Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
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Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
Foto: Marion Bührle

Richard Wagner Pl. 2-10
90443 Nürnberg
Tel.: 0911 231 3575
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Spielplan

Independence for all

von Costa Compagnie
20.06.2019
19:00 Uhr
Kammerspiele
Inhalt
Unabhängigkeit! Selbstbestimmung! Das ist verbrieftes Völkerrecht, klingt nach Befreiung und historischem Fortschritt und ist doch oft verbunden mit Ab- und Ausgrenzung, mit Populismus und Renationalisierung. Was bedeutet Unabhängigkeit heute, wofür und von wem? Wollen wir dafür oder dagegen kämpfen? Wie wirkt der Kolonialismus, Ursache historischer Unabhängigkeitsbewegungen, bis heute fort? Ist Unabhängigkeit in einer globalisierten Welt überhaupt möglich?
Die letzte Schauspiel-Premiere der Spielzeit ist die erste eines veritablen Großprojekts: Es heißt "Fight (for) Independence" und erstreckt sich nicht nur zeitlich über zwei Spielzeiten, sondern auch geografisch über tausende Kilometer. Dafür schließt sich das Staatstheater mit der Costa Compagnie aus Berlin und dem Oldenburgischen Staatstheater zusammen und bricht von diesem Dreieck aus in zwei europäische und zwei afrikanische Länder auf um dem verlockenden, aber auch zweifelhaften Ruf nach "Independence" zu folgen.
Der weltweite Recherche-Pfad beginnt in Nürnberg und Franken. Auch hier gibt es Menschen, die sich "national befreite Zonen" wünschen oder sich als Reichsbürger auch von der Bundesrepublik unabhängig erklären. Pünktlich zum Brexit geht es ins Vereinigte Königreich und von dort in den Südsudan, vormals Teil der ehemaligen britischen Kolonie Sudan, wo bis heute Bürgerkrieg herrscht. Anhand konkreter Erfahrungen von Menschen, die die Künstler*innen persönlich treffen, entsteht ein sparten- und genreübergreifend interdisziplinärer und multimedialer Theaterabend in den Kammerspielen.
Eine Website mit 360°-Aufnahmen und Virtual Reality-Videos wird die Recherche auch zu Hause im Netz erlebbar machen, in der Spielzeit 2019/20 setzt sich die Recherche dann von Mosambiks FRELIMO über Kataloniens Estelada bis zu identitären Gruppierungen in Oldenburg fort, wo sie in einer weiteren Theaterproduktion am dortigen Staatstheater und einer choreographischen Arbeit im Kontext der Bildenden Kunst mündet. Alle Ergebnisse werden in Nürnberg, Oldenburg und Berlin gezeigt und gehen 2020 auf Tour.

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