkeit hin zu Wut und Verbitterung erfahrbar; doch ohne die Charaktere zu benutzen, bloßzustellen oder zu ironisieren (wie es uns heute so oft begegnet), sondern immer ehrlich und mit großem Verständnis. Er stellt die große Frage des Überlebens. Das war damals aktuell und ist es heute noch immer.«

Brit Bartkowiak (*1980) inszeniert an vielen namhaften Theatern, unter anderem am Deutschen Theater Berlin und Göttingen sowie am Staatstheater Mainz. In Ingolstadt waren im Kleinen Haus ihre Produktionen »Die Wiedervereinigung der beiden Koreas« sowie »In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich« zu sehen.

Hans Fallada (1893–1947) wurde mit seinen gesellschaftskritischen Romanen weltberühmt. Neben »Kleiner Mann – was nun?« werden auch »Jeder stirbt für sich allein« oder »Wer einmal aus dem Blechnapf frisst« regelmäßig auf deutschen Bühnen gespielt.

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