Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
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Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
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Salut Salon (Foto: Frank Eidel)
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Tel.: 0911 231 3575
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Spielplan

Herzliches Beileid / Glückliche Tage

Samuel Beckett / Georges Feydeau
10.05.2019
19:30 Uhr
Schauspielhaus
Inhalt
Samuel Beckett, bedeutender Vertreter des Absurden Theaters, schätzte Georges Feydeau, den Meister der federleichten Salonkomödie, der seine Stücke selbst als „umgekehrte Tragödien“ bezeichnete, sehr. Eine Vorliebe, die der Regisseur Dieter Dorn teilt und zum Anlass für eine außergewöhnliche Kombination von Stücken beider Autoren nimmt.
So hochnotkomisch wie gnadenlos versteht es Feydeau in seinen turbulenten Szenarien die Banalität unserer Verhaltensformen und -normen sichtbar werden zu lassen. In „Herzliches Beileid“ zudem komprimiert in der Form des Einakters: Nach ausgiebiger Feier kommt Lucien spätnachts im Kostüm Ludwigs des 14. nach Hause zu seiner Gattin Yvonne, die im heimischen Boudoir verhaftet bleibt. Als er sie (wie immer) mit trunkenem Gepolter aufweckt, während sie sich (wie immer) nur schlafend stellte, fällt der Startschuss für den nächsten Eklat. In bester Ehekriegsmanier zerfetzen sie sich in immer absurderen Anwürfen, Hohlformeln und Floskeln, bis jeder Sinn aus dem längst ritualisierten Kampf entwichen ist.
Gerade die Rituale des Alltäglichen – und seien sie auch noch so banal – sind es hingegen, die Samuel Becketts wohl berühmtester Frauenfigur Halt geben. Auf einer versengten Grasebene im hellen Licht, unfähig dem Erdhügel, der sie einschließt, zu entkommen, lässt der Autor Winnie jeden Tag von Neuem ihrem Schicksal trotzen. „Oh, dies ist ein glücklicher Tag! Dies wird wieder ein glücklicher Tag gewesen sein!“, ruft sie aus. Gegen alle Ängste, Gefahren und Einschränkungen ist dieses Mantra ihr Halt. Entschlossen, das Leben schön zu finden, beschwört sie tapfer den Glanz jedes einzelnen Tages, während ihr Ehemann Willie, der in ihrem Rücken lebt und sich nur noch kriechend fortbewegt, bereits in Schweigen versunken ist.
Besetzung
Regie: Dieter Dorn
Bühne und Kostüme: Monika Staykova
Dramaturgie: Katharina Gerschler

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